Heyho,
ich habe Biologie (Diplom) studiert und auch mit einer
super Note abgeschlossen. Nun überlege ich schon ewig, ob ich nicht
noch Medzin studieren soll. Das Fach reizt mich schon viele Jahre und die Biologen-Arbeit ist fürchterlich frustrierend.
Leider ist man mit Mitte-Ende Zwanzig nicht mehr ganz die jüngste und ein zweites Studium eine enorme finanzielle Belastung.
Hat vielleicht Jemand Erfahrung mit einem Medizin-Zweitstudium?
Was meint Ihr?
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Thema: Zweitstudium Medizin?
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08.08.2007, 21:09
Zweitstudium Medizin?
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08.08.2007, 21:20Inaktiver User
AW: Zweitstudium Medizin?
Ich habe früher mit Biologen, Medizinern und Chemikern zusammen gearbeitet. Ich kann dir nur dazu raten! Klasse, wenn du die "Power" hast, dies noch zu beginnen. Dein Biologie-Studium wird dir Kenntnisse geben, die kein anderer Mediziner je haben wird. Die besten Wissenschaftler in der Krebsforschung waren die "Humanbiologen" (schlechte Berufspersprektive...!), da diese den Menschen sahen, das Krebsrisiko durch Strahlen, und eben die Biotechnologie. Hätte ein Mediziner dieses Wissen, wäre er/sie ein klasse Arzt!
Viele Grüße!
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16.08.2007, 14:27
AW: Zweitstudium Medizin?
Hallo sommerinberlin,
ich habe selbst mit 28 J. mit der Zahnmedizin angefangen. Ich bereue es keine Sekunde!
Damals habe ich mir den Kopf zerbrochen, wie das laufen soll und ob ich nicht zu alt wäre.
Wenn du es wenigstens ausprobierst, weisst du Bescheid, ob es dir liegt. Wenn nicht, dann denkst du vielleicht mit 50 J: hätte ich das doch gemacht!
Und wenn es dich reizt, mach das!!!! Dann kannst du immer noch so 30-35 Jahre in dem Beruf arbeiten, der dir Spass macht!
Kannst du vielleicht Bafög beantragen und wenn nicht, dann kann man jobben (vielleicht an der Uni, du bist ja schon Biologin!) und/oder einen Kredit aufnehmen. Vielleicht kann jemand dir unter die Arme greifen?
Gruß
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16.08.2007, 15:38Inaktiver User
AW: Zweitstudium Medizin?
Ja, aber keiner besonders guten.Hat vielleicht Jemand Erfahrung mit einem Medizin-Zweitstudium?
Welche zusätzlichen beruflichen Perspektiven erhoffst Du Dir?
Was konkret möchtest Du beruflich machen?
Viele Tätigkeitsfelder sind heute so breit gesteckt, dass ich den Nutzen noch nicht so erkennen kann.
Ich arbeite beispielsweise als rer. nat mit Doc an den exakt identischen Aufgaben.
Du kannst nicht nur die jetzigen Kosten für ein zweites Studium rechnen, sondern auch den "Verdienstausfall" und die damit entstehenden Lücken (z.B. in der privaten Altersvorsorge).
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16.08.2007, 16:00
AW: Zweitstudium Medizin?
Ich bin erschüttert, dass die Leute, die sich für alt halten, immer jünger werden ... mit Ende 20 zu ALT?! Wo leben wir denn?!
Klar, wenn man mit Ende 20 Medizin anfängt, dann ist man in der Tat für "normale" Jobs wohl etwas weit über dem Durchschnitt. Frage: warum hast du dir das nciht früher überlegt und gleich Medizin gemacht? Welche Richtung Medizin würde dich reizen? Könnte etwas aus dem Biostudium dir das Medizinstudium verkürzen? Und ... warum hast du Bio studiert, wenn du jetzt mit Mitte/Ende 20 schon "ewig" überlegst, Medizin zu studieren, wenn dich DAS schon "viele Jahre" reizt?
Wenn du mit den Konsequenzen eines äusserst spät stattfindenden Berufsstarts leben kannst: mach es!Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.
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17.08.2007, 12:31Inaktiver User
AW: Zweitstudium Medizin?
dazu gehören ein bis zum 4. Semester absolviertes oft unbezahltes 12-wöchiges Pflegepraktikum (klick) in einem Krankenhaus entweder vor dem Studium oder irgendwie in den Semesterferien, sehr hilfreich dabei sind gute Physik-, Chemie-, Griechisch- und Lateinkenntnisse. Hast du mal einen Test gemacht?
Geändert von Inaktiver User (17.08.2007 um 12:45 Uhr)
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20.08.2007, 12:02
AW: Zweitstudium Medizin?
Aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur sagen: mach es!!
Ich habe selber- nachdem ich vorher in anderen Bereichen gearbeitet habe und auch schon einmal studiert hatte (das Studium allerdings nicht abgeschlossen habe)- mit 28 angefangen Medizin zu studieren.
Da hier im Thread ja andere die Frage an Dich stellten: warum nicht früher?
Nun, bei mir war es z.B. so, das ich zwar lange Zeit den Traum hatte Ärztin zu werden- aber nicht das nötige Selbstvertrauen hatte um das Studium direkt nach dem Abi anzufangen.
Das hing einmal damit zusammen, das ich in der Schule (ausser in Bio) in den Naturwissenschaften eher sehr mau war, auch Latein (wobei das bei Medizin heute eine relativ untergeordnete Rolle spielt- Latinum ist nicht mehr, wie damals, Vorraussetzung und es gibt einen guten Termi- Kurs für alle, die in der Schule nicht in den Genuß von Latein kamen......) war eher nicht so meins.
Also sah ich meine Begabung eher bei den Sprachen- und da alle einem erzählten wie hart das Medizinstudium ist habe ich dann irgendwie den Mut verloren. Wobei man sagen muss, dass das Studium einem schon gut was abverlangt- aber absolut machbar ist mit der richtigen Motivation.
Tja, Jahre später und nach fünf Jahren im Berufsleben (unter anderem im medizinischen Bereich, wobei meine Chefs damals immer auf mich einredeten das ich doch bitte Medizin studieren soll.....) habe ich es dann gewagt.
Es war eine goldrichtige Entscheidung, auch wenn es manchmal hart war, auch finanziell.
Da ich kein Bafög bekam und neben dem Studium arbeiten teilweise kaum machbar war, haben mich zunächst meine Eltern unterstützt. Jetzt habe ich seit über einem Jahr einen Studienkredit und finanziere mich selber. So starte ich zwar mit Schulden ins Berufsleben- aber das ist es mir wert.
So ein Kredit wäre für Dich z.B. auch eine Möglichkeit, Bafög wirst Du wahrscheinlich, aufgrund des Erststudiums, ja nicht bekommen.
Leider werden Deine Scheine aus Bio Dir wohl nur das Biologie-Praktikum ersparen........groß verkürzen wirst Du also nicht können.
Zu dem was Mackie sagte: das KPP (Krankenpflegepraktikum) ist i.d.R. (also nicht nur "oft" sondern eigentlich "immer", mit seltenen Ausnahmen) unbezahlt und dauert mittlerweile 90 Tage (ich durfte noch 60 machen.....). Du kannst es auch schon vorher absolvieren- oder in den Semsterferien, denn famulieren kannst Du sowieso erst nach dem Physikum.
Physik- und Chemiekenntnisse sind bestimmt hilfreich.....aber nicht sooo essentiell, wie ich und viele Andere im Laufe der Zeit festgestellt haben. Grundwissen zum Verständnis der Biochemie und Physiologie, ja. Massives Detailwissen- auf Dauer nicht im Focus.
Griechisch und Latein finden am Rande statt- dafür gibt es den Termikurs.
Ich kann Dir nur raten, es zu tun- alleine damit Du Dich nicht den Rest Deines Lebens fragst, was gewesen wäre wenn Du es getan hättest.
Mit mir haben z.B. zwei fertige Psychologinnen und ein Pharmazeut gestartet, sowie diverse Krankenschwestern und Physiotherapeuten.
Keiner von uns hat es bereut- Alter war nie ein Problem, im Gegenteil, eher ein Vorteil!!!
Vorteil weil man oft mit den Patienten ganz anders umgeht, aufgrund von mehr Lebenserfahrung.
Vorteil auch, weil die von uns, die zuerst andere Dinge getan haben und sich dann nach langer Zeit sehr bewußt für Medizin entschieden haben, oft ganz ander motiviert waren.
Ich selber schreibe jetzt gerade meine Diss, bin scheinfrei und gehe demnächst ins PJ.
Bisher habe ich einen Zweierdurchschnitt, habe auch das Physikum mit einer 2 bestanden- Du siehst also es geht!!
Denn ich bin wirklich kein IQ- Monster.........
Also nur Mut.
Ein Forum, in dem solche Fragen auch oft diskutiert werden, findest Du bei "Medilearn". Dort gibt es einen Unterabschnitt "Oldies und Family". Schau dort mal rein......
Im Übrigen sind die Berufsaussichten, auch für ältere Absolventen, gut.
LG
Polar
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20.08.2007, 12:17
AW: Zweitstudium Medizin?
Dem muß ich, auch aus gelebter Erfahrung in den Kliniken, deutlich widersprechen.Klar, wenn man mit Ende 20 Medizin anfängt, dann ist man in der Tat für "normale" Jobs wohl etwas weit über dem Durchschnitt.
Natürlich liegt jemand, der mit Mitte 30 einsteigt, ausserhalb des Durchschnitts.
Aber zu sagen damit wären "normale" Jobs verbaut ist schlichtweg falsch.
Ich kenne diverse Leutchen, die älter als der Durchschnitt waren, als sie ihr Studium abschlossen- auch teilweise Anfang und Mitte 30- und die allesamt ganz "normale" Anstellungen als Assistenzärzte haben.
Man muss es einfach differenzierter sehen- mal ganz ab von Leistung kommt es auch auf das Fachgebiet an, für das man sich entscheidet.
Klar- in überlaufenen Gebieten wie z.B. der Pädiatrie kann es eng werden, aber das ist selbst für die "normalen" Berufsanfänger so.
Wie in allen Berufsfeldern geht es um Leistung und oft auch Kontakte, das Alter kommt oft sekundär ins Spiel.
Klar, bei uns Frauen um so mehr, da mancher Chef einen als tickende Kinderbombe ansieht- aber will man für so einen Chef dann überhaupt arbeiten??
Und was die "großen" Karrieren angeht- nun, ich kenne auch Oberärzte, die "älter" angefangen haben.
Bei Karrieren in der Medizin steht viel mehr manchmal das Geschlecht im Weg- wie in vielen Feldern sind Frauen da unterrepräsentiert, aus ganz verschiedenen Gründen.
Nur fünf Prozent der Chefärzte in D sind weiblich..............
Man muss sich also als Berufseinsteiger und als Frau ohnehin vorher klarmachen was realistisch ist, und was nicht. Ist leider so.
In so fern- der Riesenkarriere bis ganz nach oben kann ältersein und weiblich sein im Weg stehen, das ist richtig.
ABER: dem normalen Job als Assistenzarzt steht das Alter nicht im Weg.
Ich- und auch die oben erwähnten anderen "Älteren"- habe zum Beispiel während Famulaturen mehr als einmal schon den Wink mit dem Zaunpfahl bekommen, das ich nach einem PJ auf der jeweiligen Station sehr wohl gerne auch in Frage käme um dort die Weiterbildung anzufangen.
Das hat bei der Entscheidung für mein Wahlfach im PJ regelrecht zu Konflikten in mir geführt- weil ich mich in dem Moment schon für oder gegen bestimmte Optionen entscheiden musste.
Es ist also aus meiner Erfahrung heraus deutlich nicht so, das einem mit älterem Antrittsalter der "normale" Berufseinstieg verbaut wäre.
Und noch was zu den "Tests" die von Mackie oben erwähnt wurden....auf den Seiten des UKE (also der Universitätsklinik hier in HH) gibt es so einen...........aber die sollte man (genau wie auch den neuen Test für Studieneinsteiger, der einem Pluspunkte für die Platzvergabe bringt, wenn man gut abschneidet) relativ sehen.
Klar werden dort auf der einen Seite Dinge abgefragt, die im Studium eine Rolle spielen.
ABER: ich und Studienkollegen haben die Tests mal aus Jux gemacht.......und wenn es nach denen ginge, hätten wir das mit dem Studium vielleicht eher lassen sollen *hüstel*.
War lustig denn alle von uns haben das Studium so gut wie hinter uns und es gut geschafft.........also diese Tests mit Vorsicht genießen.
Wenn Du dort gut abschneidest ist es mit Sicherheit ein Plus- wenn nicht, heißt es noch lange nicht, das Du das Studium nicht packst!!!Geändert von polar (20.08.2007 um 12:23 Uhr)
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21.08.2007, 12:32Inaktiver User
AW: Zweitstudium Medizin?
Das Praktikum ist übrigens hart. Mein Sohn macht es gerade, er hat noch 8 Wochen vor sich, dann beginnt das 3. Semester und somit war das die letzte Möglichkeit, es zu machen. Die Oberschwester ist so unglaublich zickig und nutzt ihn nach Strich und Faden aus...
Geändert von Inaktiver User (21.08.2007 um 12:37 Uhr)
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21.08.2007, 15:51
AW: Zweitstudium Medizin?
Dann sollte er die Sation wechseln.
Zitat von Inaktiver User
Ich fand das Praktikum damals nicht weiter schlimm- aber mit einer üblen Dragonerfrau im Rücken kann es natürlich bitter werden.
Wie das Praktikum für den jeweiligen ist hängt wirklich sehr von der Station ab- manche haben sich zu Tode gelangweilt, Andere viel gelernt......ich wurde, aufgrund meiner Ausbildung, ganz normal eingesetzt und habe eigene Zimmer betreut.
Hart wird es, wie gesagt, vor allem dann, wenn man auf einer mistigen Station ist.
Aber dann heißt es: gerade machen, man ist ja erwachsen- Station wechseln.


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