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Thema: Bestechung?

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    Frage Bestechung?

    Hallo an alle!

    Ich bin im Moment ziemlich verwirrt und hoffe, dass Ihr mir ein paar Ratschläge, oder einfach ein paar Gedanken zur Beurteilung der Situation geben könnt...

    Ich habe vor kurzem eine Hausarbeit bei einer Professorin geschrieben, bei der ich - wie sie auch wusste - gerne die Abschlussprüfung machen wollte. Die Hausarbeit wurde mit "sehr gut" bewertet und ein Termin zur Absprache der noch zu schreibenden letzten Hausarbeit und zu den Prüfungsthemen vereinbart.

    Bei dem Treffen war sie sehr nett und lies "ganz zufällig" die Bemerkung fallen, dass ihr letztes Buch ja so wenig Beachtung fände, ich ja aber als freie Journalistin tätig sei und sie mir doch mal ein Rezensionsexemplar zuschicken könnte.
    Naja, ich habe in der Situation erst mal nicht wirklich klar denken können und gesagt, sie könne es mir ja schicken, was sie auch tat

    So, und jetzt mein Dilemma: ich bin mir nicht sicher, dass sie mich absichtlich in eine unangenehme Situation bringen wollte, frage mich aber, wie genau ich mich nun verhalten soll.

    Die Möglichkeiten, die ich momentan sehe:

    1.) Ich erkläre ihr, dass ich mich unwohl fühle und lieber erst die Prüfung machen würde - Das könnte allerdings zur Folge haben, dass sie glaubt, ich mag ihr Buch nicht und mich in der Prüfung schlecht bewertet. Außerdem müsste sie dann noch mindestens ein halbes Jahr auf ihre Rezension warten...

    2.) Ich schreibe die Rezension, lasse mich dann von ihr prüfen - und fühle mich, als hätte eine Bestechung stattgefunden.

    Das Problem ist zum einen, dass ich ja jetzt schon unsicher bin, ob sie meine Hausarbeit mit einer gewissen Absicht mit "sehr gut" bewertet hat. Und zum anderen, dass ich mich auch frage, ob allein die - ja auch nachprüfbare und beweisbare - Tatsache, dass ich zunächst ihr Buch rezensiere und mich dann von ihr prüfen lasse, nicht im Endeffekt dazu führen könnte, dass mir irgendwann mal mein Abschluss wieder aberkannt wird

    Aber vielleicht denke ich im Moment einfach etwas wirr? Würde mir sehr helfen, ein paar Meinungen von Euch zu hören!

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    AW: Bestechung?

    Oje, die armen Professoren nagen am Hungertuch und müssen nebenher noch Bücher schreiben... man reiche mir das Handtuch.

    Ich würde eines machen: gar nichts... "Delay is the dealiest form of deny". Den Hinweis auf das Buch im Rahmen der Prüfung ist schon ein faux-pas - allerdings ist nicht klar, ob sie einfach ihre Gedanken in Form des Buches verbreiten möchte oder dreist ihre Einkommen in Form des Buches verbreitetern möchte.
    An eine absichtlichte Note glaube ich nicht, da tippe eher, dass sie bei Dir gute Chancen dür eine anerkannte Bewertung sieht. Dennoch, es gehört sich nicht, denn sie setzt Dich dabei unter Druck. Eine offene Konfrontation würde ich aber aus dem Weg gehen, sondern das Ganze ins Leere laufen lassen...

    Gruß, fcl
    What happens in Vegas, stays on Facebook!

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    AW: Bestechung?

    Upps, da hat aber deine Dozentin nicht gut nachgedacht (oder sie ist wirklich ganz arglos und der Gedanke mit der Bestechung kommt ihr gar nicht)
    Sie ist ja umgekehrt auch in einer doofen Situation: gibt sie dir eine schlechte Note, bevor du das Buch besprochen hast, so kannst du danach ihr Buch verreißen.

    Ich würde sie einfach darauf ansprechen. Schau mal in das Buch rein, vielleicht gefällt es dir ja wirklich. Dann kannst du ohne falsche Heuchelei ihr sagen, dass du das Buch magst und eine Rezension schreiben wirst, sobald die Prüfung vorbei ist.
    Wenn du das Buch ganz schrecklich findest, dann sag halt gar nichts. Auf keinen Fall vorher eine schleimig gute Besprechung schreiben. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie das im Sinn hat.

    Kottan
    : "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
    Elvira: "Gar koan Fehler?"
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  4. Inaktiver User

    AW: Bestechung?

    Ich würde auf jeden Fall mal in das Buch reinschauen - die Bücher des Profs sind doch auf jeden Fall Pflichtlektüre, oder nicht ?

    Ansonsten kannst Du Dich ja ihr gegenüber - entweder wirklich begeistert oder auch nur höflich-anerkennend - kurz über das Buch äußern und im Notfall auch zu einer kleinen Notlüge greifen:

    Sag doch einfach, dass die Redaktion(en), für die Du normalerweise schreibst, wissen, dass Du bei dieser Professorin studierst und dass die abgewunken haben, als Du das Buch vorgeschlagen hast, weil man dort fürchtet, Du könntest das Buch nicht neutral beurteilen. Die meisten Medien wollen sich doch nicht vorwerfen lassen, dass sie nicht objektiv seien . Sag ihr daher einfach, dass Du mit Deiner Redaktion vereinbart hast, dass Du das Buch erst nach dem Examen besprechen kannst

    Viel Glück für Deine Arbeiten!

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    AW: Bestechung?

    Vielen, vielen Dank für Eure Antworten!

    @fcl
    Einfach durch Abwarten werde ich das Problem leider nicht lösen können, denn sie wird mich garantiert darauf ansprechen


    @Kappuziner & Frühlingsfrau
    Ich habe mir das Buch natürlich schon angesehen und finde es auch wirklich gut, hätte also insofern gar keine Bedenken. Aber Ihr habt mich jetzt restlos überzeugt, erst noch einmal mit ihr zu sprechen und die Rezension zu verschieben.

    Ich war vorher vor allem wegen des diffusen Gefühls, sie könnte mich ganz bewusst unter Druck setzen, so verunsichert. Aber möglicherweise war sie sich ja der Wirkung ihrer Bitte gar nicht bewusst.

    @Frühlingsfrau
    Die Idee mit dem Verweis auf die Redaktionen hatte ich so ähnlich auch schon; ich werde wohl noch einmal genau überlegen, ob es mehr Sinn macht, ihr ehrlich einzugestehen, dass ich mich unwohl fühle, oder aber ihr zu versichern, dass ich das Buch gut finde, es aber von Redaktionsseite gerade nicht passt.

    Puuuhhhh, dämliche Situation...

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    AW: Bestechung?

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sich der Wirkung ihrer Worte nicht bewußt war.
    Es zeigt vielmehr nur, dass sie dich nicht als "normale" Studentin, sondern mehr als ebenbürtige Gesprächspartnerin ansieht. In der akademischen Welt besprechen andauernd Kollegen (und sogar Freunde) die Arbeiten der anderen, da wird kein Getue drum gemacht. Das sind eben die einzigen anderen Experten in dem Feld.
    Ich nehme an, ihr war einfach in dem Moment nicht bewußt, dass das in Zeitungsredaktionen eben anders zugeht.

    Kottan
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