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  1. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit alternativen Schulformen

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Ich stelle eine andere gewagte Hypothese aufgrund Erfahrungswissen auf:
    Private Schulen sind das Sammelbecken der verhaltensauffälligen* Kinder von Menschen, die genügend Geld haben, um ihren Kindern dort ihre gesamte Schullaufbahn bestreiten zu lassen.
    Eine Freundin hat viele Jahre an einer Waldorfschule Religion unterrichtet und genau das auch oft erzählt.


    Hier am Ort macht höchstens ein Viertel des Jahrgangs der Waldorfschule am Ende das Abitur. Das muss an einer staatlichen Schule abgelegt werden. Die, die antreten, bestehen aber in der Regel mit guten bis sehr guten Ergebnissen.

  2. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit alternativen Schulformen

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    .

    Wenn ich heute noch einmal Schüler wäre, würde ich gerne eine Mischung aus Gymnasium und Waldorfschule haben. Mir gefällt an der W-Schule, dass die Schüler auch schmieden, Holz und Steine bearbeiten und nähen lernen. Ansonsten bin ich der W-Schule gegenüber skeptisch wegen den Epochen.

    luci
    Weshalb bist du wegen der Epochen skpetisch, luci?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mit dem Wissen und der Erfahrung von heute, würde ich meine Kinder und Enkel auf gar keinen Fall mehr auf
    "normale" Schulen schicken. Ich würde versuchen, eine zum jeweiligen Kind passende Alternativschule zu finden.
    Wenn die dann gut erreichbar sind. Das ist ja auch noch so ein Problem.

  3. User Info Menu

    AW: Erfahrungen mit alternativen Schulformen

    Ich kenne die hiesige Waldorfschule recht gut, die ist ziemlich "undogmatisch" - und die Sache mit den eher schwierigen Kindern stimmt für diese insofern, als dass sie in den sog. Kleinklassen einige Schüler mit schwierigen Verhaltensweisen haben. Allerdings, das weiß ich nun auch, handelt es sich hier fast ausnahmslos um Kinder, die nach Inobhutnahme in Pflegefamilien leben. So ein Werdegang bleibt nicht ohne Folgen, man kann nur versuchen, es abzumildern, und die hiesige Schule für soziale und emotionale Entwicklung ist eine Katastrophe. Das wäre die Alternative, und da würde ich kein Kind hinschicken. Never ever.

    Persönlich bin ich der Meinung - es gibt keine Schule, an der es keine Probleme gibt. Finde ich auch nicht schlimm, nur will ich von der Schule wissen, wie sie mit solchen Dingen (Mobbing, Drogen, Gewalt) umgeht. Offener Umgang ist mir lieber als "An unserer Schule ist alles Bluna." "

  4. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit alternativen Schulformen

    Meine Grundschule war eine Montessorischule. Die war nur eine Straße weiter, meine Eltern haben die also nicht aus irgendwelchen "ideologischen" Gründen gewählt Aber sie war das beste, was mir passieren konnte.
    Montessori ist aber nicht wirklich mit Waldorf vergleichbar, hinter Montessori steht ein echtes, pädagogisches Konzept, und kein esoterisches Gewäsch.
    "Hilf mir, es selbst zu tun", ist das Motto - man lernt alles (und mehr), was in einer Regelschule auch gelehrt wird, aber man wird motiviert, sich selbst an Themen heranzuwagen (in den Klassenräumen liegen jede Menge Materialien raus, die man in der sogenannten "Freiarbeit" bearbeiten kann). Ein paar Stunden täglich werden Basics wie Rechnen, Schreiben usw. "am runden Tisch" gelehrt.
    Ich bin daraufhin auf ein normales, städtisches Gymnasium gewechselt und war eine der besten Schülerinnen. In der Pubertät hatte ich einen kleinen Durchhänger , aber Abi war ok und das Studium auch.

    Dass meine Mitschüler irgendwie schlechter waren, kann ich nicht bestätigen. Es waren meist Kinder von mittelständischen Eltern, die aber aus der ganzen Stadt hergekarrt wurden.

    Ich hätte auch auf ein Montessori-Gymmasium gehen können, das war aber am anderen Ende der Stadt, war mir zu weit für täglich Busfahren
    Geändert von Inaktiver User (03.09.2021 um 09:34 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit alternativen Schulformen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dass meine Mitschüler irgendwie der Abschaum des Universums waren, kann ich nicht bestätigen.
    Leider macht diese Bemerkung die ansonsten positive Wirkung deines Berichtes völlig zunichte.

    Verhaltensauffällige Kinder (von denen nach Meinung mancher User auffällig viele auf alternative Schulen gehen) sind nicht "der Abschaum des Universums".

    Diese Formulierung ist absolut daneben.

  6. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit alternativen Schulformen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Leider macht diese Bemerkung die ansonsten positive Wirkung deines Berichtes völlig zunichte.

    Verhaltensauffällige Kinder (von denen nach Meinung mancher User auffällig viele auf alternative Schulen gehen) sind nicht "der Abschaum des Universums".

    Diese Formulierung ist absolut daneben.
    Ich habs geändert.

  7. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit alternativen Schulformen

    Danke Euch allen für Eure Antworten. Das ist sehr hilfreich für mich. Von Montessori weiß ich zum Beispiel fast gar nichts.

  8. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit alternativen Schulformen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Danke Euch allen für Eure Antworten. Das ist sehr hilfreich für mich. Von Montessori weiß ich zum Beispiel fast gar nichts.
    Es gibt sogar einen Film über Maria Montessori. Außerdem gibt es sehr viel Material über die Schulform im Internet, inklusive Youtube-Videos.

  9. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit alternativen Schulformen

    Wir haben im Ort einen ganzen Haufen verschiedener Schulformen vor der Haustür. Am Ende muss die Schule zum Kind passen. In der Grundschule muss man das sogar noch enger fassen: die Lehrerin muss zum Kind passen.

    Waldorf kam für uns wegen der Ideologie dahinter nie in Frage, auch wenn ich einzelne Aspekte der Schulen (künstlerisches, handwerkliches) toll fand. Aber ich war nie bereit, für die positiven Punkte über die Ideologie hinwegzusehen.

    Montessori finde ich vom Konzept her immer super. Ich könnte mir das für unser großes Kind auch vorstellen (das lernt sehr selbständig), beim Kleinen bin ich mir nicht sicher, dass es nicht einfach die ganze Zeit aus dem Fenster guckt ;-) Wir hätten hier sogar die Möglichkeit, von der Kita bis zum Abitur Montessorischulen zu besuchen, haben uns aber, trotz tollem Konzept, dagegen entschieden. Vor allem der anderen Eltern wegen. Auf den Montossorigrundschule sind hier leider recht viele Kinder, deren Eltern "alles, aber keine Regelschule" vertreten. So die Sorte, die unbedingt unglaublich individuell und anders sein müssen nur um des Individuellseins wegen. Denen war auch egal, ob Waldorf oder Montessori, obwohl da völlig unterschiedliche Konzepte dahinstecken. Das war mir, ehrlich gesagt, aus Elternsicht einfach zu anstrengend.
    Im Vergleich merkt man auf der Grundschule aber letztendlich keinen so großen Unterschied. Auch in der Regelschule gibt es einiges an Freiarbeitszeiten und auch die Montessorikids müssen den Stoff irgendwann können. Am Ende steht und fällt es in der Grundschule sowieso mit der Klassenlehrerin.

    In der weiterführenden Schule ist etwas problematisch, dass die Alternativschulen hier einen gewissen Anteil an schwachen Schülern zahlungskräftiger Eltern anziehen und sie zum Abitur schleifen. Eine weiterführende Montessorischule mit einem großen Anteil leistungsstarker oder zumindest -williger Schüler stelle ich mir toll vor. Da könnte man theoretisch mit dem Konzept richtig was reissen und eine superinteressante Schulzeit draus machen. In der Praxis wurden hier aber die leistungsstärkeren als Streber gemobbt. Das gilt sicher nicht für alle Schulen, war hier aber den Fall.

    Ein paar Orte weiter wird gerade eine freie Schule gegründet. Tolles, engagiertes Konzept, aber auch da problematische Elternschaft, Strukturen, die nicht zuverlässig ausschließen, dass Querdenker u.ä. an relevanten Positionen sitzen.

    Recht zuverlässig gut sind hier die kirchlichen Schulen und die Montessorischulen "im staatlichen Mantel", d.h. staatlicher Lehrplan, Zeugnisse und Zensuren, aber innerhalb dieses Rahmens möglichst weit in Richung Montessori: Jahrgangsübergreifender Unterricht, viel freie Arbeitszeit und Selbstorganisation, Montessorimaterial, Lehrer mit entsprechender Ausbildung.

  10. User Info Menu

    AW: Erfahrungen mit alternativen Schulformen

    Hier bei uns gibt es diverse Privatschulen und eine staatliche Schule im Villenviertel. All diese Schulen sind sehr beliebt bei allen Eltern aus dem (Bildungs-)Bürgertum, zumindest im Grundschulalter und die Eltern setzen alles daran, dass ihre Kinder nicht in die Einzugsschule im Nicht-Villenviertel gehen müssen.

    Mit dem Eintritt ins Gymnasium sind dann die staatlichen Schulen, auch im Einzugsbereich, wieder attraktiv.

    Um es klar zu sagen: Ich bin überzeugt, es geht zu 90 % um soziale Distinktion und Angst der Eltern davor, dass das eigene Kind zu viel Kontakt mit Kindern aus geflüchteten Familien und mit bildungsfernem Hintergrund haben könnte.

    Ich fand es teilweise schade, weil damit Parallelwelten entstehen und meine Tochter sehr viele Freundschaften hat in der Umgebung, von denen aber niemand auf ihre Einzugsgrundschule ging. Inzwischen ist sie auf dem Gymnasium und ich bin teilweise sehr erstaunt über die Umgangsformen der europäisch-bildungsbürgerlichen Kinder (insbesondere Jungs) und wünsche mir hin und wieder die Atmosphäre aus unserer Grundschulklasse mit mind. 50 % Kindern aus Familien mit arabischem Hintergrund und 20 % Kindern aus Flüchtlingsfamilien zurück.

    Leistungsmäßig war meine Tochter in der Grundschule sicher auch aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen an der Spitze - aber auch in der jetzigen Schule scheint sie sehr gut zurechtzukommen. Wir sehen bisher keine Defizite oder Lernrückstände gegenüber den anderen Kindern aus Privatschulen, Villen-Grundschule, etc.

    Was mein Kind an sozialer Kompetenz gelernt hat durch die Selbständigkeit, von der ersten Klasse an allein zur Schule zu gehen, sich bald auch allein mit Schulfreunden in der Gegend verabreden zu können und zu erfahren, dass es ein Leben außerhalb der bildungsbürgerlichen, deutschen Heile-Welt-Blase gibt, ist unersetzlich.

    Mir ist (auch formale) Bildung wirklich sehr wichtig, aber was an sozialer Segregation in einigen Städten vor sich geht und mit angeblichem Bildungsinteresse legitimiert wird, macht mir Angst - gesamtgesellschaftlich, aber auch ganz persönlich für meine Kinder. Unsere Vierjährigen werden definitiv auf die Einzugsschule gehen, auf der die Große war, auch wenn wir dann wieder das Problem haben, dass alle Freunde (die sie von Hof, Spielplatz und Hobby kenne) irgendwo anders beschult werden.

    Wobei ich dabei natürlich einschränke, dass es sicher auch scheußliche staatliche Grundschulen mit unmotivierten Lehrern, veralteten Konzepten, etc. gibt. Wir haben ein sehr junges Kollegium, mit regelmäßigen Fortbildungen in Richtung Montessori, gewaltfreie Kommunikation, etc., jahrgangsübergreifendes Lernen mit Lernplänen ab der ersten Klasse, Schülermediation inkl. Kursen ab der 4. Klasse. Das wäre also vielleicht ein Tipp, noch mal ganz genau die staatlichen Grundschulen nach diesen Aspekten anzuschauen.
    Geändert von Halina (04.09.2021 um 11:32 Uhr)

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