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    AW: Promotion mit psychischen Problemen?

    Dann erweitere ich meinen Hinweis, dass man immer ausschließlich beim Lehrstuhlinhaber promovieren sollte. Bisher hab ich das als gegeben angesehen, aber scheinbar gibt es Fachkulturen, wo es abweichende Regelungen gibt, wenn genügend Habilitierte vor Ort sind...

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    AW: Promotion mit psychischen Problemen?

    Zitat Zitat von nobody72 Beitrag anzeigen
    Dann erweitere ich meinen Hinweis, dass man immer ausschließlich beim Lehrstuhlinhaber promovieren sollte. Bisher hab ich das als gegeben angesehen, aber scheinbar gibt es Fachkulturen, wo es abweichende Regelungen gibt, wenn genügend Habilitierte vor Ort sind...
    Das kann man sich ja nicht immer so aussuchen . Vor allem, wenn die Konkurrenz groß ist.
    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

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  3. Moderation

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    AW: Promotion mit psychischen Problemen?

    Zitat Zitat von nobody72 Beitrag anzeigen
    Dann erweitere ich meinen Hinweis, dass man immer ausschließlich beim Lehrstuhlinhaber promovieren sollte. Bisher hab ich das als gegeben angesehen, aber scheinbar gibt es Fachkulturen, wo es abweichende Regelungen gibt, wenn genügend Habilitierte vor Ort sind...
    Ich gebe zu bedenken, dass der Lehrstuhlinhaber in der Regel am meisten zu tun hat und froh ist über "Selbstläufer", die wenig bis keine Arbeit machen, wenig bis nichts kosten, aber idealerweise Resultate produzieren. Soll heißen: Externe Promovierende ohne Stelle werden gern angenommen, denn der Mehrwert (Renommee als Doktorvater/-mutter, Forschungsergebnisse, Einfluss...) ist gegeben. Inwiefern dann allerdings tatsächlich eine aktive und engagierte Betreuung und Begleitung der Arbeit stattfindet, ist unklar.
    Die Betreuung durch jemanden aus den Reihen der PDs, für den*die das nicht eine lästige Aufgabe von vielen ist, kann sehr fruchtbar sein. Oft werden derzeit auch Kommissionen oder Teams zur Betreuung gebildet, das ist in meinen Augen ein interessantes Modell, gerade auch die Annäherung an den angelsächsischen Modus, dass man eine Person hat, die die Arbeit betreut und coacht und andere, die sie bewerten. Ansonsten kann es zu der unbefriedigenden Situation kommen, dass die Betreuungsperson, sagt, was man schreiben soll, damit sie es gut bewerten kann.

    Möglicherweise, No_Twist, ist es ratsam, sich unter den (ehemaligen) Promovierenden und ggf. auch Studienabsolventen (Masterarbeiten) umzuhören, wie die Erfahrungen sind und ob sie diese Betreuungsperson und den Lehrstuhl als Umfeld empfehlen würden. Man kann sich ggf. auch als Gasthörerin in Veranstaltungen (auch Kolloquien, Tagungen) setzen, um einen Eindruck vom Umfeld und Umgang zu bekommen.

    Promotionsprogramme und ggf. in diesem Rahmen auch Promotionsvereinbarungen wurden in den Geisteswissenschaften nicht zuletzt auch mit dem Ziel geschaffen, das Verhältnis von Promovierenden und Betreuenden stärker zu instituionalisieren und einen klareren Rahmen zu schaffen, in dem die Betreuung und die Zusammenarbeit geregelt ist.
    Darin steht z.B. dass man sich mindestens ein oder zwei Mal pro Semester mit der Betreuungsperson trifft, dass die Promovierenden die Gelegenheit haben sollen, in Kolloquien die Arbeit vorzustellen, dass es zu bestimmten Dingen Feedback geben soll usw.
    Leider kann es sonst vorkommen, dass so etwas gar nicht stattfindet und dass die "Betreuung" so aussieht, dass man irgendwann sich anmeldet, dann nach ein paar qualreichen Jahren im stillen Kämmerlein das Manuskript einreicht, das die Betreuungsperson fürs Rigorosum mit Glück in der Nacht zuvor kursorisch gelesen hat, um dann die Fragen zu stellen, die sie immer stellt.

    Zur Ausgangsfrage: Eine Promotion kann an die Substanz gehen. Darüber sollte man sich im Vorhinein im Klaren sein.

    Diese Befürchtung hier, bzw. dieser Mechanismus:
    Zitat Zitat von No_Twist Beitrag anzeigen
    Ich befürchte, daran zu scheitern und wenn das mit meiner psychischen Beeinträchtigung zusammenhängt, verliere ich mich im Selbstmitleid und verdamme mich selbst. Das ist einfach mein Problem.
    war in meinem Umfeld zu Promotionszeiten allgegenwärtig.
    Es erfordert einiges an Resilienz und Durchhaltevermögen, weiterzumachen, man muss mit Rückschlägen umgehen können, es ist ein kompetitives Umfeld, irgendwann sitzt jeder mal in einem Loch und ist überzeugt, überhaupt nichts zu können und dass die eigene Arbeit einfach nur sinnlos, dumm und außerdem schlecht geschrieben ist.

    Daher wäre ich mit diesem - wenn auch augenzwinkernd vorgebrachtem Gedanken - sehr vorsichtig:

    Zitat Zitat von No_Twist Beitrag anzeigen
    starsandstripes, danke auch dir. Ja, ich weiß zumindest, dass ich dann wieder vollkommen sinnerfüllt wäre. Und ich hab es mir eben aus rationalen Gründen verboten und das nagt.
    Gerade in den Geisteswissenschaften ist die Arbeit oft eine sehr Persönliche, dahingehend dass die eigentliche Arbeit die Interpretation und die Argumentation ist, abhängig von Methode, Modell und Forschungshintergrund, wobei die "harten Fakten" eher sekundär sind (falls es sie überhaupt gibt ). Diejenige, die all das gewährleisten, zusammenbringen und bewerkstelligen muss (Interpretation, Argumentation, Methode, Modell, Hintergrund), bist du. Du musst deine Schneise schlagen und du musst es so tun, dass es klar und nachvollziehbar und relevant und interessant ist.
    Das kann ein großes Glück sein und man zehrt von Momenten des Höhenflugs, wenn sich etwas zusammenfügt - oft wird man aber von Selbstzweifeln angefressen und taumelt von Sackgasse zu Sackgasse. Und da das so eine eigene, persönliche Arbeit ist, nagen die Selbstzweifel schnell sehr tief.

    Psychische Probleme sind unter Promovierenden nicht selten, möglicherweise werden sie auch durch die Promotion bedingt.
    Selbstreflexion, Achtsamkeit, Abgeklärtheit und vielleicht auch eine therapeutische Begleitung schaffen günstige Voraussetzung.

    Denn jetzt kommt nach der ganzen Negativität das große ABER:
    Promovieren ist auch toll. Es kann sehr befriedigend sein, es gibt eine große Freiheit der Arbeit, viele Möglichkeiten und die Chance, eigene Interessen intensiv zu verfolgen.
    Und ich finde, deine Voraussetzungen sind nicht schlecht.
    Du willst nebenberuflich promovieren, für dich hängt nicht wohl und wehe des beruflichen Werdegangs davon ab (es tut mir leid, wenn du jetzt 34 bist und noch promovieren musst, bist du zu alt für jede reguläre Professur, das schriebst du selbst), du musst dich nicht in die Grabenkämpfe und Schlammschlachten der Academia begeben, du brauchst nicht mitmachen beim Ringen um (Geld)Mittel, Macht und Renommee.
    Du kannst dir Zeit lassen!
    Es ist ein Projekt, das du für dich unternimmst und das dir am Herzen liegt.
    Das ist super.
    Unter diesen Voraussetzungen würde ich mich erkundigen, Kontakt aufnehmen und die Sache wagen.

    Und wenn letztendlich kein Buch daraus wird, kann man das Manuskript auch in die Schublade legen und vielleicht in 5, 10, 20 Jahren nochmal weitermachen (im Ruhestand ). Man kann auch entscheiden, dass es nie ein Buch werden wird, und die erreichten Ergebnisse als Aufsätze publizieren. Da bist du ja ganz frei.

    Viel Erfolg!
    Geändert von lunete (24.06.2020 um 23:02 Uhr)

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    AW: Promotion mit psychischen Problemen?

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Den Doktor bekommt man nicht für's Forschen (das kann jeder), sondern für's Durchkämpfen und fertig machen. Insbesondere der letzte Teil (fertig machen, Deckel drauf, oft gegen jede Menge Widerstände) ist aus meiner Sicht und Erfahrung der entscheidende. Traust du dir zu, vehement für dich einzustehen? Dann los.
    Ich möchte das auch noch mal bekräftigen.
    Es spricht nichts dagegen, es zu versuchen. Man sollte sich nur gewahr sein, dass es in der Tat das Durchkämpfen ist, was letztendlich entscheidend ist. Den inhaltlichen Teil kann jeder mit dem entsprechenden Abschluss, anstrengender in jeder Hinsicht ist wirklich das Dranbleiben & Durchziehen (auch gegen Widerstand, war bei mir auch z. T. so. Nicht so krass wir bei Kara Thrace. Kenne aber auch solche Fälle.

    Frage zusätzlich: Bedenke, dass du in dein Thema sehr wahrscheinlich eintauchst, Tag und Nacht dran denkst, davon träumst. Kann man bei der Themenwahl ggf berücksichtigen...

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    AW: Promotion mit psychischen Problemen?

    Hast du denn schon ein konkreteres Thema, bzw. eine "Lücke", die du bearbeiten willst, NoTwist?

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