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    Azubis arbeiten regelmäßig über 40 Wochenstunden

    Hallo und einen sonnigen Sonntag

    Bei uns gibt es minderjährige Azubis, deren Vertrag über 40 Wochenstunden läuft. Allerdings sind sie alle regelmäßig über 40 Stunden auf Arbeit und das an 6 Tagen pro Woche. An einem festen Tag finden regelmäßig Mitarbeiterschulungen statt und dadurch sind sie seit 8 Uhr morgens im Büro und erst 22 Uhr zu Hause. Am nächsten Tag geht es früh regulär um 8 für sie wieder los. Auch wenn sie Berufsschule haben, müssen sie samstags auf Arbeit und teilweise selbst sonntags an betrieblichen Seminaren teilnehmen. Das sind keine Ausnahmen, das ist die Regel und es gibt keinen Freizeitausgleich.

    Ich betreue die Jungs und Mädels in bestimmten organisatorischen Dingen. Ich habe einzeln mit ihnen gesprochen, nach den Arbeitsstunden gefragt und auf das Jugendarbeitsschutzgesetz verwiesen. Stets bekam ich die Aussage, dass die Stunden ja nicht aufgeschrieben würden, es niemand nachprüfen könne und sie hätten ja Spaß an der Arbeit. Spätestens hier wurden die Stimmen unsicher, aber es würde sich natürlich niemand wagen, etwas gegen den Chef zu sagen.

    Auch den Chef habe ich bereits angesprochen. Eine Azubi wollte einen Tag Urlaub nehmen und ich wollte erreichen, dass sie den Tag geschenkt bekommt und damit quasi ein paar ihrer unzähligen Mehrstunden absetzen kann. Das mit den Mehrstunden fand der Chef überhaupt nicht witzig, die Azubis sollen schließlich was lernen.

    Ich finde das alles weder rechtens noch in Ordnung. Es geht um ca. 50 Wochenstunden. Wie kann ich den Azubis helfen, wohin kann ich mich wenden?

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    AW: Azubis arbeiten regelmäßig über 40 Wochenstunden

    Hm. Teilnahme an betrieblichen Schulungen zusätzlich zur Berufsschule, an eigentlich freien Tagen finde ich nicht ungewöhnlich.

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    AW: Azubis arbeiten regelmäßig über 40 Wochenstunden

    Sasapi, die Azubis sind aber minderjährig.

    @Frustlieschen: das Allerbeste wäre ja, einen Betriebsrat zu gründen mit einer Jugendvertretung. Denn jede Überstunde ist mitbestimmungspflichtig. Der BR müsste natürlich Biss haben und nicht vom Arbeitgeber „gekauft“ sein.
    Als kurzfristige Lösung fällt mir nur ein, dass die Azubis die Überstunden verweigern. Als Azubis genießen sie einen besonderen Kündigungsschutz, einfach feuern geht nicht.
    Und selbst wenn Cheffe das versuchen würde, geht es ja nicht ohne Begründung. Und was soll er da begründen? Der minderjährige Azubi verweigert die 7. Überstunde? Dazu müssten dann aber die Azubis den Biss haben. Nicht einfach, das alles. Denn wo kein Kläger, da kein Richter.
    Und wieso sollte Cheffe was ändern? Läuft doch. Für ihn.

    Ich finde das super, dass du dich für die Azubis einsetzt.

  4. Moderation

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    AW: Azubis arbeiten regelmäßig über 40 Wochenstunden

    Der Betrieb scheint sich insgesamt gut um die Auszubildenden und ihre Ausbildung zu kümmern. Ich verstehe es nicht so, dass die Auszubildenden mit fachfremden Arbeiten ausgenutzt werden, sondern dass die "Überstunden" auf zusätzlichen Schulungen beruhen, die zur normalen Arbeitszeit plus Berufsschule dazu kommen.

    Sprich arbeiten tun sie normal und der Betrieb fördert sie zusätzlich durch Schulungen - die absolvieren sie quasi in ihrer Freizeit (mit dem Vorteil, dass sie in der Zeit versichert sind).

    Ich finde es toll, dass die Auszubildenden das als Chance begreifen und offenbar Spaß an ihrer Arbeit haben.
    Ich würde sie in dieser Freude an der Arbeit unterstützen.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  5. Moderation

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    AW: Azubis arbeiten regelmäßig über 40 Wochenstunden

    Nun die Überstunden beruhen auf betrieblichen Schulungen.
    Das macht für mich einen wesentlichen Unterschied, denn die Schulungen bringen die Auszubildenden vermutlich weiter.

    Ohne diese zusätzlichen Schulungen hätten sie zwar die gesetzliche Arbeitszeit, aber eben auch deutlich weniger Kenntnisse. Und warum sollte der Chef sie weniger Arbeiten lassen um ihnen die Zeit für die zusätzlichen Schulungen zu ermöglichen.

    Ganz anders würde ich es sehen, wenn die Auszubildenden Samstags kommen müssten um die Flure zu wischen, das Lager aufzuräumen oder Arbeitsengpässe beim Personal dauerhaft zu überbrücken.


    Werden die Azubis bei euch normalerweise übernommen?
    Lernen sie etwas nützliches in den betrieblichen Schulungen?
    Geändert von Promethea71 (11.03.2018 um 12:23 Uhr)
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  6. gesperrt

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    AW: Azubis arbeiten regelmäßig über 40 Wochenstunden

    eine 6 tage woche mit 50 stunden ist trotzdem nicht in ordnung
    und das der berufsschultag samstags ausgeglichen werden muß mit arbeit, ebenfalls nicht
    schulungen schoen und gut, aber das die minderjaehrige 12 stunden im betrieb sind, das kann es auch nicht sein...

  7. Moderation

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    AW: Azubis arbeiten regelmäßig über 40 Wochenstunden

    Darf ich fragen welche Branche?
    Wie viele Stunden entfallen jede Woche auf Arbeit, Schule, betriebliche Schulungen?
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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    AW: Azubis arbeiten regelmäßig über 40 Wochenstunden

    Ich gebe mal ein Beispiel:

    Meine Tochter hat zwei Berufsschultage in der Woche, beide Tage bis 14 Uhr, also freigestellt von der Arbeit im Betrieb nach der Schule. Zusätzlich hat sie zwei freie Tage in der Woche ( einmal im Monat ein Wochenende). Bleiben drei Tage im Betrieb.
    Bei ihr finden überbetriebliche Schulungen auch an den freien Tagen bzw. nach der Berufsschule statt.

    Damit hat noch nicht mal die NGG ein Problem.

    Tochter ist erst seit kurzer Zeit 18. Für die Minderjährigen gilt das Gleiche.

  9. Moderation

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    AW: Azubis arbeiten regelmäßig über 40 Wochenstunden

    Zitat Zitat von ereS Beitrag anzeigen
    eine 6 tage woche mit 50 stunden ist trotzdem nicht in ordnung
    Vermutlich nicht.
    Ich würde an Frustlieschens Stelle die Strategie fahren, daß bitte die Rechtsabteilung oder eine vergleichbare Stelle mir bestätigen soll ob (und wenn ja, warum) das OK ist -- denn wenn nicht, kommen wir alle in Teufels Küche, sobald das auffliegt.

    Das Risiko, daß es auffliegt, ist hoch. Ein Konkurrent kann der Versuchugn nicht widerstehen. Ein Mitarbeiter ist sauer auf die Firma, und eine fette Entschädigung zu kassieren oder den Chef in den Knast zu bringen würde seine Laune wesentlich verbessern. Jemand hat einen Arbeitsunfall und die Berufsgenossenschaft fragt, "was macht der denn zu der Zeit im Betrieb?" Ein Azubi wird mit Depression oder Burnout diagnositziert, und die Eltern suchen jemanden, der Schuld ist...

    Dann hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera: Riesenärger jetzt? Oder Lügen und Unterlagen fälschen und *mehr* Ärger später?

    Kann natürlich auch sein, daß alles OK ist. Als Schüler hat man auch minderjährig oft mehr als 40 Stunden -- aber keinen Arbeitsvertrag. .
    Geändert von wildwusel (12.03.2018 um 21:09 Uhr) Grund: einzelwörter...
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. Inaktiver User

    AW: Azubis arbeiten regelmäßig über 40 Wochenstunden

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Ich gebe mal ein Beispiel:

    Meine Tochter hat zwei Berufsschultage in der Woche, beide Tage bis 14 Uhr, also freigestellt von der Arbeit im Betrieb nach der Schule. Zusätzlich hat sie zwei freie Tage in der Woche ( einmal im Monat ein Wochenende). Bleiben drei Tage im Betrieb.
    Bei ihr finden überbetriebliche Schulungen auch an den freien Tagen bzw. nach der Berufsschule statt.

    Damit hat noch nicht mal die NGG ein Problem.

    Tochter ist erst seit kurzer Zeit 18. Für die Minderjährigen gilt das Gleiche.
    n meiner Branche (Apotheke) wurden die Schultage als AZ angerechnet, von 8 bis 14 Uhr 6 SAtunden. Unsere Azubis mußten entweder danach noch zur Apotheke kommen oder an den anderen Tagen dann halt 28 Stunden arbeiten....BetriebsVERSAMMLUNGEN sind lt. Tarif Arbeitszeit, Schulungen nicht. Da muß genau unterschieden werden.

    Das Jugendschutzgesetz regelt mMn nur die Arbeitszeit von 6 bis 22 Uhr (evtl. 20 Uhr) da mögen die Juristen in dieser Runde gern verbessern, das heißt, daß zwar nur bis 22/20 Uhr gearbeitet werden darf, Schulungen zählen da nicht rein.

    Da diese Regelung auch für "normale" Angestellte gilt, empfinde ich es jetzt nicht als SO schlimm.
    I

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