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  1. Registriert seit
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    Promovieren beim eigenen Vater bzw. Ehemann

    Hallo,
    Sohn von meinem LG schreibt gerade seine Doktorarbeit. Der Doktorvater (1. Gutachter der Diss) hat mehrere Doktoranden, unter anderem auch seine eigene Tochter.
    Nun ärgern offensichtlich der Sohn von meinem LG und die anderen Doktoranden sich, weil der Prof seiner Tochter offenbar günstigere Arbeitsbedingungen gewährt , sie darf jederzeit ins Labor und wird von den MTAs wohl deutlich intensiver unterstützt und anderes mehr. Was die anderen sich an Literatur mühsam erkämpfen müssen ( teure Fernleihen etc.) steht für Töchting alles beim Vater bereit. Die anderen Doktoranden müssen sehr hart um ihre Laborzeiten und Unterstützung kämpfen.

    Es muss ja aber offensichtlich, völlig ok sein, wenn die Tochter beim Vater promoviert, den sonst hätte die Universität dieses Vorhaben nicht durchgewunken.

    Anderer Fall, selbe Uni, aber anderer Fachbereich ( Geisteswissenschaften): Dort gibt es ein ähnlich gelagertes Problem, in diesem Fall ist die Doktorandin allerdings nicht die Tochter, sondern die junge Ehefrau des Doktorvaters.

    Ich kann die Doktoranden schon ein bisschen verstehen. Denn üblicherweise, stehen der 1. und 2. Gutachter in einem ganz guten Verhältnis und der dritte Gutachter wird wohl auch nicht großartig anders urteilen.
    Ich verstehe die Doktoranden schon, denn irgendwo bleibt doch die Objektivität auf der Strecke, wenn der eigene Vater bzw. Ehemann die Arbeit bewertet.
    Dazu kommen noch die anderen Vorteile und welcher Vater/ Ehemann würde hier eine schlechte Note geben?
    Und seit zu Guttenberg wissen wir ja auch, dass die Zweit und Drittgutachter kaum die Arbeiten gegenlesen.

    Aus meiner Studienzeit kenne ich solche Fälle nicht. Was sagt ihr dazu, ist das üblich so und alles in Ordnung? Was können Doktoranden unternehmen, wenn sie sich im Vergleich zu Tochter/ Ehefrau hinten angestellt fühlen?
    Geändert von Elixia (01.03.2018 um 16:31 Uhr)

  2. Avatar von Wiedennwodennwasdenn
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    AW: Promovieren beim eigenen Vater bzw. Ehemann

    Zitat Zitat von Elixia Beitrag anzeigen
    Was sagt ihr dazu, ist das üblich so und alles in Ordnung?
    Üblich es es sicher nicht, aber welchen Vorwurf willst Du dem Professor machen ? Auch wenn keiner seiner Doktoranden mit ihm verwandt, verheiratet oder verschwägert ist, wird er nicht jeden gleich behandeln. Wer sagt, dass das Leben gerecht ist ?

    Ich kenne zwei Lehramtsstudentinnen, die sich ihre Staatsexamensarbeiten von ihren Ehemännern haben schreiben lassen. das ist auch nicht gerecht.

    Zitat Zitat von Elixia Beitrag anzeigen
    Was können Doktoranden unternehmen, wenn sie sich im Vergleich zu Tochter/ Ehefrau hinten angestellt fühlen?
    Den Doktorvater wechseln.
    Das Universum und die menschliche Dummheit sind unbegrenzt. Beim Universum bin ich mir nicht sicher (Albert Einstein).

  3. Moderation
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    AW: Promovieren beim eigenen Vater bzw. Ehemann

    Gibt es einen Compliance-Beauftragten? Den könnte man ansprechen in Sachen Laborzeiten. Welche Bücher von zuhause aus zur Verfügung stehen, kann man sicher weder kontrollieren noch reglementieren, da tun sich schon in der Schulzeit gewaltige Unterschiede auf.

    In großen Unternehmen wird es inzwischen sehr kritisch gesehen, wenn den Kindern von Geschäftsführern Praktika o. ä. angeboten werden.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  4. Moderation
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    AW: Promovieren beim eigenen Vater bzw. Ehemann

    Wenn ich darüber nachdenke: eigentlich müsste es ein No-go sein, die eigenen Kinder als Doktoranden zu haben. Ob verboten oder nicht, es widerspricht jeder Vorstellung von Integrität.
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  5. Avatar von Gedankentiefe
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    AW: Promovieren beim eigenen Vater bzw. Ehemann

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Wenn ich darüber nachdenke: eigentlich müsste es ein No-go sein, die eigenen Kinder als Doktoranden zu haben. Ob verboten oder nicht, es widerspricht jeder Vorstellung von Integrität.
    ... und vor allem Neutralität.

    Der betreffende Prof wird doch nie unvoreingenommen und sachlich-neutral an die Arbeit seines Kindes bzw. der Gattin herangehen können zwecks Beurteilung und Benotung.

    Ich würde ob der Zulässigkeit dieses Vorgehens nochmal bei der Universitätsverwaltung nachfragen.

    Schon in der Schule dürfen doch Eltern, die Lehrer sind, nicht die eigenen Kinder in der Klasse haben und unterrichten.


  6. Registriert seit
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    AW: Promovieren beim eigenen Vater bzw. Ehemann

    Zitat Zitat von Gedankentiefe Beitrag anzeigen

    Schon in der Schule dürfen doch Eltern, die Lehrer sind, nicht die eigenen Kinder in der Klasse haben und unterrichten.
    Ist das wirklich verboten? Ich finde dazu nichts.

  7. Avatar von Gedankentiefe
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    AW: Promovieren beim eigenen Vater bzw. Ehemann

    Zitat Zitat von Copic Beitrag anzeigen
    Ist das wirklich verboten? Ich finde dazu nichts.
    Wo hast Du denn gesucht?

  8. Moderation Avatar von Flau
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    AW: Promovieren beim eigenen Vater bzw. Ehemann

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Wenn ich darüber nachdenke: eigentlich müsste es ein No-go sein, die eigenen Kinder als Doktoranden zu haben. Ob verboten oder nicht, es widerspricht jeder Vorstellung von Integrität.
    Ich weiss nicht, wie das juristisch geregelt ist, aber ich finde es auch unethisch und wuerde massiv Vertrauen in einen- und Respekt vor einem solchen Betreuer verlieren. Es ist in meinen Augen selbstverstaendlich, dass zu den eigenen Doktoranden keine enge Beziehung bestehen sollte, die ueber ein Lehrer-Studenten, bzw. noch ein freundschaftliches Verhaeltnis hinausgeht.

    Ich weiss, dass man nicht hoppla-hop den Doktorvater wechselt. Aber wenn es noch irgendwie praktikabel ist, wuerde ich es wirklich versuchen, denn so einen Vetternwirtschafter wollte ich nicht.

    Und solche offensichtlichen Vorzuege zu gewaehren geht ja mal gar nicht. Das ist in dem Fall ja nicht ein Misstrauen oder "Gefuehl" der anderen Doktoranden, sondern nachweisbar (Laborzugang etc.). Finde ich einfach nur unanstaendig und ja, wenn das nicht "offiziell" verboten ist, sollte es das sein.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung
    Geändert von Flau (02.03.2018 um 09:29 Uhr)


  9. Registriert seit
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    AW: Promovieren beim eigenen Vater bzw. Ehemann

    Zitat Zitat von Gedankentiefe Beitrag anzeigen
    Wo hast Du denn gesucht?
    In se internet


  10. Registriert seit
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    AW: Promovieren beim eigenen Vater bzw. Ehemann

    Wg. Lehrerkindern: ich gebe zu, es ist schon ein paar Takte her und es kann sich geändert haben - mein Vater war Lehrer an meiner Schule und hätte mich theoretisch in der Klasse haben können. Allerdings hat er von sich aus dafür gesorgt, dass das nicht passiert.

    Verwandter als Doktorvater finde ich auch nicht wirklich gut, da ist Ärger doch vorprogrammiert, selbst wenn er es schaffen sollte, neutral zu bleiben, aber es wird immer jemanden geben, der es irgendwann mal bei passender Gelegenheit aufs Tablett bringen wird.

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