Also jetzt ist es soweit ich schreibe meine Diplomarbeit. Nach langer Suche hab ich ein Thema, einiges an Material, angemeldet bin ich schon.
Aber: Ich fühl mich total überfordert. Hab in meiner Studienzeit kaum Hausarbeiten geschrieben und wenn nicht besonders erfolgreich. Mündlich kein Problem aber schriftlich...
Geht es zufällig noch jemandem so?
Schreibt noch jemand und weiß nicht wo ihr/ihm der Kopf steht?
Würde mich freuen wenn wir uns darüber austauschen könnten
Cioccolata
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 408
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23.02.2007, 16:49
Diplom - oder ich bekomm ne Krise
"Last time you called me late at night you were naked and chained to your shower curtain rod. I hope this isn't going to be disappointing." -- Ranger ...
Stephanie Plum. Janet Evanovich
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23.02.2007, 17:02
AW: Diplom - oder ich bekomm ne Krise
Liebe cioccolata,
Ich schreibe zwar nicht (mehr) eine Arbeit, aber ich kann gut nachvollziehen, wie es Dir geht. Ich wünsche Dir viel Erfolg für die nächste Zeit und dass sich hier ein paar nette Menschen finden, mit denen Du Dich austauschen kannst. Mir hat das damals sehr geholfen und wir hatten einen wunderbaren Strang hier. Vielleicht schaust Du auch da mal rein, dort sind ganz viele Motivations-Tips drin.
Ich hatte auch immer das Gefühl, als würde ich die erste Studentin sein, die ihre Arbeit nie zu Ende bekommt, aber ich habe es geschafft und auch Du wirst es schaffen. Ich habe jetzt nur noch eine Prüfung und dann ist es vorbei. Also schau positiv in die Zukunft und wenn es mal gar nicht geht, dann heul Dich hier aus. Es findet sich immer jemand, der ein offenes Ohr für Dich hat oder ein paar Tips.
Hier noch ein Blümchen für Dich!
Liebe Grüße
Data
PS: Habe gerade gesehen, dass ich den Strang genau heute vor einem Jahr eröffnet habe.Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.
(von John Lennon)
Ich will selbst den Herren machen,
Mag nicht länger Diener sein.
(Mozart - Don Giovanni)
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24.02.2007, 11:45
AW: Diplom - oder ich bekomm ne Krise
Hallo cioccolata!
Diese Hilflosigkeit kenne ich auch. Eine Sache, die mir geholfen hat, war, dass ich mir Diplomarbeiten von Kommilitonen angeschaut habe, daran konnte ich dann sehen, wie ausführlich und tiefgehend andere ähnliche Themen behandelt haben und damit erfolgreich waren... ich hab nämlich eine Tendenz dazu, vieeel zu ehrgeizig an so etwas heranzugehen.
Eine Bekannte meinte "wenn man nicht weiß, was man eigentlich sagen will, hat man meistens einfach noch nicht genug gelesen" - vielleicht passt das ja auch bei dir?
Ansonsten: Die meisten Unis bieten Kurse/Colloquien/Tutorien zum wissenschaftlichen Schreiben an, auch speziell für Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten. Da kann man auch hingehen, wenn man nicht regelmäßig teilnimmt, und sich beraten oder helfen lassen. Gerade bei Fragen, die einem nicht fachspezifisch genug vorkommen, um sich an den betreuenden Prof zu wenden... sonst ist der auch oft eine gute Adresse. Zum einen wird er für genau so etwas bezahlt, zum anderen liegt es ja auch in seinem Interesse, gute Arbeiten abgeliefert zu bekommen - das liest und korrigiert sich schließlich auch viel schöner.
Noch ein Punkt aus meiner eigenen Erfahrung: Ich fange ganz gern damit an, relativ unzusammenhängende Absätze zu verschiedenen Bereichen der Arbeit zu schreiben, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zunächst. D.h., da schreibe ich dann auch ganz ins Unreine rein, "oh, zu den Wurzelausscheidungen der einzelnen Gehölzsorten brauche ich noch genaue Daten!" oder andere schwaflige Kommentare.
Mir hat das gegen die berühmte "Angst vor dem leeren Blatt" geholfen, das war so ein niederschwelliger Anfang, und das Blabla kann man am PC ja wunderbar eliminieren.
Ein Rat, der mit größter Wahrscheinlichkeit ins Leere geht: Teil dir die Arbeit so ein, dass du nicht erst eine Woche vor dem Abgabetermin ernsthaft mit Schreiben anfängst, es ist viel besser, wenn du so viel Luft hast, dass du den ganzen Kram auch noch einmal richtig durcharbeiten und korrigieren kannst.
Ich kenne allerdings keinen, der tatsächlich so organisiert ist, dass er das hinkriegt... die meisten werden erst in der Nacht fertig, stehen dann mit Augenringen im Copyshop, um die Arbeit binden zu lassen, und hecheln dann auf den letzten Drücker zu Prof oder Prüfungsamt... Aber vielleicht kenne ich auch nur Leute, die mir ähnlich sind.
Ich wünsch dir jedenfalls viel Erfolg mit deiner Diplomarbeit!Ich habe eine Wassermelone getragen.
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24.02.2007, 11:51
AW: Diplom - oder ich bekomm ne Krise
Ich kann widersprechen, meine Brüder haben sich alles eingeteilt, und hatten so viel Zeit übrig, dass sowohl meine Mama als auch ich nochmal ne ganze Woche zum durcharbeiten hatten.
Beide habe sie zuerst ne Art Inhaltsverzeichnis, was sie schreiben wollen gemacht, und sich damit Fristen für jeden Teil gesetzt. Eingehalten haben sie sie nicht immer, aber das hilft, diese endlos lange Zeit gleichmässig mit Arbeit zu füllen.
lG
TinGeändert von dastin (24.02.2007 um 16:50 Uhr)
Ich geh jetzt in mich, und wenn ich wieder rauskomm bin ich außer mir,
und bei dir
noch heute Abend und, dann den Rest unsres Lebens
mediomelo - Dota die Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten
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24.02.2007, 16:36
AW: Diplom - oder ich bekomm ne Krise
hallo,
ich sitze auch an meiner diplomarbeit. prinzipell angefangen hab ich im letzten sommer, richtig am schreiben bin ich erst seit mitte jänner.
ich habe damals mal im sommer begonnen, alles das aufzuschreiben, was ich theoretisch abschreiben konnte - also zur einleitung die geschichtliche situation der zeit in die mein thema fällt. dann kamen mir schon ideen, wo ich anschließen und weiterschreiben könnte. und so ergibt eins das andere.
vielleicht hast du ja auch einen theorieteil, den du mal mit dem zusammenfassen von sekundärliteratur füllen kannst?
ein konzept hast du? dann mal mal eine vorläufige kapiteleinteilung, und schreib mal zu jedem kapitel was - man muss nicht strikt von vorne nach hinten durchschreiben (also ich mach das nicht), vorallem, weil sich dabei auch neue fragen auftun, und man vielleicht so das konzept seiner arbeit leicht ändert.
grüße von einer leidensgenossin
hawaii
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24.02.2007, 16:46Inaktiver User
AW: Diplom - oder ich bekomm ne Krise
Habe vor 3 Wochen abgegeben - und die Diplomarbeit war meine erste "Hausarbeit". Au weia, was ein drama...
Nicht zuletzt wegen einer Fach- und Hochschulübergreifenden Cobetreuung, bei der die Betreuer komplett andere Ansichten haben...
(Unbedingt einzeilig und Blocksatz gegen unbedingt linksbündig und 1,5-facher Abstand... Auch wenn 1,5-Fach allgemein übich ist, gilt das eigentlich nicht für mein Fach.)
Mein Freund ist hausarbeiten-erfahrener, und hat mir geholfen, wo er nur konnte, aber die unterschiede zwischen FH-Mathematiker und uni-Geisteswissenschaftler sind doch gewaltig.
Die Kapiteleinteilung ist wirklich schon die halbe Miete, das ist der einzige Tipp, den ich dir so zum vorwärtskommen geben kann.
Für allgemeine Tipps kann ich nicht herhalten, weil ich was programmiert habe, das ist nochmal ein Sonderfall.
Mein Betreuer hat mir den Tipp gegeben, vieles erstmal auf papier zu machen bevor man es Tippt, weil mans einfach viel übersichtlicher und besser im Blick hat, als wenn man nur mit dem Rechner schreibt.
Und: ganz oft zum anschauen ausdrucken.
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24.02.2007, 16:53Inaktiver User
AW: Diplom - oder ich bekomm ne Krise
Genau, die Gliederung ist die halbe Miete.
Dann so viel schreiben, wie einem einfällt und später: Kürzen, kürzen, kürzen!!!
Keine Angst, Mädels, Ihr schafft das schon!! Sagt das vor 25 Jahren diplomierte herbstblatt2!! Und danach fühlt Ihr Euch besser!! Bzw. manchmal erst sehr mies, weil dann die Erschöpfung durchkommt und die Anspannung zusammenbricht.
Besprecht Euch mit Euren Kommilitonen und mit der Hand zu schreiben, fand ich damals auch fürs Konzept nicht übel. Allerdings gab es noch keine Computer.
Und nicht zu viel abgeben. Es gab bei uns Seitenhöchstzahlen!!! Alles andere sorgte für Ärger.
Wichtig ist, dass das Anliegen klar und präzise behandelt wird. Ein paar eigene Gedanken können auch nicht schaden. So war es bei uns. Und Anschaulichkeit kam auch gut an.
Toi, toi, toi herbstblatt2
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24.02.2007, 19:31
AW: Diplom - oder ich bekomm ne Krise
Hallo,
schon mal vielen Dank an alle guten Tipps;-)
Eine grobe Gliederung hab ich und auch eine Einteilung in welcher Reihenfolge ich vorgehe.
Ich kann nicht wirklich mittendrin anfangen, da ich erst mal ein Projekt vorstelle und daran meine Argumentation orientiert.
Ich bin auf jeden Fall froh das es noch andere gibt, die ebenfalls erst auf den letzten Drücker arbeiten. Das kenn ich schon von mir, macht mich aber immer wieder aufs neue nervös.
cioccolata"Last time you called me late at night you were naked and chained to your shower curtain rod. I hope this isn't going to be disappointing." -- Ranger ...
Stephanie Plum. Janet Evanovich
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24.02.2007, 22:03Inaktiver User
AW: Diplom - oder ich bekomm ne Krise
Hey,
bei mir ist es jetzt zwar mehr als ein Jahr her, aber mir ging es fast genauso. Muß wohl normal sein. Was mir persönlich sehr geholfen hat, war, daß mein Professor unbedingt Wert darauf gelegt hat, daß ich eine Einleitung mit dem Ziel der Arbeit als erste schreiben sollte. Ich habe es zwar gehaßt, aber mir fiel dann die Gliederung der Arbeit einfacher, weil ich wußte, worauf ich hinaus wollte. Das war allerdings auch sehr zuvorkommend von ihm, da wir so recht früh unsere Erwartungen an die DA abgeglichen hatten und ich hinterher zumindest kein: "Ganz nett, aber leider konsequent am Thema vorbei " unter der Arbeit stehen hatte
. Allerdings war ich auch absolut fachfremd, von daher hatte er wohl auch Angst, sich mit mir zu blamieren
Ich wünsche Dir viel Erfolg und laß Dich nicht verunsichern!
LG
PS: Ich habe es auch geschafft, rechtzeitig fertig zu werden, obwohl das eigentlich nie meine Stärke war. Es ist alles also nicht unmöglich nur manchmal sehr schwierig
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25.02.2007, 00:17
AW: Diplom - oder ich bekomm ne Krise
Hehe, ich hab mir schon gedacht, dass es solche Leute gibt, aber wie gesagt, ich kenne keine
Zitat von dastin
Gerade erst erzählte einer meiner Dozenten, dass er total k.o. sei, weil er das ganze Wochenende an einem Aufsatz geschrieben hätte, der Montag deadline hatte, aber er hat ihn fertiggekriegt, Gott sei dank!
Ich stand an dem Wochenende mit ihm in E-Mail-Kontakt, und wusste daher, dass er tatsächlich die Nacht am Rechner verbracht hatte... und es berührte mich schon etwas seltsam, als ich erkannte, dass dieses Auf-den-letzten-Drücker-mitten-in-der-Nacht-Theater auch nicht zuende ist, wenn man das Studium abgeschlossen hat.
Oder wie Douglas Adams so schön sagte: "I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by."Ich habe eine Wassermelone getragen.


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