Studium ist noch schlimmer denn mit Ü30 musst Du dir idR. überlegen wie du es komplett selbst finanzierst, da gibt es ja noch nichtmals ein kleines Azubi-Gehalt von dem vielleicht ein paar Euro für die Rente abgehen.
Ich habe mit ü30 noch mal ein Studium gemacht und rückwirkend würde ich es wohl nicht noch mal machen. Das liegt aber auch ein bisschen an der Wahl des Faches.
Ich wollte so wie Du meinem Berufsleben noch mal eine neue, andere Richtung geben. Aber die Frage ist halt ob man wenn man den Abschluss hat, genauso Chancen hat wie das "junge Gemüse". Jaja, Diskriminierung wegen dem Alter ist aufgrund AGG Gesetz EIGENTLICH verboten, aber die Realität ist eben eine andere. Was man nicht so leicht beweisen kann, kann man auch nicht so leicht einklagen und vor allem nicht auf breiter Ebene ändern. Es ist noch immer völlig gang und gäbe, dass ein Unternehmen dich nicht einstellen wird, wenn sie das Gefühl haben dass Du übermorgen schwanger werden könntest. Also für Ü30 Frauen, die noch keine Kinder haben ein echtes Problem. Denn Du kannst noch so beteuern, dass Du keinen Kinderwunsch hast, das Risiko für das Unternehmen ist da und die sagen dann lieber nein und behaupten in der Absage, es passt wg. fachlichen Gründen nicht. Das ist auch klar, denn Du darfst auch fett lügen über Deinen Kinderwunsch, und weil die Unternehmen wissen dass Du lügen darfst gehen sie eben vom worst case aus und stellen nicht ein.
Und dann wundert sich die Gesellschaft warum die gut ausgebildeten Frauen immer kinderloser werden.
Aber ich schweife ab.
Rückwirkend würde ich also eher eine Ausbildung machen, um meinem Berufsleben eine neue Richtung zu geben.
Aber auch da wird dir wahrscheinlich das gleiche Problem begegnen, dass Bewerbungen von Ü30 potenziellen Azubis von den Unternehmen nicht richtig ernst genommen werden. Sie können motzen, dass sie keine passenden Bewerber finden, dass die Bewerber qualitativ nix drauf haben und dann kommt ein älterer Bewerber, der noch zu Zeiten einen Schulabschluss gemacht hat, als da noch was gefordert wurde und nimmt diesen Bewerber trotzdem nicht.
Versetz Dich in die Lage des Unternehmens, sie wollen auch oft, dass ihre Azubis unter sich zusammen passen. Das läuft halt oft übers Alter. Und vertu Dich nicht, bei den Unternehmen geht es auch darum, dass man Azubis haben will, die noch formbar sind, auf das Unternehmen prägbar sind mit ihren Werten und Einstellungen, die aufnehmen, was die Ausbilder sagen und nicht zuuu kritisch sind oder zuviel hinterfragen. Ältere Personen als Azubis werden als weniger formbar wahrgenommen, potenziell aufsässiger, denn sie haben schon ein Berufsleben gehabt und könnten auf die Idee kommen als Azubi mehr zu hinterfragen ob bestimmte Prozesse überhaupt sinnvoll sind und es nicht besser wäre, dass man.....statt einfach zu lernen, zu machen und den Mund zu halten.
Gut, das sind jetzt trotzdem spekulative Gedanken von mir zum Thema. Ob das bei Dir im Falle des Falles so wäre, wird man erst wissen, wenn Du es ein paar mal mit Bewerbungen probiert hast.
Und da sehe ich ein Risiko bei dem speziellen Wunsch Reiseverkehrskauffrau. Das ist unter jungen Schulabgängern ein beliebter Ausbildungsberuf also wirst Du viel Konkurrenz haben, welche das Unternehmen wahrscheinlich eher auswählt siehe oben.
Auch wenn ich grundsätzlich sage, warum sollte man es nicht probieren, finde ich bei Dir im Speziellen, dass der Sprung vom jetzigen Berufsbild auf das anvisierte als Reiseverkehrskauffrau eigentlich zu schmal ist, als dass es sich wirklich lohnt da noch mal im Zweifelsfall 3 Jahre als Azubi zu darben und die Schulbank zu drücken. MIt ein bisschen Geschick und Initiative um besondere Fachwissenlücken zu schliessen sehe ich da schon die MÖglichkeit für einen Quereinstieg.
Also noch mal kurz:
Lieber neue Ausbildung als Studium
Überhaupt Studium oder Ausbildung nur wenn der Sprung von einem Berufsbild zum Anderen groß genug ist, damit dieser Einsatz sinnvoll ist.
Gut und ehrlich überlegen ob man als Spätazubi oder Spätstudierender mit dem Abschluss dann auch wirklich genug Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, oder ob es eine Branche ist wo regelmässig zuviele neue junge nachrücken wo man zuviel Konkurrenz hat.
Wenn das neue Berufsbild eines ist, wo Mangel herrscht und es ein Studium oder eine passende Ausbildung voraussetzt würde ich so einen Schritt schon als sinnvoll erachten.
Antworten
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21.10.2017, 17:17
AW: Mit über 30 nochmal eine Ausbildung machen?
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22.10.2017, 01:08
AW: Mit über 30 nochmal eine Ausbildung machen?
Grundsätzlich ja, falls das Studium eben nicht auf einen Beruf mit höherem Gehalt hinläuft!
Das kompensiert es dann schon.
Aber eine Ausbildung, die dann auf einen nicht besser Bezahlten Beruf hinläuft, solltest definitiv auch unter wirtschaftlichen Erwägungen betrachten, ob es nicht bessere Alternativen OHNE Einbußen gibt!
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22.10.2017, 01:12
AW: Mit über 30 nochmal eine Ausbildung machen?
Ja das ist da so.
Das ist in den Zeiten von Onlinebewerbungen auch von Arbeitgeberseite eine Unverschämtheit.Aber generell kann man - es bei klarer Stellenausschreibung - meiner Ansicht nach nicht dem AG anlasten, wenn da keine Rückmeldung kommt. Sorry, für die klaren Worte!
Eine Dreizeiler-Absagemail sollte immer drin sein - wenn man schon mal was von Textbausteinen gehört hat, ist es in fast in Nullzeit zu erledigen.
Sorry für DIE klaren Worte.
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22.10.2017, 01:17
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22.10.2017, 01:19
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22.10.2017, 03:42
AW: Mit über 30 nochmal eine Ausbildung machen?
unwichtig
Geändert von Josyfine (22.10.2017 um 15:39 Uhr) Grund: Ergänzung
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22.10.2017, 09:10
AW: Mit über 30 nochmal eine Ausbildung machen?
@Sacrebleu: Gestern hab ich nach Stellenanzeigen für die Rezeptionsassistentin geschaut und überall stand "Sie verfügen über eine Ausbildung zur Hotelfachfrau und haben xx Erfahrung..." Meinst du wirklich, die nehmen jemand ungelernten?
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22.10.2017, 09:26
AW: Mit über 30 nochmal eine Ausbildung machen?
Kommt drauf an, was der Bewerber vorher gemacht hat.
Hat er/sie eine Büroausbildung, einige Zeit als Empfangskraft in einer Firma gearbeitet, vielleicht Schulungen in diesem Bereich gemacht ( da gibt es genug...), kann Fremdsprachenkenntnisse nachweisen...dann ganz bestimmt.
Weiss ich aus eigener Erfahrung. Ich war nach meinem Wiedereinstieg in den Beruf einige Jahre Empfangskraft in einem Industrieunternehmen und hatte mich um Rezeptionistenjobs in der Hotellerie beworben. Als ich dann tatsächlich ein Jobangebot hatte - trotz meines hohen Alters von damals 45, da ist man im Gastgewerbe alt- kam das Gegenangebot mit internem Aufstieg vom Chef und ich bin geblieben.
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22.10.2017, 09:37
AW: Mit über 30 nochmal eine Ausbildung machen?
Ja.
Natürlich ist Ausbildung und Branchenerfahrung von Vorteil.
Aber Du bist nicht „ungelernt“!
Ich empfehle:
Ruf einfach mal an, erzähl kurz, daß Du Fremdsprachenkorrespondentin bist und welche Sprachen Du sprichst und schreibst (das ist für diesen Umstieg Deine Hauptqualifikation!!!!) und daß Du gerne umschwenken möchtest in Hotellerie. Ob man sich das vorstellen könne.
Auch die Sprachen nennen, in denen Du nicht total sicher bist, aber kommunizieren kannst (spanisch? Vielleicht Grundkenntnisse russisch-gerade sehr gefragt!)
Mit nur Bewerbung hinschicken wird es schwieriger, da wird nicht auf Anhieb klar, daß Du auch was zu bieten hast!
Die besten Chancen hast Du im Saisonbetrieb, also jetzt für die Skiregionen.
Und... Hotellerie ist „permanent mit Menschen arbeiten“ - das sollte Dein Argument sein, warum Du den Fokus Deiner Arbeit wechselst. Wenn Dir das irritierend erscheint, solltest Du Dir den Wechsel gut überlegen - immer der gute Laune-Spot zu sein gehört da zum Berufsbild, „schlechten Tag haben“ und das ausstrahlen geht da eigentlich nicht.Geändert von Sacrebleu (22.10.2017 um 09:41 Uhr) Grund: Ergänzt
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22.10.2017, 09:50
AW: Mit über 30 nochmal eine Ausbildung machen?
Na, das ist in jedem Rezeptionistenjob so... Man sollte sowas wie ein heiteres Grundgemüt besitzen. Ausserdem ein dickeres Fell, man ist oft genug Blitzableiter, es schadet auch nicht, relativ fix im Kopf zu sein, sich schnell auf neue Situationen einstellen zu können und damit leben zu können, öfter am Tag verstohlen nach der versteckten Kamera zu gucken, weil man gerade das Gefühl hat, man befindet sich im Zentrum des Wahnsinns.
Am Empfang landet alles was nicht weiter weiss, Mensch und Material...
Aber es war nie langweilig,..das fehlt mir bei meinem Assistentinnenjob etwas. Aber der wird halt deutlich besser bezahlt, das muss man pragmatisch sehen...


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