Hallo zusammen!
Okay, jeder, wirklich jeder (!!!) der da durchgegangen ist zuvor hat mir gesagt, das wuerde passieren.ich bin Doktorandin, drittes Jahr, hoffentlich (bittebittebitte!) Ende 2016 werde ich das verdammt Ding einreichen.
Ich habe mein Projekt geliebt. Wirklich, ehrlich. Derzeit hasse ich es. Ich will es nur noch fertig haben, um es aus meinem Leben zu haben. Ich bin Sigorney Weaver in Alien. Die verdammte Doktorarbeit hat mein Raumschiff uebernommen. Mein Leben. Ich will das fertig haben, zum Guten oder Schlechten, nur weg.
Mein Dean sagt, mach dir keine Gedanken, jeder Doktorand sitzt irgendwann heulend in meinem Buero. Das gehoert zum Doktorat.
Gibt es hier andere, denen es auch so geht?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 23
Thema: Ich hasse meinen Doktor
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24.05.2016, 20:13Inaktiver User
Ich hasse meinen Doktor
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24.05.2016, 20:18Inaktiver User
AW: Ich hasse meinen Doktor


ich fürchte, ob Doktorarbeit oder Masterarbeit oder sonstwas- ja, jede(r) hat so eine Verzweiflungsphase.....
Du schaffst das!!
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24.05.2016, 21:42Inaktiver User
AW: Ich hasse meinen Doktor
Meine letzte Prüfung ist zwar länger her und war auch keine Promotion. Aber ich kenne das trotzdem. Die Hausarbeit zum zweiten Staatsexamen war zum Thema interkulturelle Bildung. Gegen Ende der Arbeit wurde mir fast körperlich schlecht, wenn ich "interkulturell" lesen, sagen oder gar schreiben musste
. Dabei war es eigentlich ein interessantes Thema.
Halte durch!
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24.05.2016, 23:29Inaktiver User
AW: Ich hasse meinen Doktor
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25.05.2016, 10:12
AW: Ich hasse meinen Doktor
Traurig, aber wahr. Wenn man dann noch einen Doktorvater (ich hasse dieses Wort) hat, mit dem man und der mit einem nicht klarkommt, wird es noch schlimmer. Ich habe auch im fünften Jahr kurz vor der Abgabe noch mit dem Gedanken gespielt, alles hinzuschmeißen. Die einzige Motivation war am Ende, dass ich ihm die Genugtuung nicht gönne...
Es gibt hier einen Strang mit dem Titel "Disziplin und Diss", da haben sich viele von uns auch ausgeweint. Vielleicht hilft dir das Lesen?
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25.05.2016, 10:33
AW: Ich hasse meinen Doktor
Hahaha, es gibt ausschliesslich solche!

Entschuldige bitte, Dir ist bestimmt im Moment nach allem, nur nicht nach Lachen.
Aber doch, das ist voellig normal. Die Nervenzusammenbrueche. Die Weinkraempfe. Die Angst, bzw. noch schlimmer das Gefuehl, total zu versagen. Meistens geht einer Doktorarbeit ja ein erfolgreiches Studium voraus - und dann, in der "heissen Phase", erwischt es einen - das Gefuehl: "Jetzt habe ich es vergeigt. Jetzt bin ich dabei, ernsthaft zu versagen."
Nein, nein.
Ich freue mich, dass Dein Betreuer so verstaendnisvoll und erfahren ist. Hoer auf ihn. Alles wird gut. Das ist nur diese voellige Fokussierung auf das eine Thema, das, wie Du ja selbst sehr schoen erkannt hast, das ganze Leben dominiert. Sowas kann auf Dauer nicht gesund sein. Und es ist ja auch nicht auf Dauer. Naechstes Jahr kannst Du hier mitschreiben und verzweifelte Doktoranden troesten. Gut, ne? 
Ich erinnere mich an einen meiner Nervenzusammenbrueche. Gluecklicherweise war gerade ein guter Freund (und Partner meiner Mitbewohnerin) zu Besuch, selbst leidgepruefter Doktor.
Der hoerte sich meinen Ausbruch ("Ich kann das nicht, haette ich dieses Sch*thema nicht angefangen, ich bin der totale Versager, *bruell* *heul* ..."
) ganz ruhig an und meinte dann:
"Ja genau, und ausserdem hasst Dich Deine Betreuerin, und Dein Freund liebt Dich nicht mehr, und Dein Leben ist praktisch zuende."
Und dann hat er mir energischst eine Pause verordnet und uns ausgefuehrt.
Das tat gut.
Hast Du so jemanden, der auch bei Dir mal die Notbremse ziehen kann?Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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25.05.2016, 10:45Inaktiver User
AW: Ich hasse meinen Doktor
Hut ab, für deine Disziplin, du schaffst den Rest auch noch.
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25.05.2016, 13:29
AW: Ich hasse meinen Doktor
Yepp, hatte ich genau so inklusive Fieberanfälle, heulkrämpfe gepaart mit schierer Existenzangst.
Der institutsvorstand hat dann ein Machtwort zu meinen Gunsten gesprochen und den Herrn doktorvater in die Schranken gewiesen, von da ab gings dann flugs zu einem guten Ende.
In der Danksagung hab' ich dem Betreuer Lektor Oberassistent (LekOAss) für die stete diskussionsbereitschaft gedankt....
wenn man's kann, ist's keine kunst - und wenn nicht erst recht nicht.
Karl Valentin
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25.05.2016, 19:25Inaktiver User
AW: Ich hasse meinen Doktor
Ihr seid toll. Danke!
Das koennte eine grossartige Motivation sein ...
Also, ich habe seit heute dann eine neue Zweitbetreuerin. Da mein Dean (der tatsaechich wunderbar ist) von sich aus sagte, dass mir ganz entschieden Menschen im Empathie-Department fehlen.
Mein Hauptbetreuer ist brilliant. Wirklich und ehrlich. Und leider ist er auch oft nicht da, maulfaul und anstrengend, und erwarte bloss niemand Sympathie von ihm ... Wenn er da ist und Lust hat dann sind seine Anmerkungen und Tipps grossartig. Nur leider kommt ds eben nicht so oft vor....
Na, nun mal sehen wie es mit der neuen Betreuerin wird. Und eben: Zaehne zusammen beissen und einfach weiter machen ....
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26.05.2016, 09:03


ich bin Doktorandin, drittes Jahr, hoffentlich (bittebittebitte!) Ende 2016 werde ich das verdammt Ding einreichen.
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