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  1. Moderation

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    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von fulanito Beitrag anzeigen
    ...ich habe die Formulierung "Frau und Kind ernähren" als Synonym für Familiengründung benutzt.
    Und ja, ich hätte das auch bei einer angehenden Erzieherin gesagt.
    Okay - dann war das von meiner Seite ein Missverständnis. Ich hatte aus der Formulierung (bei dir und anderen) herausgelesen, dass damit gemeint sei, dass ein Einkommen erwirtschaftet wird, mit dem man als Alleinverdiener eine Familie ernähren kann (- oder Verdienerin ). Das ist aber bei vielen Ausbildungsberufen nicht gegeben.

    Ich kenne viele Erzieherinnen die ihren Beruf lieben, aber mit dem wenigen Geld und dem geringen Status kämpfen. Als wäre der Beruf nicht schon anstrengend genug.
    Verständlich - denn in der Bezahlung (womit ja der Status einhergeht) bildet sich zwar die Tatsache ab, dass es sich um einen Ausbildungsberuf handelt, für den ein Realschulabschluss ausreicht, nicht aber die enorme Verantwortung, die Angehörige dieses Berufes für andere Menschen(-leben) tragen.

  2. VIP

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    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen


    Verständlich - denn in der Bezahlung (womit ja der Status einhergeht) bildet sich zwar die Tatsache ab, dass es sich um einen Ausbildungsberuf handelt, für den ein Realschulabschluss ausreicht, nicht aber die enorme Verantwortung, die Angehörige dieses Berufes für andere Menschen(-leben) tragen.
    Und es zeichnet sich auch nicht in der Ausbildungsform ab. Diese ist, da schulisch, erst mal nicht vergütet und fordert in vielen Bundesländern monatliches oder halbjährliches Schulgeld. Die benötigte Fachliteratur ist teuer und muss selbst angeschafft werden. Je nach Bundesland oder Träger werden die geforderten Praktika während der Fachschulzeit nicht vergütet. Das Anerkennungsjahr wird vergütet -> volle Stelle, halber Lohn.

    Andererseits führt diese Ausbildung, wie auch schon genannt, zu einem weitgefächerten Tätigkeitsfeld (Kita, Schule, Behinderte, Jugendhilfe), ermöglicht z. B. in Frankfurt den Zugang zum Studiengang Soziale Arbeit und die erkennen die Ausbildung mit einer Studienzeitverkürzung an.

    Erzieher arbeiten sehr eigenverantwortlich, können so auch gut die eigene Kreativität und Persönlichkeit mit einbringen.
    Gitarre spielen können im Erzieherberuf ist Goldwert.

    Die Bezahlung ist nicht toll, das wird leider auch nicht unbedingt besser, wenn man Soziale Arbeit studiert hat. Da liegt viel in der Politik im Argen.

    Und was das Thema "Familie ernähren" angeht: ich weiß von einer Kirchengemeinde, die dem einzigen Erzieher im Ort, mehr Geld als den Kolleginnen bezahlt hat, mit dieser Begründung. Als das aufflog war der Teufel los.
    Ich frage mich manchmal, ob der Beruf nicht automatisch deswegen besser bezahlt werden würde, wenn mehr Männer diesen Job ausüben würden.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

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    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    http://www.lsbk.de/files/pdf/bildung...le/Erz-fhr.pdf

    Ich hoffe diesen link darf ich machen, denn es geht hier um ein Bildungsangebot, kostenfrei, staatliche Schule

    Möglichkeite das Abitur voll / FH zu machen incl. der Ausbildung, also Gesamtpaket, dann verschwendet man keine Zeit.... Und wenn der junge Mann danach doch nicht als Erzieher arbeiten will sondern noch studieren oder eine andere Ausbildung ist er wenn es gut läuft ca. 19 Jahre alt.

    Ich finde dass ist eine gute Sache
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  4. Moderation

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    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Und es zeichnet sich auch nicht in der Ausbildungsform ab. Diese ist, da schulisch, erst mal nicht vergütet und fordert in vielen Bundesländern monatliches oder halbjährliches Schulgeld. Die benötigte Fachliteratur ist teuer und muss selbst angeschafft werden. Je nach Bundesland oder Träger werden die geforderten Praktika während der Fachschulzeit nicht vergütet. Das Anerkennungsjahr wird vergütet -> volle Stelle, halber Lohn.
    Gerade in diesem Bereich tut sich momentan sehr, sehr viel. München bietet zurzeit auch ein Programm an, da gibt es während der Ausbildung auch eine Vergütung, unter bestimmten Voraussetzungen. Momentan wird einem überall der rote Teppich ausgerollt, weil händeringend Fachkräfte gesucht werden. Da stellt dann auch schon mal die Caritas Mulima ein.
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  5. Inaktiver User

    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ok, wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt: fein. Mein ich ernst. Ich lass mir aber nicht die Erfahrung wegdiskutieren, die ich zumindest "hier" im Ballungsgebiet immer wieder mache. "Hier" werden die wenigen jungen Männer immer und immer wieder sowohl von vielen Kolleginnen als auch von Eltern unter Pädophilieverdacht gestellt. Die Verzweiflung der einen und das Genöle und Genörgle der anderen Seite, die ich immer wieder aufgrund meiner Tätigkeit mit bekomme, ist weder eingebildet noch aufgebauscht.
    Es geht mir jetzt nicht ums weg diskutieren, möchte aber den Jungs, die sich für den Bereich interessieren die Angst nehmen, dass sie immer und ständig unter Dauerbeobachtung stehen. Ich arbeite in einer KiTa als Teilhabeassistentin für ein behindertes Kind mit einem Erzieher zusammen, der diese Erfahrungen auch noch nie gemacht hat. Kommt vielleicht auch etwas auf die Umgebung an sich an.

  6. Inaktiver User

    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von rebellin Beitrag anzeigen
    Das ist echt traurig, wenn da manche offenbar einen "Generalverdacht" haben ...

    Ich fände es auch schön, wenn unter den Erziehern und Grundschullehrern Männer keine Ausnahme mehr blieben. Davon würden die Kinder profitieren und sicher an der einen oder anderen Einrichtung auch das Betriebsklima.
    Ja, das ist traurig und da bin ich deiner Meinung.

    Es gab beim Träger meines Sohnes den Fall eines schwulen Erziehers, wo zwei Elternpaare wollten, dass der raus geschmissen wird, weil sie eine Gefahr für ihre Jungs sahen. Der Elternbeirat hat aber super reagiert und mit der Leitung gemeinsam beschlossen, dass es besser sei, wenn besagte Eltern ihre Kinder woanders unterbringen. Daraufhin machten diese Eltern einen Rückzieher, wollten aber, dass der Mann sich nicht mehr so "schwul" anzieht. Was auch immer das heißt, kurze Hose und FlipFlops waren wohl nicht männlich genug.

    So einen Fall hat es auch vor einiger Zeit an einer Schule gegeben: Da wollten einige Väter einen schwulen Lehrer weg haben, wegen Angst um ihre Jungs. Daraufhin erhob sich eine Mutter und verlangte die Entlassung aller Heterolehrer, weil sie Angst um ihre Tochter hätte, danach eine Mutter, die verlangte, dass alle Lehrerinnen entlassen werden, weil sie Angst um ihren Sohn hätte und somit war auch da das Thema vom Tisch - ich finde es cool, wenn Leute einfach mal normal bleiben und aufhören, andauernd irgendjemanden misstrauisch zu beäugen..

  7. Inaktiver User

    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Gedanke, dass er als potentieller Kindermisshandler gesehen werden koennte, ist mir auch schon gekommen. Aber die vielen positiven Antworten geben mir ein gutes Gefuehl. Noch hat er keine Ahnung von sowas, aber ich moechte ihn da nicht ins offene Messer laufen lassen. Ich denke, das wird in der Ausbildung dann sichelrich auch ein Thema sein.

    Ziel wird jetzt dann erstmal der Realschulabschluss und dann soll er Fachabi machen. In der Zeit kann er ja weitere Praktika machen und sich sicherer werden. Dann ist ja noch nix verloren, falls es doch was anderes wird.

    Danach dann duales Studium - das klingt gut und klingt nach einem Plan (in meinem Kopf...:-). Aber es gibt soviele. Was ist denn der Unterschied zwischen Erziehungswissenschaften und Sozialpaedagogik. So viele Begriffe.

    gruss
    chrissi
    Also mit dem Plan wird er aber doch sicher nicht Kindergärtner, wie du es so als sein Wunsch schreibst. Da könnte er direkt nach dem Ralschulabschluss einsteigen und ist früher fertig - wenn er studiert hat, wird er nicht im Kindergarten arbeiten (müssen) Da hat er dann wirklich andere Möglichkeiten.

    Gegen den Verdacht des Kindesmissbrauchs gibt es eigentlich den einfachen Tipp, dass ein Mann z.B. beim Wickeln die Badezimmertür auflässt. Damit ist schon mal das "hinter verschlossener Tür" nicht mehr gegeben. Ansonsten kommt es eh kaum zu Situationen in einer KiTa, wo man mit einem Kind alleine ist, also die Angst kann man reduzieren...

    Mein Bruder hat in diese Richtung auch noch keine negativen Erfahrungen gemacht. In der Berufsschule hieß es zwar auch oft, dass männliche Erzieher quasi schon mit einem Fuß im Gefängnis stehen
    Das erzählen mir die weiblichen Kolleginnen aber genauso: Die stehen halt wegen anderer Sachen auch mit einem Fuß im Knast, Stichwort Vernachlässigung der Aufsichtspflicht. Ich habe eine junge Kollegin, bei der in der KiTa, in der sie ihr Anerkennungsjahr gemacht hatte, die Erzieherinnen nicht merkten, dass ein Kind von den anderen eingebuddelt wurde im Sand. Komplett mit Kopf! Bis die merkten, dass ein Kind fehlt und raus bekamen, was los war, war das Kind im Sand erstickt. Die waren dran, was draus wurde, hat die junge Frau nicht mehr mit bekommen, aber das ist schon auch nicht witzig.

  8. Inaktiver User

    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von Luftpost Beitrag anzeigen
    Auch Frauen können sex. Mißbrauch betreiben. Wen es interessiert, lese Berichte von Heimkindern.

    Grüße
    Luftpost
    Oh Ja, ich kann diese Berichte kaum lesen, so elend wird mir. Vielleicht weil ich selbst eine Frau bin und mir das so überhaupt nicht vorstellen kann. Und Frauen missbrauchen sogar mit noch mehr Psychodruck als Männer, was die Sache jetzt nicht verharmlosen soll, wenn ein Mann beteiligt ist, aber es erschüttert mich doch sehr.

    Auch dass die Anzahl der kleinen Jungs, die durch Frauen in ihrer Umgebung missbraucht werden nicht ohne ist, lässt eigentlich fast den Schluss zu, dass wir genauso viel Angst vor den Erzieherinnen haben sollten, wie vor den Erziehern.
    Aber das geht gerade sehr in OT und die Frage der TE war ja eigentlich eine ganz andere...

  9. Inaktiver User

    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Danke fuer eure Antworten.

    Es macht mich gluecklich zu lesen, dass es viele positive Reaktionen gibt.

    Das bestaerkt mich - und so kann ich auch meinen Sohn bestaerken. Er hat schon gemerkt, dass es nicht einfach ist und meinte nach der Woche gleich : also Mama, das mit den eigenen Kindern ueberlege ich mir jetzt nochmal...

    Wobei die Leiterin des KiGa meinte, er wuerde mir einer intuitiven Selbstverstaendlichkeit jeweils an die Kinder herangehen und die jeweiligen Situationen sehr gut einschaetzen und klaeren koennen. Das hat mich so stolz gemacht, weil Sohnemann ja von Geburt an immer so unser Problemkind war (dauernd krank, Asthma, ADHS etc) und ich eine oft sehr unperfekte und oft ueberforderte Mutter war. Ich mich also frage, woher er diese wundervolle Gabe hat (von uns als Eltern sicherlich nicht)

    Gruss
    chrissi
    Sehr ähnlich bei uns hier! Weil sie immer die Problemkinder waren, rollen sie das System von hinten auf, sage ich mal so. Beziehungsweise mein Sohn. Ihm wird auch eine gute Intuition nach gesagt, sein Chef sagte mal, er findet es gut, jemanden in der KiTa dabei zu haben, der das ganze Mal nicht so hochpädagogisiert angeht.

  10. Inaktiver User

    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Gerade in diesem Bereich tut sich momentan sehr, sehr viel. München bietet zurzeit auch ein Programm an, da gibt es während der Ausbildung auch eine Vergütung, unter bestimmten Voraussetzungen. Momentan wird einem überall der rote Teppich ausgerollt, weil händeringend Fachkräfte gesucht werden. Da stellt dann auch schon mal die Caritas Mulima ein.
    Das Programm von München finde ich soooo klasse, da könnten sich die Hessen (gerade Rhein-Main hat ja auch ein Problem) mal eine scheibe Abschneiden!

    Leider nehmen die erst ab 21 Jahre in die Kinderpfleger Ausbildung auf, sonst hätte ich das meinem Sohn mal angetragen, leider ist er noch zu jung. aber das mit dem roten Teppich stimmt: Er kann ja auch als Helfer weiter machen, weil er sich eben über sein FSJ bewährt hat und scon 18 Monate im U3 Bereich in die Waagschale werfen konnte. Bin gespannt, wie es weiter geht, es soll ein Projekt gestartet werden für Leute wie ihn, vielleicht wird es was, mal sehen und abwarten....

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