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  1. Inaktiver User

    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo,

    wer kann mir etwas ueber die Erzieher/Kindergaertner Ausbildung erzaehlen?

    Mein Sohn moechte das gerne machen, aber ich sehe nur lange Ausbildungszeiten, 5 Jahre kein Gehalt und danach Minimal Lohn.

    Gibt es Moeglichkeiten, aufzusteigen? Zusatzausbildungen? Das Internet ist voll von Informationen, die mehr verwirren, denn Klaerung bringen.

    Freue mich ueber jede Anregung.

    Danke und Gruss
    chrissi
    Ich weiß nicht, warum es immer heißt "Minilohn" da gibt es noch zig Ausbildungsberufe, die um einiges schlechter bezahlt sind.
    Mein Sohn arbeitet als Erzieherhelfer und so schlecht bezahlt finde ich ihn nicht, als ausgebildete Friseurin oder Verkäuferin z.B. hat man weit weniger Netto aufm Konto.

    Nicht zu verachten sind auch die Vorteile des öffentlichen Dienstes: Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Sozialleistungen, Betriebsrente, ordentlicher Urlaub, kein Druck, wenn man in dem Bereich mal krank ist, weil das einfach als normal angesehen wird, wenn man ständig von Kindern angesteckt wird mit allem Kram. Gute Arbeitszeiten kommen auch noch dazu, außerdem werden junge Männer von den kindern so geliebt - lass den Bub mal machen.

    Kann aber auch sein, dass er ganz schnell die Illusionen verliert, dass das alles nur kuschelig und goldig und süß ist. Der Job ist anstrengend, die Eltern nicht ohne mit ihren Erwartungen. das muss man können!

    So und nun die Fakten: In Hessen muss man die mittlere Reife haben, wobei der Notenschnitt in den Hauptfächer Englisch, Deutsch,Mathe mindestens 3,3,4 sein muss, um überhaupt eine Chance zu haben, an einer sChule angenommen zu werden. Da macht man erst mal 2 Jahre den Sozialassistenten. Wenn man den hat, muss man sich aber wieder um einen SChulplatz bewerben, um Erzieher werden zu können, was hier in der Umgebung (3 Schulen) aber gerade echt nicht gut läuft: Die kicken tatsächlich zugunsten von Umschülerinnen oder Leuten, die ihr Studium beendet oder abgebrochen haben und jetzt in diesen Beruf möchten von der Schule und dann stehst du da...
    Das 5. Jahr ist übrigens NICHT unbezahlt, sondern ein Anerkennungsjahr, wo es dann Geld gibt: Das liegt hier in Rhein-Main zwischen 900 und 1400 Euro Netto. Auch während der Sozialassistenz ist es oft so, dass man 2 Tage in der Woche in eine Einrichtung arbeiten geht und ein Taschengeld zwischen 150 und 300 Euro bekommt, was aber vom jeweiligen Arbeitgeber/Träger abhängt.

    Karriere an sich kann er machen, wenn er mal eine KiTa leitet oder aber Heimerzieher wird, da gibt es dann mehr Gehalt. Wenn er noch irgendein Fachabi hin bekommt, kann er auch mal Erziehungswissenschaften oder soziale Arbeit studieren, die Wege sind da ziemlich offen.

    Super finde ich, dass Bayern und die neuen Bundesländer auch Hauptschüler zum Kinderpfleger ausbilden und wenn da der Abschluss gut ist, eine mittlere Reife erteilt wird, auf die man dann weiter aufbauen kann. Die haben es gerafft, dass es nicht nur die Hochwohlstudierten mit Kindern können, mein Sohn versucht, in einem dieser Bundesländer einen Schulplatz zu bekommen, wenn er genug Geld zusammen bekommt. Wenn nicht, bleibt er Helfer und verdient dann zwar weniger und kann keine Karriere als Leitung machen, aber er ist glücklich in diesem Bereich, es geht ihm gut, er kann mit Kindern, Kolleginnen und Eltern.

    Und noch der letzte Pluspunkt: Als Mann hast du in diesem Bereich alle Vorteile, die du dir wünschen kannst - es herrscht eh Mangel an Fachkräften, aber wenn in einem Stapel Bewerbungen ein Mann dabei ist, wird er bevorzugt eingeladen, mehr Jobsicherheit kann man sich eigentlich nicht wünschen.

    Ok, ich habe meinen Text nochmal durchgelesen: Ich kann nur von uns hier berichten, es läuft wirklich sehr gut. Super ist auch die Gewerkschaft für die Erzieher, es gibt da wirklich nix zu meckern.

    Und: Auch ich finde, dass er ein Praktikum machen sollte - mein Sohn ist da nach einer abgebrochenen Handwerkslehre über ein langes FSJ rein gerutscht. Durch dieses FSJ hat er die Chance erhalten, als Helfer einzusteigen, da wird auch nicht Jeder genommen.

  2. Inaktiver User

    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist deine Interpretation. Er hat schon mehrere Sachen durch, das ist jetzt das erste Mal, dass er fuer etwas begeistert ist. Und das finde ich toll.
    Und damit hast du absolut Recht und lass es dir nicht mies reden !!! War ebi uns genauso und mein Sohn geht so auf in dem Bereich! Wir hören uns leider auch viel an in dieser Richtung, allen voran immer das Genöle, ob unser Sohn nicht was gescheit bezahltes machen will und wie er es sich mal vorstellt, eine Familie zu ernähren...

  3. Inaktiver User

    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich freue mich über beinahe jeden "Kerl", der was Soziales ;-) machen will. Es sind viel zu wenig männliche Rollenvorbilder "auf dem Markt" - Kids werden zum weit, weit überwiegenden Teil heute von Frauen erzogen und gebildet, zumindest die ersten 10 Jahre bis zum Abschluss der Grundschule. Männer nehmen die kaum noch oder als Lover von Mami/Spielepapi wahr. Insofern: Thumbs up :-)). Womit aber auf jeden Fall zu rechnen ist, ist allgegenwärtiges Misstrauen. Männer in Zusammenhang mit Kindern stehen in ständigem, zumindest unterschwelligem, Päderastie-/Pädophilieverdacht - sowohl von Eltern als auch von Berufskolleginnen. Da ist die Diskussion imho durchaus hysterisiert (no pun intended). Geld ist auch nicht die Masse zu verdienen - aber der Job ernährt seine Person durchaus.
    Was ich jetzt aber mal entkräften möchte: Mit solchen Vorwürfen oder Verdachtsmomenten ist mein Sohn noch nie konfrontiert worden! Es gibt zum Glück noch genug normal denkende Menschen auf der Welt - ihm schlägt gerade von der Väterseite sehr viel Sympahie entgegen, die freuen sich bei Festen immer, dass da ein Kerl steht, mit dem man mal entspannt über die Racker palavern kann.

    Aber auch die Mamas freuen sich: Die wissen inzwischen auch, wie wichtig Männer in dem Bereich sind. Jetzt ist mein Sohn allerdings noch sehr jung, es könnte sein, dass er selbst noch als "Welpe" gilt...

  4. VIP

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    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Das sehe ich auch wie FrauE. Mein Sohn hat ein Jahr im Kindergarten und ein Jahr in der Betreuuung einer verlässlichen Ganztagsgrundschule als Praktikant gearbeitet.
    Nicht einmal kam so ein Verdacht auf. Jede Einrichtung, wie auch die Eltern, freuten sich über die männliche Betreuuung.
    Die Kinder, Jungs wie Mädels liebten hin, er war bei vielen heiss begehrt
    Seit diesem Jahr macht er die Ausbildung zum Erzieher, trotz vieler Unkerufe wie; zu wenig Geld, wie soll man(n) davon eine Familie ernähren. keine Karrieremöglichkeit etc...
    Ich habe ihn darin unterstützt es zu machen, da er sehr gut mit Kindern umgehen kann und es ihm vor allem sehr viel Spass macht.
    Mir ist doch lieber, er geht mit Freude zur Arbeit, und ihm macht sein Beruf Spass.
    Soviel Geld kanns gar nicht geben, um so etwas aufzuwiegen.
    Und by the way, wer ist denn heutzutage noch Alleinernährer einer Familie. Und auch mit weniger Geld, kann man trotz alledem noch gut leben.
    Es gibt andere, wichtigere Dinge.

    Weiterbildung, Fortbildung, so er denn will, gibt es auch genügend.
    Meiner Meinung nach sollten ruhg mehr Jungs den Erzieherweg einschlagen. Wäre das auch gesellschaftlich als Männerberuf anerkannter, so gäb es sicherlich einiges mehr an Berwerbern.
    .
    Öffne die Augen und knutsche das Leben

  5. Inaktiver User

    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Ok, wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt: fein. Mein ich ernst. Ich lass mir aber nicht die Erfahrung wegdiskutieren, die ich zumindest "hier" im Ballungsgebiet immer wieder mache. "Hier" werden die wenigen jungen Männer immer und immer wieder sowohl von vielen Kolleginnen als auch von Eltern unter Pädophilieverdacht gestellt. Die Verzweiflung der einen und das Genöle und Genörgle der anderen Seite, die ich immer wieder aufgrund meiner Tätigkeit mit bekomme, ist weder eingebildet noch aufgebauscht.

  6. Moderation

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    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Verzweiflung der einen und das Genöle und Genörgle der anderen Seite, die ich immer wieder aufgrund meiner Tätigkeit mit bekomme, ist weder eingebildet noch aufgebauscht.
    Das hat doch auch niemand behauptet?

    Es geht doch hier um einen Erfahrungsaustausch, und die einen haben halt diese, die anderen jene Erfahrung gemacht.

    Meine Tochter berichtete von einem männlichen Kollegen, der, um sich keinen Verdächtigungen auszusetzen, keine Kleinkinder wickelt. Offenbar ist dies schon ein Thema, mit dem männliche Erzieher sich auseinandersetzen müssen. Die Konsequenz kann aber nicht sein, dass Männer diesen Beruf nicht ergreifen sollten.

  7. User Info Menu

    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Das hat doch auch niemand behauptet?

    Es geht doch hier um einen Erfahrungsaustausch, und die einen haben halt diese, die anderen jene Erfahrung gemacht.

    Meine Tochter berichtete von einem männlichen Kollegen, der, um sich keinen Verdächtigungen auszusetzen, keine Kleinkinder wickelt. Offenbar ist dies schon ein Thema, mit dem männliche Erzieher sich auseinandersetzen müssen. Die Konsequenz kann aber nicht sein, dass Männer diesen Beruf nicht ergreifen sollten.
    Ist im Sprachheilkiga hier vor Ort auch so- die männlichen Mitarbeiter wickeln nicht, damit es gar nicht erst zu Irritationen in der Elternschaft kommen kann...
    Das ist aber ein Problem, was auch ehrenamtliche Jugendleiter z.B. haben. Mein Mann ist Jugendwart der örtlichen Feuerwehr und steht oft vor dem Dilemma, wie verhält man sich richtig. In den dazugehörigen Lehrgängen wird immer eingebläut- nie allein mit einem Jugendlichen ( die Jugendfeuerwehr deckt die Altersklassen 10 bis 16 ab), gleich welchen Geschlechts, in einem Raum sein. Immer einen zweiten Betreuer mitnehmen.
    Im "Dienstalltag" gibts schon mal Situationen, die schwierig sind. So kam während des Zeltlagers ein 13jähriges Mädchen - was meinen Mann von klein auf gut kennt, sie ist mit unserer Jüngsten befreundet- in Tränen aufgelöst nahezu angerannt, weil der Depp der Nachbarwehr doch tatsächlich Schluß gemacht hat...Kinderkram, aber wir wie alle wissen- das tut auch mit 13 soo weh...Aufschluchzend warf sie sich mit den Wort: "Der X ist so gemein" meinem Mann nahezu in die Arme. Allerdings auf "freier Pläte", in der Öffentlichkeit, da standen noch zig andere Leute drum herum. "Was hätte ich machen sollen?" sagte mein Mann. "Ihr ausweichen? Sie fallen lassen?" Er schob sie, von ihr unbemerkt, vorsichtig auf Abstand, drehte sich weg, legte ihr den Arm um die Schultern, beklopfte sie, sprach ihr beruhigend zu- und ging mit ihr zu seiner Kollegin.

    In diesem Fall wären die Eltern kein Problem gewesen, sie kennen uns seit Kindergartenzeiten, das Mädchen geht hier ein und aus. Es geht aber durchaus Eltern, die überall die Flöhe husten hören.

    Also - ein Thema ist es, definitiv. Vermutlich überall anders ausgeprägt, aber durchaus vorhanden.

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    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Das ist echt traurig, wenn da manche offenbar einen "Generalverdacht" haben ...

    Ich fände es auch schön, wenn unter den Erziehern und Grundschullehrern Männer keine Ausnahme mehr blieben. Davon würden die Kinder profitieren und sicher an der einen oder anderen Einrichtung auch das Betriebsklima.
    Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
    Christian Fürchtegott Gellert (1715-69)

  9. VIP

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    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    cheshirekatz, ich schrieb nicht, dass es so etwas nicht gibt.
    Sondern davon, dass mein Sohn andere Erfahrungen gemacht hat.
    Ich gehe davon aus, dass der Umgang mit Kindern, allgemein wie auch speziell, teil seiner Ausbildung sein wird, und sicherlich auch diese Seite angesprochen wird.

    Mir war es nur wichtig mitzuteilen, dass solche Argumente nicht soviel Raum einnehmen sollten, um einen Jungen, der mit Begeisterung und Spass an dem Beruf dabei ist, von Vornherein den Blick auf diese Ausbildung zu trüben.
    .
    Öffne die Augen und knutsche das Leben

  10. gesperrt

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    AW: Sohn 14, moechte Kindergaertner werden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ok, wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt: fein. Mein ich ernst. Ich lass mir aber nicht die Erfahrung wegdiskutieren, die ich zumindest "hier" im Ballungsgebiet immer wieder mache. "Hier" werden die wenigen jungen Männer immer und immer wieder sowohl von vielen Kolleginnen als auch von Eltern unter Pädophilieverdacht gestellt. Die Verzweiflung der einen und das Genöle und Genörgle der anderen Seite, die ich immer wieder aufgrund meiner Tätigkeit mit bekomme, ist weder eingebildet noch aufgebauscht.
    Auch Frauen können sex. Mißbrauch betreiben. Wen es interessiert, lese Berichte von Heimkindern.

    Grüße
    Luftpost

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