Hallo zusammen,
ich bin seit heute hier neu angemeldet.Freue mich schon auf viele interessante Diskussionen...
Habe gleich mal eine erste Frage (die mich momentan sehr beschäftigt) - vielleicht finden sich hier ja einige die in einer ähnlichen Situation waren und aus Erfahrung sprechen können.
Ich habe eine Ausbildung gemacht (Kauffrau für Bürokommunikation, Abschluss im Januar 2014) und wollte im Anschluss eigentlich studieren (etwas Richtung BWL, Marketing - was auf meine Ausbildung halt aufbaut). Nun habe ich mich doch dagegen entschieden und befinde mich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis (war auch die richtige Entscheidung, Job macht mir viel Spaß). Mein Chef würde mir nebenbei eine Weiterbildung ermöglichen (zeitliche und z. T. finanzielle Unterstützung) und nun bin ich auf der Suche nach dem richtigen Weg.
Hat jemand Erfahrung mit einem Fernstudium? Wie ist das zeitlich unter einen Hut zu kriegen mit einem Vollzeitjob? Ist das Studium hinterher genau so anerkannt wie ein "normales" Studium?
Vielleicht hat hier ja jemand ein Fernstudium gemacht und kann über seine Erfahrungen und Eindrücke berichten.
Beste Grüße!
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 20
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05.06.2014, 09:29
Fernstudium - wer hat Erfahrung?
Sieger stehen dort auf wo Verlierer liegen bleiben.
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05.06.2014, 11:08Inaktiver User
AW: Fernstudium - wer hat Erfahrung?
Es gibt nur eine Fernuni in Deutschland - Fernuni Hagen - die genau so anerkannt ist wie die Präsenzunis.
Ansonsten gibt es noch jede Menge Fachhochschulen, die Fernkurse anbieten, oder auch Privat"unis", deren Anforderungen aber mit "richtigen" Unis nicht mithalten können (klar, die wollen ihre zahlende Kundschaft nicht abschrecken).
Also: Wenn es ein Studium sein soll, das auch als Studium anerkannt ist, dann Fernuni Hagen.
Das Problem ist, dass alle möglichen Anbieter von Weiterbildungen von "Studium" reden. Ist auch nicht ganz falsch, wenn man das nicht mit "Universitätsstudium" verwechselt.
Ansonsten: Unter einen Hut zu kriegen ist das mit Disziplin, Disziplin, Disziplin. Und einigen Abstrichen am sonstigen Privatleben.
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05.06.2014, 11:16
AW: Fernstudium - wer hat Erfahrung?
Hallo Schokotaze,
ich kann die die VWA - Verwaltung und Wirtschaftsakademie empfehlen - hier kannst du im Abendstudium BWL studieren - hab ich auch so gemacht und war sehr zufrieden. Durch den gemeinsamen Regelunterricht in der Räumen der Hochschule (mit Dozenten der Hochschule) bleibt man dran, wir haben uns unterstützt und und gemeinsam auf die Prüfungen vorbereitet. Mein Mann studiert an der Fernuni in Hagen und schreibt jetzt seine Abschlußarbeit. Wichtig hier du musst selber dran bleiben - und mindestens 1 - 2 Stunden täglich einplanen... wenn du dich gut selbst motivieren kannst eine tolle Möglichkeit.
Gruß Duranie
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05.06.2014, 11:24
AW: Fernstudium - wer hat Erfahrung?
Es gibt an verschiedenen Hochschulen begleitete Online-Studiengänge, die ebenfalls akkreditiert sind. Hier muss du schauen, ob es einen Studiengang in deinem Bereich dieser Art gibt. Ich mache das, habe aber nur einen Teilzeitjob, allerdings noch Kinder. Mehr Arbeiten könnte ich nicht. Andere Kommilitonen bekommen das auch mit Vollzeit hin.
Ansonsten, wie schon empfohlen, Fernuni Hagen.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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05.06.2014, 22:05Inaktiver User
AW: Fernstudium - wer hat Erfahrung?
Ehrlich gesagt finde ich diese Aussage in ihrer Pauschalität Quatsch. Ich habe selbst ein Masterstudium bei einem privaten Anbieter absolviert und zeitgleich "über den Tellerrand" zum gleichnahmigen Studiengang in Hagen geschaut. Die inhalte waren absolut identisch, und ich sehe auch nicht, wieso die Dozenten an der Uni Hagen unbedingt besser sein sollten. Die Anforderungen waren hoch, und die Ergebnisse keinesfalls geschenkt. Einer meiner Mitsrbeitrr hat gerade erst ein Präsenzstudium im gleichen Fach an einer "richtigen" Uni studiert, und beherrscht trotz guter Noten nicht mal die Basics. Soviel zum Thema "richtiges Uni-Studium".
Und wenn ich mir Bewerber anschaue, mache ich mir nicht die Mühe, nach einer vorhandenen oder nicht vorhandenen Akkreditierung des Studiengangs zu suchen. Wichtig ist für mich eher: hat der Bewerber das aus eigenem Interesse gemacht, oder wurde ihm das vom vorherigen AG vorgegeben? Kann er die Studienwahl sinnvoll begründen? Hat er fachlich-inhaltlich was mitgenommen (kleine Wissensfragen sind immer erlaubt)?
@Schokotstze: ich würde zwei Aspekte in den Vordergrund stellen: a) semi-Präsenz-versus reines Fernstudium ( wenn das irgendwie geht, würde ich lieber Freitag und Samstags Uni haben, statt mir den ganzen Stoff ausschliesslich im Selbststudium anzueignen) und b) die fachliche Ausrichtung - du musst dir vorher darüber im Klaren sein, wo du mit dem Studium hin willst. Ich habe im universitären Erststudium was Naturwissenschaftliches gemacht und mich dann bewusst für ein breit aufgestelltes MBA-Studium entschieden, um was möglichst Komplimentäres zu meiner Erstausbildung zu machen. Für mich war das die Fahrkarte ins mittlere Management, und ich würde das jederzeit wieder so machen. Umgekehrt kann es aber auch sinnvoll sein, wenn du dich als breit ausgebildete kauffrau für Bürokommunikation für ein Spezialgebiet entscheidest -warum nicht was mit einem technischen Touch, z. B. Marketing in Neuen Medien oder Web Design?
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06.06.2014, 09:05
AW: Fernstudium - wer hat Erfahrung?
Guten Morgen,
Danke schon mal für eure Antworten!
@Aeryn_Sun: So ein Semi-Präsenz Studium wäre mir eigentlich auch sehr lieb. Und da mein AG mir zeitlich entgegen kommen würde wäre das auch gut vereinbar...gut, der Weg zur Uni wären dann für mich so um die 100 km (so weit entfernt wären die nächsten potentiellen Großstädte).
Zunächst dachte ich auch an ein BWL Studium, da man damit ja viele Möglichkeiten hat. Ich will aber andererseits kein 08/15 Studium machen, was soo viele machen. Neue bzw. Soziale Medien hatte ich tatsächlich schon im Blick, da ich in einer Online Marketing Agentur arbeite und wir viel auf diesem Gebiet machen.
Momentan liebäugel ich allerdings eher mit dem Studiengang "Gesundheitsökonomie", da ich auch in der Gesundheitsbranche arbeite und mir dieser Studiengang a) viele Möglichkeiten bietet, im Bereich Gesundheit zu arbeiten und b) diese Ausrichtung sicher immer mehr gefragt sein wird ...Sieger stehen dort auf wo Verlierer liegen bleiben.
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06.06.2014, 09:34Inaktiver User
AW: Fernstudium - wer hat Erfahrung?
Es ging mir zunächst mal darum, wie anerkannt etwas ist. Und da gibt es halt viele Weiterbildungsangebote, die sich zwar Studium nennen, aber nun mal kein Studium im engeren Sinne sind. Es ist in Deutschland nun mal nicht ganz unwichtig, ob man am Ende ein anerkanntes Zeugnis bekommt oder ein "Zertifikat".
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06.06.2014, 12:17
AW: Fernstudium - wer hat Erfahrung?
Hagen ist tatsächlich die einzige staatlich anerkannte Fernuni in Deutschland und das ist Personalern auch durchaus bekannt. Inwiefern private Fernunis schlechter dastehen, kommt sicherlich auch einfach auf den Personaler an und sicher auch noch auf die Uni an sich (viele haben durchaus einen guten Ruf). Dazu kommt definitiv das, was Nischenprodukt schreibt: Viele werben mit Schlagwörtern, die schlicht und ergreifend irreführend sind, da muss man wirklich aufpassen. Sonst hat man nachher viel Geld für ein Jodeldiplom bezahlt.
Mir war die staatliche Anerkennung einfach enorm wichtig (plus ich hatte das Geld für eine private Uni schlichtweg nicht übrig) und habe mich deshalb für Hagen entschieden.
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09.06.2014, 02:21
AW: Fernstudium - wer hat Erfahrung?
Das finde ich auch alles wichtig. Es kommt dann darauf an, was der Bewerber ausstrahlt. Die schönste Akkreditierung kann nicht helfen, wenn jemand unmotiviert wirkt.
Wenn ich noch einen Studiengang absolvieren wollte - und das ist ja die Perspektive der TE - wäre mir aber schon wichtig, ob der Studiengang akkreditiert ist oder nicht. Peer-Reviews würde ich z. B. den Vorzug vor dem CHE-Ranking geben. Das Ampel-System von CHE überzeugt mich nicht.
Das ist eine Typfrage. Manche brauchen regelmäßigen Vis-à-vis-Kontakt; entweder der Kontakte selbst halber oder weil sie sich sonst nicht zur Beschäftigung mit den Studieninhalten in erforderlicher Quantität und Qualität aufraffen können. Andere können oder wollen komplett alleine arbeiten und haben nichts gegen ein komplettes Online-Studium. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ein Fernstudium zumindest ein paar Präsenzphasen haben sollte, damit man weiß, mit wem man es überhaupt zu tun hat. Die Uni wäre andernfalls eine Art Black Box für mich. Aber da mag ich mich irren. Ich möchte es aber auch nicht ausprobieren. Wohl dosierte Präsenzen würde ich halt vorziehen.@Schokotstze: ich würde zwei Aspekte in den Vordergrund stellen: a) semi-Präsenz-versus reines Fernstudium ( wenn das irgendwie geht, würde ich lieber Freitag und Samstags Uni haben, statt mir den ganzen Stoff ausschliesslich im Selbststudium anzueignen)
Wenn sie weiß, in welche Richtung sie sich spezialisieren will, ist das sicherlich eine Option. Ich finde Spezialisierungen in der BWL sinnvoll, wenn man schon älteren Semesters ist. Andernfalls konkurriert man ggf. mit Leuten, die halb so alt sind wie man selbst. Wenn die Erstausbildung dann nicht bereits eine starke Spezialisierung enthielt, auf die man aufbauen kann, so dass die jüngere Konkurrenz allein aufgrund des Jüngerseins keinen Bonus hat, hat man m. E. keine so guten Gründe für eine breite Aufstellung. Breit ist eher undefiniert und kann bedeuten, dass man ins Schwimmen gerät. Gerade ein nebenberuflich durchgeführtes Studium sollte doch wahrscheinlich möglichst an konkrete Zukunftspläne bzw. bestenfalls -chancen geknüpft sein.und b) die fachliche Ausrichtung - du musst dir vorher darüber im Klaren sein, wo du mit dem Studium hin willst. Ich habe im universitären Erststudium was Naturwissenschaftliches gemacht und mich dann bewusst für ein breit aufgestelltes MBA-Studium entschieden, um was möglichst Komplimentäres zu meiner Erstausbildung zu machen. Für mich war das die Fahrkarte ins mittlere Management, und ich würde das jederzeit wieder so machen. Umgekehrt kann es aber auch sinnvoll sein, wenn du dich als breit ausgebildete kauffrau für Bürokommunikation für ein Spezialgebiet entscheidest -warum nicht was mit einem technischen Touch, z. B. Marketing in Neuen Medien oder Web Design?
Da sie aber noch ein junges Füllen ist, kann sie luxuriös überlegen.
Geändert von Hildegard_K (09.06.2014 um 02:57 Uhr)
Offizielles Schneggla von Garfield_3k
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09.06.2014, 02:32
AW: Fernstudium - wer hat Erfahrung?
Privatunis setzen noch viel stärker als staatliche Unis auf direkte Verwertbarkeit von Studieninhalten auf dem Arbeitsmarkt. Staatliche Unis haben seit Bologna auch eine deutliche Employability-Komponente, aber nach wie vor auch einen breiten Bildungsauftrag, den ich auch vorziehen würde, weil eine direkte Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt sehr leicht bedeuten kann, dass man sich Qualifikationen abholt, die jetzt gerade heiß gehandelt werden und vielleicht in ein paar Jahren an 'Wert verlieren'. Ein Studium sollte auch immer einen hohen Anteil an übertragbaren Fähigkeiten enthalten, damit man sich von temporären Trends relativ unabhängig machen kann.
Aber man muss Fernstudiengänge nicht mehr so diskutieren, als ob es nur Hagen und Privatanbieter gäbe. Es gibt mittlerweile auch sämtliche Fern- und/oder Blended-Learning-Angebote (ganze Studiengänge oder Zertifikatslehrgänge) an staatlichen Hochschulen. Da tut sich mittlerweile aufgrund der demografischen Entwicklung einiges. Die Hochschulen müssen sehen, dass sie nach 2020 noch ausreichend Studierende haben und setzen darum u. a. verstärkt auf Fern- und/oder Blended-Learning.
Hagen hat eine hohe Abbrecherquote von angeblich 70 %. Das dürfte allerdings von Studiengang zu Studiengang variieren. Die U ist wohl auch arg überlastet: http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-961130.html Es gibt mittlerweile so viele, die berufsbegleitend noch 'eins drauf setzen' wollen. Vielleicht wäre den Leuten gedient, wenn sie nicht nur Hagen wahrnehmen würden. Da dürfte manchmal schon Kursnet der Agentur für Arbeit weiterhelfen. Kursnet ist gar nicht schlecht, war mal Testsieger bei Stiftung Warentest.Geändert von Hildegard_K (09.06.2014 um 02:52 Uhr)
Offizielles Schneggla von Garfield_3k



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