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    1. Person Singular in wissenschaftlicher Arbeit?

    Hallo ihr erfahrenen Wissenschaftler,
    ich lese gerade eine Diss eines Biologen zur Korrektur (als Freundschaftsdienst, nicht als Betreuerin). Was mir daran auffällt, ist, dass er sehr viele Sätze mit "ICH" schreibt (Ich wertete die Versuche... aus).
    Ich habe selbst eine Diss (auch Biologin) verfaßt, halte mich aber nicht für das Maß aller Dinge. Mir kommt das nicht richtig vor. Ich habe im Online Katalog unserer Bibliothek schon in den digitalen Versionen der abgegebenen Arbeiten gesucht, das Wort "Ich" aber maximal in der Danksagung gefunden.

    Ist die Verwendung der 1.Person Singular (und vielleicht auch Plural- so steht es häufiger in wissenschaftlichen Publikationen) unüblich, verboten, Ansichtssache, oder was?

    Dankeschön
    Laborschnecke
    Das Leben ist wie eine Flasche Ketchup: Erst kommt lange nichts und dann alles auf einmal!

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    AW: 1. Person Singular in wissenschaftlicher Arbeit?

    Hallo Laborschnecke,

    bei uns ist das nicht erlaubt. In den Gutachten fällt das dann in den Bereich "Sprache" und dort steht "...hätte auf den Gebrauch der 1. Person Singular verzichten sollen". Denn es handelt sich ja um einen wissenschaftlichen Text und der sollte mit Distanz geschrieben werden. Ich kenne aber Lehrstühle, bei denen das toleriert wird. Also, wenn Du die Arbeit als Freundschaftsdienst Korrektur liest, würd ich ihn drauf hinweisen, dass das evtl. nicht so gut angkommt.

    LG
    Nimwen

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    AW: 1. Person Singular in wissenschaftlicher Arbeit?

    Hallo Nimwen,
    danke.
    Ich muß dazu auch sagen, dass gerade bei naturwissenschaftlichen Arbeiten mit praktischem Anteil im Methodenteil ewig Passiv verwendet werden muß (Der Ansatz wird bei... inkubiert). Das hat mich in meiner Diss auch ziemlich gelangweilt.
    Da würde ich das vielleicht noch akzeptieren, aber er verwendet "Ich" auch in der Einleitung (insbesondere in der Zielstellung) und im Ergebnisteil... zur Diskussion bin ich noch nicht gekommen.
    Das Leben ist wie eine Flasche Ketchup: Erst kommt lange nichts und dann alles auf einmal!

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    AW: 1. Person Singular in wissenschaftlicher Arbeit?

    Mein Betreuer hat bei meiner Magisterarbeit gesagt, dass er solche gezwungene Neutralität nicht mag. An manchen Stellen muss einfach ein Ich stehen, da ja klar ist, dass der jenige, der schreibt, über sich spricht. Ich finde solche Sätze wie "Der Verfasser...." "Der Autor...." auch irgendwie deplaziert.
    Ich denke, man sollte es nicht übertreiben mit dem Ich aber an den richtigen Stellen ist es wohl angebracht.

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    AW: 1. Person Singular in wissenschaftlicher Arbeit?

    Zitat Zitat von Laborschnecke
    Da würde ich das vielleicht noch akzeptieren, aber er verwendet "Ich" auch in der Einleitung (insbesondere in der Zielstellung) und im Ergebnisteil... zur Diskussion bin ich noch nicht gekommen.
    In der Einleitung hat ein Ich wirklich nichts zu suchen. Es kann ja auch geschrieben werden "In dieser Arbeit wird...".

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    AW: 1. Person Singular in wissenschaftlicher Arbeit?

    Hallo nochmal,

    Passiv-Konstruktionen sind bei uns allerdings auch verpönt



    Da wirds dann langsam schwierig.

    Ok, wenn man wie in Datakrfijs Beispiel, über sich selbst schreibt, ist es natürlich blöd mit "Der Verfasser". Das würd ich mir wohl auch eher verkneifen.

    Aber mal als Beispiel, wie es vielleicht in Einleitung sein könnte:
    Statt
    "In dieser Arbeit gehe ich der Frage nach..."
    eher
    "Diese Arbeit geht der Frage nach...."
    oder so.
    Im Extremfall halt auch mal passiv.

    Hatte anfangs immer ein Problem damit, dass eine Arbeit/ein Kapitel/ein Aufsatz sich aktiv einer Frage widmen kann oder einer Frage nachgehen kann oder so, aber mein Chef will es z.B. so und inzwischen hab ich mich dran gewöhnt.

    LG
    Nimwen

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    AW: 1. Person Singular in wissenschaftlicher Arbeit?

    Passiv ist schon erlaubt- ich denke bei praktischen Arbeiten geht das kaum anders, es sei denn, man beschreibt die Protokolle stichwortartig (auch nicht gern gesehen).
    Also, ich werde wohl nicht jedes Ich durchstreichen, aber ihn darauf hinweisen, dass er in jedem Fall noch mal mit Betreuern, Prof. uä sprechen soll.

    Danke Euch beiden!
    Das Leben ist wie eine Flasche Ketchup: Erst kommt lange nichts und dann alles auf einmal!

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    AW: 1. Person Singular in wissenschaftlicher Arbeit?

    Hallo..
    hehe, das ist so witzig, denn bei uns gilt: Ich-Form ist verpönt, maximal noch in der Einleitung erlaubt. Und wenn einem Zweifel kommen, soll man auf "die Verfasserin" "die Autorin" etc. zurückgreifen (oder natürlich passiv herumkonstruieren). Ich nehme also an, es kommt sehr stark auf den Betreuer drauf an, Dein Kollege sollte sich vielleicht am besten dort informieren.
    Viele grüsse,
    Tigerin

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    AW: 1. Person Singular in wissenschaftlicher Arbeit?

    Hallo Tigerin,
    ganz genau. Ich kenne weder seinen Betreuer noch die Uni. Da kann ich eben nur mit meiner eigenen Meinung aufwarten.
    Ich danke auch Dir.
    Und ganz liebe Grüße
    Laborschnecke
    Das Leben ist wie eine Flasche Ketchup: Erst kommt lange nichts und dann alles auf einmal!

  10. Inaktiver User

    AW: 1. Person Singular in wissenschaftlicher Arbeit?

    Hallo Laborschnecke,

    mal abgesehen davon, dass da die Ansichten etwas auseinander gehen: So wie du das beschreibst, ist dir der Gebrauch der 1. Person sehr ins Auge gesprungen. *Dann* ist es bestimmt stilistisch unschön und unangebracht. Zwar ist es heute nicht mehr ganz so verpönt, auch mal "ich" zu schreiben und man muss nicht mehr solche gruseligen Formulierungen wie "Der Autor ist jedoch der Meinung..." verwenden. Aber eine bestimmte Art, von sich selbst zu schreiben, wirkt sofort unprofessionell: "Ich gab dann etwas Schwefel hinzu und beobachtete..." Ich glaube, da ist dein Gefühl ganz richtig, und die inflationäre Verwendung von "ich" kommt ganz sicher nirgendwo gut an.

    Apfeltasche

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