Hallo allerseits,
Aveda hatte ja vor einigen Tagen bereits ein posting in die Richtung gestartet, nur leider hat sie es jetzt gelöscht. Ich denke allerdings, dass dieses Thema doch sicher viele nach dem Studium betrifft und möchte daher gerne diesen Strang dazu aufmachen.
Zu meiner Situation: Habe im Dezember meinen Master abgeschlossen, erst einmal einen Monat gepflegt ausgespannt (war echt total KO) und habe vor ca. 6 Wochen angefangen mich verstärkt nach Jobs umzusehen. Viele offene Stellen habe ich bisher nicht gesehen und die, auf die ich mich beworben habe, haben sich noch nicht gemeldet, sprich ich nehme an sie haben kein Interesse an mir.
Einige Aspekte, die mir besonders zu schaffen machen: Stimmungsschwankungen (nein die Wechseljahre können es noch nicht sein). Manchmal bin ich voller Elan und Selbstbewusstsein und denke mir es wird schon bald klappen, ich werde schon bald etwas finden. Und kurze Zeit später fühle ich mich nahezu depressiv, glaube es kann nichts werden und sehe mich in irgendwelchen dead-end Jobs.
Ein anderer Aspekt ist sicher, der, dass ein Lebensabschnitt abgeschlossen werden muss. Ich habe meine Studium geliebt und war die letzten Jahre hier superglücklich. Ein Doktorandenstudium kommt für mich momentan allerdings nicht in Frage, denn ich möchte in der 'richtigen' Welt Erfahrungen sammeln. Aber irgendwie fühle ich mich innerlich noch nicht bereit Abschied zu nehmen. Kann natürlich auch die Angst vor was Neuem sein, bzw. könnte es daran liegen, dass ich noch nichts Neues habe wo ich aufgehen könnte.
Konkret habe ich jetzt beschlossen mir eine täglichen Ablauf anzugewöhnen, der sich aus Bewerbung für offene Stelle schreiben, einschlägige Jobsuchseiten im Internet durchforsten, Initiativbewerbungen zusammenstellen und einschlägige Firmen- und Organisationsregister durchgehen für evt. Initiativbewerbungen. Gleichzeitig jobbe ich ab und an (hier werden immer mal wieder Stunden- oder Tageweise Leute für Büroarbeiten o.ä. gesucht), damit wenigstens ein bisschen Geld in die Kasse kommt und ich nicht meine Ersparnisse gänzlich aufbrauche.
Jetzt aber genug von mir. Vielleicht findet sich ja eine Gruppe hier, wo wir uns gegenseitig austauschen können. Mir fiel auf, dass es schon eine Hilfe ist sich einfach mal anonym auskotzen zu können, ohne Freunde und Familie auch noch belasten zu müssen.
LG
SarahMiller
PS: Vielleicht fragen sich einige warum ich das nicht im Jobforum gepostet habe, bzw. warum ich mich dort nicht in einen der Arbeitssuchstränge austausche. Liegt einfach auch daran, sich über den Berufseinstieg nach dem Studium/Abschluss dieser Lebensphase austauschen zu können.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 34
-
14.03.2006, 13:45
Berufseinstieg - Jobsuche - Studienende
-
14.03.2006, 15:51
Re: Berufseinstieg - Jobsuche - Studienende
Hallo SarahMiller,
klasse, daß Du einen neuen Strang aufgemacht hast -würde mich gerne mit Dir und anderen "Leidensgenossen" austauschen. Ich empfand Deine Antwort auf mein ursprüngliches posting als sehr wohltuend...Du hast es ja gelesen und kennst meine Ausgangssituation.
Darf ich direkt zu Anfang fragen, wie alt Du bist und was konkret Du studiert hast/welchen Master Du hast/in welche Richtung du gehen möchtest?
(Ich würde auch gerne noch einen machen, allerdings möchte ich zunächst einmal so 2 Jahre arbeiten. Von Lehrjahren habe ich erstmal genug, da ich ja gerade 30 geworden bin. Dies allerdings nur nebenbei, Fokus liegt definitiv auf job ab Sept./Okt.)
Von Deinen beschriebenen Stimmungsschwankungen kann ich ein Lied singen. Gestern kam ich vom job, hab mich weinend ins Bett gelegt und eine unglaubliche Müdigkeit empfunden. Heute hingegen ist mein Kampfgeist wieder erwacht; ich bin einfach sehr volatil momentan. Da ich einen Halbtagsjob mache und dort nicht heulend rumlaufen kann, muß ich mich allerdings dringend etwas festigen. Auch fürs Studienende im Sommer. Hier habe ich allerdings einen klasse Kommilitonen zum Freund, der eine echte Hilfe ist.
Was allerdings unerläßlich ist für mich (da ich auch mal einen langen Tag arbeite und am nächsten Tag frei habe für die Uni): morgens früh aufstehen, duschen, anziehen und ein Programm abspulen, da ich sonst durchhänge und in eine richtige Endzeitstimmung verfalle. Du hast also völlig recht mit der Idee eines regelmäßigen Tagesablaufs, denke ich.
Jobbörsen schaue ich mir auch an (monster.de, stepstone, jobpilot), an Initiativbewerbungen traue ich mich aber noch nicht, da ich ja auch noch keine Abschlußnote anbieten kann. Bisher bin ich zwar sehr gut, aber halt noch nicht fertig. Und vor allem: weil ich kein konkretes Berufsbild habe, worauf ich mich bewerben könnte. Was schwebt Dir denn so vor?
Dies und mehr hoffe ich nun doch noch hier (in Harmonie) besprechen zu können;)
Gruß Aveda
-
14.03.2006, 15:56Inaktiver User
Re: Berufseinstieg - Jobsuche - Studienende
Hallo Sarah,
ich habe diese Phase zwar bereits hinter mir, aber kann mich noch gut daran erinnern, wie es bei mir war und will dir deshalb dazu etwas schreiben.
ich fand es auch ziemlich schwierig / traurig, die lebensphase "studium" hinter mir zu lassen und etwas neues anzufangen, was bei mir auch gezwungenermaßen (habe in einer recht kleinen stadt studiert) mit einem umzug und kompletten neu-anfang verbunden war. auf der einen seite wollte ich das noch nicht, auf der anderen seite hatte ich angst, keinen job zu finden und in der uni-stadt hängenzubleiben. ich hab dann erst noch ein praktikum gemacht um eine "übergangsphase" zu haben - arbeiten, aber trotzdem noch in der alten stadt sein, in der wg, bei den freunden etc. als das praktikum und der sommer rum waren, hab ich dann gemerkt, dass es weitergehen muss- und fleißig bewerbungen geschrieben. zum glück hats dann auch recht schnell geklappt mit dem ersten job.
ich finde, es ist ok, sich ein paar wochen auszeit zu nehmen und ne weile der guten, alten zeit hinterher zu trauern.. aber dann muss es halt weitergehen.
dir viel erfolg dabei!!
Lillan
-
15.03.2006, 10:03
Re: Berufseinstieg - Jobsuche - Studienende
Hallo Ihr zwei,
schön, dass Ihr Euch gemeldet habt!
Aveda, leider weiß ich nicht wirklich was über Deine Situation, da Du Dein Posting schon gelöscht hattest im anderen Strang bevor ich ihn gesehen habe.Habe also nur vermutet, dass es sich bei Dir um eine ähnliche Situation handelt aufgrund der Überschrift und der Antworten der anderen. Vielleicht magst Du ja nochmal das Wesentliche zusammenfassen?
Lillan, schön zu hören, dass das alles auch einmal vorbei ist.
Ich weiß genau was Du mit der Unistadt meinst. Ich habe auch den Großteil meines Studiums in einer Stadt verbracht, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. HInzu kommt bei mir noch, dass ich eigentlich nicht so der Großstadtfan bin, meine beruflichen Perspektiven es aber nahezu unumgänglich machen nicht in eine Großstadt zu ziehen 
Vielleicht daher mal kurz zu mir: ich bin 26 und habe Umwelt und Entwicklung studiert. Möchte auch langfristig in der Entwicklungsarbeit, Schwerpunkt nachhaltiger Tourismus, aktiv werden. Leider ist es sehr schwierig in dieses Feld einzusteigen. Es gibt kaum sog. 'entry level' Positionen. Daher kam dann auch meine Idee zunächst einmal in meinem Bereich, also (nachhaltiger) Tourismus tätig zu werden ohne dass das gleich an Entwicklungländer geknüpft ist, damit ich erst einmal 2-3 Jahre Berufserfahrung ansammeln kann. Aber bisher ist da noch nichts dabei rumgekommen. Daher muss ich mich jetzt wirklich mal an Initiativbewerbungen machen
OK damit hatte ich schon zweimal bei Praktika Erfolg, aber ob das bei 'bezahlter' ARbeit auch so gut läuft 
So dann geh ich mal Infopacks für eine der Fakultäten hier zusammenstellen (mein Gelegenheitsjob für heute und morgen
).
LG
SarahMiller
-
19.03.2006, 08:40
Re: Berufseinstieg - Jobsuche - Studienende
Hey hier 3 (?!),
ich melde mich nun auch mal zu Wort, weil ich mich in einer ziemlich ähnlichen Situation befinde. Ich habe gerade mein Studium abgeschlossen in einer süßen Studentenstadt. Ich habe dann aber direkt mit einer Weiterbildung angefangen (auch in dieser Stadt). Diese wird sich noch über 4,5 Jahre hinziehen, sind aber nur Wochenendseminare alle ca. 3 Wochen.
Weil ich gerne noch etwas anderes von der Welt sehen wollte, bin ich für ein einjähriges Praktikum, das für die Weiterbildung nötig ist ,in eine andere Stadt gezogen, ca. 300km entfernt. Und alle drei Wochen fahr ich halt zurück, mach die Seminare und besuch meine alten Freunde.
Zuerst war ich auch ziemlich wehmütig und habe die Entscheidung, hierher zu ziehen, einige male in Frage gestellt. Ich kenn hier noch nicht besonders viele Leute und ich brauch auch immer ein bisschen Zeit, um mich in einer neuen Stadt zu akklimatisieren. Dazu das dauernde Pendeln, das zum Ende der Weiterbildung noch eher schlimmer i.S.v. häufiger werden wird.
Andererseits steh ich nach wie vor hinter der Entscheidung. Ich bin auch mit meinem Freund hierher gezogen - bin also nicht ganz alleine. Der wird nun allerdings höchstwahrscheinlich im Oktober hier ne Ausbildung anfangen, so dass mein Plan, dass ich ja jederzeit wieder zurückziehen kann, wenn es mir nicht gefällt, so ein bisschen untergeht.
Ich vermiss die Studienzeit oft, besonders, dass ich in der Uni so viele Leute kannte, mit denen ich spontan und unkompliziert Kaffee trinken oder ausgehen konnte. Andererseits sage ich mir auch oft, dass die anderen jetzt auch alle irgendwann fertig werden / sind und kaum jemand bleibt in der Stadt. Die Zeiten wären also eh vorbei. Eine Freundin, die noch da wohnt, sagte zu mir am Telefon, dass sie sich irgendwie als übriggebliebene fühlt. Ist wohl auch nicht so toll :)
Ich glaube auch, dass das mit der Tagesstruktur total wichtig ist. Wäre es für mich auf jeden Fall ganz bestimmt :) Allerdings stellt sich das Problem für mich z.Zt. gar nicht, weil ich Voll-Zeit-Praktikantin bin. Aber wie es danach weitergeht: Keine Ahnung. Und ich finde, sone scheiß Unsicherheit sitzt einem irgendwie im Nacken.
Naja, ich wünsche Euch jedenfalls allen einen erfolgreichen und glücklichen Berufseinstieg!
Liebe Grüße
Josefin
-
19.03.2006, 12:15
Re: Berufseinstieg - Jobsuche - Studienende
Hallo Josefin,
schön, dass Du Dich zu uns gesellst
In welchem Bereich machst Du denn Dein Praktikum? Ich hoffe es ist eine bezahlte Stelle (kann man ja heutzutage leider nicht mehr davon ausgehen
). Ich verstehe Dich sehr gut bzgl Umzug etc. Ich habe in den letzten 6 Jahren an insgesamt 7 verschiedenen Orten gelebt, bedingt durch Praktika und Auslandssemster. Ich habe das immer sehr genossen und mit einer Außnahme auch immer schnell neue Freunde gefunden (mit denen ich auch noch immer im Kontakt bin
). Aber ich glaube es fiel mir deshalb so leicht, weil ich ja meine Unistadt immer als 'Basis' hatte. Ich kam ja immer hierher zurück. Während wenn ich jetzt woanders hingehe ich wahrscheinlich für immer Abschied nehmen muss. Deswegen fällt es mir wohl auch so schwer
Was das Weggehen von Leuten betrifft, das habe ich auch ganz stark nach meinem BA so empfunden. Habe dann aber zum Glück neue Freunde gefunden bzw der Kontakt mit einigen Bekannten hat sich dann verstärkt und durch meine Nebenjobs kenne ich auch 'richtige' Einheimische
Aber das Gefühl ist in einer kleinen Unistadt sicher immer da, weil es außer der Uni hier kaum MÖglichkeiten gibt.
@ all
Es gibt zumindest gute Neuigkeiten: ich habe übernächste Woche ein Vorstellungsgespräch bei einer Umweltschutzorganisation hier im nahegelegenen Nationalpark (ca. 45 Min mit dem Auto). Muss dafür eine Präsentation vorbereiten
Es ist ja mein erstes richtiges Vorstellungsgespräch überhaupt
Bei meinen Praktika lief immer alles über Email (na ja ich wurde ja auch nicht entlohnt
) und einmal hatte ich ein Telefon-Vorstellungsgespräch.
Dürft Ihr mir also Montag in einer Woche die Däumchen drücken.

Ansonsten lief das mit meinem Tagesplan diese Woche nicht so gut. Habe immer noch keine Initiativbewerbungen losgeschickt, aber wenigstens immer die einschlägigen Jobseiten durchforstet. Vielleicht können wir ja jmd engagieren, der mit der Peitsche hinter uns steht und uns ein bisschen Dampf macht?
Dann mal noch einen schönen Sonntag allerseits!
LG
SarahMiller
-
19.03.2006, 14:09
Re: Berufseinstieg - Jobsuche - Studienende
Viel Glueck fuer morgen

Kennst Du die web-site jobs.ac.uk? Die schicken einem regelmaessig die Job Angebote im
akademischen Betrieb.
Cassis
-
19.03.2006, 15:48
Re: Berufseinstieg - Jobsuche - Studienende
Danke Cassis!

Ja die Seite kenne ich. Das Vorstellungsgespräch ist übrigens erst Montag in einer Woche, nicht dass Du mir noch am falschen Tag Däumchen drückst
.
LG
SarahMiller
-
20.03.2006, 17:53
Re: Berufseinstieg - Jobsuche - Studienende
Hey Sarah,
natürlich (?) ist das Praktikum, das ich mache, unbezahlt. Ich bin Psychologin und mache gerade die Weiterbildung zur Psychotherapeutin. Die geht über 5 Jahre und kostet richtig Asche. Ein Horror - denn dazu kommt das eine Jahr Praktikum in der Psychiatrie, in dem man keinen Anspruch auf Vergütung hat, und die Kliniken wissen das.
Ja, und Leute kennengelernt habe ich hier noch nicht so richtig. Fällt mir aber eigentlich auch nicht so schwer. Aber während des Studiums ist es natürlich trotzdem viel einfacher. Ich weiß, dass ich auch immer einige Zeit brauche, um mich in einer neuen Stadt zu akklimatisieren. Sogesehen bin ich froh, dass ich nicht so viele kurze Praktika in verschiedenen Städten machen muss.
Am Samstag Abend werde ich das erste Mal mit ein paar Mädels, die ich beim Tanzen kennengelernt habe, ausgehen. Einerseits freu ich mich drauf, andererseits muss ich mich auch ein bisschen dazu aufraffen, weil es für mich halt noch nicht so locker und vertraut ist, wie es in Oldenburg war, wenn ich mit meinen Freundinnen ausgegangen bin. Aber nur so kanns besser werden
Und, SarahMiller, ich habe damals im Studium gehört, dass die meisten ihre Stelle durch eine Initiativbewerbung erhalten. Vielleicht ist das in Deinem Bereich ja anders, aber vll lohnt es sich eben doch.
Das mit der Präsentation beim Vorstellungsgespräch klingt ja unangenehm. Weißt Du denn schon das Thema? (Wäre logisch, ne?) Ich hatte schon mehrere Vorstellungsgespräche. Ist meistens halb so wild.
Ich wünsche Dir jedenfalls alles, alles Gute für Montag!
Wünsche Euch einen schönen Abend!
Josefin
-
20.03.2006, 21:30
Re: Berufseinstieg - Jobsuche - Studienende
Hallo Josefin,
jetzt bin ich dann doch geschockt. Dass man für kurze Praktika (so 2-3 MOnate) nicht bezahlt wird, ist ja mittlerweile leider normal. Kenne auch jemanden, der ein halbes Jahr unbezahlt gearbeitet hat, aber ein Jahr
... echt unverschämt.
Kriegst Du denn in der Zeit eine Unterstützung? Bafög geht ja wahrscheinlich nicht mehr oder gilt das noch als Erstausbildung? Gibt es denn Stipendien?
Ist doch super, dass Du durchs Tanzen einige nette Leute getroffen hast
Das schwierigste ist immer die ersten 2-3 Leute kennenzulernen. Danach entwickelt sich ja immer eine Art Eigendynamik. Man trifft Freunde der Freunde usw. Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich sobald ich allein gewohnt habe und nicht durchs Studium oder Praktikum Leute kennengelernt habe, wirklich Schwierigkeiten hatte jemanden zu treffen. Von dem her find ich es doppelt klasse, dass Du die Mädels durchs Tanzen kennengelernt hast.
Was Du über die Initiativbewerbungen gesagt hast, stimmt wahrscheinlich echt. Oh Herr lass Motivation vom Himmel regnen (oder alternativ gib mir nen A****tritt
).
Dann mal eine schöne Depri-freie Woche allerseits
LG
SarahMiller


Zitieren
