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    AW: Disziplin und Diss

    Hallo

    Ich hole das Thema nach langer Zeit mal wieder nach oben ... vielleicht sind im Forum noch ein paar Ehemalige dieses threads oder andere, die mir ein wenig das Händchen halten können

    Kurz zu mir: Ich war bzw. bin Langzeitpromovierende aus Leidenschaft - die Arbeit ist abgegeben und demnächst, nach über 13 Monaten Wartezeit nach der Abgabe, habe ich in ein paar Wochen meine Disputation. Die Gutachten kenne ich nicht, da die Promotionsordnung dies nicht vorsieht. Es wird also ein Blindflug bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses nach der Disputation sein. Da sich mein Leben in der Zeit von Beginn bis zur Abgabe der Diss sehr verändert hat, und ich auch keine wissenschaftliche Karriere mehr anstrebe, spielt die Note an sich für mich keine besondere Rolle mehr, trotzdem möchte ich mich natürlich nicht völlig blamieren.

    Ich habe mein Thema anfangs geliebt, habe Großes damit vorgehabt, dazwischen resigniert und dann nur noch fertig geschrieben. Das Beenden der Arbeit war für mich persönlich sehr wichtig, es steckte bereits so viel Lebenszeit und Wissen darin, dass ich nicht einfach aufgeben wollte...

    Vor zwei Wochen habe ich nun eine Nachricht von meinem Doktorvater bekommen, das demnächst die Disputation ansteht .... einen offiziellen Bescheid habe ich bislang noch nicht erhalten, aber ich gehe davon aus, dass sich bis dahin die Situation wegen Corona wieder beruhigt hat und die Prüfung am vorgeschlagenen Termin stattfinden wird.

    Seit heute sitze ich also wie die Maus vor der Schlange vor meiner Arbeit, ich weiß, ich sollte nun wirklich dringend beginnen, mich auf meine Disputation vorzubereiten, aber - ich fühle mich ganz weit weg, habe das Gefühl, ich habe alles vergessen, was ich geschrieben habe und dass sowieso alles Mist gewesen ist. Fühle mich unfähig und etwas doof, und alles in mir wehrt sich, meine Arbeit nochmal zu lesen.

    Hat jemand ein wenig Optimismus, nette Worte oder einen kleinen Popotritt für mich?

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    AW: Disziplin und Diss

    ... mittlerweile habe ich es immerhin geschafft, das Dokument zu öffnen, auszudrucken und das erste Kapitel durchzulesen. Selbstverständlich denke ich bei jedem dritten Satz, dass das aber noch deutlich besser gegangen wäre oder (falls es ein besonders schöner Satz ist) ob das tatsächlich von mir sein kann

    Und dauernd höre ich, freu dich doch, ist doch toll oder du kannst richtig stolz auf dich sein. Nö. Bin ich aber nicht, es fühlt sich an wie eine Mischung aus Furunkel und Fußpilz. Die Luft ist raus, und ich bringe es jetzt eben zu Ende, weil dies halt meinem Arbeitsethos entspricht. Ich hoffe, ich entwickle in den nächsten Tagen wieder ein wenig Leidenschaft und Interesse, sonst wird es eine sehr traurige mündliche Prüfung....

    Bleibt gesund

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    AW: Disziplin und Diss

    Liebe Kikerikii.

    vielleicht hilft es dir, wenn du nicht denkst "ich muss soviel machen", sondern "ich darf heute nur maximal 1 Kapitel lesen, mehr darf ich gar nicht machen".

    Alternativ: nimm dir für jede geschaffte Etappe eine Mini-Belohnung vor.

    Was vielleicht auch geht: nimm die Perspektive von dir weg. Tu so, als ob du das für jemanden anders liest und vorbereitest, also als ob dich jemand damit beauftragt hätte, diese Sache zu erledigen. Eventuell kannst du diese Szene auch mit Halmafiguren o.ä. nachspielen. Also ein Halmastein ist der Beauftragte, der dem anderen Halmastein erzählt, was er alles gelesen, zusammengefasst und realisiert hat. (Es gibt auf YouTube einen Kanal, der heißt "Sommers Weltliteratur To Go), da wird deutlicher, wie ich das meine mit den Spielfiguren.

    Alles Gute für dich

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    AW: Disziplin und Diss

    Liebe vloubout, ich danke dir sehr, es hilft mir tatsächlich ungemein Das Zurücknehmen oder auch eine Art Stellvertreterposition einzunehmen, hilft mir, meiner eigentlichen Hemmung entgegenzutreten und diese aufzulösen (ein wenig zumindest).

    Es sind die alten Dämonen und Ängste, nicht zu genügen. Zu schlecht, zu dumm, zu unfähig zu sein. Dabei bin ich ein nicht mehr blutjunges Semester mit einer dicken Portion Lebenserfahrung im privaten und beruflichen Bereich, habe objektiv betrachtet, einiges geleistet. Nur in meinem Inneren, da komme ich nicht hinterher. Und das holt mich gerade gnadenlos ein.

    Ich starte also mit dem nächsten Kapitel und frage mich, warum um Himmels willen ich so viel geschrieben habe

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