Hallo Mädels,
wie läuft es bei Euch?
Heute mal ein kleineres Erfolgserlebnis gehabt - nachdem ich eigentlich seit Tagen nur noch Seminararbeiten korrigiere neben meiner Kollegin, die ständig was für ihre Diss macht und immer jubelt 'Hach, jetzt passt das so schön zusammen' 'Hach, jetzt habe ich schon 250 Seiten...' usw. - Ich habe mich in der Bib eingeigelt seit 8 Uhr früh und seitdem schon drei Seiten geschrieben, und ich finde auch, dass so langsam einige der Puzzleteile zusammenpassen und aufeinander aufbauen. *glücklicherleichterseufz*
Ich geh dann mal wieder zurück an den Schreibtisch, mache nur gerade Surf- und Kaffeepause.
Tschakkatschakkatschakkatschakkatschakkatschakka und so. Da ich über Pfingsten nicht wegfahre, hoffe ich, dass die gute Phase anhält. Wie sieht's bei Euch so aus?
Gruss, Tigerin
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Thema: Disziplin und Diss
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02.06.2006, 11:10
Jemand da?
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07.06.2006, 09:25
Re: Jemand da?
Hallo Tigerin und ihr anderen,
ja, ich bin fertig. Endlich. Es war heftig und ich habe erst hinterher erfahren, dass es um eine Note ging, die ich vielleicht noch hätte bekommen können. Hat nicht geklappt, ist aber egal... es lief immer bescheidener als bescheiden, jetzt bin ich durch. Basta.
Im Moment sehne ich mich nach Urlaub. Ich werde aber erst einmal umziehen und zwar privat wie beruflich. Hier am Institut läuft gerade ein fröhliches Labortauschen.
Ab August kann ich dann vielleicht mal darüber nachdenken.
Ich drücke Euch allen die Daumen. Wenn es zusammen paßt, ist es immer ein gutes Zeichen. Nicht aufgeben.
Ich gebe zu, ich hatte gehofft, glücklicher zu sein...
Liebe Grüße
Birgit
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07.06.2006, 10:44
Re: Jemand da?
Liebe Birgit!
Erst einmal ganz, ganz, ganz HERZLICHEN Glückwunsch!!!!! Du hast es geschafft! Ich ziehe meinen Hut vor Dir, Dr. Laborschnecke!!!! Yippiyeah!!!
Ich kann verstehen, dass Du Dich jetzt so fix und fertig fühlst. Nach jeder grossen Anstrengung kommt immer erst einmal ein Loch. Das ist doch normal! Die Enttäuschung kann ich verstehen - aber ich wage mal zu behaupten, dass Du mit jeder Note jetzt Dich erschöpft und müde, ausgelaugt etc. fühlen würdest. Du musst Dich erst einmal neu orientieren, oder? Ein Umzug ist da vielleicht wirklich gut. Du wechselst jetzt sozusagen die Perspektive in mehr als einer Hinsicht.
Lass alles absinken, versuch, gut zu Dir zu sein, und freu Dich. Du hast etwas geschafft, was viele Menschen nicht einmal wagen würden zu beginnen. Du hast hart gearbeitet, und jetzt kannst Du langsam mal wieder um Dich gucken und überlegen, wohin Du willst und so.
Trink Dir ein Gläschen Sekt oder auch mehrere! Und sag Dir jeden Tag, wie klasse es ist, was Du auf die Beine gestellt hast, Note hin oder her.
Ich freu mich echt für Dich, ist toll, wenn man so eine Entwicklung mitkriegt bis zum glücklichen Ende.
Alles, alles Gute,
Tigerin
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08.06.2006, 14:19
Re: Jemand da?
Liebe Tigerin,
danke für Deinen lieben Beitrag.
Du hast schon recht, das schwarze Loch... aber die Verteidigung war am 15.Mai, und es ist immer noch kein Ende in Sicht. Schade eigentlich, dass man sich immer um das Glücklichsein bringen muss.
Irgendwie habe ich plötzlich das Gefühl, dass dieser Titel gar nicht das Ziel war, das ich für mich angepeilt oder verdient habe. Und damit wäre diese quälende Zeit vergeudet gewesen. Und dann kommt die Vernunft: Als Naturwissenschaftler ist es ohne die zwei Buchstaben fast unmöglich, einen Job zu bekommen.
Offen gestanden bin ich im Moment auch ganz froh, dass ich nicht sofort überlegen muss, wie es weitergeht. Mein neuer Arbeitsvertrag (glücklicherweise an einem neuen Institut) läuft erst im September nächsten Jahres aus. Ich kann mir schon vorstellen, hier zu bleiben, wenn es klappt. Die Experimente laufen wesentlich besser als während meiner Diss-Zeit.
Aber vielleicht sehe ich das nächstes Jahr anders.
Ich wünsche Euch viel Erfolg bei Euren Projekten. Ich werde auch mal wieder ´reinschauen.
Liebe Grüße
Birgit
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22.06.2006, 11:20
Re: Jemand da?
Hallo zusammen,
nach langer Zeit möchte ich auch mal wieder ein bisschen herumjammern...


Ehrlich, derzeit läuft es nicht besonders... Ich hatte ja seit irgendwann Anfang des Jahres endlich (!!) ein Diss-Thema (nach 2 Jahren Lehrstuhl...). Voller Elan hab ich mir einen tollen Plan gebastelt, angefangen, ein Konzept zu schreiben, Literatur recherchiert und bestellt usw usw... Mein Thema war ein bisschen problematisch, da die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass eine negative Aussage herauskommt (ich wollte eine Methode testen, und es war relativ wahrscheinlich, dass sie sich nicht eignete für das, was ich vorhatte...), aber das ist ja auch eine Aussage.
Jedenfalls hatte ich seit November ausserdem ein Monster-Projekt - leider nicht wissenschaftlich oder gar themenbezogen, sondern die Einführung eines neues Studiengangs (ich sag nur Akkreditierung, ein irrer Prozess) an der Backe, zum Glück mit meinem Freund zusammen, so war wenigstens die Zusammenarbeit nett... Das hat sich bis letzte Woche hingezogen und das letzte Wort ist auch noch nicht gesprochen, d.h., seit November hatte ich für die Diss nur sehr selten überhaupt Zeit. Die letzten 3 Monate gar nicht mehr.
Wie auch immer, in einem Nebensatz teilt mein Prof mir jedenfalls mit, dass er eine neue Idee für ein Diss-Thema hätte - wenn es mal ein Thema wäre, es ist nur ein Bereich - und er hätte gerne, dass ich das bearbeite, und nciht mehr mein Anfang des Jahres abgesprochenes Thema.

rabäh.
Ich muss hier noch mal sagen, mein Chef ist wirklich ein guter Chef, ich mag ihn gern und er hat eine Menge guter Eigenschaften. Allerdings, _das_ find ich jetzt nicht so witzig. Aber was soll man machen? Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen wenigstens ein Thema so weit klar machen kann, das ich (wieder) anfangen kann, mich ein bisschen reinzuarbeiten. Allerdings fehlen mir noch ein bisschen die Ideen, und vom Zaun brechen geht nun mal nicht.
Nebenbei hat noch meine Kollegin, die ein halbes Jahr nach mir angefangen hat, gekündigt. Sie hatte das Gefühl, keine richtige Perspektive zu haben - auch noch kein Thema nach 2 Jahren - und die Konsequenzen gezogen.
Also nicht so prickelnd grad.
Naja, was solls - immerhin ist Sommer

und es kommen auch bestimmt wieder bessere Zeiten...
Ich wünsche Euch jedenfalls allen weiterhin viel Erfolg und Spaß,
brülle mal ein aufmunterndes (hoffentlich) TSCHAKA in die Runde und werde nun ein bisschen lesen gehen,
Nimwen
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22.06.2006, 14:20
Re: Jemand da?
Hallo Nimwen,
das klingt nach einer schlechten Planung der Forschungstätigkeit am gesamten Institut... Hat denn die Kündigung der Kollegin irgendeine Reaktion beim Chef hervorgerufen? Oder hat er jegliche Schuld von sich geschoben?
Laß Dich nicht unterkriegen.
Gruß
Birgit
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23.06.2006, 12:32
Re: Jemand da?
Hallo!
Erstmal noch Herzlichen Glückwunsch, @Laborschnecke!!

Hatte ich gestern in meinem Ärger schon direkt vergessen...
Ich hoffe, Du hast alles gut überstanden und kannst das Erreichte nun auch geniessen...
Mmmh ja, die Forschungstätigkeit ist bei uns wirklch nicht gut organisiert. Unser Chef ist Dekan eines sehr großen Fachbereichs in einer Uni im Umbruch. Da bleibt schon einiges auf der Strecke. Dazu kommt noch ein sehr schlechtes Betreuungsverhältnis, also ein Massenstudiengang an einer Massenuni.
Damit sind wir mit ein paar Mitarbeitern halt für sehr viele Studis die Ansprechpartner.
Dennoch könnte man vieles anders organisieren...
Ich glaube schon, dass mein Chef sich so seine Gedanken über die Kündigung macht. Aber letztendlich wird er wohl sein Gewissen selbst damit erleichtern, dass es an der Kollegin gelegen hat und nicht an ihm. Er hat ihr aber immerhin angeboten, extern weiter zu promovieren, was ich schon ok finde.
Nein, unterkriegen lasse ich mich hier nicht (hoffe ich... naja). Ich möchte die letzten 2,5 Jahre nicht einfach wegwerfen und prinzipiell macht der Job mir auch Spaß. Es sind halt manchmal nur die Rahmenbedingungen, die nicht die berauschendsten sind...
Ich wünsch Euch allen jedenfalls alles Gute,
genießt das schöne Wetterchen
Nimwen
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29.06.2006, 11:35
Re: Jemand da?
Hallo Nimwen!Nein, unterkriegen lasse ich mich hier nicht (hoffe ich... naja). Ich möchte die letzten 2,5 Jahre nicht einfach wegwerfen und prinzipiell macht der Job mir auch Spaß. Es sind halt manchmal nur die Rahmenbedingungen, die nicht die berauschendsten sind...
Ja, die Rahmenbedingungen! Das kenne ich auch sehr gut. Am Anfang hat mir noch die Lehre sehr viel Spass gemacht, so dass ich über Vieles hinwegsehen konnte, was sonst so lief. Aber es sind die Rahmenbedingungen, die mir immer wieder mal das Motivations-Genick gebrochen haben. Kommentare von anderen Profs ('Ihr Thema gehört hier gar nicht hin' oder 'Sie sind faul' oder ähnliches... In der Nachbarabteilung haben zwei sehr gute, ehemals sehr motivierte Mitarbeiterinnen und nette Kolleginnen gekündigt...oder der abgelehnte Forschungsantrag...oder der Megastreit mit einem Prof...usw.usw. Jetzt, nach bald vier Jahren, weiss ich, dass ich zwar keinen Bock habe, noch länger als nötig an diesem Institut zu bleiben, aber ich weiss auch, dass ich den ganzen Mist bis jetzt auch irgendwie überstanden habe. Die Frustrationsschwelle wird hoch und immer höher, das ist gut! Und dann habe ich irgendwann gelernt, auf die Sachen udn Leute zu achten, die hinter mir stehen oder von denen ich was lernen kann. Es sind momentan immerhin vier Personen aus einem Institut von 10 Leuten. Auch nicht schlecht, oder.
Also, Nimwen, durchhalten! Es scheinen die fiesen, normalen Begleiterscheinungen des Unilebens zu sein, dass man sich manchmal so frustriert fühlt. Hold on!
Viele Grüsse,
tigerin
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09.07.2006, 13:11
der innere Schweinehund
Hallo an alle Diss-leidenden
Ich bin neu hier, aber ziemlich froh mal ein Forum zum Thema Disziplin und Diss gefunden zu haben. Ich hab es noch nicht geschafft alle Nachrichten zu lesen, aber ich fange trotzdem mal an:
Ich hab Wirtschaft studiert und befinde mich gerade in der sogenannten End-Phase der Diss. (Will Ende August abgeben) Das ist ziemlich furchtbar, weil ich permanent das Gefühl habe, dass alles was ich so mache entweder "trivial" ist, oder aber einfach nicht gut genug. Geht euch das auch so?
Dann gibt es aber auch wieder Phasen, in denen ich das Thema super finde und auf Wolken schwebe....
Also diese Phasen wechseln sich täglich ab. Furchtbar, oder?
Am schlimmsten aber ist das Überwinden des inneren Schweinehundes... wie macht ihr das? Ich ertappe mich (wie übrigens jetzt gerade
) ständig bei irgendwelchen Ablenkungsmanövern. Morgen habe ich eine Präsentation, die ich noch nicht einmal angedacht habe 
Mein Prof. ist ziemlich zufrieden mit meinem Thema und erwartet glaub ich relativ viel. Das macht alles noch viel schlimmer. Was, wenn er dann völlig entsetzt ist und er was völlig anderes erwartet hat? Wir haben zwar ab und zu Sitzungen, zusammen mit den anderen Doktoranden am Institut, so dass er schon in etwa wissen sollte in welche Richtung es geht. Aber trotzdem..... ich hab echt Panik vor der Abgabe.
Verdammt. Ich freu mich sooooo sehr auf das Ende!!!! Aber jetzt fühl ich mich einfach furchtbar.
Puh, tut schon gut, das ganze einfach mal aufzuschreiben.
Liebe Grüsse
Mia
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10.07.2006, 13:28
Re: der innere Schweinehund
Liebe Mia!
Ja. Das kennen wir. Alle. Die Höhen und Tiefen: Alle schon xmal durcherlebt. Der Druck, die Angst, den Erwartungen nicht gerecht zu werden: Ja, mein täglich Brot. Die Sicherheit, dass man bei der Verteidigung durchfällt: Aber sicher, davon träume ich sogar jede zweite Nacht. Der Stolz, wenn ein Paper angenommen wird: Unbeschreiblich. Die Freude, wenn mal EINMAL jemand sagt 'Oh, sieht ja schon gut aus': Euphorisierend.
Der Schweinehund? Der sitzt öfter an meinem Schreibtisch als ich!!
Mir helfen zwei Massnahmen: 1) Mindestens 15 Minuten was tun. Dann nämlich geht es meistens so gut, dass ich dann doch mal 2 Stunden am Stück was machen kann. Oder auch mal an einem Tag nicht, aber dann kann ich wenigstens sagen, dass ich es versucht habe. Und 15 Minuten sind erträglich lang. 2) Ich wandere in den Lesesaal der Bibliothek aus, da habe ich keinen Internetanschluss und fleissige Leute um mich rum. Alles andere - so von wegen Belohnung, Etappenziele, FEedback holen - hat bei mir persönlich leider nicht gefruchtet. Aber da funktioniert gewiss jeder anders.
Halte durch! Wir sind in der gleichen Lage. Du bist nicht alleine. Mir hilft in dunklen Stunden (gerne frühmorgens gegen 5 Uhr) mir zu sagen, dass andere das Ganze schliesslich auch schon geschafft haben und dass ich bis jetzt eigentlich nicht oberdumm und auch nicht oberfaul gewesen bin im Leben. Zwar klar, jeder könnte immer mehr und immer besser arbeiten, aber die meisten von uns sind doch keine Supermenschen, sondern ganz normal und doch auch noch dabei. Oder?
Alles Liebe und viele Grüsse,
tigerin


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