Hi,
ich bin in der 12. Klasse und habe gehört, dass man auf einen Studienplatz klagen kann, wenn man z.B. den NC nicht hat.
Kann mir jemand sagen, worauf sich (z.B: welches Gesetz)so eine Klage beruft, um Erfolg zu haben bzw. wieviel das kostet?
Gruß
Alma
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21.10.2005, 12:16
Klagen für einen Studienplatz
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21.10.2005, 12:22
Re: Klagen für einen Studienplatz
Wenn du in der 12. Klasse bist: streng dich und schaff den NC. Ganz einfach. Klagen kannst du, wenn du abgelehnt wirst oder gravierende Gründe hast. Kannst du ja mal nachgucken auf der Webseite vom BGH. Dort sind alle Urteile drin. Ansonsten: wenn du weisst, was du studieren willst, dann gib dir vorher Mühe, um gleich den NC zu erreichen. Selbst wenn du ihn dann nicht ganz hast, hast du bessere Erfolgsaussichten.
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21.10.2005, 13:11
Re: Klagen für einen Studienplatz
ich muss mich jetzt auch mal fragen - warum strengst du dich nicht einfach an?? wenn du schon so genau weisst, was du später studieren willst (was schon mal mehr ist als bei vielen anderen), dann solltest du auch jetzt schon mal den ehrgeiz ins lernen investieren anstatt jetzt (!!) die zeit in sowas zu stecken!!
alternativ kann man immer bei ablehnung erstmal eine ausbildzng/praktikum in dem bereich machen oder ein soziales jahr,...sowas kommt später im lebenslauf auch immer gut an und sollte nicht als zeitverschwndung gesehen werden. wenn du allerdings UNBEDINGT gleich nach dem abi loslegen willst, dann sollte man auch ein gutes hinlegen
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21.10.2005, 14:20
Re: Klagen für einen Studienplatz
Liebe Alma,
Klagen sind in aller Regel Kapazitäsklagen. Du klagst gegen die Universität, die Dich nicht zugelassen hat, mit dem Argument, dass sie ihre Kapazität nicht ausgeschöpft hat. Es ist nämlich bei vielen Universitäten so, dass sie rein von der Anzahl ihrer Professoren, wissenschaftlichen Mtarbeiter etc. mehr Studenten aufnehmen könnten als sie es tatsächlich tun. Weil die Universität aus irgendwelchen Gründen dieses Problem nicht grundsätzlich beheben möchte (was Dir wahrscheinlich auch nichts nützen würde) wird sie Dir ggf. einen Vergleich vorschlagen: Du bekommst einen Studienplatz,wenn Du dafür Deine Klage fallen lässt. Das macht die Uni oft so lange, bis die Kapazität dann wirklich ausgeschöpft ist.
Solche Klagen funktionieren in der Regel nur mit einem Rechtsnawalt und das ist sehr teuer (im Bereich von mehreren tausend Euro, ich meine mal gehört zu haben, dass eine Bekannte 5000 Euro bezahlt hat). Aus diesem Grund halte ich dieses System für höchst unsozial. Es kommen nämlich nicht die Leute rein, die gerade ein bisschen schlechter sind als der berechnete NC, sondern Leute, die meist deutlich schlechter sind, aber dafür reiche Eltern haben, die ihnen den Rechtsanwalt bezahlen. Das musst Du mit Deinem Gewissen ausmachen ob du das möchtest. Ich finde es unfair und Kläger haben bei ihren Komilitonen keinen guten Stand 8und auch professoren und andere wissenschaftliche Mitarbeiter finden das ziemlich sch...), abgehen davon, dass sie häufig tatsächlich Probleme haben, den Stoff zu bewältigen, wenn sie eine deutlich schlechtere Note hatte als ihre Komilitonen.
Ich würde an Deiner Stelle also lieber versuchen, einen guten Notenschnitt zu erreichen.
Viele Grüße,
Artischocke
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21.10.2005, 14:54
Re: Klagen für einen Studienplatz
Eine gute Antwort, Artischocke.
Dazu kommt noch, dass diese Klagen in den letzten Jahren so stark zugenommen haben das Universitaeten zwar ihre Kapazitaeten fuellen aber unter den vielen Klaegern auslosen wer die letzten 3 Plaetze bekommt.
Carolly
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21.10.2005, 19:18
Re: Klagen für einen Studienplatz
Da ich an der Uni arbeite kann ich verstehen dass Profs nicht besonders angetan sind von Leuten die sich auf diese Wesie reinklagen. Denn diese super Berechnung ist halt nur eine Berechnung, also eine blosse Zahl, die mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun hat. Beispielsweise wird ganz gerne mal vergessen, dass besonders in den natWiss die Angestellten ziemlich viel zeit darauf verwenden müssen die Forschungseinrichtungen wie Labore etc in Stand zu halten.Es ist nämlich bei vielen Universitäten so, dass sie rein von der Anzahl ihrer Professoren, wissenschaftlichen Mtarbeiter etc. mehr Studenten aufnehmen könnten als sie es tatsächlich tun.
Im Übrigen schliesse ich mich der Meinung hier an: Büffel jetzt und lass die Finger von der Klage! Dann tust du dir und allen anderen einen Gefallen.
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21.10.2005, 19:53
Re: Klagen für einen Studienplatz
@Dragonheart
Deswegen habe ich ja auch geschrieben "rein von der Anzahl der Professoren", dass die Anzahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter wenig über die tatsächliche Kapazität aussagt ist klar.
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22.10.2005, 10:41
Re: Klagen für einen Studienplatz
Hallo,
vielen Dank für die vielen Antworten.
1. Es geht hier nicht um mich.
2. Ich persönlich finde den NC höchst ungerecht, da Schulen und Lehrer nun mal sehr unterschiedlich sind und die Notengebung ebenso, wobei ja auch bis zu einer Note der *Gesichtskoeffizient* eine Rolle spielen kann. Außerdem: Zwei Mitschülerinnen von mir z.B. haben nach der 10 in die Oberstufe der Gesamtschule gewechselt und stehen dort im Schnitt um 2 (!!!) Noten besser, in einem Fach erfolgte sogar ein Sprung von 5 auf 1-.
3. Die Freundin meiner Mutter hat für ihre Tochter geklagt und hatte für diese innerhalb von 3 (!!!) Wochen einen Studienplatz, allerdings musste sie von BaWü nach Norddeutschland gehen, weil sie dort den Studienpöatz erhielt. Sie ist im Studium jetzt äußerst erfolgreich, weil es ihr total Spaß macht.
3. war der Anlass für mich, hier zu posten, weil ich wissen wollte, aufgrund welcher Rechtssituation das möglich ist. Nur kann sie ja nicht bezüglich der Kapazität einer Uni geklagt haben, wenn sie vom Süden in den Norden musste, oder?
Nochmal vielen Dank für eure Meinungen!
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22.10.2005, 14:43
Re: Klagen für einen Studienplatz
Doch, in der Regel probiert man es bei verschiedenen Unis, da manche ihre Kapazitäten ja ausschöpfen und an anderen Unis, wie oben schon erwähnt wurde, unter den Klägern gelost wird. Und dann landet man eben an irgendeiner Uni, an der die Klage erfolgreich war. Aber warum fragst Du Deine Freundin nicht einfach, wie das bei ihr lief?Nur kann sie ja nicht bezüglich der Kapazität einer Uni geklagt haben, wenn sie vom Süden in den Norden musste, oder?
ich gebe Dir übrigens recht, dass Notengebung nicht immer 100% reliabel und gerecht ist. Aber immer noch gerechter als eine Auswahl nach den finanziellen Möglichkeiten der Eltern, oder? Andererseits ist es natürlich verständlich, dass Menschen diese Möglichkeit nutzen, wenn sie unbedingt ein bestimmtes Fach studieren wollen. Das System, das dies ermöglicht finde ich aber in höchstem Maße ungerecht und es ist schon die Frage ob man es unter diesen Bedingungen nutzen möchte.
Gruß Artischocke
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26.11.2005, 19:33
Re: Klagen für einen Studienplatz
Hallo,
jetzt war ich sehr lange nicht mehr hier, möchte aber noch mal etwas dazu sagen.
Vielen Dank Artischocke für deine Antworten!!!
Also, ich konnte nur einen LK frei wählen, den 2. nicht, da in unserer Stufe nur 60 Schüler(innen)sind. Wechseln konnte ich die Schule auch nicht, da ich auf dem Land wohne und in die anderen Städte keine regelmäßige Busverbindung existiert.Auch konnte ich die GKs nicht alle frei wählen,w eil eben einige nicht zustande gekommen sind.
Von meiner Natur aus kann ich auch nicht schleimen; ich bin der Gerade-aus-Typ, der sagt, was er denkt (allerdings inzwischen nur noch, wenn ich nach meiner Meinung gefragt werde! *g*) Vom Sport habe ich mich auch nicht mit Attest abgemeldet, um meinen NC zu erhöhen, was ja bekanntlich auch oft gemacht wird.
Meint ihr diejenigen Leute, die den gewünschten NC schaffen, würden in der Regel mit fairen Waffen kämpfen? Dem ist ganz einfach nicht so!!! Insofern hätte ich auch keine Skrupel zu klagen, sofern ich das Geld hätte.
Aber, wie schon gesagt, mich hat nur interessiert, warum solche Klagen funktionieren, was Artischocke ja gut erklärt hat!
Danke für eure Postings!
VG und ein schönes WE!!!


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