Hallo liebe Forumsmitglieder,
bin gerade etwas am verzweifeln. Sitze gerade an meiner Diplomarbeit (Literaturarbeit? 3 Monate) und in einer Woche ist Halbzeit.
Soweit so gut.
Bin mit der Literaturrecherche soweit man das sein kann vor Abgabe der Arbeit weitestgehend fertig.
Gliederung steht soweit sie vor Abgabe der Arbeit stehen kann.
Die Leitfragen sind einigermaßen stabil.
Die Rohfassung ist bei circa 30 % der Arbeit und ich hab für weitere 30 % der Arbeit schon grob im Kopf was reinsoll.
Zustände der Verzweiflung wechseln mit Zuständen der Euphorie. Ist glaube ich normal.
Nun mein Problem,
ich habe das Gefühl ich mache nix neues. Die Quellen die ich habe sind gut, aktuell und zahlreich, aber mehr wie eine Zusammenfassung und Bestandsaufnahme ist im Moment nicht drinnen.
Manchmal denke ich ich habe einen Ansatz eine eigene Idee aus der kritischen Analyse gewonnen nur um dann ein paar Tage später diesen Ansatz in einer anderen Quelle wieder zu finden. Das heißt dann wieder ein Weg etwas eigenes beizutragen fällt weg.
Ich lese zwar immer wieder das DA vor allem wenn sie theoretisch ist keine eigene Forschungsleistung beinhalten muss (ist der Dissertation vorbehalten), aber das Zusammentragen von Quellen das Vorstellen von bereits vorhanden Ideen, Konzepten und bestehender Prozessmodelle und dann im Anschluss daran sagen was man daran gut bzw schlecht findet und wieso und wie man das vllt. anders machen könnte, das kann es doch nicht sein oder?
Das ist doch absolut oberflächlich, aber mehr mache ich im Moment nicht und mir ist auch noch nicht aufgegangen, wie ich das ändern soll? Das soll jetzt nicht heißen das es mir einfach fällt, dass bisher so zu machen, das war eine Menge Arbeit und es waren viele Nachtschichten dabei.
Im Moment habe ich aber das Gefühl, dass das alles umsonst ist, weil der Erkenntniszuwachs reichlich gering ist. Irgendwie bekomme ich das Gefühl nicht weg das ich nur an der Oberfläche kratze und immer wenn ich tiefer gehe überkommt mich das Gefühl, dass ein wirklich guter in der tiefe ausgearbeiteter Verbesserungsvorschlag bzw. ein Konzept gar nicht im Rahmen einer Diplomarbeit möglich ist sondern eher ein mehrjähriges Projekt (Dissertation, Beratung) wäre.
Ist das ein generelles Problem bei Literaturarbeiten? Bin ich im Moment so im Thema drinnen, dass mir alles als selbstverständlich vorkommt? Steht mir meine eigene Anspruchshaltung im Weg? Ist es nur Ausdruck der gelegentlichen Verzweiflung die bei so einer Arbeit aufkommt?
Hattet ihr dieses Problem bei eurer Abschlussarbeit auch?
Wie habt ihr dieses Problem gelöst?
Entschuldigung für den langen Text, aber mir macht das schon massiv zu schaffen (manchmal mehr manchmal weniger).
Ich bin interessiert am Themengebiet und die Fragestellung die ich habe ist interessant (Für mich und meinen Betreuer), aber was ist wenn die Aussage am Schluss sein wird, dass es so wie das Problem gehandhabt wird schon ok ist und dass man hier und da vllt. etwas andere Instrumente aus den und den Gründen nehmen könnte aber das war es?
Das kann doch nicht das Ergebnis von bald drei Monaten Mühen und schlaflosen Nächten sein.
Parla
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08.01.2009, 20:29
Abschlussarbeit/ Diplomarbeit Hilfe Forschungsleistung?
Geändert von parla (08.01.2009 um 20:48 Uhr)
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10.01.2009, 03:00
AW: Abschlussarbeit/ Diplomarbeit Hilfe Forschungsleistung?
Hallo,
Entschuldigung für den langen verzweifelten Text gestern.
Bin im Grunde nach weiteren Überlegungen zu der Überzeugung gekommen, dass mein Anspruch mir definitiv im Weg steht, aber dass der Fokus/Brennpunkt meiner Arbeit auch noch nicht steht.
Deswegen gleite ich irgendwie in Oberflächlichkeiten ab anstatt in die Tiefe zu gehen. In Büchern zu wissenschaftlichen Arbeiten habe ich gelesen, dass sich der Brennpunkt, Fokus der Arbeit erst im Prozeß des Schreibens entwickelt. Allerdings bekomme ich wirklich langsam Panik wegen dem Abgabetermin. Ich habe nur noch 7 Wochen (Darf zwar nur 50 Seiten abgeben, aber die sollen schließlich gut sein)
.
Den nächsten Termin beim Betreuer habe ich allerdings erst in einer Woche und davor ist auch kein weiteres Feedback zu erhalten.
Mein Hauptmannuskript ist im Moment bei 80 Seiten, von denen 18 ausformulierte Abschnitte (meiner Meinung nach eher zu oberflächlich, nur Schilderung wenig eigene Schlüsse) sind und der Rest noch aus thematisch sortierten Abbildungen und Zitaten die noch gekürzt und zusammengefasst werden müssen.
Kennt ihr solche Zustände vom Verfassen eurer Abschlußarbeit? Ist es normal in dieser Phase ständig Gliederung und Konzept zu ändern?
Ich wäre wirklich dankbar für Antworten.
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10.01.2009, 19:57Inaktiver User
AW: Abschlussarbeit/ Diplomarbeit Hilfe Forschungsleistung?
Ja, das Gefühl kennen viele.

Überleg mal, ob Du zu Beginn der Arbeit vielleicht doch eigene Ideen hattest, die Dir jetzt einfach nicht neu vorkommen, weil Du schon soviel mit denen gearbeit hast. Und ob der Ansatz nicht neu ist, wenn es vielleicht auch nur die kompilatorische Leistung ist. Man kann das ganze ja auch neu "verpacken", einen schönen neuen Begriff erfinden, eine besonderes neues Licht auf eine bekannte Angelegenheit werfen.
Gliederung und Konzept ändern sich häufiger - aber ganz zum Schluss sollte nicht mehr alles über den Haufen geworfen werden.
So ein Forum bietet nicht genug Möglichkeiten, um Dein Thema zu diskutieren - aber Du könntest Kommilitonen um Rat fragen und die jetzige Gliederung Deinem Betreuer schicken mit ein paar Fragen/Thesen und der Bitte um ein kurzes Feedback.
Ehrenpreis
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10.01.2009, 21:16
AW: Abschlussarbeit/ Diplomarbeit Hilfe Forschungsleistung?
Hallo Parla
ich habe Dein Posting schon vorgestern gelesen und es hat mir gleich ganz leid getan, daß ich nichts drauf antworten konnte, aber ich bin selbst noch kurz vor der Abschlußarbeit und kann daher keine praktischen Erfahrungen vorweisen.
Allerdings arbeite ich schon in den Hausarbeiten so, wie ich in der Abschlußarbeit einmal arbeiten möchte, und da fallen mir immer irgendwelche neuen Sichtweisen ein. Es muß ja nicht immer was Weltbewegendes sein. Und ich finde es auch mal ganz nützlich, einer sehr populären Meinung ganz unverblümt zu widersprechen
damit weckt man Aufmerksamkeit und es finden sich ja immer mal wieder Sachen in der Literatur, denen man nicht zustimmt.
Ansonsten klingst Du in Deinen Postings so reflektiert, daß ich mir nicht vorstellen kann, daß Deine Arbeit nicht gut wird, und daß Du noch einen Termin beim Prof hast ist doch auch sehr gut.
Lieben Gruß & noch gutes Gelingen
chicisLeider werden nur Ergebnisse geschätzt und nicht in Entwicklung befindliche Prozesse!
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11.01.2009, 09:17
AW: Abschlussarbeit/ Diplomarbeit Hilfe Forschungsleistung?
Hallo Parla,
ich glaube auch, dass dir dein Anspruch im Wege steht. Für eine 3-monatige Literaturarbeit ist einfach nicht mehr zu erwarten als eine gut strukturierte Erfassung von "Leitgedanken" - was auch immer.
Genau das sollst du in der Diplomarbeit nachweisen: gedankliche Durchdringung eines Themas, gute Recherche und Strukturierung dessen, was zu dem Thema bereits geschreiben wurde etc etc.
Aber eine eigene Weiterentwicklungen in deinem Thema ist nicht gefordert - auch wenn es dich langweilt. Das ist wirklich umfangreicheren wissenschaftlichen Arbeiten vorbehalten, die dann auch nicht nur 3 Monate, sondern mindestens 3 Jahre dauern.
Wenn Du dich deinem Betreuer oder Prof. mit deiner Arbeit weiterempfehlen willst (etwa weil du noch Promovieren willst) dann diskutiere mit ihm deine Ideen, dann merkt er/sie schon, was in dir steckt.
Lg tammy
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13.01.2009, 01:11
AW: Abschlussarbeit/ Diplomarbeit Hilfe Forschungsleistung?
Hallo,
vielen Dank für die Antworten. Baut mich ungemein auf.
Habe die Arbeit jetzt einen Kommilitonen gegeben. Er fand das bisher erreichte gut.
Nur halt zuviele Ideen/Ansätze und Gedanken auf einmal
und dass ich zu viel auf 50 Seiten möchte.
Diese Woche ist das Gespräch bei meinem Professor und ich denke das wird sich dann schon von selbst klären. Sind noch 6 Wochen und eine engere Eingrenzung oder kleine Neujustierung des Themas überstehe ich gut.
War nur frustrierend. Gute Ideen (auch vom Professor als gut befunden), nur kann man sie nicht in aller Konsquenz zu Ende führen, weil dazu eigentlich eine empirische Arbeit nötig wäre oder man findet sie in einer anderen Quellen dann doch schon behandelt.
Aber gehört ja auch dazu, dass man merkt was geht und was nicht.
Werde mich bis zum Termin gut vorbereiten und entspannen
.
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15.01.2009, 00:49
AW: Abschlussarbeit/ Diplomarbeit Hilfe Forschungsleistung?
Schön! Das klingt sehr gut.
Leider werden nur Ergebnisse geschätzt und nicht in Entwicklung befindliche Prozesse!
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17.01.2009, 00:36
AW: Abschlussarbeit/ Diplomarbeit Hilfe Forschungsleistung?
Also was die Literaturrecherche betrifft, sollte doch diese schon vor Beginn der Arbeit weitestgehend abgeschlossen sein? Schon allein dafür, dass man in der Lage ist, einen halbwegs "eigenen Standpunkt" zu formulieren. Hast du dein Thema selbst formulieren dürfen? Ich glaube, in einer Zeit von drei Monaten ist es kaum möglich großartig in die Tiefe zu gehen. Das wird wahrscheinlich dann auch nicht verlangt werden. Habe den Eindruck, dass deine Betreuung schlecht ist. Sonst hätte das Thema eingegrenzt werden müssen vor Beginn der Arbeit. Rede doch mal mit deinem Prof. über deine Bedenken. Ist es vielleicht möglich, aus legitimen Gründen, die Arbeit zeitlich zu verlängern? Liebe Grüße und viel Erfolg!
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17.01.2009, 09:46Inaktiver User
AW: Abschlussarbeit/ Diplomarbeit Hilfe Forschungsleistung?
Guten Morgen,
ja es ist schon seltsam wie unterschiedlich die Profs Ihre Studies betreuen;
Bei mir war es so ,das ich gar nicht anmelden durfte ohne im Voraus die Fragestellung / Forschungsgegenstand genau zu wissen.
Das schloss natürlich mit ein, das Gliederung und Literatur vorher eingereicht werden mussten und vom Prof kontrolliert wurden.
Wenn da was nicht in Ordnung war durfte nicht angemeldet werden
@parla viel Erfolg bei deiner Arbeit und ich würde verstärkt den Kontakt zum Prof suchen;
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31.01.2009, 19:53
AW: Abschlussarbeit/ Diplomarbeit Hilfe Forschungsleistung?
Hallo,
so danke für die Antworten. Ich melde mich auch mal wieder. Das Gespräch mit dem Professor lief gut. Das Konzept der Arbeit wurde nicht geändert nur noch einmal zugespitzt und ich habe mit ihm besprochen was für ihn den Kern der Arbeit ausmacht.
Jetzt habe ich soweit das ging in den letzten Wochen umgesetzt und näachste Woche ist ein weiterer Termin indem ich meine bisherigen Ergebnisse präsentiere. Ab dann 4 Wochen Endspurt
, wenn die Ergebnisse ausreichen gut, wenn nicht wird es extrem stressig.
Waren frustrierende und gute Tage dabei (echt verwunderlich manchmal geht gar nichts und machmal gehen 5 Seiten am Tag, je nachdem ist dann die Laune
).
Zwischenstand 20 gut überarbeitete auf das Ziel ausgerichtete Seiten, Stoff für weitere 20 und für die restlichen 10 fällt mir noch was ein.
Hängt jetzt alles ein wenig am nächsten Termin, ich meld mich wieder wenn ich weiß wie es gelaufen ist.
Lg Parla


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