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  1. Registriert seit
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    AW: "Geschlechtsneutrale" Sprache

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ...
    Es ist schon traurig genug, dass Dummheit meist mit der weiblichen Form assoziiert ist: Milchmädchen.
    >
    Ich kenne aus meinem zumindestens alltäglichen Sprachkreis heraus nur die Bezeichnung: Milchmännchen-Rechnung. *lach* Finde ich jetzt gerade wirklich lustig. Gibt es regionale Unterschiede?
    Und hier vor dem Haus, da hält nur der Milchmann. *grins*
    Der weiss aber genau, was bzw. wieviel er für Milch und Eier nimmt.
    LG

  2. Inaktiver User

    "Geschlechtsneutrale" Sprache

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Frauensleute? Kenne nur eine (veraltet) Frauensperson.
    In Bayern sind das übrigens die "Weibsleit'" oder "Weiberleit'"...

  3. Avatar von feelerlos
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    AW: "Geschlechtsneutrale" Sprache

    Wirklich schwerig wird es, wo man die Elternspersonen einzeln nennen möchte, so richtig geschlechtsneutral würde dann aus der Mutter der weibliche Elter, oder der Elter weiblicherseits, entsprechend der Vater zum männlichen Elter.
    Damit könnten wir in Probleme mit dem Papst geraten, wenn wir anfangen vom männlichen Elter im Himmel zu schreiben, denn das impliziert einen weibliche Elter im Himmel.
    Das Patriarchat wäre in Gefahr!
    Das geht aber nicht, weil der Himmel nicht dual ist, sondern ist im Himmel nach kirchlicher Sicht jede Polarität aufgehoben, weil die Bösen ja in die Hölle absorbiert wurden.
    Doch die Vorstellung am Ende des Lebens beim Übertritt in die jenseitige Dimension das Geschlecht zu verlieren ist schlimmer als nur abstrakt!

    Eine geschlechtsneutrale Bibel und ein ebensolcher Koran wäre mal ein interessantes Experiment.
    Findet sich ein Schreiberling für die Übersetzung?

    Und wie steht es mit den Gesetzbüchern, dem Familienrecht?
    Zitieren erlaubt
    Ich habe mit Verändern schlechte Erfahrungen gemacht.
    Darum höre ich lieber auf mit dem Vergleichen.

  4. Inaktiver User

    AW: "Geschlechtsneutrale" Sprache

    Zitat Zitat von feelerlos
    ...

    Eine geschlechtsneutrale Bibel und ein ebensolcher Koran wäre mal ein interessantes Experiment.
    Findet sich ein Schreiberling für die Übersetzung?

    Und wie steht es mit den Gesetzbüchern, dem Familienrecht?
    Gesetze werden heute - soweit es geht - geschlechtsneutral abgefaßt. Und eine geschlechtsneutrale Bibel: wenn ich recht orientiert bin, ist dieser Versuch schon unternommen worden. Aber die genaue Information fehlt mir jetzt.

  5. Inaktiver User

    AW: "Geschlechtsneutrale" Sprache

    Zitat Zitat von Happyness
    Ich kenne aus meinem zumindestens alltäglichen Sprachkreis heraus nur die Bezeichnung: Milchmännchen-Rechnung. *lach* Finde ich jetzt gerade wirklich lustig. Gibt es regionale Unterschiede?
    Und hier vor dem Haus, da hält nur der Milchmann. *grins*
    Der weiss aber genau, was bzw. wieviel er für Milch und Eier nimmt.
    LG
    Bei uns heißt es "Milchmädchen-Rechnung", und sie geht halt nicht auf. Und Milchmänner gibt es traditionell bei uns nicht, da die Gegend, aus der ich komme, landwirtschaftsbezogen ist. Und dort waren es eben die Frauen bzw. Mädchen, die für das Melken und den Verkauf der Milch zuständig waren.

    Einen Milchmann, der im Auto herumfährt und die Milch austrägt, gab es wohl erst lange, nachdem sich der Sprachbrauch ausgebildet hatte.

    LG, Orlando

  6. Avatar von feelerlos
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    AW: "Geschlechtsneutrale" Sprache

    Das ist schon richtig, immerhin gibt es auch keine männlichen Milchlieferanten, denn ich habe in meinen über 40 Jahren Beobachtungen in Natur und Praxis noch nie einen Stier mit Euter gesehen und alle Kühe waren klar als weiblich definiert.
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Link (Darstellung der Symbole mit Ableitung: Biologische Symbole für weiblich und männlich
    Links: Weiblich (Venus? Handspiegel? Vulva?)
    Rechts: Männlich (Mars? Pfeil und Bogen? Penis und Hoden?)

    Das Wort "Geschlecht" (von "Schlag", wie in "Menschenschlag"), bedeutet ursprünglich nicht mehr als "Art", d.h. es besagt nur, dass es zwei Arten, also Geschlechter, von Menschen gibt - weibliche und männliche. Das lateinische "Sexus" (von secare: schneiden, trennen) hat dieselbe Bedeutung. Es verweist auf die Trennung der Menschheit in zwei Arten oder Gruppen - eine weibliche und eine männliche. Jeder Mensch gehört also entweder der einen oder der anderen Gruppe an, d.h. er ist entweder weiblichen oder männlichen Geschlechts.

    Bei genauerem Hinsehen ist die Sache aber nicht so einfach, denn manchmal kann es sehr schwierig sein festzustellen, ob ein Mensch weiblich oder männlich ist.
    Die große Frage bleibt:
    Warum bedarf es eines Männchens oder Weibchens im Falle der Charakterisierung einer einfachen Kalkulation aus den Rechenarten Addition, Subtraktion, Multiplikation und ganz ausnahmsweise kommt sogar Division vor (wenn nämlich die Milch liefernde Person (ob weiblich oder männlich) einen Betrag auf verschiedene Kunden verteilen muss. Doch kann sie auch verlangen (die Person welche Milch liefert), dass die Kunden einer Gemeinschaft die Division untereinander ausmachen.)

    Insgesamt lässt sich wirklich fragen, inwieweit die Abschaffung der Geschlechter in der Sprache irgend einem der Sprache mächtigen Lebewesen nützen könnte.

    Natürlich hoffe ich nicht, dass irgend jemand den Verdacht hegt, ich könnte diesbezüglich sogar eine tendenziöse Meinung haben, ich lauere nur voller Ungeduld auf die nächsten Versuche, den Resten spärlich möglicher Verständigung auch noch einen sprachregulatorischen Riegel zu schieben von den Sprachgewalrigen Behörden der Erziehungsdirektionen dieser deutschsprachigen Gemeinde.
    Zitieren erlaubt
    Ich habe mit Verändern schlechte Erfahrungen gemacht.
    Darum höre ich lieber auf mit dem Vergleichen.
    Geändert von feelerlos (07.10.2008 um 11:12 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: "Geschlechtsneutrale" Sprache

    feelerlos ich bin mächtig beeindruckt von dir und deinem Schreibstil und das ganz unabhängig vom Geschlecht

    Dharma ( als User: weiblich, als Sinnbild:sächlich Das Dharma)

  8. Avatar von feelerlos
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    AW: "Geschlechtsneutrale" Sprache

    Off Topic:
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    feelerlos ich bin mächtig beeindruckt von dir und deinem Schreibstil und das ganz unabhängig vom Geschlecht

    Dharma ( als User: weiblich, als Sinnbild:sächlich Das Dharma)
    Danke schön!
    Ich hoffe der Eindruck schmerzt nicht so sehr.


    Topic:
    Manchmal frage ich mich wirklich, wie weit die Umgestaltung der Verständigungsmittel das Schweigen fördert, welches gemeinhin beklagt wird von jenen paar Leuten, welche hin und wieder was von sich geben, das über die Kontrolle der Milchrechnung hinaus geht.

    Zwar ist es durchaus korrekt, dass mit dem Ausdruck Milchmädchenrechnung gemeint ist: "Völlig simpel, bedarf keiner Intelligenz, kann jedes denkende Wesen ..." und das Wort ist in der Zeit entstanden, als die Menschen aufgehört hatten eigene Milch zu haben und sich spezialisiert hatten, und dies dann ein Verteilsystem erforderte, was wiederum die Molkereien hervorbrachte. (Weil die Bauernhöfe nicht alle gleich zugänglich waren besann man sich auf ein Verteilungs- und Kontrollsystem.)
    Wann das geschah bin ich jetzt zu faul nachzuschlagen.

    Zu dieser Zeit war es allerdings so, dass die Rollen der Geschlechter noch klarer verteilt waren als heute. Die Zuständigkeiten, für welche schulische Bildung nötig waren oblagen klar dem männlichen Geschlecht, denn Kinder pflegen, kochen und beten bedurfte damals noch keiner anderen Ausbildung als derer, welche Frau bereits bei der Mutter bekam.

    Wie das organisiert wurde wenn Frauen ohne Erfahrung Kinder bekamen könnte man auch nachforschen, es führt ein wenig weit von der Sprache weg, darum mag es bei der Andeutung des interessanten Themas bleiben.

    Jedenfalls konnten Mädchen rechnen lernen und das bereits lange vor eine Schule überhaupt erfunden wurde, denn das Rechnen ergibt sich aus dem Alltag als Notwendigkeit, so bald man beginnt irgend was auszutauschen.
    Darum gibt es auch mehr Analphabeten als Menschen welche nicht wenigstens das kleine Einmaleins könnten. (= unbewiesene Behauptung, welche auch nicht nachgeprüft wurde.)

    Der funktionale Inhalt der Milchmädchenrechnung, nämlich könnte man als Synonym verwenden:
    beliebig blöd
    vollkommen einfach
    dieser Inhalt würde durch die Umwandlung des Wortes in Milchrechnung oder Milchmännchenrechnung als ernsthafte Sprachänderung verloren gehen und damit hätte das Wort auch seine Anwendungsgebiete verloren und wäre einfach nur überflüssig.

    Überflüssige Wörter gibt es bereits viele und die sind immer noch in lebendiger Anwendung, also doch nicht überflüssig, sondern eben Stilmittel und Ausdrucksmöglichkeit.

    Ich bin durchaus sogar engagiert für die Emanzipation, die Gleichberechtigung und habe auch schon verschiedenerorts gefordert, dass die Medizin Männern ermöglichen soll Kinder auszutragen und zu gebären. Das wäre im Sinne der Bildung eine Erfahrung, welche der männlichen Seite im Wirbeltierbereich weitgehend verschlossen ist, darum hapert es da auch so schrecklich mit der Verständigung.
    Frauen können einfacher nachvollziehen, wie es ist, Projekte in die Welt zu stellen und diese dann anderen zu üerlassen und sich nicht weiter darum zu kümmern.
    Solche Frauen haben allerdings nicht einen sehr guten Ruf, welche nach jeweils vier bis fünf Jahren die Familie verlassen und anderswo neu anfangen (bei den Männchen wird diese Art Lebensstil nur durch Bezahlungen auszugleichen versucht), aber eine Mutter hat eben der Tradition nach ihrem Kind gegenüber andere Pflichten, als ein Vater, welcher seit der Steinzeit hauptsächlich zuständig war dafür, irgendwo Energie oder Energieträger aufzutreiben, welche die Familie zusammen zum Fortbestand brauchte.

    Das Mensch tut sich wirklich schwer mit seiner Multidimensionalität: Einerseits will es sich klar definieren, anderseits will es alles können und außerdem braucht man einander gegen Feinde, seit alter Zeit und der Evolution angepasst.
    Heute ist die Möglichkeit einer globalen Durchmischung der Völker gegeben und die findet auch statt. (teils willig und teils gegen die Prinzipien der eher rechts orientierten Teilnehmer an den Kulturen).
    Die Gene sind da weit flexibler, als die Kulturen, denn letztere beruhen auf Tradition und die meisten oder sehr viele Traditionen sind dazu da, sich von Menschen mit anderen Traditionen abzugrenzen, am liebsten abzuheben (die anderen sind tiefer, man hebt sich).
    Was ein richtiger Mann ist schneidet die eigenen Haare kurz, war lange Sitte... und da einseitige, nicht umkehrbare Verknüpfungen für das menschliche Bewusstsein schwierig sind, haben die Umkehrverknüpfungen welche falsch sind gute Chancen auf Erfolg: Wer lange Haare trägt ist eine Frau.
    Es hat doch über 20 Jahre gebraucht, bis diese Verbindung ein wenig sich gelockert hat.
    Zitieren erlaubt
    Ich habe mit Verändern schlechte Erfahrungen gemacht.
    Darum höre ich lieber auf mit dem Vergleichen.

  9. Inaktiver User

    AW: "Geschlechtsneutrale" Sprache

    Das:

    Zitat Zitat von feelerlos
    Zwar ist es durchaus korrekt, dass mit dem Ausdruck Milchmädchenrechnung gemeint ist: "Völlig simpel, bedarf keiner Intelligenz, kann jedes denkende Wesen ..."
    ist nicht "durchaus korrekt". Eine Milchmädchenrechnung ist eine, die eben nicht aufgeht, weil sie wesentliche Parameter nicht in Betracht zieht.

    Und worauf der Begriff vermutlich zurückgeht, kann man hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Milchm%C3%A4dchenrechnung

    LG, Orlando
    < die auch noch darauf hinweisen möchte, dass auch Wikipedia als Quelle durchaus nicht immer als "feelerlos" anzusehen ist. >

  10. Avatar von feelerlos
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    AW: "Geschlechtsneutrale" Sprache

    Jäää sooo!
    War nicht auf die Idee gekommen, nachzuschlagen, denn ich kannte das Wort nur in der angegebenen Bedeutung.
    Übrigens hat "feelerlos" nichts mit Fehlern zu tun, oder höchst indirekt, sondern habe ich dereinst denn Feeler erfunden, das ist ein männliches Wesen auf der Suche nach Feen, dessen Los es ist, dass er sie nie finden wird oder wenn doch, dann nur von Weitem sie zu sehen bekommt.
    Des Feelers Los musste ich dann zu einem Wort zusammen ziehen, warum weiß ich auch nicht mehr, aber es erschien mir logisch, soweit man in diesen geistigen Bereichen der Mystik noch von Logik sprechen kann.

    Insofern ist mein Nick hier sächlich (das Los) was nichts daran ändert, dass ich persönlich eindeutig ein Üppsilohn Chromosom verpasst bekommen habe (eins pro Körperzelle, und das sind zusammen ziemlich viele).

    Selbstverständlich habe ich auch an die Lustigkeit gedacht, so ein Wort zu nehmen, das in seiner Gestalt dem vermeintlichen Sinn widerspricht.
    So was wie Faktenstricker wäre auch gut gewesen, zeigte sich aber nicht in den Hallen meines Bewusstseins und möglicherweise wäre es auch zu lang (habe es nicht gezählt, weil das schnurz ist da ich ja diesen Nick hier habe)

    Zu Feen hatte ich von klein auf eine sehr intensive Beziehung, so intensiv, dass ich immer wieder von der Körperlichkeit tatsächlicher Damen erschüttert wurde...
    Aber ich weiche ab.

    Eine Geschlechtsneutrale Sprache in der Welt der Märchen und Mythen kann ich mir wirklich nicht vorstellen, ganz einfach aus dem Grund, dass die Spannung zwischen den Geschlechtern bei allen Klonfortschritten essentiell ist für ein Leben ohne völlige Langeweile.
    Irgendwo bedarf es der Zweiheit, um Einheit erfahren zu können. Wären wir alle androgyn und selbstbefruchtend, hätten wir wohl ein paar Probleme nicht, dafür aber wäre es wirklich noch viel schwieriger, einen Grund dazu zu finden, sich täglich seinen Körper zu erhalten und die Tage abzusitzen bis es vorbei ist.

    Und wozu sollte man sich anstrengen, jemandem zu gefallen? Die ganze Kultur wäre sinnlos, darum sind die Amöben und viele Schnecken auch so unkultiviert geblieben (nicht alle Schnecken sind zweigeschlechtlich), hingegen die Kalmare, die haben sogar eine Farbensprache und gelten als intelligenteste Mollusken die es gibt.

    Das 2 ist auch in der östlichen Philosophie bereits vorhanden, wo man den ergänzenden unvereinbaren Qualitäten Jin und Yang sagt.

    Klar, dass wir da die Männchen und die Weibchen in unserer westlichen Beschränktheit nach je einer Seite verteilen, dabei ist das nicht gut, weil damit auch Hell-Dunkel der jeweiligen Seite zugeordnet wird.
    Irgendwo ist westliches Denken so starr auf Dualität und Entweder - Oder fixiert, dass eigentlich die ganzen Wissenschaften ein reines Wunder sind.

    Oh je, ich komme immer ins Uferlose.... also wer findet zurück zur geschlechtsneutralen Sprache?

    Nichts für Ungut für den langen Sermon...
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