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  1. Inaktiver User

    AW: Neue Kurzkrimis

    Ganz großes WOW! zu Nichts zu lachen. Du hast es drauf. Ich habe deine Geschichte verschlungen.



    Zitat Zitat von Avocado_Diaboli Beitrag anzeigen
    Habe ich gerade als Beitrag des Tages nominiert
    Wie gemein. Was werden die Leute von mir denken?

  2. Avatar von Avocado_Diaboli
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    AW: Neue Kurzkrimis

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ganz großes WOW! zu Nichts zu lachen. Du hast es drauf. Ich habe deine Geschichte verschlungen.
    Vielen Dank! Ich freu mich auch schon auf deinen abgemurksten Ehemann... also den virtuellen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie gemein. Was werden die Leute von mir denken?
    Nix. Ist doch anonüm zitiert!
    Wer nichts Nettes zu sagen hat, kann sich ruhig zu mir setzen.


  3. Registriert seit
    11.02.2008
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    3.049

    AW: Neue Kurzkrimis

    Toll. Auf Totkitzeln muss man erst mal kommen. Ziemlich pöse!



    Hab auch noch was.



    Chorgesang

    „Sie müssen das verstehen, Frau Koslowski. Wir alle wissen um ihre jahrzehntelangen Verdienste um den Kirchenchor. Sie haben ihn mit gegründet und mit Ihrer wunderbaren Stimme immer für eine Bereicherung gesorgt. Aber jetzt wird es Zeit, sich mal auszuruhen und Jüngeren Platz zu machen.“ Erna Koslowski stockte der Atem. Sie konnte nicht glauben, was ihr da ihr über alles geliebter Pastor so seltsam teilnahmslos mitteilte. Aber sie wusste genau, woher der Wind wehte. Elvira, dieses berechnende Weib, hatte ihn mit ihrer Löwenmähne, den roten Krallen, dem tiefen Ausschnit und ihrem ständigen: „Ach Gott, Herr Pfarrer, wie Sie das alles hier so schaffen.“ monatelang umgarnt. Es war Erna völlig klar, was sie wollte, nämlich ihre Stellung als erste Kraft zu unterbinden und statt ihrer das Solo während der Weihnachtsfeier zu singen.

    Als der Pastor gegangen war, saß sie eine Weile wie betäubt auf dem Sofa. Dann fegte sie mit plötzlicher Wut Kaffeegeschirr, das Alpenveilchen und die Cognacbohnen, die ihr der Pastor mitgebracht hatte, zu Boden. „Na wartet“, murmelte sie. „Ihr werdet mich noch kennenlernen.“

    In der Einsatzzentrale der Polizei zwei Tage später: „Liebe Kollegen, seit heute haben wir einen neuen Fall. Es geht um ein Tötungsdelikt zum Schaden der Elvira Montana, Mitglied des Kirchenchores. Die Tote wurde am frühen Morgen auf der Treppe der Kirche Sankt Augustin von der Reinigungskraft gefunden. Nach dem Bericht der Gerichtsmedizin war sie da schon seit mehreren Stunden tot. Todesursache war Gift, das zusammen mit Pralinen verzehrt worden war. Das Opfer sang im Kirchenchor mit und galt als sehr lebenslustig. Ich schlage daher vor, dass wir uns zunächst um die männlichen Mitglieder des Chores kümmern. Die Todesursache wird erst mal unter Verschluss gehalten. Sie gilt als Täterwissen. Also bitte keine Infos an die Presse. Und nun an die Arbeit, Kollegen!“


    „Ich weiß wirklich nicht, warum wir noch einmal miteinander sprechen müssen, Frau Koslowski! Ich dachte, ich hätte mich klar ausgedrückt.“Der Pfarrer saß bei Erna am Wohnzimmertisch, balancierte etwas unglücklich eine Kaffeetasse in den Händen und seufzte tief. “Noch ein Cognacböhnchen, Herr Pfarrer? Auf einem Bein kann man nicht stehen.“

  4. Avatar von Avocado_Diaboli
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    AW: Neue Kurzkrimis

    Elvira Montana! Großartig!!
    Wer nichts Nettes zu sagen hat, kann sich ruhig zu mir setzen.


  5. Registriert seit
    29.08.2017
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    20

    AW: Neue Kurzkrimis

    Eure Kurzkrimis sind erfindungsreich und toll geschrieben. Glückwunsch!

  6. Inaktiver User

    AW: Neue Kurzkrimis

    Ah, Gazelle, sehr hübsch. Diese Montana und der Pfaffe haben es nicht anders verdient.



    ***

    Johann Noll war bekanntlich seit gestern angezählt:




    Kernkraft


    "Ihr Mann hatte Krebs, Frau Noll?"
    "Ich weiß es nicht, Herr Kommissar." Inge Noll wirkte gefasst.
    "Warum sonst hätte er sich selbst mit bitteren Aprikosenkernen behandeln sollen?" Polizeihauptkommissar Braun hatte seine Hausaufgaben gemacht. Johann Noll war an einer Blausäurevergiftung gestorben. Selbstverschuldet, wie es aussah. Seine Frau hatte ausgesagt, ihr am Vortag verstorbener Mann habe seit Monaten regelmäßig ein Pulver aus gemahlenen, bitteren Aprikosenkernen eingenommen. Über Wikipedia hatte Hauptkommissar Braun herausgefunden, dass die giftigen Kerne der Wildaprikose als alternatives Krebsheilmittel galten.

    Die puppenhaft hübsche Frau Noll, zwei Jahrzehnte jünger als ihr verstorbener Gatte, sagte stockend: "Er ... hat geglaubt ... dass er Darmkrebs hatte. Er hatte seit einem halben Jahr ständig Bauchweh und Durchfall. Ärzten hat er nicht vertraut. Er zitierte immer eine Statistik aus Frankreich. Angeblich sei dort die Lebenserwartung in den Regionen am höchsten, in denen es am wenigsten Ärzte gebe. Von der Aprikosenkern-Kur hatte er im Internet gelesen. Das sei wie Chemotherapie, nur ohne Nebenwirkungen, hat er gesagt. Ich hatte von Anfang an Zweifel, ob das gut geht. Aber mein Mann ließ sich von mir nichts sagen."

    Hauptkommissar Braun hatte ebenfalls Zweifel. Allerdings nicht an der Giftkur des Verstorbenen. Die fand er unanzweifelbar hirnrissig. Er zweifelte an der Geschichte, die diese hübsche, junge Frau ihm auftischte. Selbst wenn das alles stimmte: Sie konnte ihrem Mann etwas zusätzliches Aprikosenkern-Pulver ins Essen gemischt haben, um ihn loszuwerden. Bereits eine kleine Überdosis dieses hochgiftigen "Heilmittels" konnte tödlich sein. Nachzuweisen wäre ihr das nicht. Denn man wusste nicht, wie hoch der Verstorbene seine zweifelhafte Medizin dosiert hatte. "Also ein selbstverschuldeter Unglücksfall", schloß Hauptkommissar Braun wenig überzeugt die Befragung ab. Resigniert verabschiedete er sich von der Witwe.

    Ingeborg Noll atmete auf. Ihr war der perfekte Mord geglückt. Vor einem halben Jahr hatte sie begonnen, ihrem Mann ein harmloses Abführmittel ins Abendessen zu mischen. Sie wusste, dass er nicht zum Arzt gehen würde. Bei seinen Internetrecherchen, was ihm fehlen könnte, hatte sie ihm eifrig geholfen. Morbus Crohn, eine Erkrankung, die gut zu seinen Symptomen gepasst hätte, redete sie ihm erfolgreich aus. "Schließlich ist dein Vater an Darmkrebs gestorben, mein armer Schatz", hatte sie ihm besorgt vor Augen geführt. Das hatte ihn davon überzeugt, ebenfalls an Darmkrebs erkrankt zu sein.

    Die Erfolg versprechende Aprikosenkern-Kur hatte sie bereits vor zwei Jahren entdeckt. Als ihr Mann in diesem Frühling ihren Kauf eines roten VW-Beatle-Cabrios storniert und ihr eine peinliche Szene vor den Augen des Autohändlers gemacht hatte, war sein Schicksal besiegelt. Hätte ihr reicher Geizhals von Ehemann nicht jedes Mal so ein Theater gemacht, wenn sie beim Shoppen gewesen war, hätte er nie erleben müssen, wie erfolgreich diese Kur war ...
    Geändert von Inaktiver User (05.10.2017 um 19:41 Uhr)

  7. Avatar von Avocado_Diaboli
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    AW: Neue Kurzkrimis

    Zinn, absolut großartig. Chapeau! Und diese Aprikosenkur gibts wirklich. Wie gruselig...
    Wer nichts Nettes zu sagen hat, kann sich ruhig zu mir setzen.

  8. Avatar von Avocado_Diaboli
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    AW: Neue Kurzkrimis

    Zitat Zitat von Vati4711 Beitrag anzeigen
    Eure Kurzkrimis sind erfindungsreich und toll geschrieben. Glückwunsch!
    Da spricht der Lehrer.
    Nach der Gaußschen Normalverteilung wärst du jetzt wieder dran.
    Wer nichts Nettes zu sagen hat, kann sich ruhig zu mir setzen.


  9. Registriert seit
    11.02.2008
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    AW: Neue Kurzkrimis

    Ja, immer diese Geizhälse - selber schuld!


    Ingrid Noll - das passt zu ihr!
    Geändert von Perlengazelle (05.10.2017 um 21:01 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Neue Kurzkrimis

    Zitat Zitat von Perlengazelle Beitrag anzeigen

    Ingrid Noll - das passt zu ihr!

    Ja, eine kleine Reminiszenz an Frau Noll.




    Zwei Morde sind genug. Dieses Wochenende versuche ich mich an einem Heiratsschwindel. Ich habe noch keine zündende Idee, aber den ehrlichen Wunsch, dass die Geschichte ein unerwartetes Ende für den Heiratsschwindler nimmt ...

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