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  1. Avatar von lisamsara
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    geschockt AW: Schreibblockaden überwinden

    Uh, das hat sich mit meiner längeren Abwesenheit wohl eher erledigt
    Aber um wieder einmal etwas zum Thema Schreibblockaden beizutragen. Ich habe vor Kurzem mit einer Freundin über unsere jeweiligen Schreibprozesse geredet und so habe ich eine interessante Übung wiederentdeckt, die ich selbst früher öfter gemacht habe. Schreibe 1000 Wörter in 20 Minuten. Das klingt viel ... ist es auch! Und genau das ist der Punkt, wenn man im Zeitlimit bleiben will, muss man durchgehend tippen. Keine Zeit für den inneren Zensor. Und so kommen aus den inneren Schichten der Psyche bald Ideen gesprudelt mit denen man womöglich niemals gerechnet hätte. Einen Versuch ist es wert, ein Bekannter von mir hat mit dieser Übung den Grundstein für einen ganzen Roman von sich gelegt, der mittlerweile sogar schon erschienen ist :)
    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
    - J.W. Goethe

  2. Avatar von ken.senior
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    155

    AW: Schreibblockaden überwinden

    Dieser Thread bestärkt mich in meiner Annahme, dass die sogenannte Schreibblockade meist mehr eine Blockade bezüglich des Textinhalts ist, als dass es am Schreiben selber läge.

    Ich hatte vor Jahrzehnten einen Thriller im Kopf, der zeigt wie einem Mann und einer Frau von Familie und Gesellschaft übel mitgespielt wird. Das war Mitte der 90er Jahre. Im Laufe des Schreibens fiel mir auf, dass

    1.) mein Wissen über Gesellschaftsgeschichte u. Sozialverhalten - und den Vorgängen darin - bei weitem nicht ausreicht
    2.), dass die Historie mittlerweile in eine andere Richtung verlaufen ist, als ich anfangs angenommen hatte.

    An dem Projekt weiterzuschreiben, machte eines Tages keinen Sinn mehr. Das Manuskript umzuschreiben, wäre mehr Arbeit gewesen, als es neu zu beginnen. Dazu kommt, dass ich bis heute nicht sagen kann, wie ich den Thriller beenden soll, weil sich für mich zu diesem Thema immer mehr Fragen auftun, als ich Antworten habe oder bekomme. Im Nachhinein muss ich auch erkennen, dass die Geschichte den Anspruch einer Prophezeiung hatte, in der Art von, wenn wir uns so verhalten, führt das dort hin. (Konnte ich wirklich belehren wollen? Schrecklich!).

    Als Grundidee schwebte mir anfangs auch eine zeitgemäße Form der antiken Paris-Geschichte vor. Aber als Aha-Geschichte werde ich das nicht hinbekommen und mit einem billigen Abklatsch mag ich mich auch nicht zufrieden geben. Mittlerweile ist ein wunderbarer Roman von Ian McEwan erschienen, "Abbitte", der das Thema, das mir vorgeschwebt war genau zum Thema hat. Darin wird einem Mann und einer Frau von der Familie und der Gesellschaft übel mitgespielt und dieser Plot ist hervorragend gelöst, tausend Mal besser als ich das jemals hätte zustande bringen können. Langsam ahne ich, was mir zum Veröffentlichen fehlt.

    Das Projekt ruht, trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich herumtüftle, wie ich es noch zu Ende bringen könnte und tatsächlich - das hält mich oft vom Schreiben anderer Texte ab. Ich will damit sagen, dass viele Schreibblockaden keine Blockaden im Schreiben selbst sind, sondern die Ursachen für die Blockade mehr im Inhalt dessen zu suchen sind, was geschrieben werden soll. Andere Texte kann ich gut schreiben, nur für dieses Projekt kann und will ich nichts mehr tun - zumindest die nächste Zeit nicht.

    Fazit: Hast Du eine Schreibblockade, dann wechsle zu einem anderen Thema.
    Du wirst sehen, das Schreiben klappt wieder.


    LG Ken
    Geändert von ken.senior (27.10.2016 um 14:49 Uhr) Grund: Tippfehler u. umformuliert

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