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    Nachdenkliche (eigene) Gedichte

    Hallo liebe Schreiberlinge,

    ich eröffne hier mal einen Strang, in dem selbst verfasste nachdenkliche Gedichte reingesetzt werden können.
    Formalien wie Reim und Versmass sollten untergeordnet sein, wichtiger finde ich die transportierte Stimmung ... Ich habe viele Jahre nichts geschrieben und nun, zu Beginn des Jahres 2013, fließen die Bilder wieder in Worte.

    Konstruktive Kommentare sind erbeten und erwünscht. Ich hoffe auf rege Beteiligung und freue mich über viele Gedichte!


    Das alte Paar

    Zwei Menschen
    bitter und alt
    krank und kalt
    auf nichts mehr wartend
    nichts mehr erhoffend,

    So sitzen sie da.
    Die Augen trüb
    die Lippen schmal.
    Kein Wort trägt über den Abgrund.

    Enttäuscht vom So-Sein des andern.
    Verstummt.
    Gemeinsam einsam.

    Nur manchmal
    ab und an
    ein leiser Wimpernschlag,

    Namenloses Erschrecken
    am Saum
    zerronnener Zeit.

  2. Inaktiver User

    AW: Nachdenkliche (eigene) Gedichte

    Konstruktive Kommentare sind erbeten
    Das Gedicht ist wirklich aus dem Leben gegriffen. So sind manche wirklich, "alt und kalt" - "gemeinsam einsam". Manche allerdings auch, nicht nur weil sie vom Partner, sondern auch vom Leben, wie es verlaufen ist, enttäuscht sind und nun nichts mehr vor sich haben, oder wie R. Zuckowski mal gesungen hat: "alle Träume ausgeträumt"... Es kommt nichts mehr, das war's.

    Es gibt allerdings auch andere. Ich habe eine Frau im Radio gehört: Ich danke dem lieben Gott jeden Tag, dass ich neben meinem Mann aufwachen darf."...Die war dankbar für die Zeit, die sie noch mit ihrem Partner im Alter verbringen konnte.

    Mir hat das Gedicht sehr gut gefallen.

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    AW: Nachdenkliche (eigene) Gedichte

    Lebenssinn

    Krankheit ist oft mal der Grund
    nach dem Sinn des Lebens zu fragen
    da gerät man gern in Panik und
    muß dann die Konsequenzen tragen

    Nicht jeder ist tapfer genug
    zu meistern Schicksalsschläge
    er fühlt ganz genau den Betrug
    unsicher was er erwäge ...

    auch kommt der Tod in jungen Jahren
    unbegreiflich, doch ganz zuletzt
    hat er verkannt die großen Gefahren, -
    leichtsinnig alles aufs Spiel gesetzt

    Ungerecht ist das Leben
    gewiss mancheiner so denkt
    dem ist ein ist hohes Alter gegeben
    aber auch ihm wird's nicht geschenkt

    populonia
    Geändert von populonia (15.01.2013 um 20:26 Uhr)
    Früher war selbst die Zukunft besser(Karl Valentin)
    .
    "Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist!" (Karl Valentin)

  4. gesperrt

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    AW: Nachdenkliche (eigene) Gedichte

    Das sind wirklich wunderschöne Gedichte, die ihr da geschrieben habt und man kann sie wirklich auf das reale Leben ummünzen da es wirklich oft und in den meisten Fällen so ist. Solche Gedichte habe ich nie wirklich auf Papier bringen können. Leider. :)

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    AW: Nachdenkliche (eigene) Gedichte

    Hallo, ihr Lieben!

    Ich danke Euch für die wirklich freundlichen Kommentare und Dir, populonia, für Dein Gedicht.

    Hier ist ein neues von mir

    Inseln im Meer

    Finde dich ab
    mit deinem Alleinsein.
    Erwarte nicht
    etwas wie Nähe,
    Geborgenheit,
    oder gar Wärme
    dann, wenn du sie brauchst.

    Denn das Wasser ist kalt und tief.

    Jeder lebt auf seiner Insel – und:
    es gibt keine Verbindung,
    weil wir nicht Brücken bauen.

    Es gibt die aufgewühlte, tiefe See
    mit ihrer Unberechenbarkeit,
    tiefen Strudeln
    und all ihren Geheimnissen.
    Ein Abdriften,
    und wir treiben auseinander,
    du nach Norden und ich
    irgendwohin …

    Du auf deiner Insel,
    ich auf meiner.
    Wie viele Seemeilen
    voneinander entfernt?

    Meine Insel ist nicht bewohnbar für dich.
    Und ich kann nicht leben auf deiner.
    Unser Rufen verhallt im Sturm,
    dringt nicht mehr ans Ohr,
    noch weniger in die andere Seele.

    Weite Distanzen.
    Horizont verschwimmend im Nebel.

    Kein Blickkontakt.
    Sprache wird Fremd-Sprache,
    überlagert vom Bausen der Wellen.
    Oder ist es nur das Hämmern an den Schläfen,
    decodiert und mißverstanden?

    Niemals gab es Brücken übers Meer.
    Ja, das Wasser trägt den mutigen Schwimmer
    eine Zeitlang.
    Bis zur Erschöpfung
    vor dem Ziel.

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    AW: Nachdenkliche (eigene) Gedichte

    Erfrorene Liebe

    Meine Liebe zu dir ist:wie die ersten zarten Blättchen an Frühlingsbäumen
    kristallklar wie Tautropfen
    frisch wie morgentliche Sommerwiesen

    Und du?Du merkst nicht........

    Meine Liebe zu dir ist:wie ein Ruderschlag auf einen sommerlichen,stillen See
    wie ein Sonnentag in der Hängematte
    wie der Duft des Heus bei Sonnenuntergang

    Und du?Du merkst nicht......

    Meine Liebe zu dir ist:wie das stetige Rollen der Wellen an den Strand
    wie das Ernten vollreifer Früchte
    wie das klar Licht eines Herbsttages
    leidenschftlich wie das bunte Laub

    Und du?Du merkst nicht......

    Meine Liebe zu dir ist:zaghaft wie die Blätter, wenn sie zu Boden sinken
    fröstelnd wie die Wiesen, wenn alles mit Reif überzogen ist
    traurig wie das verlichene Laub


    Und du?Du spürst nicht......


    Dann sitze ich eingehüllt in meinen Träumen
    Denke an dich wie an einen fernen Frühlingstag

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    AW: Nachdenkliche (eigene) Gedichte

    Ich möchte deine Tränen stillen
    Wie man ein Moor trockenlegt

    Doch was bleibt
    Vom Moor dem die Feuchte entzogen wird?

    Deine Tränen
    Kaum vernehmbares Schluchzen
    Sind Tiefe Versinken
    Bodenlos Dunkel

    Flaches Ackerland
    Begrenzt gezähmt
    Besitz
    Ohne Brutstätte
    oder Rast
    Für Luftgeschöpfe
    Auf der Durchreise
    Nach Süden


    Das Moor
    Schwarz wie dein Vaterland
    Hrvatska
    Wie die Mühle
    In der Krabat sich schindet
    Tag für Tag.

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    AW: Nachdenkliche (eigene) Gedichte

    Gebrochenes Eis

    und der Blick wird frei.
    Ich will den Anker lichten
    und sehe Schiffe fahren,
    weiße Schiffe
    die Trockendocks verlassen.
    Ich weiß: ich werde fahren,
    bald den Wind nutzen;
    gewiß werde ich mich verirren
    gewiß kommt Sturm auf
    irgendwann -
    aber:
    es ist nicht das sichere Land
    noch die vermeintliche Ruhe
    in mir -
    Ich werde fahren
    ich werde antworten:
    den Wellen
    dem Sturm.

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    AW: Nachdenkliche (eigene) Gedichte

    Sinnkrise

    Bin verwirrt, unsicher ...enttäuscht
    glaubte an Freundschaft , Vertrauen, Angenommensein
    alles nur fauler Schein?
    Weiß nicht mehr aus noch ein.....

    Was ist richtig oder falsch?
    Bekomme ich alles in den falschen Hals?
    Liegt es alleine an mir oder was ist los....
    meiner Seele geht es nicht famos.

    Zweifel an meinen Entscheidungen...
    schlage mit Reaktionen über die Stränge
    fühle sie , die emotionale Enge.....
    wie komme ich wieder zu mir...gar mit Strenge...?

    Strenge mit mir selbst,
    versuche Boden zu bekommen unter den Füßen
    muß ich für Fehler anderer ewig büßen?
    Will finden zu mir selbst, mich fröhlich grüßen.

    Ich bin, wie ich bin....
    kein schlechter Mensch...
    manchmal unberrechenbares Temperament
    schlägt Wogen , sprüht Funken wie Sternschnuppen am Firmament.

    Da gibt es einen Menschen, der mich liebt in meinem Sein,
    ich brauche bei ihm keinen Heiligenschein,
    kennt er das Teufelchen in mir;
    du liebst mich , dafür danke ich dir!


    Michico.....eben aus der Hand geschüttelt.....
    Ich habe gar keine Macken! Das sind nur Special Effects!!!!

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    AW: Nachdenkliche (eigene) Gedichte

    Phoenix.....ein wunderbares Gedicht.....

    und überhaupt...alle , bin gespannt wie es weiter geht....
    Ich habe gar keine Macken! Das sind nur Special Effects!!!!

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