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  1. Avatar von neurosia
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    Mein Kind heißt Esoterika

    Mein Kind heißt Esoterika

    Kinder kommen nicht einfach so in die Welt; sie suchen sich ihre Eltern aus. Und nach den ewig gültigen kosmischen Gesetzen darf die Auswahl des Vornamens sich nicht nach egoistischen Vorlieben der Eltern richten. Erst das Hinfühlen in Richtung Aura des Kindes und die Entschlüsselung der Botschaften, die es sendet bringen den Astralkörper mit der unsichtbaren Seele in perfekten Einklang.

    Nicht nur sucht das Kind sich seine Eltern aus, es weiß auch, welchen Namen es braucht, um dem Karma seiner Inkarnation gerecht zu werden.

    In enger Zusammenarbeit mit meiner Auraberaterin und mit Hilfe des Pendels teilte das Engelwesen uns nach 40 Tagen seinen Namen mit: Esoterika.

    Meine Namenswahl für meine Tochter „DerWegIstDasZiel“ wurde nämlich nach Pendelversuchen bei Vollmond von Esoterika strikt abgelehnt wurde.

    Dass es genau 40 Tage waren, hat zweifellos tiefere Bedeutung, denn hat nicht schon Jesus 40 Tage in der Wüste gefastet? Auch von Aschermittwoch bis Karsamstag sind es 40 Tage. Der Yogi Haridas wurde 40 Tage lang begraben und dann von seinem Schüler erweckt. Jedem Menschen, der die Gesetze der großen Wesenheit anerkennt, ist selbstredend die Bedeutung dieser Zeitspanne klar, nach der mein Kind seinen Namen preisgegeben hat.

    Jedem Menschen, der der Großen Weihe teilhaftig ist!

    Nicht jedoch dem Standesbeamten. Aber was weiß ein Paragraphenreiter von den Geheimnissen des Lebens? Nichts!

    Ein Ordnungsgeld wollte er wegen der verspäteten Angabe des Vornamens verhängen, gab aber nach zähem Kampf meinerseits auf - sei es aus Einsicht in die Notwendigkeit oder aus Schwäche, weil er meiner Argumentation und der Kraft meines Widerstandsamulettes nicht gewachsen war.

    Meine biologisch-dynamische Ernährungsberaterin hatte mir zuvor genaue Anweisungen gegeben, wie ich mich davor schütze, dass die negativen Schwingungen dieser vom Standesbeamten verursachten Querele nicht in die Muttermilch übergehen und somit Esoterika irreversibel schädigen würden. Zwei Kupferdrahtgestelle in Pyramidenform, bei Neumond auf dem Balkon unter Kundaliniklängen geflochten, taten ihre Wirkung. Die entgeisterten Blicke meiner armen, uninspirierten Mitgeschöpfe in der Straßenbahn ertrug ich frohgemut, ging es doch um die Zukunft meines Kindes.

    Esoterika -- klanggewordene Verzückung.

    Esoterikas Übertritts in die stoffliche Welt war begleitet von einigen Unbilden ...

    Die Frage, wo der Weltenwechsel stattfinden sollte, zog über Monate sehr viel Energie von mir ab, und meine Befürchtung, dass Esoterika dadurch energetisch erschlaffen könnte, war mein ständiger Begleiter. Aber die richtigen Bachblüten zur rechten Zeit konnten die so überaus wichtige Balance wieder herstellen.

    Leider kam eine von Esoterika ursprünglich gewünschte Komplett-Unterwasser-Hausgeburt nicht in Frage, weil nach dem FengShui-Harmonieprinzip die Badewanne falsch geortet ist. Alle Bemühungen und Neuberechnungen meines FengShui-Meisters waren vergeblich. Die Badewanne steht Nord-Süd, und das ist besonders tückisch. Würde sie Nord-Nord-Süd-West stehen, hätte man das Wagnis eingehen können. Aber bei einer Nord-Süd-Konstellation wären die schädlichen Auswirkungen gar zu gravierend gewesen. Das hat nun leider zur Folge, dass das Badezimmer künftig vollkommen unbenutzbar ist, weil der Vermieter nicht bereit ist, einen Umbau zu finanzieren. Die Körperreinigung findet nach FengShui-Gesetzen nun auf einem schmalen Sims in der Abstellkammer statt.
    Sicher, es ist ein wenig unbequem, den Waschzuber auf diesem Vorsprung in der Balance zu halten und dabei gleichzeitig die erforderliche bioenergetische Spiritualität für die Waschungen aufzubauen. Jedoch ist meine Tai Chi Erfahrung überaus hilfreich bei den notwendigen Verrenkungen.

    TaiChi regt den Kreislauf an, entspannt die Muskulatur, wirkt sich positiv auf Sehnen und Gelenke aus, wirkt beruhigend und kann somit günstigen Einfluss auf psychosomatische Beschwerden haben. Mit Esoterika mache ich daher seit dem ersten Tag ihrer Geburt Tai Chi. Diese Übungen in Verbindung mit Qi Gong sowie regelmäßige Klistiere mit Kümmelöl haben sie bisher vor Heimsuchungen und Blähungsqualen aller Art bewahrt.

    Aber ich schweife ab. Zurück zu den Bemühungen, den richtigen Ort für Esoterikas Verlassen der Engelswelt zu finden.

    Der chinesische Meister WangTan verfügte die Befragung des /I Ging/. Nach längerer Meditation mit Schafgarbenstengeln riet Meister WangTan zu der Formulierung: /I Ging, du Buch der Wandlungen, welches Tao gibt dem ungenannten Kind bei seinem Weltenwechsel die rechte Wandlungsfähigkeit/? Das Orakel antwortete mit /Berg/. Diese eindeutige Äußerung des Buchs der Wandlungen ließ nur einen Schluss zu: Esoterika sollte auf einer Anhöhe das Licht unserer Welt erblicken. Eine weitergehende Befragung ergab, dass der günstigste Ort der Killesberg sei. (An dieser Stelle möchte ich meiner Ehrfurcht vor Meister WangTans Fähigkeit Raum geben. Für ihn war es ein hartes Stück Arbeit, aus der doch recht kurz gehaltenen Angabe des Orakels /Berg/ den Killesberg herauszumeditieren.)

    Mit meiner durch und durch eingeweihten vollesoterischen Hebamme fand ich am Killesberg den richtigen Platz, den wir mit geeigneten Kräutern und einem Mandala aus Edelsteinen ausstatteten. Das Ereignis sollte unter freiem Himmel stattfinden, um Yin und Yang zu ungehinderter Entfaltung zu verhelfen. Dass dann zum Zeitpunkt des Übertritts das Tief /Erika/ einen Platzregen zur Begrüßung von Esoterika sandte, bestätigte die Richtigkeit der Geburtsstättenwahl.

    Esoterikas Zimmer ist selbstverständlich gewissenhaft nach FengShui-Grundsätzen eingerichtet, auch wenn die Gesetzmäßigkeiten dieser Grundsätze enge Grenzen in der Raumgestaltung setzen. Leider steht die Wiege etwas ungeschickt direkt an der Tür; dergestalt, dass man nur über einen - streng nach FengShui-Prinzipien konstruierten - Steg über Esoterikas Kopf hinweg in ihre wesensgerechte Wohnhöhle gelangt. Das Fenster musste zugemauert werden, es zeigte in die falsche Richtung. Der unbedeutende Lichtmangel wird ausgeglichen durch Lebenshauchübungen.

    Esoterikas PersonalGuru hatte bald das passende Mantra für sie gefunden; diese Zauberformel muss jedoch geheim gehalten werden, sie ist der Schatz des VollzeitGläubigen.

    Leider hat sich eine Unbill ergeben. Durch das situationsbedingte ständige Dämmerlicht stellte sich erst jetzt bei der rituellen Initiation zu Esoterikas Menschwerdung heraus:
    Esoterika ist ein Esoterich.

    Auf Anraten meines peruanischen Schamanen spare ich jetzt für die geschlechtsangleichende Operation.
    - Nie rechtfertigen -

  2. Inaktiver User

    Mein Kind heißt Esoterika

    Das ist Kunst und kann nicht weg.
    Das ist Kunst und kann nicht weg.
    Das ist Kunst und kann nicht weg.
    Das ist Kunst und kann nicht weg.
    Das ist Kunst und kann nicht weg.
    Das ist Kunst und kann nicht weg.
    Das ist Kunst und kann nicht weg.


  3. Inaktiver User

    AW: Mein Kind heißt Esoterika

    Meine Namenswahl für meine Tochter „DerWegIstDasZiel“ wurde nämlich nach Pendelversuchen bei Vollmond von Esoterika strikt abgelehnt wurde.
    Genial und großartig!!!!


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