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Thema: Romanversuch "Single ticket"
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15.05.2011, 21:08Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
Geändert von Inaktiver User (20.05.2011 um 22:15 Uhr)
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15.05.2011, 22:19
AW: Romanversuch "Single ticket"
Die Beiden sollen "tatsächlich" über 10 Jahre in einer Beziehung gelebt haben? Warum? Wieso? Weshalb? War während dieser Zeit irgendein Lustgewinn für einen der Beiden, der einen Trennungsschmerz auslöst? Ich verstehe überhaupt nicht warum sie trauert und nehme ihr das Herzgekaspere und Besäufnis nicht ab. Wer betrinkt sich mit Sekt? Geht das überhaupt? Sie hat ihre Freundinnen, fand ihn doof und er hat seine pubertierenden Freunde, packt seine Koffer und geht. Nun ist alles gut oder? Stellst du die anderen Kapitel auch noch zum Lesen ein? Liebe Grüße
Es kommt wie es kommt


Es ist ein großer Vorteil morgens aufzuwachen!
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15.05.2011, 22:32Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
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Geändert von Inaktiver User (20.05.2011 um 22:16 Uhr)
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15.05.2011, 22:48
AW: Romanversuch "Single ticket"
ups, ich meinte das nicht ironisch, wirklich nicht! das waren meine ersten Gedanken und Empfindungen als ich deinen Text gelesen habe. und ich habe mir die Situation an Hand deiner Darstellungen und den Zwischenzeilen bildlich vorgestellt und es erschien mir nicht stimmig, dass sie trauert. vielleicht fehlt mir die Szene, die zum Auszug führte, damit deine Hauptdarstellerin mir in ihren Reaktionen und Gedanken authentisch erscheint. wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke, dann haben mir alle meine Trennungen etwas ausgemacht und etwas mit mir gemacht. nur mit Sekt habe ich mich wirklich noch nie betrunken. ich wollte dich nicht verärgern! sie erscheint mir eventuell zu egozentrisch. 10 Jahre mit jemanden zusammen zu sein, die sich darüber ärgert, dass er keinen Cent für die Putzfrau beisteuert, erschien mir vermutlich zu lang. und 10 Jahre kinderlos zu bleiben, obwohl sie den Wunsch hat, erscheint mir auch zu lang. ach egal, überlese einfach meine Beiträge und schreib weiter. ich kann ja still mitlesen und mir meine Gedanken machen. eines noch. anscheinend löst dein Text Nachdenken bei mir aus und das ist das Gute an allem Geschriebenen, sie lösen etwas beim Leser aus. Nochmals ernst gemeinte Liebe Grüße
Es kommt wie es kommt


Es ist ein großer Vorteil morgens aufzuwachen!
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15.05.2011, 23:08Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
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Geändert von Inaktiver User (20.05.2011 um 22:17 Uhr)
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16.05.2011, 09:25
AW: Romanversuch "Single ticket"
Hi Lavender!
Hier mein Statement zu Deiner Kostprobe:
Der Schreibstil gefällt mir recht gut, ist flüssig, baut Sätze nicht immer nach dem gleichen Muster auf, wirkt lebendig. Worauf ich an Deiner Stelle achten würde: Klischees vermeiden (das passt nicht zum sonstigen Eindruck), ebenso inhaltliche Wiederholungen und Längen, das würden Dir die Lektoren nur rausstreichen. (Jemand hat das, was ich meine, hier als "kleinklein" beschrieben.) Beispiel: Es werden mehrere miese Charakterzüge des Exfreundes aufgezählt, die aber nicht näher beschrieben werden. Lieber 1-2 rauspicken und näher darauf eingehen, evtl. zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. als Rückblende mit Dialogen. Dafür dann im ersten Abschnitt nicht zu viele nennen, das ermüdet den Leser sonst ein wenig. Und man fragt sich: wenn der Idiot NUR Nachteile hatte - was wollte sie dann mit ihm? (10 Jahre!) Was mir absolut fehlt: etwas Positives! Ich finde, das gehört dringend rein. Sonst klingt es zu sehr nach Frustverarbeitung und allgemeinem Pessimismus, würde ich nicht lesen wollen. Die Protagonistin kann sich ja über ihren Ex aufregen (soll sie auch), aber im nächsten Satz müsste dann auch mal sowas kommen wie "... aber seine Hände..." oder dass er sie mit seinem Humor und seiner Energie mitreißen konnte oder dass er wenigstens den Müll runtergebracht hat.
Man trauert ja dem SCHÖNEN nach, die Miesmachungsversuche sind in erster Linie das Bemühen, überhaupt damit klar zu kommen. Das fehlt (zumindest mir) bisher im Text.
Zum Plot: Nix Spektakuläres (was ist schon spektakulär?!), aber daraus lässt sich was machen. Denke aber immer daran: wenn Du veröffentlichen willst, dann schreibst Du für die Leser, nicht (nur) für Dich! Dann musst Du ab und zu innerlich zurücktreten und Dich fragen: Würde mich das als Unbeteiligten interessieren? Von manchen Abschnitten, die vor allem der persönlichen Aufarbeitung dienen, wirst Du Dich trennen müssen. Manchmal muss man GERADE das rausschmeißen, was einem besonders am Herzen liegt und woran man ewig rumgebastelt hat, weil es zu persönlich, schwerlastig und aufgepumpt ist. Raus, überarbeiten und ein andermal verwenden, oder: radikal kürzen.
Finde heraus, was Dein Stil ist, was Dir besonders liegt, und baue das aus. Zu dem von Dir geplanten Plot würde noch deutlich mehr (schwarzer) Humor passen. Wenn Dir das nicht liegt, dann aber auch nicht dazu zwingen, nix liest sich schlimmer als erzwungener Witz oder Kalauer.
Was fällt mir noch ein...
Die Sache mit den Prosts in verschiedenen Sprachen: Gute Idee, in der Form (nach jedem Satz eins) aber zu aufgesetzt. Besser vielleicht: am Anfang der Aufzählung ein, zwei, und dann am Ende (wenn die geplagte Heldin wieder die Flasche hebt) alle anderen. Die Aufzählung der Nachteile des Exlovers selber: könnte noch knackiger und "böser"/witziger sein, oder zum Ende hin auf seine Vorteile kommen und dann zeigen, dass die Verlassene wirklich traurig ist. Bisher denkt man: Dieser C. war so ein Vollpfosten, soll sie doch froh sein, dass der Depp weg ist.
Viel Spaß weiterhin beim Schreiben (das Allerwichtigste überhaupt) und gute Ideen, um den Text spannend und bildhaft zu gestalten und eine so lange Geschichte dynamisch zu konstruieren.
P.S.: Natürlich kann man sich mit Sekt betrinken!
P.P.S.: "Der Hahn ist tot" ist gut. Schöner fände ich aber, wenn der Wecker eigentlich schrill und süß war und sie ihn irgendwie gemocht hat. *heul*
Frohes Schaffen!
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16.05.2011, 10:33Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
Du bittest in deinem Eingangsthread auch um ungeschönte Meinungen ... dann solltest du nicht gleich austreten, wenn die Kritik an deinem Text nicht so ausfällt, wie du dir erhofft hast.
Und Bastei-Lübbe & Co hören sich nach den ersten Zeilen, die du hier vorstellst, eigentlich ganz passend an. Oder dachtest du an Suhrkamp und ähnliche?
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16.05.2011, 10:55Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
Eine Autorin hat mehrere Möglichkeiten.
a. Sie beschreibt ihre persönlichen Erfahrungen.
b. Sie recherchiert gründlich und nutzt das erworbene Wissen.
c. Sie startet einen Selbstversuch und gelangt so zu a.
Im Falle des Sektes wäre c. die zielführende Vorgehensweise, sofern a. noch nicht vorliegt.
Wenn die Kopfschmerzen vorüber sind, kann man sich dem nächsten Kapitel widmen.Geändert von Inaktiver User (16.05.2011 um 11:00 Uhr)
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16.05.2011, 10:56Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
Sorry, aber das finde ich nicht fair. Ich fand manche Antworten des TE auch etwas überheblich, aber ich kann den Ärger nachvollziehen, wenn ausgerechnet die originellsten Wortschöpfungen/Wortverwendungen kritisiert und verbessert werden. Hier geht es um einen bestimmten Stil, den kann man in sich verbessern oder gut finden, aber nicht umwandeln wollen.
Eine Äußerung nach dem Motto "Das ist umgangsprachlich" ist weniger hilfreich als eine Äußerung wie "mir gefällt dieser umgangsprachliche Stil nicht".
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16.05.2011, 11:00Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
Das ändert nichts daran, dass eine Autorin sich solcher Kritik nun mal stellen muss: Sollte sie veröffentlicht werden, wird auch niemand auf ihre Befindlichkeiten Rücksicht nehmen.
Und wenn man schon ungeschönte Antworten einfordert, sollte man bei Erhalt derselben nicht gleich unterstellen, dass die LeserInnen irgendwie zu blöd sind, die eigene Aussage zu verstehen.
Und abgesehen davon: Es gibt reihenweise AutorInnen mit schlechtem Stil und die verkaufen sich trotzdem. Also kein Grund, ziegig zu werden.


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