Die "Kultur im Beutel" hat mir auch zugesagt. Ansonsten nicht viel.
Du lamentierst unter anderem zu viel rum. Und dabei passiert zu wenig. Es ist besser, Dinge zu "zeigen", also aus der Situation heraus, als sie zu "beschreiben". Will sagen: Für den Leser Situationen (Szenen) schaffen, in denen das Sparbrötchen seinen Auftritt hat, wo er mit seinen Kumpels am Tresen rumhängt, wo er den Frauen hinterher glotzte etc.
Macht viel Arbeit, ist klar, aber dabei werden die Dinge plastischer als bei so einer schnöden Abhandlung. Und man kann den anderen auf diese Weise (durch Wortwitz oder was auch immer) darstellen, wie man ihn gerne hätte. Und es schafft zudem die Möglichkeit, gleich als Opener eine richtig knackige Szene zu servieren, die den Leser in die Geschichte hineinzieht.
Und lass die fremden Sprachen weg. Das wirkt zu gewollt cool und kommt zu verkrampft daher.
Und natürlich ist der Erstentwurf meilenweit vom fertigen Produkt entfernt. So ca. 7-8 Überarbeitungen. Da geht unter Umständen noch so einiges.
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Thema: Romanversuch "Single ticket"
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13.05.2011, 23:21
AW: Romanversuch "Single ticket"
Geändert von phantomlake (13.05.2011 um 23:24 Uhr)
Wer Unsinn hören und glauben will, der wird auch Unsinn zu hören bekommen.
Cave: Meine Beiträge könnten Spuren von Ironie enthalten!
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13.05.2011, 23:26Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
Es ist ganz nett - aber nix Neues. Hat man doch schon xmal so gelesen, selber geschrieben oder erzählt, in mails von Freundinnen gelesen oder hier in der bricom.
Mir fehlt ein besonderer Ton, irgendein Einblick, eine Erkenntnis, eine neue Perspektive die ich vorher noch nicht hatte - da es schon sprachlich nicht sehr literarisch ist, sondern eher Alltags- und Umgangssprache.
Also für mich nichts, was ich lesen würde, sorry. Ich glaub, der Spaß ist mehr beim Schreibenden als beim Leser. Was ja auch okay ist, wenn man es nicht partout veröffentlichen will.
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14.05.2011, 01:44Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
1. gibt es talentierte Autoren, die nicht nur einmal ihre Essenz des Lebens aufschreiben und zum Bestseller werden.
2. es ist eine totale Selbstüberschätzung, bei diesem kurzen Stück Text von Intellekt und Sprachverständnis zu sprechen.
3. dieser Groschenroman-Verlag verlangt selbst für das Klischee-Gesulze eine gewisse Grundlage an Erzählfähigkeit. Diese ist in deinem Frustaufschreiben für eine Trennung mit Besäufnis nicht zu erkennen, aber gewiß hilfreich für den Katzen - und anderen Jammer sinnvoll gewesen.
4. Inwieweit dir diese Meinung "objektiver" erscheint oder eher deinem Wunschdenken nahe kommt, mag dahingestellt sein.
5. Enttäusch dich nicht selbst, weil heutzutage jeder meint, er könnte ein Superstar werden, nur weil er einen kennt.
6. Freu dich, wenn es dir in alten Tagen half und belasse es dabei, für deine eigene Befreiung zu schreiben...
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14.05.2011, 08:08Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
Ich mag den Text.
Ja, das Sujet ist altbekannt - sind mittlerweile alle. Ja, die Story könnte ein typischer Groschenroman werden - ist aber anders geschrieben. Ich mag den Stil. Ich würde weiterlesen wollen. An einem Herzschmerztag, an dem ich schnulzige Liebesgeschichten nicht ertrage, sondern ein bisschen Dreck drin haben möchte.
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14.05.2011, 08:46
AW: Romanversuch "Single ticket"
ich finde es schon mal gut, dass du dich an die öffentlichkeit traust. einen text vorstellen, das fällt nicht jedem leicht. das solltest du beibehalten, auch dein sitzfleisch, einen langen text für einen roman zu schreiben! das schafft nicht jeder. ich an deiner stelle würde einfach einen zweiten schreiben, sitzfleisch, ausdauer und willen hast du ja schon bewiesen.

dein erster text ist ein anfängertext, er bringt motive und phrasen mit sich, die viele anfängertexte mit sich bringen, da wurde hier schon das meiste erwähnt. die coolness und die damit verbundene stimme haben allerdings nicht alle. glückwunsch! was an deinem text auch auffällig ist, dass du vieles kleinklein erzählst. das ist aber gar nicht nötig. der leser will etwas erzählt bekommen, nicht erklärt. der leser ist leser, nicht doof. ;) in vielen sätzen ist auch ein "ich" oder ein "mir" etc. drin, große ich-erzähler machen das nicht, sie reflektieren ohne sich ständig selbst ins spiel zu bringen. geh doch mal in eine bibliothek und lies dich in verschiedene bücher mit ich-erzählern ein, schau dir mal die absätze genauer an. wie erzählen die? was erzählen die? wo sind sprünge, was lassen sie aus, fehlt was? warum funktioniert der text? mit dem neuen wissen, guck einfach noch einmal auf deinen text drauf. vielleicht meldest du dich auch mal zu einem kurs an der vhs für kreatives schreiben an, vielleicht gibt es auch einen in deinem stadtteilzentrum. teure schreibseminare bei großen autoren sind meines erachtens nur etwas für anfänger, wenn sie zuviel geld haben. ;)
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14.05.2011, 09:19Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
Der Text ist umgangssprachlich erzählt - bewusst so erzählt. Der Inhalt des bisherigen Ausschnitts ist das Gefühlsleben der Protagonistin. Wenn sie das nicht ausführlich erzählt und mehr Handlung reinbringt, "Action", wie oben schon vorgeschlagen, wird ein anderer Text draus. Eine andere Geschichte.
Ich denke nicht, dass ein Schreibkurs an der VHS diese schon ziemlich reife Schreibe unbedingt verbessert...
Weiterschreiben und lesen, ja, das auf jeden Fall. Den Roman noch mal überarbeiten, bis Du wirklich zufrieden bist. Und dann an ein paar Verlage schicken. Warum denn nicht? Es wird Schlechteres gedruckt und Besseres nicht - das ist auch Glückssache.
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14.05.2011, 09:29
AW: Romanversuch "Single ticket"
es ging mir beim schreibkurs auch nicht ums verbessern, sondern ums dranbleiben, austauschen, weiterentwickeln. auch: sich ein bißchen mit dem kunstcharakter des schreibens auseinandersetzen, wenn man veröffentlichungswillig ist. der erste roman ist meines erachtens für die schublade, beim zweiten weiß man, dass man ein exposé und einen auszug an den verlag schickt.
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14.05.2011, 09:36Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
Ja, mag sein. Das ist für mich durch die Entstehungsgeschichte des Textes erklärt, die im Bezug auf eine Veröffentlichung eher ein "Haken" ist: da geht es darum, für den Leser zu schreiben, nicht für sich selbst.
Die wenigen Texte, die aus sich heraus fesseln, in welchen der Autor automatisch eine Stimme, eine Perspektive hat, die den Leser erreicht und fesselt - das sind nach meinem Empfinden geniale Stücke und die sind eher rar. Dieser Text ist es eben nicht - muß er gar nicht sein!
Alles andere ist harte Arbeit, und die fehlt diesem Text eben noch.
Hm - stimmt. Trotzdem empfehle ich eine Entscheidung, was der Text nun sein soll (siehe mein erstes Post hier) und eine konsequente Ausarbeitung in diese Richtung.Wenn sie das nicht ausführlich erzählt und mehr Handlung reinbringt, "Action", wie oben schon vorgeschlagen, wird ein anderer Text draus. Eine andere Geschichte.
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14.05.2011, 09:49
AW: Romanversuch "Single ticket"
ich bin mir sicher, der text hat seinen zweck erfüllt, indem er entstand. ihn an einen verlag zu schicken provoziert nur unnötigen frust oder angebote von zuschussverlagen. dem text fehlt das herangehen an die trennung als grundlegenden stoff und das wird man auch nachträglich nur noch schwer einarbeiten können. die schreibe allerdings, die hier zugrunde liegt, die kann durchaus einen zweiten text tragen. vielleicht sogar mit dem gleichen thema.
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14.05.2011, 14:52Inaktiver User
AW: Romanversuch "Single ticket"
"Kultur im Beutel" ist ein "Sprachspiel", kein einsamer Witz auf weiter Spur, offensichtlich soll der Text nicht in erster Linie witzig sein. Und: wir haben gerade mal zwei winzige Kapitel, vielleicht 3 Seiten, wenn überhaupt, wie kann man sich da schon ein Urteil über die "Handlung" erlauben? Besser wäre es zu erfahren, welches "Gerüst" der Roman haben soll.


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