Was sind denn bitte triftige GründeZitat von Inaktiver User
Ich bleibe dabei: In vielen Fällen ist ein älterer Hund aus dem Th die einfacherere Variante.
Klar, gibt immer solche und solche. Und ich hab ja beide Fälle hier:
1) Shiwa - ein Sonnenschein durch und durch. Wird immer wieder gelobt, wie außergewöhnlich (sic!) freundlich sie doch sei. Kam mit 6-7 Jahren zu uns, saß über ein jahr vorher im TH - wurde ihrem Halter weggenommen (beschlagnahmt). War EXZELLENT sozialisiert an alles, was man sich vorstellen kann (Kleintiere, Katzen, Kinder jeden Alters, andere Hunde).
Allerdings kannte sie kein einziges Kommando - hat sie aber innerhalb weniger Tage gelernt! Daher weiß ich aus Erfahrung, dass Hunde auch in höheren Alter noch sehr viel und schnell lernen können. Wir haben sie innerhalb kurzer Zeit fit für den Wesenstest gemacht, der wirklich hart ist!
2) Lilou - hier lagen die Karten leider umgekehrt: Gut erzogen (Grundkommandos saßen), aber leider aus schlechten Verhältnissen, dann 5 Jahre Tierheimzwinger ohne Arbeit mit ihr, Sozialisationsdefizite ohne Ende als sie mit 8-9 Jahren zu uns kam. Probleme vorallem in Bezug auf andere Hunde, aber auch ganz generelle Unsicherheit, die schwierig zu händeln war.
So rum ist es natürlich schwieriger, will heißen: Sozialisation ist erheblich schwieriger in hohem Alter nachzuholen als Erziehung, was eigentlich immer geht. Und dennoch hata uch Lilou nach nur 4 Monaten Maulkorb- und Leinenbefreiung erhalten! Und das bekommt man weiß Gott nicht geschenkt!
Ich denke, dass selbst Lilou - ganz definitiv aber Shiwa - einfacher und stressfreier zu erziehen war als ein Welpe.
Ich sehe jedne Tag Leute, die heillos überfordert mit ihren Welpen sind - nicht annähernd so oft erlebe ich so massive Probleme mit älteren Tierheimhunden!
Beratung ist natürlch das A&O, das heißt, man muss schon drauf vertrauen können, dass das TH einem die Wahrheit sagt und nicht evtl. Verhaltensdefizite schönredet. Einfach damit man in etwa weiß, worauf man sich einlässt (auch wenn man natürlich nie 100%ig sicher vorhersagen kann, wie ein Hund sich im neuen Heim verhält - denn letztlich ist das ja auch immer von der Interaktion Hund-Halter abhängig, aber ob der Grundcharakter zu den eigenen Lebensgewohnheiten passt und ob es bestimmte Defizite gibt, kann man klären).
Es muss ja auch nicht der Fundhund sein oder der Hund, der am TH-Tor angebunden wurde und erst 2 Wochen da ist, so dass man über ihn noch gar nichts sagen kann. Und es muss auch kein Hund sein, der wegen eines Beißvorfalls sichergestellt wurde.
Aber oft sitzen Hunde schon Jahre im TH, werden von den Mitarbeitern ganze Tage mit nach Hause genommen oder leben zeitweise oder sogar ganz in Pflegestellen - und dann ist eine Aussae über den Charakter gut möglich! Oder die Hunde werden mit sehr detaillierten Angaben vom Vorbesitzer abgegeben - hilft auch (ich wusste von Shiwa, dass sie mit Kindern aufgewachsen ist, z.B.).
Da kommt wie gesagt wieder die Ehrlichkeit des Personals ins Spiel - aber ich habe da eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht, eher übervorichtige! Wir suchten damals gezielt einen Hund, der mit Katzen verträglich ist und in beiden Anläufen wurde uns im Zweifel immer eher ab- als zugeraten! Nie war der Tenor: "Ja versuchen sie's halt mal..."
Der Vorteil eines alten Hundes, über dessen Vorleben viel bekannt ist, ist auch recht einfach: "You get what you see"Zumindest weitestgehend. Wenn ein 8-jähriger Rüde als "ruhig, unterwürfig und gut sozialverträglich mit Artgenossen" beschrieben wird, dann wird das auch so bleiben. Während - gerade bei Rüden - die Pubertät oft völlig unvorhersehbare Charakteränderungen betreffend Temperament, Dominanz und Sozialverträglichkeit mit sich bringen kann, die oft alles andere als erfreulich sind... Einen Welpen sucht man sich halt mit "Kind-Charakter" aus und das sagt mitnichten immer etwas über den Charakter des erwachsenen Hundes aus (den man natürlich prägen und beeinflussen kann, aber es gibt eben AUCH genetische Komponenten!)
So, das war mein Plädoyer pro TH-Hund. Es freut mich sehr, Jojojo, dass du diesen Weg gehen möchtestWenn ich kann, bin ich gern weiterhin behilflich, soweit ich kann
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Ergebnis 31 bis 31 von 31
Thema: Anschaffung eines Hundes
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10.09.2008, 21:53
AW: Anschaffung eines Hundes
Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!



Zumindest weitestgehend. Wenn ein 8-jähriger Rüde als "ruhig, unterwürfig und gut sozialverträglich mit Artgenossen" beschrieben wird, dann wird das auch so bleiben. Während - gerade bei Rüden - die Pubertät oft völlig unvorhersehbare Charakteränderungen betreffend Temperament, Dominanz und Sozialverträglichkeit mit sich bringen kann, die oft alles andere als erfreulich sind... Einen Welpen sucht man sich halt mit "Kind-Charakter" aus und das sagt mitnichten immer etwas über den Charakter des erwachsenen Hundes aus (den man natürlich prägen und beeinflussen kann, aber es gibt eben AUCH genetische Komponenten!)
Wenn ich kann, bin ich gern weiterhin behilflich, soweit ich kann
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