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  1. Inaktiver User

    smile Mit Baldrian auf Katzenjagd

    Ich habe gestern einen Artkel gefunden, der mich sehr gefreut hat und den ich euch nicht vorenthalten möchte.
    Es geht um etwas ganz anderes als der Titel suggeriert.

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    Mit Baldrian auf Katzenjagd

    Lange galt die Wildkatze in der Schweiz als sehr selten oder gar ausgestorben. Neueste Forschungen aus dem Basler Jura zeigen ein anderes Bild: Bisher unbemerkt von der Öffentlichkeit, erobert ein weiteres Raubtier die Schweiz zurück.

    Von gewissen Hauskatzen kann man sie kaum unterscheiden: Wildkatzen sind getigert, haben einen schwarzen Strich über den Rücken und einen Schwanz mit schwarzen Ringen. Selbst für geübte Wildbiologen und Jäger ist es sehr schwierig, Wildkatzen zu bestimmen. Dies hat mit dazu geführt, dass man sich über den verbleibenden Bestand dieser seltenen Tierart in der Schweiz bisher kaum ein Bild machen konnte. In den 50er-Jahren galt die Wildkatze als sehr selten, in den 60er-Jahren als ausgerottet, und später gab es immer wieder nur vereinzelte Nachweise.

    Jetzt sorgt eine neue Methode unter Wildbiologen für Begeisterungsstürme: Die DNA-Analyse führt wie in der Kriminalistik zu bisher ungewohnter Klarheit. In einem grenzüberschreitenden Projekt zwischen Baselland, Solothurn und dem französischen Südelsass haben Biologen und Jäger auf einer Fläche von 66 Quadratkilometern intensiv nach Wildkatzen gesucht. Dazu haben sie an einschlägigen Orten im Wald Stecken in den Boden gerammt und mit Baldrian besprüht. Katzen fühlen sich von solchen Duftmarken unwiderstehlich angezogen, reiben sich am Stecken und hinterlassen dabei meist auch einzelne Haare. «Die genetische Analyse dieser Haare hat ergeben, dass sich auf der Fläche mehr als 20 Wildkatzen bewegen», sagt Wildkatzenspezialist Darius Weber, der die Untersuchung leitete.

    Weber geht davon aus, dass sich die Wildkatzen «in den letzten 20 bis 30 Jahren» vom nahen Frankreich, wo die Tierart sicher nie ausgestorben ist, wieder im Jurabogen ausgebreitet hat. Der Kanton Jura sei unterdessen wohl «flächendeckend besiedelt». Zudem seien in den 60er- und 70er-Jahren an zwei Orten wilde Tiere ausgesetzt worden: Umweltaktivisten aus Genf setzten Tiere im waadtländischen Jura frei. Der Tierpark Dählhölzli siedelte die Tiere in den Freibergen erfolgreich wieder an. Aufgrund der Forschungsresultate aus dem Baselbiet rechnet Weber damit, dass unterdessen wieder «einige hundert Wildkatzen» in der Schweiz leben. Somit wäre neben Luchs und Wolf eine dritte Raubtierart in der Schweiz auf dem Vormarsch.

    Möglich wurde die Wiederbesiedelung der Schweiz durch die Wildkatze erst mit dem Ende der Jagd. Bis in die 50er-Jahre haben Jäger den engen Verwandten der Hauskatzen (siehe Kasten) mit Fallen und vergifteten Ködern den Garaus gemacht. Obwohl sich Wildkatzen hauptsächlich von Mäusen und nur selten auch von Hasen ernähren, wurde damals das Bild einer «reissenden Bestie» kolportiert.

    Positiv ausgewirkt auf die Zahl der Wildkatzen in der Schweiz hat sich wohl auch der Sturm «Lothar»: Wo Bäume fallen und mehr Licht auf den Waldboden dringt, steigt die Zahl der Mäuse an. Wildkatzen kann man am ehesten auf Kahlschlagflächen im Waldesinnern oder an Waldrändern in der Dämmerung beim Mausen beobachten.
    Auch der Klimawandel wirkt sich positiv auf die Wildkatzen aus: Schneedecken von mehr als zehn Zentimetern Dicke machen das Mausen fast unmöglich. In den Alpen sind deshalb keine Wildkatzen anzutreffen. Je milder die Winter werden, umso attraktiver wirds für Katz und Maus.


    Hauskatzen kommen aus Afrika

    Die Wildkatze (Felis silvestris silvestris) ist eng verwandt mit den Katzen, die sich in unseren Wohnungen wohl fühlen. Unsere Hauskatze stammt von der Afrikanischen Wildkatze (Felis silvestris lybica) ab, die sich vor 7000 Jahren im alten Ägypten dem Menschen anscheinend aus freien Stücken angeschlossen hatte. Mit der Speicherung von Getreide in grösseren Mengen stieg die Zahl der Mäuse, und die wilden Katzen fanden in der Nähe der Menschen die besten Überlebensbedingungen. Erst mit den Römern kamen die Hauskatzen dann vor 2000 Jahren in unsere Gegenden.

    Hier trafen sie auf die Europäische Wildkatze, welche menschenscheu ist und weitab von Siedlungen lebt. In Gefangenschaft paaren sich die beiden Unterarten. In Freiheit indes scheinen sich Haus- und Wildkatzen in der Schweiz nicht zu paaren. Haar von Mischlingen wurde an den Kontrollstecken des Baselbieter Forschungsprojekts (siehe oben) nicht gefunden, Haar von Hauskatzen jedoch sehr viel.

    Ganz anders präsentiert sich die Lage etwa in Ungarn und Schottland, wo die Wildkatzen- ganz in der Hauskatzenpopulation aufgegangen ist. Warum dem so ist, können die Forscher bis heute nicht erklären

  2. User Info Menu

    AW: Mit Baldrian auf Katzenjagd

    Ach ist das schön!!! Ich bin Patin von Wildkatzen im Tierpark Dählhölzli und da freut man sich natürlich über freilebende Wildkatzen sehr!!! Die Tiere vom Dählhölzli werden übrigens in Deutschland ausgewildert.
    Liebe Grüsse
    Dascia
    Antoine de Saint - Exupéry

    "Adieu", sagte der Fuchs. "Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

    Der kleine Prinz
    ---------
    Das, worauf es ankommt, können wir nicht vorausberechnen. Die schönste Freude erlebt man immer da, wo man sie am wenigsten erwartet.

    Wind, Sand und Sterne

  3. Inaktiver User

    AW: Mit Baldrian auf Katzenjagd

    Ich bin Patin von Wildkatzen im Tierpark Dählhölzli


    Ich geh gern hin, die besuchen, ich finde sie witzig, vor allem, wenn sie wieder mal Junge haben.
    Wobei, der Kater hat so eine Art, die Besucher anzustarren ... damit übertrifft er sogar noch den Luchskater.

    Die Tiere vom Dählhölzli werden übrigens in Deutschland ausgewildert.
    Echt? Wusste ich nicht. Wo denn genau?

  4. User Info Menu

    AW: Mit Baldrian auf Katzenjagd

    Irgendwo in Bayern, ich glaube, dass steht auf der Webseite des Tierparks. Ich schaue sie mir auch gerne an, ich finde sie einfach total schön! Wohnst Du denn auch im Kanton Bern?

    Ich werde im Juni wieder am Patentag teilnehmen, freue mich schon darauf und vielleicht kann ich dieses Jahr im Urlaub auch endlich mal wieder hin, letztes Jahr war das Wetter immer so schlecht, dass es sich nicht ausging.
    Antoine de Saint - Exupéry

    "Adieu", sagte der Fuchs. "Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

    Der kleine Prinz
    ---------
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  5. Inaktiver User

    AW: Mit Baldrian auf Katzenjagd

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wobei, der Kater hat so eine Art, die Besucher anzustarren ... damit übertrifft er sogar noch den Luchskater.



    Ich seh ihn direkt vor mir, den stolzen Kater.

    Brava

  6. Inaktiver User

    AW: Mit Baldrian auf Katzenjagd

    Wohnst Du denn auch im Kanton Bern?
    Stadt Bern.

  7. User Info Menu

    AW: Mit Baldrian auf Katzenjagd

    Dann sind wir ja tagsüber praktisch Nachbarn, ich arbeite in der Stadt Bern, wohnen tu ich in Büren a.d.A.
    Antoine de Saint - Exupéry

    "Adieu", sagte der Fuchs. "Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

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    Das, worauf es ankommt, können wir nicht vorausberechnen. Die schönste Freude erlebt man immer da, wo man sie am wenigsten erwartet.

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