Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 14
  1. User Info Menu

    neuen Hund anschaffen oder nicht?

    Vor drei Tagen mussten wir unseren knapp 15-jährigen Terrier einschläfern. Ich glaube jeder, der einen Hund hat oder hatte weiß, wie schlimm das ist. Und die ersten Gedanken bei mir waren: nie wieder ein Hund, ich will nie wieder diesen Schmerz erleben, wenn mein Hund stirbt.
    Jetzt sitze ich hier seit drei Tagen und fühle mich einfach nur leer.

    Und jetzt komm ich doch ins Zweifeln. Will ich wirklich in Zukunft ohne Hund leben? Ist das Argument, dass man sich dem Schmerz des Verlustes eines Hundes nie wieder aussetzen will und sich deshalb keinen mehr anschafft wirklich ein gutes Argument? Wenn es so wäre, dürfte man sich ja auf gar nichts einlassen. Ich bin sehr zwiegespalten, natürlich auch noch ziemlich neben der Spur, weil alles noch so frisch ist.

    Ich würde mich über anregende Gedanken zu diesem Thema freuen

  2. User Info Menu

    AW: neuen Hund anschaffen oder nicht?

    Hallo liebe tescriv,

    es tut mir unheimlich leid, bitte fühl dich umarmt! Dass einer meiner Hunde stirbt, ist so mit das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann, dennoch wird es auf absehbare Zeit natürlich geschehen, aber ich mag gar nicht dran denken
    Es tut mir sehr leid, dass du das durchmachst...

    Ich kann dir nur bedingt etwas raten. Trauer ist etwas sehr individuelles und gut möglich, dass Dinge, die für mich helfen und gelten von dir ganz anders wahrgenommen werden.

    Es gibt ein Gedicht, welches ganz gut zum Thema passt:
    Testament eines Hundes

    DAS TESTAMENT
    Ich besitze wenige Güter, die ich hinterlassen kann.

    Nichts wertvolles ist mein Eigentum, außer meiner Liebe und meinem Glück.

    Ich bitte meine Besitzer, dass sie mich immer im Gedächtnis behalten, aber sie nicht wegen mir leiden.

    In meinem Leben bemühte ich mich, ihnen Trost in traurigen Momenten und Freude in ihrem Glück zu sein.

    Es tut mir weh, ihnen mit meinem Tod Kummer zu bereiten.

    Die Stunde des Abschiedes ist gekommen und es fällt mir schwer, sie zu verlassen, aber zu sterben wird nicht traurig sein, denn (im Gegensatz zum Menschen) fürchtet der Hund nicht den Tod.

    Eine große Bitte noch; ich hörte oft von meinen Menschen: "Wenn er stirbt, wollen wir keinen Hund mehr. Wir lieben ihn so sehr, dass wir keinen anderen haben möchten."

    Ich bitte meine Menschen, aus Liebe zu mir wieder einen Hund aufzunehmen.

    Es nicht zu tun, wäre eine traurige Erinnerung an mein Andenken.

    Ich möchte die Gewissheit haben, dass sie, gerade weil ich in ihrer Familie lebte, nun nicht mehr ohne Hund leben können.

    Ich war nie eifersüchtig oder erbärmlich, spielte mit der schwarzen Katze, teilte an kalten Tagen den Teppich mit ihr und all die anderen Dinge aus Treue und Liebe.

    Ich hinterlasse meinem Nachfolger mein Halsband und die Leine und wünsche ihm, dass er - wie ich - das Glück in diesem Haus genießt.

    Das letzte Abschiedswort an meine Lieben: "Wenn ihr mein Grab besucht, denkt an mich voller Traurigkeit, aber auch mit dem Wissen, dass hier eine Kreatur ruht, die euch liebte.

    So tief mein Schlaf auch sein mag, ich werde euch hören und selbst die große Macht des Todes wird nicht verhindern können, dass meine Seele dankbar mit dem Schwanz wedelt.

    (Autor unbekannt)
    Ich sehe es recht ähnlich, aber ich bin ja ohnehin eine Verfechterin von Tieren aus dem Tierschutz.

    So pietätlos das sicher klingt und so sher ich weiß, dass es einem in Trauer natürlich nicht tröstet, ich denke immer:
    Das einzig gute an etwas so traurigem, wie dem Tod eines geliebten Hundes ist, dass ein Platz für eine der vielen anderen Notnasen frei wird, die sonst vielleicht im Tierheim sterben würde...

    Nun weiß ich ja nicht, ob für dich ein Tierschutzhund überhaupt in frage käme, aber ich persönlich sehe es halt so, dass ich mir angesichts der vielen leidenden tiere den luxus, eine gute stelle auf ewig unbesetzt zu lassen, nicht leisten kann.

    Ich habe bisher zum Glück noch keinen Hund verloren, aber alleine in den letzten 4 Wochen 2 Katzen, in den letzten 4 Jahren insgesamt 15 Tiere (4 Katzen und 11 Kleintiere), weil ich eben oft extra alte und kranke Tiere aufnehme, um ihnen ein Tid im Tierheim zu ersparen. Auch einer meiner Hunde war bereits 9, als er zu mir kam, und eine 20-jährige Katze zog auch schon bei mir ein und begleitete mich dann 2 1/2 Jahre...

    MIR ganz persönlich hilft das Wissen, einem Tier einen schönen Lebensabend beschert zu haben, den es ohne mich nicht gehabt hätte und dies eben mit dem freigewordenen Platz auch einem weiteren Tier bieten zu können, unheimlich über Trauer hinweg. Zumindest war es bisher so. Wie es sich anfühlt, einen Hund zu verlieren, kann ich bisher ja nur mutmaßen...

    Ich kenne aber sehr viele Leute persönlich, die ihren geliebten Hund in letzter Zeit verloren haben und sie alle berichten es ähnlich wie du. Man fühlt sich leer, die wohnung ist so leer, man fühlt sich unvollständig. Alle diese Leute haben sehr schnell einen neuen Hund zu sich geholt, was ihnen allen auch sehr geholfen hat.

    Ich würde dir also dazu raten. Aber das musst du alleine entscheiden. Ich wünsche dir viel Kraft, um den verlust zu verarbeiten.
    Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!

  3. User Info Menu

    AW: neuen Hund anschaffen oder nicht?

    Liebes Murmeltier,
    vielen Dank für Deine wirklich sehr tröstenden Worte und das Gedicht. Da musste ich gleich schon wieder weinen.

    Wenn ich mir wieder einen Hund anschaffen würde, dann nur einen aus dem Tierschutz. Mein Pferd habe ich vom Schlachter gerettet. Ein Haflinger, eigentlich viel zu klein für mich, aber ich bin nicht auf sportliche Erfolge aus. Unseren Terrier, der wirklich nicht einfach war, weil er aufgrund "frühkindlicher Traumata" sehr unsozial zu anderen Rüden war, war auch eher ein Problemhund. Trotzdem haben wir uns arrangiert.

    Ich glaube, im Moment sitze ich einfach da und warte, bis der Schmerz nachlässt, bis ich das letzte Hundehaar weggesaugt habe, auch wenn ich mir dabei so vorkomme, als würde ich unseren Hund aus meiner Erinnerung saugen wollen. Das klappt eh nicht. An meinen Socken kleben mindestens 100 Haare und ich schaue ständig auf den Platz, wo er vor drei Tagen noch total putzmunter gelegen hat und im Schlaf gegrunzt hat.
    Alle um mich rum sagen mir: tu dir das nicht noch mal an, häng dich nicht noch mal mit einem Hund an, du bist unfrei mit Hund, genieße deine Freiheit. Aber je mehr Stunden vergehen, desto sicherer werde ich, dass mein Leben ohne Hund zwar sicher bequemer aber definitiv zu bequem wäre. Und sehr viel ärmer. Ich glaube, meine Entscheidung ist schon gefallen. Sicher werde ich in der nächsten Zeit nicht aktiv nach einem neuen Hund suchen. Vielleicht findet der Hund mich. Und ich gehe davon aus, dass das kein Rassehund und/oder niedlicher Welpe sein wird, sondern irgend was anderes.

    Danke noch mal für das, was Du geschrieben hast, liebes Murmeltier!

  4. User Info Menu

    AW: neuen Hund anschaffen oder nicht?

    Also meine Eltern haben sich, wenn der eine Hund langsam ins Alter kam, immer einen jungen Hund dazugekauft - so gab es nie eine Zeit ohne Hund. Ich kann mir meine Eltern gar nicht ohne vorstellen.
    Derzeit haben sie wieder zwei Hunde (der zweite ist diesmal eine Art Dauerleihhund der nun schlussendlich seine alten Tage bei meinen Eltern verbringen wird) und sind schon am überlegen, ob sie sich, wenn der alte gestorben ist, gleich einen neuen Hund zulegen (damit der andere sich nicht allein fühlt), oder erstmal abwarten.

    Gruß,
    batim

  5. Inaktiver User

    AW: neuen Hund anschaffen oder nicht?

    ja der 2.hund wäre eine möglichkeit, die ich auch schon ins auge gefasst hatte.. aber dazu fehlt mir das selbstbewußtsein... man wird ja schon mit einem hund manchmal sehr unverschämt denunziert, aber mit 2 ist es wirklich schwer..

  6. User Info Menu

    AW: neuen Hund anschaffen oder nicht?

    Es tut mir sehr leid, dass Dein Hund verstorben ist, Tescriv.

    Ich sehe es ähnlich wie Murmeltier. Ich habe auch schon öfter gedacht, wir holen uns kein weiteres Tier mehr, es tut einfach zu weh, wenn eines stirbt. Aber andererseits wäre ein Leben ohne Tiere für uns ein leeres Leben...
    (Jemand hier hatte einmal eine sehr schöne Signatur: "Man kann auch ohne Tiere leben. Es lohnt sich nur nicht."
    Wie wahr!)

    Ich bin überzeugt, dass das Leben nach dem Tod weitergeht, und ich denke, Dein Hund wird sich freuen, wenn Du einem weiteren Tier ein liebevolles Zuhause gibst.
    Laß es einfach auf Dich zukommen. Der richtige Zeitpunkt wird kommen.

    Und ich finde es toll, dass Du einen Hund aus dem Tierschutz holen wirst, wenn Du Dich dazu entschließen solltest. Denn ich finde es wirklich überflüssig, Züchtungen zu unterstützen, während die Tierheime voll sind...

    aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
    (Asisah_Amar)

    "Who's the freak now?"
    ("Ghosts")




  7. User Info Menu

    AW: neuen Hund anschaffen oder nicht?

    Zitat Zitat von Atis
    (Jemand hier hatte einmal eine sehr schöne Signatur: "Man kann auch ohne Tiere leben. Es lohnt sich nur nicht."
    Wie wahr!)
    Huch, das war ich

    Liebe tescriv, lass dich nochmal drücken.
    Es tut mir wirklich sehr leid.

    @CookieOracle: Also das wäre jetzt für mich persönlich kein Grund. Meinen Hunde entschädigen mich 100fach für evtl. Anfeindungen.
    Wird man denn wirklich auch mit 2 "normalen" Hunden angefeindet?
    Ich meine, ich hab ja 2 Kampfschmusernasen, da erntet man natürlich schon manchmal ein paar sparsame Blicke, aber die meisten Leute sind sehr nett und freundlich, streicheln meine Hunde auch oder sind bestenfalls interessiert und stellen Fragen.
    Vorallem auch Kinder, das ist besonders schön

    Besonders auffällig war das, als die beiden noch Maulkörbe tregen mussten. Man hätte erwartet, dass da noch mehr Leute Angst haben und blöde Sprüche reißen, aber meistens kamen eher mitleidige Sprüche wie "och die armen, die sind doch so lieb"...

    Und wenn du wirklich meinst, dafür hättest du nicht genug Slebstbewusstsein: Gerade dann ist es vielleicht gut! Man wächst mit den Aufgaben
    Geändert von murmeltier (30.11.2007 um 00:59 Uhr)
    Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!

  8. User Info Menu

    AW: neuen Hund anschaffen oder nicht?

    Ich hab jetzt erst mal eine "Spontantherapie" angeleiert. In der Woche vor Weihnachten nehm ich den Hund von einem Freund in Pflege und einer anderer Freund, mit dem ich heute sprach, sagte, ich könnte mir seinen Hund auch jederzeit ausleihen. Nachdem ich früher, bevor ich einen eigenen Hund hatte, der Hundesitter der Nation war, werde ich das vorerst auch wieder so machen. Also falls von euch jemand eine "Vertretung" braucht, ich stehe bereit

    Das Gute: man hat alle "Hundevorteile", aber vorerst nicht die volle Verantwortung. Und ich werde mir jede Minute sicherer, dass früher oder später wieder ein Vierbeiner bei uns wohnen wird. Es braucht nur ein bisschen Zeit.

  9. User Info Menu

    AW: neuen Hund anschaffen oder nicht?

    Zitat Zitat von murmeltier
    Huch, das war ich

    aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
    (Asisah_Amar)

    "Who's the freak now?"
    ("Ghosts")




  10. User Info Menu

    AW: neuen Hund anschaffen oder nicht?

    Liebe Tescriv

    Auch von mir sei gedrückt....

    Ist für mich ein ganz sensibles Thema, mit meiner knapp 14-jährigen Hündin.

    Man kann keinen Rat zum neuen Hund und zum Zeitpunkt dazu geben. Jeder Mensch ist anders, verarbeitet Trauer anders.

    Ich kann dir nur sagen wie ICH empfinde.

    Ich werde schnell wieder einen Hund haben, man hat in seinem Herzen mehrere Plätze. Einer davon wird immer von meiner Hündin besetzt sein.

    Man hört so oft den Satz:"Wir wollen keinen Hund mehr, weil wir nicht noch einmal erleben möchten, dass er stirbt."

    Ich finde das dem Hund oder überhaupt dem Tier gegenüber nicht fair.

    Denn damit stellt man all die schönen Jahre, Erlebnisse und das ganze zusammen sein in Frage. Als wäre das überhaupt nichts wert gewesen.

    Wenn meine Hündin über die Regenbogenbrücke geht, werde ich ganz, ganz traurig sein. Aber ich werde auch immer dankbar sein, dass wir sie hatten und werde mich immer an die wunderschönen Jahre erinnern, die wir mit ihr verbringen durften.

    Sie wird in unserem Garten ruhen und in unseren Herzen wohnen bleiben.

    Ein neuer Hund wird mich vor neue Aufgaben stellen und mir helfen, auf andere Gedanken zu kommen.

    viele liebe Grüße
    Merya
    Man könnte ohne Hund leben,
    nur lohnen würde es sich nicht.

    Heinz Rühmann

Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •