Vielen lieben Dank für Eure Antworten. Ich habe mir Euren Rat zu Herzen genommen und war beim Anwalt.
Es haftet IMMER der Halter, egal was unterschrieben wird. Anschliessend war ich bei der Familie: Wenn ich darauf bestehe, dass sie die Halterschaft übernehmen, könnte ich ihn sofort abholen. Das Problem besteht darin, ich hatte den Hund 9 Jahre. Es war oft sehr schwierig mit ihm, keine Frage. Anfangs war er viel schlimmer als heute.
Er ist zu Hause ein unheimlich lieber Kerl, spielt gerne, freut sich über besuch... Und hat dann und wann diese Ausfälle. Ich liebe den Hund.
Nur wer nimmt einen 11 Jahre alten, kranken Hund, der nicht grad einfach im Umgang ist? Durch seine liebe Art gehen die Menschen sehr entspannt mit ihm um, aber ca. 2 mal im Jahr geht das schief. Er hat eine Schulterhöhe von 78 cm, so grosse Hunde in dem Alter nimmt doch kein mensch mehr. Ins Tierheim möchte ich ihn definitiv nicht bringen. Vor einiger Zeit hatte ich ein langes Gespräch mit dem Tierarzt. Er meinte, es gäbe nur die Alternative Tierheim oder einschläfern. Aber meinen besten Freund einschläfern?
Die Alternative wäre ihn bei der Familie zu lassen.
Für diese Menschen ist er der Enkelkindersatz. Sie betüddeln ihn wie ein Baby, da er ein sehr dominanter Hund ist, tut ihm das gar nicht gut.
Was mache ich bloss? Weiss jemand noch eine andere Lösung?
Hoffentlich besteht er den Wesenstest. Aber was mache ich, wenn er ihn wider Erwarten doch besteht? Im Prinzip habe ich dann immer noch das problem, denn ich habe jetzt gesehen, was die Familie bereit ist, an Verantwortung zu übernehmen. Nämlich gar keine.
Das Ehepaar hängt sich an dem Umstand auf, dass dem Mann eine Organtransplantation bevorsteht. In dem Fall würden sie den Hund sofort zu meiner Mutter bringen und sie würde ihn erstmal ein paar tage behalten. Dann müsste man weitersehen. Man weiss jedoch nicht, wann der fall akut wird, es kann noch locker 2-3 Jahre dauern. ich habe ihm angeboten, ihm das schriftlich zu geben, dass der Hund erstmal bei meiner Mutter bleiben könnte, aber er will definitiv keine Halterschaft annehmen.
Ob das wirklich der Grund ist, weiss man nicht. Bei mir bestehen da berechtigte Zweifel, zumal er mir ständig Sachen erzählt die so nicht stimmen. Er hätte Jura studiert und alte Studienkollegen angerufen, die Haftung würde immer allein bei dem Menschen liegen, der mit dem Hund Gassi geht. Er wüsste nicht, wer mir den Quatsch erzählt hätte, dass ich haften würde. Die Leute würden mich nur verunsichern wollen.
Ich misstraue ihm seither sehr.
Was mache ich bloss?
Antworten
Ergebnis 11 bis 18 von 18
Thema: Haftung der Pflegefamilie
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03.12.2007, 11:39Inaktiver User
AW: Haftung der Pflegefamilie
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03.12.2007, 12:16
AW: Haftung der Pflegefamilie
Falls die Geschichte stimmt mußt Du ohnehin eine Lösung finden. Organtransplantierte dürfen i.R. etliche Monate keine Haustier im Haushalt haben.
Es ist ja alles gut und schön, ändert aber nichts an der Tatsache das der Hund offensichtlich eine Gefährdung für andere darstellt. So wie Du alles beschreibst ist es ohnehin nicht sinnvoll ihn bei diesem Ehepaar zu lassen.
Da er ja nicht schon morgen weg muß würde ich versuchen über den Tierschutz eine Stelle zu finden, er kann ja solange bei z.B. Deiner Mutter bleiben. Solche Hunde finden durchaus auch öfters noch eine Stelle.
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03.12.2007, 12:23
AW: Haftung der Pflegefamilie
Ach je, das ist ja eine vertrackte Situation. Nun habe ich überhaupt keine Erfahrung mit Hunden - deshalb kann ich Dir auch nichts raten.
Aber Du schreibst, er könnte zeitweise zu Deiner Mutter - kann er denn nicht erst mal dort bleiben? Und vielleicht könnt Ihr dann gemeinsam einen endgültigen Platz für ihn finden?
Bei dem Ehepaar würde ich ihn ohnehin nicht lassen. Nach Deinen Schilderungen habe ich nicht das Gefühl, dass sie ihn in einer brenzligen Situation wirklich im Griff hätten.
Viele Grüße,
Optimistin68
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03.12.2007, 12:29Inaktiver User
AW: Haftung der Pflegefamilie
Ich frage mich, wie Du es verantworten kannst, Deinen "besten Freund" bei Menschen zu lassen, die ihn definitiv nicht artgerecht halten?
Wenn die Beschreibung der Vorfälle stimmig ist, zeigt Dein Hund im Grunde, dass er über eine gute Beisshemmung verfügt - ansonsten hätten die Gebissenen nicht nur Kratzer, sondern tiefe Wunden. Darauf liesse sich mit Geduld und zielgerichteter Arbeit auch bei einem alten Hund aufbauen. Allerdings nicht, wenn dieser Hund nirgends richtig zuhause ist und von seiner Pflegefamilie völlig falsch angefasst wird.
Warum übernimmst DU nicht die Verantwortung für Dein Tier? Es würde bedeuten, dass Du mit ihm arbeiten und daheim Lösungen finden musst, die es Dir erlauben, Hund und Kind unter einen Hut zu bringen.
Die Leute, bei denen der Hund jetzt ist, werden die Problematik vermutlich weiter verschärfen.
Grüssle
Seawasp
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03.12.2007, 13:22Inaktiver User
AW: Haftung der Pflegefamilie
Ich würde gerne die Verantwortung übernehmen und ihn wieder zu mir holen.Eine Tiertrainerin wurde auch schon lange engagiert. Es würde aber dauern, bis er dem Baby gegenüber keine Aggressionen mehr zeigt und das Risiko möchte ich nicht eingehen. Wäre sie gross, gut, aber sie krabbelt und ich kann den armen Hund nicht den ganzen Tag von ihr fernhalten. Das würde bedeuten, dass ich ihn wegsperren müsste. Allerdings arbeitet die Trainerin jetzt mit der Familie.
Der Wille ist also da, aber es kann ja immer mal was passieren, denn ich denke nicht, dass sie IMMER den Maulkorb anlegen.
@Tatra: Das wissen wir. Aber der Hund ist 11 Jahre alt und krank, wird also vermutlich den Tag der Transplantation ohnehin nicht erleben. Meine Mutter würde ihn mir zuliebe für ein paar Tage nehmen, aber länger nicht, eben wegen der vielen Vorfälle.
An Tierschutz hqabe ich nicht gedacht, aber kenne ich eigentlich nur in Form von Gnadenhöfen. Aber da wäre er wirklich eine Gefahr, denn er biss immer nur, wenn jemand das Grundstück/das Haus/die Strasse vor dem Haus betrat. Ansonsten beisst er nur wenn jemand eine Uniform trägt. Und meine Tochter mag er halt nicht. Zunächst klappte es mit Tier und Kind ganz gut, aber dann wurde er aggressiv wenn sie schrie oder nach ihm greifen wollte.
@Optimistin: Danke für die Anteilnahme. Es ist so unglaublich schwierig...
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03.12.2007, 13:31Inaktiver User
AW: Haftung der Pflegefamilie
Bist Du schon einmal auf den Gedanken gekommen, dass Dein Hund möglicherweise Schmerzen haben könnte? Wurde das mal untersucht? Schnappen kann auch eine Übersprungshandlung sein.
Des weiteren bist DU dafür verantwortlich, Deinem Hund einen Rückzugsort zu gewähren, in den Deine Kleine NICHT !!! eindringen kann. Hast Du daran gedacht, als Eure Kleine anfing zu krabbeln? Kinder verstehen nicht, dass auch Hunde ein Recht auf Rückzug haben und diesen brauchen. Wenn Deine Kleine ihn möglicherweise zu stark bedrängt hat, ist es kein Wunder, dass er "sie nicht mag".
Hunde und Kinder lässt man nie allein miteinander, man muss sie immer beaufsichtigen, egal wie lieb ein Tier auch scheinen mag. Kinder können noch nicht angemessen auf ein Tier zugehen, und ein Tier reagiert naturgemäss instinktiv. Es kann nicht "NEIN" sagen, es muss sich auf andere Weise wehren, wenn man ihm weh tut oder es zu sehr in Bedrängnis bringt, wenn die Rudel"führer" nicht regulierend rechtzeitig eingreifen.
Bitte versteh mich nicht falsch, ich möchte Dich nicht angreifen, aber ich finde es wichtig, über konstruktive Lösungen nachzudenken, statt abzuwinken und den (sorry) bequemen Weg "weg damit" zu gehen in der Hoffnung, es werde schon irgendwie gut gehen.
Grüssle
Seawasp
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03.12.2007, 13:33
AW: Haftung der Pflegefamilie
Es gibt so gut wie überall einen Tierschutzverein. Ich würde versuchen dort die Situation zu schildern und den Hund in ihre Vermittlungsliste aufzunehmen. Kann allerdings auch schiefgehen weil es etliche Leute bei solchen Vereinen gibt die nicht verstehen können das man die Unversehrtheit des Kindes als höchste Priorität hat.
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03.12.2007, 13:50Inaktiver User
AW: Haftung der Pflegefamilie
Wir haben ihn untersucht. Und in der letzten Zeit hat er Schmerzen, weshalb ich persönlich vermute, dass das Baby ihm einfach zuviel war. Als er dieersten Aggressionen gegenüber dem Baby zeigte, konnte sie nicht krabbeln, daher hatte er durchaus die Möglichkeit zum Rückzug. Ich denke, es war die Athrose, die ihn so werden lassen hat. Kinder mochte er immer.
Er bekommt auch Medikamente, aber es wird trotzdem schlimmer. Der Verlauf der Krankheit hat sich zwar deutlich verlangsamen lassen und es kam nie wieder ein so schlimmer Schub wie damals, als wir beim TA waren.
Ich habe damals mit 4 Tiertrainern und seinem TA gesprochen und hatte immer ein Ergebnis: Er kann trainiert werden, aber es dauert. Was in der Zwischenzeit passiert, weiss man nicht. Ich würde halt ein gewisses Risiko eingehen und dazu bin ich nicht bereit. Ich würde es mir nie verzeihen, wenn ich all die Anzeichen und Warnungen in den Windschlagen würde und der Kleinen würde was passieren.
Ichwerde mich mal an einen Tierschutzverein wenden. Eigentlich hätte ich es schon eher tun sollen, aber dann werde ich ihn wohl kaum mehr oft sehen. Momentan hole ich ihn regelmässig zum Gassi gehen ab.


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