Ich habe gelesen, dass Scheinschwangerschaften bei Kaninchen, wenn sie denn häufiger vorkommen, das Risiko auf Gebärmutterkrebs bei den Tieren erhöhen.
Leider habe ich keine Angaben darüber gefunden, was denn "häufig" zu bedeuten hat.
Meine Karnickeldame ist gerade mal wieder scheinschwanger, das zweite Mal in diesem Jahr. Sie war´s auch schon mal im Juni.
Sie ist ein sehr fittes und gesundes Tier und sechs Jahre alt.
Weiß jemand, ob ich mir Gedanken machen muss?
Ich möchte ihr nämlich bei zwei Scheinschwangerschaften im Jahr eigentlich keine Sterilisation zumuten müssen, da unser Rammler schon kastriert und es daher nicht wirklich nötig ist.
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23.11.2007, 13:44Inaktiver User
Scheinschwangerschaften bei Kaninchendamen
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23.11.2007, 20:39
AW: Scheinschwangerschaften bei Kaninchendamen
Huhu Med,
meine Info ist, dass 2 - 3 x pro Jahr noch "normal" sind (ich find es schon recht viel, da es doch sehr stressig für die Tiere ist), allerdings steigt im höheren Alter das Risiko von Gebärmutterveränderungen enorm an - es ist mit die häufigste Todesursache von Häsinnen, dazu müssen sie noch nicht einmal ständig scheinschwanger werden.
Im März verlor ich Kitty, da gerade 6 Jahre alt geworden. Sie zeigte nie Anzeichen, war niemals scheinschwanger, dennoch hatte sie einen Gebärmuttertumor, der bereits streute ... und ich habe zu spät reagiert.
Ich habe wieder zwei Häsinnen, 11 Monate und 3 Jahre alt. Beide werden Anfang nächsten Jahres kastriert, es kommt mir einfach zu häufig vor, dass Gebärmutterveränderungen auftreten und lieber lasse ich kastrieren, solange sie noch fit sind.
Lass mal von einem guten Kaninchenart einen Ultraschall machen, oft kann man darauf bereits Veränderungen erkennen (oft, aber nicht immer). Das würde Dir eine evtl. Entscheidung erleichtern.
Alles Gute
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24.11.2007, 00:12Inaktiver User
AW: Scheinschwangerschaften bei Kaninchendamen
Danke, liebe Poison, ich hatte gehofft, dass Du was dazu weißt.
Ja, das mit dem Ultraschall werde ich machen.
Hast Du eine Vorstellung über die ungefähren Kosten?
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24.11.2007, 08:04
AW: Scheinschwangerschaften bei Kaninchendamen
Ultraschall kostet je nach Praxis bzw. Tierklinik um die 20 - 50 €, eine Kastration zwischen 100 - 200 €, die Preise sind wirklich sehr unterschiedlich.
Ich spar mir die Kosten für den Ultraschall und lasse die beiden gleich in der Tierärztlichen Hochschule Hannover prophylaktisch kastrieren, es wird mich um die 220 € für beide zusammen kosten.
Sieht man auf Ultraschallbildern die Gebärmutter, ist bereits eine Veränderung da und sie sollte schleunigst entfernt werden; normalerweise sollte sie nicht sichtbar sein. Und dann braucht es natürlich einen Arzt, der das auch erstmal erkennen und dann auch deuten kann.
Solltest Du in Berlin oder in der Nähe davon wohnen, wäre z. B. Frau Dr. Ewringmann sehr zu empfehlen, sie ist Kleintierspezialistin und hat massig Erfahrung mit Weibchenkastrationen und nimmt dafür um die € 130,00.
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24.11.2007, 10:31Inaktiver User
AW: Scheinschwangerschaften bei Kaninchendamen
Nee, berlin ist so gar nicht meine Gegend, aber ich habe hier eine sehr gute Ärztin.
Vielleicht lässt sich die Kastration aber doch vermeiden, erstens ist es viel Geld und zweitens will ich meiner Süßen nicht unnötig Schmerzen und Stress bereiten.
Ich lasse erst mal den Ultraschall machen und gucke, was die Ärztin dazu sagt.
Danke Dir!
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24.11.2007, 10:41
AW: Scheinschwangerschaften bei Kaninchendamen
Schreib dann mal bitte, was Deine Tierärztin gesagt hat bzw. was bei der Untersuchung raus kam
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24.11.2007, 14:59
AW: Scheinschwangerschaften bei Kaninchendamen
Ich hatte meine letzte Häsin auch kastrieren lassen.... Kosten 90€... und Probleme gabs auch keine. Die Kleine war sehr schnell wieder fit und hat sich lediglich am Tag nach der OP in ihr Häuschen zurückgezogen. Allerdings hat meine TÄ das mit der Narkose offensichtlich echt gut raus.
Nachdem was mir so alles zu Ohren kam über Gebärmuttertumore bei Kaninchen (sehr streufreudig zB), plane ich auch meine beiden Ninchendamen in absehbarer Zeit kastrieren zu lassen. Die eine ist derzeit auch scheinschwanger.... *seufz* ausgerechnet die kleine Pisstante Camilla, die jetzt alles erst recht unter Wasser setzt.
Heike
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30.11.2007, 16:40Inaktiver User
AW: Scheinschwangerschaften bei Kaninchendamen
Hallo Poison,
so, heute war ich bei unserer Tierärztin.
Sie nimmt 98 Euro für eine Kastration bei einem Karnickelweibchen.
Aber: Sie riet mir ganz deutlich davon ab!
Sie sagte, zwei Scheinträchtigkeiten pro Jahr seien nun wirklich kein Grund zur Sorge und es sei eine unsinnige Belastung für das Tier, es deswegen zu kastrieren.
Sie sagte, dass eine Vollnarkose für Kaninchen enorm riskant sei, dass sie schon desöfteren den Fall hatte, dass Tiere bei ihr in der Praxis nach dem Aufwachen noch zur Beobachtung verblieben, dabei putzmunter waren und normal fraßen und dann zwei Tage später, wieder zurück beim Besitzer, ganz plötzlich verstarben.
Sie ist deshalb der Meinung, dass man auf Vollnarkosen nur dann zurückgreifen sollte, wenn es gar nicht anders geht und deshalb besser keine Kastration vornehmen sollte.
Mich wundert das sehr!
Ich halte sie für sehr kompetent, sie ist die für das Tierheim in unserer Stadt zuständige Veterinärin und hat einen sehr guten Ruf (eine Quacksalberin ist sie offensichtlich nicht).
Aber sie sagt eben genau das Gegenteil von dem, was man im Internet überall liest, nämlich dass Kastrationen völlig risikolos seien und besser für die Tiere und der Eingriff (und damit natürlich auch die Narkose) ein Klacks.
Nun bin ich irritiert und weiß nicht, was ich tun soll.
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30.11.2007, 20:50
AW: Scheinschwangerschaften bei Kaninchendamen
Es gibt 3 verschiedene Arten von Narkosen:
Injektionsnarkosen
Inhalationsnarkosen
Und dann noch eine dritte, die mir aber gerade entfallen ist, sozusagen der Porsche unter den Narkosen. VDA oder so ähnlich müsste sie heißen; sie ist noch nicht allzuweit verbreitet.
Früher war die Injektionsnarkose üblich und ist es in etlichen Praxen immer noch; diese birgt durchaus Gefahren in sich, vor allem für ältere Tiere, weil das Narkosemittel in den Blutkreislauf gelangt und nicht so einfach zu stoppen ist, wenn was schiefgehen sollte. Auch ist sie nicht so verträglich.
Bei der Inhalationsnarkose gibt es ein Schmerzmittel vorweg, der Rest erfolgt über Gas - das ist weitaus schonender, jederzeit unterbrechbar und auch für ältere Kaninchen noch gut verträglich. Ich lasse nur per Inhalationsnarkose operieren.
(Alles laienhaft wiedergegeben.)
Keine Operation ist ein Klacks, keine Narkose ist ein Klacks und selbstredend birgt eine Weibchenkastration ein durchaus großes Risiko, immerhin wird das Tier geöffnet - aber mir persönlich ist das Risiko, dass das Weibchen an nicht frühzeitig genug erkannten Gebärmutterveränderungen eingeht, zu groß, jedenfalls weitaus größer als jedes Narkoserisiko. Ich lasse zudem lieber operieren, solange das Tier noch fit und gesund ist und nicht erst, wenn es bereits abmagert, geschwächt ist. Und durchaus viele Tierärzte tendieren zur gleichen Ansicht, eben weil Häsinnen dazu neigen. In den USA werden Häsinnen grundsätzlich um den 6. Monat herum kastriert (dies nur als Beispiel).
Bezüglich Weibchenkastrationen spalten sich die Lager, man muss sich seine eigene Meinung bilden, hilft alles nix ;o)
Hat Deine Tierärztin Deine Häsin untersucht, sie gründlich am Bauch abgetastet? Hat sie ein Ultraschall angefertigt? Oder hat sie aufgrund der Aussage von 2 Scheinschwangerschaften pro Jahr geurteilt?
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06.12.2007, 14:14Inaktiver User
AW: Scheinschwangerschaften bei Kaninchendamen
Hallo Poison,
uups, wollte mich schon längst melden, hab´s vergessen.
Die Tierärztin hatte das Tier abgetastet. Ultraschall hat sie noch nicht gemacht.
Ihre Aussage war weniger auf das Tier selbst bezogen als allgemein gesprochen.


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