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    Hund weg von der Kette, jetzt Verhaltensauffällig. Brauche Euren Rat?

    Hallo zusammen,

    habe soeben folgende Mail erhalten und möchte Euch um Rat bitten:

    Bitte helft mit, sagt mir Eure Meinung, gebt mir einen Rat, sagt mir, was ich tun soll. Ich bin im Moment völlig überfordert....

    Alle, die regelmäßig diesen Verteiler lesen, haben bestimmt schon von ARMAN gehört. Ich habe Arman im Juni aus Griechenland mitgebracht, er war dort ein Kettenhund, wurde wohl auch geschlagen, wer weiß, was noch alles..... Ich hätte ihn schon früher holen können, aber es hatte sich NIEMAND gefunden, auch nicht als Pflegestelle, um ihn aufzunehmen.... Ich hänge die Anfangs-Arman Geschichte hier noch mal an.

    Dann Ende Mai reagierte eine große und erfahrene Hundefreundin, die Arman aufnahm in ihr Hunderudel. Dort war er bis letzten Sonntag. Er hat sich als lieber und sehr menschenbezogener Hund vorgestellt, doch mit der Zeit kam es zu wiederholten Problemen mit anderen Rüden. Arman hat sich anfangs viel von anderen dominanten Rüden gefallen lassen, doch irgendwann wurde es ihm zuviel und er packte an. Er hat zwei Rüden verletzt, das Problem laut der Pflegestelle war, daß er nicht mehr aufhört zu beißen, obwohl der andere Hund sich schon lange unterordnet, sich eigentlich gar nicht mehr rührt. Er läßt sich zwar zurückrufen,wenn man gerade in der Nähe ist, aber zweimal war gerade niemand in direkter Nähe (das Grundstück ist sehr groß....)

    Ich habe Arman letzten Sonntag zu mir nach Hause geholt und versucht,ihn in meine Familie zu integrieren (Ich habe vier eigene Hunde und drei Kinder, davon lebt der kleinste - 11 Jahre noch hier, die beiden"großen", 18 und 22 kommen zwischendurch vorbei). Durch meinen jüngsten Sohn sind auch immer wieder mal fremde Kinder im Garten.....

    Die ersten drei Tage ging es sehr gut, Arman war lieb und problemlos. Amvierten Tag packte er unseren Charly (Collie-Schäfer-Mix) an, ich mußteihn am Halsband zurückreißen (das ließ er sich gefallen). Dann kam es inimmer kürzeren Abständen zu versuchten Angriffen, Charly durfte sichnicht mehr frei bewegen, ich habe Charly jetzt erst mal auswärtsuntergebracht. Am Freitag abend, es war schon dunkel, hat ein fremderJugendlicher unseren Garten betreten, Arman stellte ihn, brummte fürchterlich, hörte aber sofort auf, als ich kam (dies erachte ich nochals normal, es war dunkel, und er hat "sein" Zuhause und "seine"Menschen verteidigt). Ich beruhigte ihn, zeigte ihm den Jugendlichen undes war wieder okay. Als der Junge eine halbe Stunde später in unseremHaus an ihm vorbeigehen wollte, sprang er auf und knurrte fürchterlich.Ich rief ihn zurück, war wieder in der Nähe und brachte ihn dann inseinen abgesperrten Teil (Garage + Teil von Garten). Das ganzeWochenende holte ich ihn nur stundenweise und zum Spazierengehen heraus(3mal am Tag), gab mich aber viel mit ihm ab, konnte ihn aber nicht mehrfrei im Garten lassen, da ich von FR bis heute morgen 2 Nachbarskinderin Pflege hatte. Und ein Risiko eingehen wollte ich nicht.

    Heute sollte er sich wieder frei bewegen dürfen und er freute sich auchriesig. Doch als mein eigener Sohn zu mir in die Küche wollte, war esextrem. Er fletschte die Zähne, sprang auf ihn zu und knurrte schlimm.Ich schrie sofort "AUS" und er kam zu mir.

    Sein ganzes Verhalten zeigt mir, daß er MICH verteidigen, beschützen,mit niemandem teilen will. Daß er Angst hat, das was er jetzt hat,wieder zu verlieren. Doch ich habe mittlerweile auch Angst, weiß nicht,wie ich mich verhalten soll....

    Ich habe schon vereinzelte Meinungen angehört, auch eineHundetheraphie-Stelle angerufen. Man rät mir zum sofortigenEinschläfern, bevor etwas Schlimmeres passiert, zu Hundetherapie (50,00Euro pro Tag), zu Maulkob (habe ich heute gekauft, streift er aber abwie nichts), zu Geduld, aber ich weiß hier nicht mehr weiter. Habe schonseit über vierzig Jahren Hunde, aber bin noch nie mit so einem extremenFall (und großem und kräftigen Hund) konfrontiert worden.

    Deshalb bitte ich euch ALLE

    - helft mit, teilt mir eure Meinungen mit, Ratschläge,was auch immer
    - gibt es irgendwo eine kompetente Pflegestelle, diesich dem gewachsen fühlt?
    - soll ich ihn gleich einschläfern, einen gesundenHund von drei Jahren?
    - was soll ich machen????

    Ich bin einfach überfordert mit der jetzigen Situation, Arman merktnatürlich meine Unsicherheit und auch manchmalige Angst, ihn meistenswegsperren wird das ganze aber auch nicht besser machen, und natürlichläßt er sich immer ungerner dazu bewegen, wieder in sein abgesperrtesAbteil zu gehen.

    - Ich würde eine Hundetheraphie nicht als verkehrtansehen, kann mir aber eine solche gar nicht alleine leisten, wäre hierauf Spenden , auf eure Mithilfeangewiesen....
    - Ich wäre sehr froh über eine geeignete Pflegestelleoder einen Endplatz, die sich dieser Situation gewachsen fühlt, dieentsprechende Erfahrung hat und sich bereitzeigt, es mit Arman noch zu versuchen
    - Ich wäre bereit, einen monatlichen Futterkosten-Zuschußin Höhe von 30,00 ¬ zu bringen (mehr kann ich leider auch nichterbringen)
    - Bei Abgabe würde ich natürlich keine Schutzgebührfür die entstandenen Impf-, Flug- und Tierarztkosten verlangen

    Die momentane Situation ist so, daß mein jüngster Sohn am MI auf eineKinderkur geht (für vier Wochen). Diese vier Wochen habe ich dannverstärkt für Arman Zeit. Diese vier Wochen ist auch keine Gefahr mitanderen Kindern, das heißt, ich reagiere mit Sicherheit viel gelassenerals jetzt. Ich kann ihn also noch bis Mitte Oktober auf alle Fälle gutbehalten, wobei ich es als sinnvoller erachten würde, wenn er nicht mehrso lange bei mir bleibt, da er sich noch mehr an mich hängen wird. Dochwenn mein Sohn dann zurückkommt, sollte er besser woanders sein, denn eswird nicht leichter, sondern im Gegenteil viel schwieriger werden, daArman dann hier gut eingelebt ist (mit mir alleine und den kleinenHunden) und noch mehr Rechte beanspruchen wird. Ich denke, nach diesen 4Wochen werde ich ihn nicht mehr behalten können (denn andauerndweggesperrt werden ist natürlich keinesfalls ein Leben für ihn).

    Wenn irgendjemand irgendeinen Rat hat oder Hilfe weiß,wenn irgendjemand bereit ist, für eine Theraphie mitzuspenden oder sonsteine Lösung anbieten kann, bitte meldet euch.

    Verteilt diese Mail, so gut es geht, nehmt ihn als Problemhund auf eureSeiten, vielleicht findet sich jemand. Es würde mir so schwer fallen,ihn einschläfern zu müssen, nur weil es nicht möglich ist, ihmkompetente Hilfe zu geben, doch ich kann ihm diese Hilfe ALLEINE leidernicht bieten :-(


    Ich bin erreichbar, ruft mich an, mailt mir, helftBITTE mit, ich bin ziemlich verzweifelt im Moment!!! Und der Hundebärtut mir unendlich leid, will doch nur endlich "seine Familie" und hatAngst, diese wieder zu verlieren, ist verunsichert, reagiert in unserenAugen "falsch"..... Und wäre so ein toller Kerl, ist aber mit allden übervielen Reizen (Tiere, Kinder, Katzen, Menschen....) im Momenteinfach überfordert nach seinem 3jährigen Kettenleben, weggesperrt vonallem!

    Liebe Grüße

    Helga Bimesmeier
    Bachstr. 3
    84375 Kirchdorf am Inn
    Telefon 08571-609761
    Telefax 08571-609759
    Handy 0151-170 179 22
    mail: Malami1@aol.com
    Für einen Bissen Fleisch nehmen wir einem Tier die Sonne und das Licht und ein bisschen Leben und Zeit, an dem sich zu erfreuen seine Bestimmung gewesen wäre.

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    AW: Hund weg von der Kette, jetzt Verhaltensauffällig. Brauche Euren Rat?

    Hallo Helga,

    ist der Hund kastriert? Das bewirkt bei manchen Rüden Wunder! Ansonsten würde ich dir raten, dich etwas zurückzunehmen und deinen Sohn den Hund z.B. Füttern zu lassen. Ich würde extrem darauf achten, dass er gegenüber deinem Sohn und anderen Leuten, besonders Kinder, kein dominantes Verhalten zeigt. Z.B. vor ihm durch die Tür oder Engstellen geht. Wenn dein Sohn kommt und der Hund liegt im Weg, muss er aufstehen und dem "Herr und Meister" platz machen. Ich denke, dass man sein Verhalten gut in den Griff kriegen könnte, aber ehrlich gesagt hörst du dich für meine Begriffe ganz schön verzweifelt an und ich weiß nicht ob du es schaffst die Zeit und Geduld aufzubringen. Außerdem spürt der Hund deine Angst, nicht das dir, sondern anderen etwas passiert, und das weckt in ihm bestimmt noch mehr das Gefühl dich zu beschützen. Vielleicht wäre es wirklich das beste, eine andere Stelle für ihn zu finden. Einschläfern finde ich zu überstürzt, oder?
    Gruß jaja

  3. Inaktiver User

    AW: Hund weg von der Kette, jetzt Verhaltensauffällig. Brauche Euren Rat?

    Wie wäre es, den Hund an ein kinderloses Ehepaar ohne anderen Hund weiterzugeben? Idealerweise arbeitet einer von beiden halbtags oder selbständig von zu Hause aus, so daß der Hund einen "Ansprechpartner" hat.

    Einschläfern lassen würde ich ihn auch nicht, aber die "Reizüberflutung" minimieren. Das ist ihm wahrscheinlich alles zu viel auf einmal.

    Ein Tiertrainer nur für den Hund wäre sicherlich auch eine gute Idee.

    Viel Glück

  4. Inaktiver User

    AW: Hund weg von der Kette, jetzt Verhaltensauffällig. Brauche Euren Rat?

    Zitat Zitat von Madhouse

    Die ersten drei Tage ging es sehr gut, Arman war lieb und problemlos. Amvierten Tag packte er unseren Charly (Collie-Schäfer-Mix) an, ich mußteihn am Halsband zurückreißen (das ließ er sich gefallen). Dann kam es inimmer kürzeren Abständen zu versuchten Angriffen, Charly durfte sichnicht mehr frei bewegen, ich habe Charly jetzt erst mal auswärtsuntergebracht.
    das ist leider falsch. Nicht den "alteingessesenen" Hund wegsperren, er hat ältere Rechte. Den neuen Hund ignorieren. Notfalls bindet ihn an seinen Platz an. Bestärkt die älteren Hunde, füttert sie vor Arman, geht vorher mit ihnen raus, mit Armann zum Schluss etc. Sucht so wenig wie möglich Kontakt zu ihm (hört sich schlimm an, ich weiß) und geht auch nicht zu sehr auf seine Kontaktaufnahmen ein. Ihr sucht den Kontakt zu ihm, nicht andersrum.

    Am Freitag abend, es war schon dunkel, hat ein fremderJugendlicher unseren Garten betreten, Arman stellte ihn, brummte fürchterlich, hörte aber sofort auf, als ich kam (dies erachte ich nochals normal, es war dunkel, und er hat "sein" Zuhause und "seine"Menschen verteidigt). Ich beruhigte ihn,
    du hast ihn in seinem Verhalten bestärkt. Besser wäre gewesen, du hättest einen Schüsselbund nach ihm geworfen (hm ja, den hat man ja auch eben so in der Hand ), so dass er sich erschreckt. Anschließend hättest du ihn auf seinen Platz schicken müssen. Der Hund muss lernen, dass er in eurem Rudel erstmal letzte Schütze Arsch ist. Er spielt sich auf, als sei der "Alpha" - und nicht du! Bitte nicht zuviel "Mitleid" mit ihm haben, auch wenn er ein schlimmes Schicksal hatte. Er muss schon wissen, wo der Bartel den Most holt, er muss seinen Platz bei euch wissen.


    Heute sollte er sich wieder frei bewegen dürfen und er freute sich auchriesig. Doch als mein eigener Sohn zu mir in die Küche wollte, war esextrem. Er fletschte die Zähne, sprang auf ihn zu und knurrte schlimm.Ich schrie sofort "AUS" und er kam zu mir.

    Sein ganzes Verhalten zeigt mir, daß er MICH verteidigen, beschützen,mit niemandem teilen will. Daß er Angst hat, das was er jetzt hat,wieder zu verlieren.
    das ist zu menschlich gedacht. Hunde denken nicht so.

    Ich würde den Hund erstmal so wenig Reizen wie möglich aussetzen und konsequente Unterordnung üben. Kastration wird nicht viel bringen, sein Verhalten ist nicht testosteronbedingt.

  5. User Info Menu

    AW: Hund weg von der Kette, jetzt Verhaltensauffällig. Brauche Euren Rat?

    Als erstes einen passenden Maulkorb kaufen. Wenn er richtig sitzt, kann er ihn auch nicht abstreifen. Und dann würde ich es ähnlich machen wie Bim - langsam an die vielen neuen Reize heranführen. Das einzige, was helfen kann, ist viel Geduld.
    Kastration würde ich nicht als Heilmittel sehen. Den Schlüsselbund allerdings auch nicht - denn damit kann er wiederum negative Erfahrungen verknüpft haben. Das kann bei einem solchen Hund die Aggression schnell steigern.
    Ich wünsch Euch viel Erfolg.
    Liebe Grüße,
    samsona

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    AW: Hund weg von der Kette, jetzt Verhaltensauffällig. Brauche Euren Rat?

    ich würde zu einem professionellen Hundetrainer gehen....eben einen der sich speziell mit Problemhunden auskennt.
    Einschläfern würde ich ihn nicht.....das sollte wirklich der letzte Ausweg sein
    lieber Gruß plumps
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    AW: Hund weg von der Kette, jetzt Verhaltensauffällig. Brauche Euren Rat?

    Hallo Ihr lieben,

    vielen Dank für Eure Antworten.

    Werde diese an Helga weiterleiten. Hoffe sie kann etwas davon umsetzen.

    Liebe Grüsse
    Stephanie
    Für einen Bissen Fleisch nehmen wir einem Tier die Sonne und das Licht und ein bisschen Leben und Zeit, an dem sich zu erfreuen seine Bestimmung gewesen wäre.

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