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    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Am Tod der Kinder würde ich zerbrechen, am Tod des Tieres nicht - egal, wie nah es mir war. Das ist für mich der ausschlaggebende Punkt.
    Bin ganz Deiner Meinung
    Die empfundene Liebe ändert aber rein gar nichts an der Verantwortung, die man für Tier oder Kind trägt.

    Einer meiner Hamster wird mich niemals mögen, es ist ihr arteigen, dass sie aller Voraussicht nach niemals zahm werden wird, sie wird niemals Zuneigung von mir brauchen oder auch nur haben wollen, da wird es keinen Dank, keine Gegenleistung in Form von Zuneigung für meine ganzen Aufwendungen (habt ihr 'ne Ahnung, was für 'nen Platzbedarf Hamster haben und wie teuer die Einrichtung ist? *ächz) geben .. .dennoch bin ich für sie verantwortlich, auch wenn da NICHTS retoure kommt.

  2. Moderation

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    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Dennoch: Allein durch das Wissen, dass die Zeit mit einem Hund beispielsweise naturgemäß begrenzt ist, geht man schon anders an die Sache heran. Ich weiß ja, dass ich ihn vermutlich und hoffentlich überlebe.
    Das ist auch so ein heikler Punkt. Ich versuche mich innerlich immer etwas von meinen Tieren aus dem von Dir genannten Grund zu distanzieren. Aber es gelingt mir nicht.
    Ich hatte zu Teenagerzeiten eine junge Katze, die uns zugelaufen ist, anscheinend war sie auch mißhandelt worden. Wir haben sie aufgepäppelt und gezähmt und speziell an mir hat diese Katze gehangen. Ich bin mir sicher, dass sie mich geliebt hat und ich sie. Dann ist sie nur ein paar Monate später an einer unheilbaren Krankheit gestorben. Und es gibt heute, also fast 30 Jahre später, Tage, an denen ich wegen dieses Tieres traurig bin, vor allem weil sie das glückliche Leben bei uns nur so kurz genießen konnte.
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

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    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    @Horus:
    Nein, ich leite daraus nicht ab, dass nur Menschen zu Liebe fähig sind. Ich leite aber daraus ab, dass Menschen nie wirklich nachvollziehen können, was genau Tiere fühlen und wie sie etwas fühlen. Denn die biochemischen Prozesse im Hirn gleichen sich zwar in den Grundlagen, ihre Nuancen sind aber von Spezies zu Spezies verschieden.
    Naja, selbst bei anderen Menschen weiß man nicht so genau, was diese wirklich fühlen. Da kann man auch vieles nur projezieren. Wie jemand hier schon schrieb: im Grunde gehören wir doch alle irgendwie zur Gattung der Säugetiere. Und unser Empfindungsspektrum ist sooo unterschiedlich auch nicht: wir empfinden alle Angst, Schmerz, Zuneigung, Antipathie, Freude, ... Und warum wird so viel an Affen, Mäusen, aber auch Schweinen geforscht? Weil sie uns bei vielen Körper/Organfunktionen erstaunlich gleichen. Ich will mich hier wissenschaftlich gar nicht so weit aus dem Fenster lehnen, - ich führe das jetzt nur so aus, weil Du immer auf so großen Unterschieden zwischen Menschen und Tieren bestehst.

    Liebe ist für mich in erster Linie eine Empfindung, wie genau sie zustande kommt ist mir gar nicht so wichtig. Das, was ich gegenüber Tieren fühle, kommt der viel zitierten "bedingungslosen" Liebe am nächsten. Es ist eine ähnliche Form von Liebe, wie ich sie wohl zu meinen Kindern empfinden würde, wenn ich welche hätte. Aber zum Glück kann ich geliebte Tiere nach deren Tod auch relativ schnell loslassen.

    Was das Thema Allergie betrifft: ich würde auch kein Tier abgeben, weil der neue Freund eine Allergie hat. Man hat schließlich Verantwortung für ein Lebewesen übernommen - und die nehme ich auch sehr ernst.

    Grüße, Cati

  4. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Unser über alles Hund war für einen kurzen Urlaub bei unseren allerbesten Freunden, während wir, sein Rudel, es uns mal ohne Hund im Hotel gut gehen lassen wollten. Bei dieser Gastfamilie ist er häufig, wir tauschen immer mal wieder tageweise die Hunde - alle verstehen sich prächtig. Wir wußten genau, dass unser Hund es dort objektiv betrachtet sogar noch einen Tick besser hat in dieser Woche (mein Hund ist jetzt Model *prahl*!), weil er jeden Tag Agility machen konnte und auf dem Hundeplatz war.

    Ihm ging es auch blendend. Er jaulte nicht, er passte sich an wie immer - er war ein Traumhund, wie immer möchte ich sagen.

    Doch wir? NIE WIEDER! Wir haben gelitten wie ein Hund (harhar, wer hat sich nur diesen Vergleich ausgedacht?). Wir hatten ein schlechtes Gewissen (und das, obwohl wir unsere Kinder gerne mal für ein paar Tage abschieben ), er fehlte uns entsetzlich und wir schworen: Das war unser erster und letzter Urlaub ohne Hund.

    Natürlich ist er vor Freude fast am Herzklabaster krepiert, als wir ihn abholten und natürlich war er ein paar Stunden lang etwas verstört. Aber es hat sich sonst nichts verändert: Ihm hat's nicht geschadet.

    Aber uns. Mein Fazit: Menschen lieben anders. Nämlich dämlicher .
    Hi Aquarell,

    ich grüße dich

  5. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Dem möchte ich jetzt widersprechen. Gerade dieser Tage erzählte ein Nachbar vom Rehpinscher eines verstorbenen Bekannten, der immer wieder zum Grab seines Herrn lief, sooft die Familie ihn auch zurückholte. Letztlich ist er dort auch gestorben.

    Die Liebe mancher Tiere wechselt nicht mit dem Besitzer und ist vor allem nicht abhängig vom Futter.

    Wieviele Tiere werden misshandelt, als Kettenhunde kaum beachtet und doch lieben die Hunde ihren Herrn.
    Bei Katzen hört man das wohl seltener als bei Hunden.
    Das trifft bestimmt auf manche Tiere zu, mit Sicherheit........

    Aber nicht auf meinen Hund (dem ja immer noch dieses lästige Gerücht vom Ein-Mann-Hund nachhängt).....

    Der war beispielsweise jetzt bei "Oma" als wir ein paar Tage weg waren.......
    Und als ich wieder da war, kleines Schwanzwedeln für Fraule, ein Schlecker über die Nase und dann wieder Richtung Oma, gucken, obs nicht noch was Leckeres gibt..........

    Das ist schon ein berechnendes Weibsstück.......

    Und ich habe mir Tage einen Kopf gemacht, wie sie die Zeit ohne mich (bin noch nie ohne sie weggefahren) wohl überlebt......

  6. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Gut, ich rutsche mit der Frage hierher.


    Eines vorneweg, um meinen Standpunkt ganz klar zu machen:

    - Tierquälerei ist in jedem Fall verwerflich, egal welche Spezies betroffen ist.
    - Ich will meine Frage nicht mit der Empörung über die Tötungsart verknüpfen. Eine grausame Tötungsart ist grausam, egal welche Spezies betroffen ist.

    Meine Frage ist ganz simel folgende: Warum regen wir uns auf, wenn Hunde gegessen werden, also zu den "Nahrungslieferantenspezies" gezählt werden, erachten es aber als selbstverständlich, dass mit Schweinen das Gleiche geschieht? Oder mit Kaninchen?

    Ich sehe es eher wie folgt: entweder ich bin wirklich konsequent und ich rege mich bei jeder Tierart auf, die als "Nahrungslieferantenspezies" dient (und esse konsequenterweise überhaupt kein Fleisch), oder aber ich frage mich ernsthaft, weshalb wir zwischen den Tierarten einen Unterschied machen - und mache diesen Unterschied nicht.

    Was mir natürlich nicht gelingt. Ich gehe zum Beispiel an die Decke, wenn es um die Frage von Walfleisch geht.

    Wie seht ihr das mit dieser Unterscheidung zwischen "zulässigen" und "nicht-zulässigen" "Nahrungslieferanten-Spezies"?
    (Sorry, die Wortwahl ist linkisch und vermutlich übersachlich, aber das mit der Sachlichkeit ist Absicht.)


    Naja, und die weiterführende Frage ist dann noch: Wie kann ich mich zwar grundsätzlich darüber aufregen, dass Tiere für die Nahrungsmittelproduktion gezüchtet, gehalten und getötet werden (und dann natürlich konsequenterweise kein Fleisch essen), aber gleichzeitig einen Hund oder eine Katze halten, die mit Futter gefüttert werden, dessen Fleischbestandteil ... ja, woher kommt?
    Geändert von Inaktiver User (10.08.2007 um 10:46 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Ich wuerde es fuer mich so zusammenfassen:

    1. Gefaehrdete / vom Aussterben bedrohte Tierarten sollten nicht gegessen werden.

    2. Die Art der Haltung und Schlachtung sollte moeglichst tierfreundlich sein.
    Thunfisch, dessen gaengige Fangmethode seltene Delphine gefaehrdet, habe ich persoenlich z.B. schweren Herzens auch vom Speiseplan gestrichen.

    Den Wirbel um Hundefleisch kann ich nicht nachvollziehen. Ich denke, dass da im Grunde ein gewisser Eurozentrismus dahinter steckt und man Voelker mit anderen Speiseplaenen gern als minderwertig hinstellen moechte, um sich selbst als 'kultiviert' darzustellen. Was als schmackhaft und was als eklig gilt, ist so gut wie ausschliesslich kulturell bestimmt.

    Das funktioniert mit Sicherheit auch umgekehrt. Ich kenne Chinesen, die sich beim Gedanken an 'verfaulte Milch' (Kaese) schuetteln, denen es nie in den Sinn kaeme, Reis in Milch zu kochen und die sich auf Europareisen ueber die Kartoffeln als einzige Beilage beschweren ('und wo bleibt der Reis?').

    Und so ein Forum wie die Bricom eignet sich natuerlich zusaetzlich noch super dazu, unreflektierte dumpf-rassistische Parolen loszuwerden. Insofern laesst es sich hier vielleicht ganz besonders gut ueber 'Hundefresser' aufregen. Ist ja ziemlich anonym.

  8. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    1. Gefaehrdete / vom Aussterben bedrohte Tierarten sollten nicht gegessen werden.
    seh ich genauso

    2. Die Art der Haltung und Schlachtung sollte moeglichst tierfreundlich sein.
    Thunfisch, dessen gaengige Fangmethode seltene Delphine gefaehrdet, habe ich persoenlich z.B. schweren Herzens auch vom Speiseplan gestrichen.
    auch hier *unterschreib*

    Ich habe nicht nur Thunfisch sondern JEDEN Meerfisch vom Speiseplan gestrichen. Weil der industrielle Fang der meisten beliebten Speisefische ganze Ökosysteme zerstört. Zuchtfisch ist meistens auch keine Lösung, weil die müssen mit was gefüttert werden - mit kleineren Wildfischen, deren Fang ebenso industriell und ökosystemzerstörerisch ist wie der Direktfang von Speisefischen.


    Ich bin da wohl ziemlich eigen: Ich denke nicht auf der Ebene des Individuums sondern auf Ebene von Spezies und ganzen Ökosystemen. Und ja - *helmaufsetzgegeneventuellesteinwürfe* - mir ist es wichtiger, dass ein maritimes Ökosystem, in dem so unkuschelige Viecher wie Fische, Meeresschildkröten, Krabben, Quallen und Krill etc. leben oder eben nicht mehr leben, nicht zerstört wird, als die Frage, ob ein bestimmtes einzelnes Tier nun getötet wird oder nicht.
    (Aber nochmals: Grausamkeit akzeptiere ich in keinem Fall.)

  9. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Diese Diskussion gab es schonmal.....

    Ich unterscheide zwischen Nutztierarten und Gebrauchstierarten (damit sind unser Haustiere gemeint)......

    Das mache ich aus für mich festgesetzten ethischen Gründen.....

    Sinn macht das keinen..... Es ist einfach eine reine Gefühlhandlung....

    Ich esse jetzt aber auch allgemein so gut wie kein Fleisch......

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    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Auch wenn ihr schon viel weiter seid mit dem Thema, möchte ich zur Tierliebe etwas schreiben.

    Als ich meinen Ex-Mann 1982 kennenlernte, hatte er schon eine Katze. Als Zweittier habe ich von ihm einen kleinen Kater "geschenkt" bekommen. Ich trug an dem Tag ein T-Shirt und einen Pullover mit V-Ausschnitt. Wir haben ihn abgeholt, im Auto hab ich ihn aus dem Transportkorb genommen und mir unter den Pullover gesteckt, so dass Kopf und Vorderpfötchen herausschauten. Er hat geschnurrt wie blöd. Dieser graue Kater ist mir sein fast 18jähriges Leben lang nicht von der Seite gewichen. Kam ich nach Hause, wartete er schon hinter der Tür, stiefelte mir überall hinterher, hab ich mich hingesetzt, sprang er mir sofort auf den Schoß. Als ich schwanger war, hat er auf meinem dicken Bauch eingerollt gelegen. Nachts hat er neben mir geschlafen, im Winter hat er sich oft auf meine Schulter gelegt, seinen Kopf an meinen Hals und hat geschnurrt, geschnurrt, geschnurrt.

    Hat er das getan, nur weil ich ihn gefüttert, gekrault und gut gepflegt hab?
    Ich bin davon überzeugt, dass er mich genauso lieb hatte, wie ich ihn.
    Am Rande meines Verstandes kichert der Wahnsinn.

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