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  1. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Ich finde das sehr spannend mit der Liebe.... und für mich ist die Liebe z.B. zu meinen Töchtern oder zu meinem Mann sicherlich nicht vergleichbar mit der Liebe oder Zuneigung (?) zu meinen Katzen. Und wieder anders ist das Gefühl dem Zwerghamster meiner Tochter gegenüber, den ich in ihrer Abwesenheit füttere, ihm grüne Leckerchen aus dem Garten pflücke, ihn streichele und dann ist es auch gut...
    Auch die Zuneigung (ich gebrauche den Ausdruck Liebe lieber nur im Zusammenhang mit Menschen) zu Tieren ist unterschiedlich. Und das hängt doch auch von Individuum zu Individuum unterschiedlich vom persönlichen Geschmack ab, welche Tiere einem mehr "liegen". Das lässt sich doch nicht abstreiten! So gibt es Leute, die im Umgang mit z.B. Pitbulls oder Staffs, vielleicht schon aus Trotz der allgemein herrschenden Meinung über diese Rasse gegenüber, in Liebe zerfließen. Mich lassen diese Tiere einfach kalt.
    Natürlich ! würde ich jedem Tier, dass in akuter sichtbarer Not ist, helfen, das klar. Aber lieben? Nein. Und so gibt es die HundeliebhaberInnen und die KatzenliebhaberInnen, die oft ganz vehement die anderes Spezies ablehnen.
    Ich denke, jeder Mensch kann nur individuell seine Sicht der Dinge für sich festlegen. Generalisieren lässt sich da nichts.
    Und so wie es eine gewisse Chemie gibt, die Menschen zu anderen Menschen hinzieht, gibt es auch eine Chemie zu bestimmten Tieren. Und da entwickelt sich schon eine enge Beziehung.
    Ich scheine nun eine besondere Fähigkeit im Umgang mit Katzen zu haben. Im Tierheim werde ich schon begrüßt: "Ah, da kommt ja wieder die Katzenflüsterin!"
    Und ich spüre ganz intensiv, wie die vorher fauchenden und schlagenden aggressiven Katzenwelpen nach einer gewissen Zeit sich öffnen, sich nähern, Berührungen zulassen und eine Verbindung zu mir, dem Menschen, aufbauen. Es ist eine ganz starke emotionelle "chemische" Verbindung da, und das gibt mir eine tiefe Freude. Für mich ist das ganz praktisch tätige Tierliebe, die für sich spricht.
    Und eben dennoch etwas anderes als die liebenden Mit-Gefühle, die ich aktuell mitfühlend mit meiner Tochter habe, die soeben einen neuen Schritt in schulischer Weiterbildung geht. Ganz allein und ohne mütterliche Begleitung, weil Tochter mit 16 eben keine Mamahand mehr braucht.

  2. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Vor einigen Menschen haben Wildtiere weniger Angst als vor anderen. Und manchmal kommt es sogar vor, dass ein Wildtier von sich aus sich einem Menschen nähert und seine Scheu abbaut und sich quasi selber "zähmt" - aber nur diesem einen Menschen gegenüber.
    Da muss auf Seiten des Tieres bestimmt etwas geschehen, damit dies möglich ist. Sympathie, Neugierde, das Gefühl von Sicherheit und "Angenehmheit" ... keine Ahnung. Irgendetwas.
    Was ist der Gegenpol zur Angst? Vertrauen? Vertrauen einige Tiere Menschen schneller als andere? Kennen Tiere ihre eigenen Grenzen?

    Da ich auch glaube, dass bei Tieren sehr viel mehr über die Sinne geht als bei Menschen, denke ich, dass z.B. bestimmte Körpergerüche für Tiere angenehmer, vertrauenswürdiger sind als der anderer Menschen. Vielleicht ist dein Geruch für das eine Tier angenehmer, als für ein anderes.

    [/quote]

  3. Moderation

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    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Da ich auch glaube, dass bei Tieren sehr viel mehr über die Sinne geht als bei Menschen, denke ich, dass z.B. bestimmte Körpergerüche für Tiere angenehmer, vertrauenswürdiger sind als der anderer Menschen. Vielleicht ist dein Geruch für das eine Tier angenehmer, als für ein anderes.
    [/QUOTE]

    Ich glaube, dass bei uns unterbewusst mehr über die Sinne läuft als wir uns eingestehen. Gerade der Geruchssinn spielt auch bei uns eine große Rolle, es gibt doch auch diesen Spruch "ich kann den nicht riechen". Das drückt es ganz gut aus, denke ich.
    Übrigens riecht die Katze, die ich am meisten von meinen dreien liebe, für mich am besten.
    Und bei meinem Mann stelle ich auch immer wieder fest, wie gut der riecht - unabhängig vom Eau de Toilette...
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

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    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    "Tierliebe" ist ein so abstrakter Begriff ... damit kann ich wenig anfangen. Ich mag meine Schnäuzelchen allesamt, den einen mehr, den anderen weniger, find ich ganz normal. Ob sie mich lieben ist mir herzlich gleichgültig - dass sie keine Angst vor mir haben und Zuwendung von mir genießen, das ist mir wichtiger, als dass ich mir Gedanken darüber machen würde, ob sie mich "lieben".

    Mir geht es viel eher um Verantwortung und da gehe ich keine Kompromisse insofern ein, als dass ich ein Tier, welches bei mir lebt, nicht abschiebe, nur weil es krank, lästig, teuer, zeitaufwendig ist. Ist es so krank, dass ich die notwendige Pflege nicht garantieren kann (erfahrungsmäßig, zeitlich, finanziell), dann sorge ich dafür, dass es jmd macht, der das besser kann - aber dabei steht das Wohl des Tieres im Vordergrund und nicht meine eigene Bequemlichkeit.

  5. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Poison, das sehe ich ähnlich. Verantwortung steht für mich ebenfalls im Vordergrund. Verantwortung beinhaltet ja auch die Tatsache, dass das Tier keine Angst vor mir hat und sich bei mir sicher fühlt.

    Ob das Tier mich liebt oder nicht ... auf einer abstrakten Ebene find ich es spannend, darüber zu philosophieren, ob Tiere lieben können und wenn ja wie. Aber auf der pragmatischen Ebene finde ich es etwas ... naja, egoistisch, von einem Tier Liebe zu erwarten. Das rückt mich selbst zu sehr in den Mittelpunkt. Ich habe keinen Anspruch auf die Liebe eines Tieres. Was ich allerdings habe, ist Verantwortung. Egal ob Liebe oder nicht.

    Das Schönste ist für mich nach wie vor, wenn ein wildes Tier sich von sich aus dafür entscheidet, dass ihm meine Nähe behagt, und eine Beziehung mit mir eingeht. Bei einer solchen Konstellation habe ich am ehesten das Gefühl, dass die auf Ebenbürdigkeit und freier Entscheidung beruht.

  6. User Info Menu

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Nuja, wenn "Liebe" zwischen Menschen ein biochemischer Prozess ist (hattest Du das nicht irgendwo hier geschrieben, Horus?) und ich davon ausgehe, dass sich die biochemischen Prozesse bei Säugetieren (wozu ja auch der Mensch zählt) nicht soooo sehr unterscheiden, dann könnte man wohl davon ausgehen, dass Tiere auch "lieben".

    Da ich jedoch beim Menschen davon ausgehe, dass das, was "Liebe" genannt wird, vorrangig auf Kopfdenken beruht - man will ja lieben - ... tja, da hakt es dann aus. Können Tiere lieben? Müssen sie lieben? Menschen müssen es ja anscheinend.

    Das Schönste ist für mich nach wie vor, wenn ein wildes Tier sich von sich aus dafür entscheidet, dass ihm meine Nähe behagt, und eine Beziehung mit mir eingeht. Bei einer solchen Konstellation habe ich am ehesten das Gefühl, dass die auf Ebenbürdigkeit und freier Entscheidung beruht.
    Mit Wildtieren hab ich es ja nicht so mangels Gelegenheit ;o) ... aber davon abgesehen: Volle Zustimmung.

  7. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Müssen sie lieben? Menschen müssen es ja anscheinend.
    Scheint so.
    Manchmal kommt mir der Verdacht, dass dieses Gefühl, das wir "Liebe" nennen, durch gesellschaftliche, religiöse und was weiss ich für Konventionen mystisch überhöht wird und ihm eine Bedeutung beigemessen wird, die ihm vielleicht gar nicht zukommt. Vielleicht ist Liebe nicht wichtiger als irgendein anderes Gefühl?
    Sagt jedenfalls der Buddhismus, der Liebe ebenso für Illusion und nichtig hält wie jedes andere Gefühl (etwas, was westliche Buddhismus-Liebhaber irritiert, so dass sie es meistens übersehen).
    Aber das führt nun doch zu weit OT.

    Allerdings ein Anknüpfungspunkt zu einer anderen Frage. Wenn wir schon lieben müssen und Liebe für so wichtig halten, machen wir eigentlich einen Unterschied mit unserer Liebe?
    Zwischen Tier und Mensch etwa? Das Beispiel der sehr schwierigen Entscheidung zwischen der Hauskatze und dem Lebenspartner, der an einer unerträglichen Katzenhaarallergie leidet, wurde anderswo schon genannt. Wie entscheiden wir uns da und warum?

    Oder das: Ich liebe bekanntlich Katzen. Ich liebe aber ebenso Vögel. Wenn nun die Anwesenheit der Nachbarskatze im Garten dazu führt, dass ein Meisenpärchen, das ich gerne beobachte, nicht mehr brüten kann, was überwiegt dann - die Freude über die Anwesenheit der Katze oder das Bedauern, dass die blö** Katze die Vögel verscheucht?
    Ich gestehs - meistens der Ärger. Aber die Nachbarn, denen die Katze "gehört", die sehen das natürlich anders.

  8. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Liebe definiere ich für mich anders.

    Ich sage zwar: Ich liebe Tiere. Aber ich meine es anders. Denn wirkliche Liebe empfinde ich beispielsweise für meine Kinder, nicht aber für unsere Kaninchen. Sie sind mir emotional nicht so nahe, dennoch sorge ich für sie, hänge an ihnen und bin niedergeschlagen, wenn es ihnen schlecht geht.

    Auch an unseren Pferden hing ich sehr, an dem einem mehr als an dem anderen (da mach ich also Unterschiede, bei den Kindern nicht - die liebe ich also bedingungslos), aber richtige Liebe war das sicherlich auch noch nicht.

    Bei unserem Hund gehen die Empfindungen schon viel tiefer, ich behaupte, dass ich ihn sehr liebe. Dennoch: Allein durch das Wissen, dass die Zeit mit einem Hund beispielsweise naturgemäß begrenzt ist, geht man schon anders an die Sache heran. Ich weiß ja, dass ich ihn vermutlich und hoffentlich überlebe. Bei den Kindern hoffe ich doch sehr stark das Gegenteil.

    Am Tod der Kinder würde ich zerbrechen, am Tod des Tieres nicht - egal, wie nah es mir war. Das ist für mich der ausschlaggebende Punkt.

  9. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Am Tod der Kinder würde ich zerbrechen, am Tod des Tieres nicht - egal, wie nah es mir war. Das ist für mich der ausschlaggebende Punkt.
    Das ist ein sehr "auf den Punkt gebrachter Punkt", finde ich. Sehr anschaulich.

  10. User Info Menu

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Allerdings ein Anknüpfungspunkt zu einer anderen Frage. Wenn wir schon lieben müssen und Liebe für so wichtig halten, machen wir eigentlich einen Unterschied mit unserer Liebe?
    Zwischen Tier und Mensch etwa? Das Beispiel der sehr schwierigen Entscheidung zwischen der Hauskatze und dem Lebenspartner, der an einer unerträglichen Katzenhaarallergie leidet, wurde anderswo schon genannt. Wie entscheiden wir uns da und warum?
    War die Katze zuerst da, dann für das Tier - dann müssen halt solange getrennte Wohnungen sein; nur weil ICH eine Beziehung möchte, soll MEIN Tier darunter leiden? Niemals. Allerdings würde ich bei bestehender Tierallergie eines bereits vorhandenen Partners kein Tier in die Wohnung holen, selbst wenn noch kein Zusammenzug geplant ist. Das, was bereits "da" ist - sei es Mensch oder Tier - hat Vorrang, zumindest dann, wenn es um Erwachsene geht.

    Bei einem Kind mit Allergie sähe es anders aus, schlicht und einfach weil ich dann Tier und Kind nicht dauerhaft räumlich voneinander trennen könnte. Dann würde wohl das Tier weichen müssen, so sehr es mir leid täte. Aber niemals wegen eines Partners. Ein Kind wäre von mir ebenso abhängig wie ein Tier, da MUSS eine Entscheidung her, ein erwachsener Partner ist nicht abhängig von mir.


    Oder das: Ich liebe bekanntlich Katzen. Ich liebe aber ebenso Vögel. Wenn nun die Anwesenheit der Nachbarskatze im Garten dazu führt, dass ein Meisenpärchen, das ich gerne beobachte, nicht mehr brüten kann, was überwiegt dann - die Freude über die Anwesenheit der Katze oder das Bedauern, dass die blö** Katze die Vögel verscheucht?
    Ich gestehs - meistens der Ärger. Aber die Nachbarn, denen die Katze "gehört", die sehen das natürlich anders.
    Ich ärgere mich auch, wenn Kaninchen in Schlangenmägen enden, dennoch will auch die Schlange leben und hat ein Anrecht darauf. Würde auch nicht zwischen Jäger und Beute einschreiten und Partei ergreifen. Ganz im Gegenteil finde ich es grausam, wenn Jäger (Raubtiere!) nicht töten dürfen.

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