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  1. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Ich habe oben zwar geschrieben, dass Tiere instinktgesteuert sind, und das ist auch das, was ich rational gelernt habe, mein Gefühl widerspricht dem aber völlig.

    Ich glaube schon, dass Tiere lieben. Wenn ich mal für ein paar Tage weg bin, vermissen mich meine Miezen, obwohl mein Schatz ja da ist und ihre Versorgung/Bespielung/Beknuddelung/Sicherheit in keinster Weise leidet.

    Als es mir mal einen Tag lang wegen einer schlechten Nachricht wirklich besch***** ging und ich ständig nah am Heulen war, ist Kater nicht von meiner Seite gewichen und hat mich non-stop beschnurrt, und das, obwohl ich normal "funktioniert" habe, obwohl herrlichstes Wetter war und er sich das normalerweise nicht entgehen läßt und nur kurz zum Fressen heimkommt. Er hat sich praktisch ganz liebevoll um mich gekümmert, ich kann's nicht anders sagen.

  2. Moderation

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    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    @horus und ragna

    Ich glaube ebenfalls, dass Tiere in der Lage sind eine Art von Liebe zu empfinden. Ob dieses Gefühl ähnlich dem unseren ist, wer weiß? Und dass sie durchaus Unterschiede zwischen Menschen machen, egal ob sie gleich gut versorgt werden.

    Mir hat man auch einmal beigebracht, Tiere hätten keine Seele. Ich halte solche Aussagen für arrogant, aber ich denke, dass ein Weiterführen dieser Diskussion in Richtung Religion vielleicht zu weit führt.

    Mittlerweile gibt es ja auch Studien, dass einige Tierarten intelligenter sind als lange Zeit angenommen und auch zur Abstraktion fähig sind. Meine Katzen gehören allerdings ganz sicher nicht dazu *lach*, aber das ist ein anderes Thema.

    Was unsere Liebe zum Tier angeht:
    Ich denke nicht, dass es damit zusammenhängt, dass sie keine Ansprüche stellen, sondern im Gegenteil: Tiere zeigen einem deutlich und ohne Taktieren, was sie wann von uns wollen an Zuneigung. Streicheleinheiten morgens um 4, sich, wenn wir auf der Couch liegen und lesen, so ausbreiten, dass man das Buch vergessen kann, sich vor dem Computermonitor aufbauen und plärren und und und. Und wir geben das auch noch gerne. Ich zumindest - mich haben die Viecher einfach um ihre Pfoten gewickelt. Dabei ist denen ganz egal, ob wir gerade einen entstellenden Ausschlag oder einen "Bad Hair Day" haben, die lieben einen immer und bedingungslos, solange wir sie gut behandeln!
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

  3. User Info Menu

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Aber ist das Liebe?
    Tierhirne sind völlig anders als Menschenhirne (ich seh das völlig biologistisch: Gefühle sind in meinen Augen chemische und neurologische Prozesse im Hirn und der Hormone).
    Bist Du Dir da so sicher? Es laufen doch SOWOHL im Menschen- als auch im Tierhirn chemische Prozesse ab. Wenn man so will (ich bin allerdings anderer Meinung und finde diesen Ansatz zu einfach und monokausal) sind dann aber die Gefühle ALLER Lebewesen (mit Gehirn) nichts anderes als biochemische Prozesse. Wie lautet denn Deine Theorie? Dass nur Menschen zu Liebe fähig sind??

    Es ist ja nun nicht so, dass menschliche "Liebesbeziehungen" automatisch etwas höherwertiges sind: Oft mischen dort ganz profane und pragmatische (biologische) Bedürfnisse, Egoismus, Besitzdenken und Statusdenken mit. Natürlich gibt es auch eine Form von Liebe, die in ihrer Tiefe und geistigem Austausch wohl nicht mit "tierischer" Liebe vergleichbar ist.

    Canislupa hat ganz schön beschrieben, was die Liebe zu Tieren ausmacht. Dem kann ich mich anschließen. Und ja, die Liebe oder Freundschaft zu einem Tier empfinde ich irgendwie als unkomplizierter und direkter als bei Menschen. Menschen kommunizieren oft so komplex, aber auch so diffus und widersprüchlich. In menschliche Beziehungen spielen so viele Ängste, aber auch irrationale Forderungen mit ein, dass mir oft der Kopf raucht. Tierische Gesellschaft (oder einfach nur das Beobachten in der Natur oder im Fernsehen) empfinde ich als äußerst wohltuende Abwechslung. Das heißt aber keineswegs, dass ich menschliche Beziehungen abwerten will. Liebe zu Menschen ist eben schon anders.

    Ob die Tiere, die ich hatte, mich genauso geliebt haben wie ich sie, weiß ich nicht. Aber es reicht mir zu wissen, dass sie mir wohl gesonnen waren - und wenn sie sich wohl fühlen, bin ich zufrieden!


    Umgekehrt - dass wir Tiere manchmal einfacher lieben können als andere Menschen, dem würde ich zustimmen. Weil wir nicht das Gefühl haben, dass Tiere Ansprüche an uns stellen.
    Dieser Begründung kann ich absolut nicht zustimmen. Ich liebe einfach Tiere, ob sie nun Ansprüche stellen oder nicht. Sondern einfach weil sie sind, wie sie sind. Und wie kommst Du darauf, dass Tiere keine Ansprüche stellen ?

    Um nochmal den Aspekt der Verantwortung aufzugreifen: Hat der Mensch nicht, gerade weil er den Tieren machtmäßig überlegen ist, eine besonders hohe Verantwortung? Für die Tiere in unserer Obhut, aber auch für Wildtiere. Die rücksichtslose Ausbeutung von Tieren (mit ihnen kann man es ja machen! Sie können sich nicht wehren) werde ich wohl nie verstehen.

    Grüße, Cati

  4. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Also nehmen wir mal meinen Hund, von dem jeder behaupten würde, sie liebt mich sehr....... (Was übrigens auf absoluter Gegenseitigkeit beruht )

    Sicher bin ich mir da nicht....... Wirklich nicht......

    Ich würde eher sagen, sie bindet sich an mich, weil sie in einer gewissen Weise von mir abhängig ist.......

    Ich stelle ihr Futter hin, ich streichel sie und decke alle Bedürfnisse, die sie in der Situation nicht ohne mich sicherstellen könnte.....

    Ich glaube auch, dass ich austauschbar bin.

    Klar bin ich ihr vertraut, aber wenn ein anderer Mensch, ihre Bedürfnisse abdecken würde, wäre sie in der Lage, sich da ganz schnell anzupassen, da bin ich mir sicher.....

    Tiere handeln instinktiv..........

    Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt und konnte sie klar beantworten.
    Ich stehe an einem Abgrund. An der linken Hand hängt ein Mensch, den ich sehr liebe, an der rechten Hand, mein Hund den ich ebenfalls sehr liebe.........

    Wer würde fallen ?

  5. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Klar bin ich ihr vertraut, aber wenn ein anderer Mensch, ihre Bedürfnisse abdecken würde, wäre sie in der Lage, sich da ganz schnell anzupassen, da bin ich mir sicher.....
    Dem möchte ich jetzt widersprechen. Gerade dieser Tage erzählte ein Nachbar vom Rehpinscher eines verstorbenen Bekannten, der immer wieder zum Grab seines Herrn lief, sooft die Familie ihn auch zurückholte. Letztlich ist er dort auch gestorben.

    Die Liebe mancher Tiere wechselt nicht mit dem Besitzer und ist vor allem nicht abhängig vom Futter.

    Wieviele Tiere werden misshandelt, als Kettenhunde kaum beachtet und doch lieben die Hunde ihren Herrn.
    Bei Katzen hört man das wohl seltener als bei Hunden.

  6. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Zitat Zitat von canislupa
    Tiere lieben vorbehaltlos, sie wollen einen nicht ändern, sie nehmen einen, wie man ist. Sie stellen keine Bedingungen. Für sein Tier muss man nicht schön, schlank, erfolgreich, sexy sein.
    Ich glaube, das ist sehr viel Projektion und Interpretion, was Menschen unter der Liebe der Tiere zu Menschen verstehen. Obwohl ich auch sicher bin, dass mein Kater mich bedingungslos liebt ...

    Die Liebe zwischen einem Menschen und seinem Tier ist nicht so kompliziert wie die Liebe zwischen zwei Menschen.

    In einem Menschen kann ich mich spiegeln, an und mit ihm wachsen, ich kann mich an ihm reiben. Ich kann ihn verstehen, weil er meine Sprache spricht (meistens); ich kann Mitgefühl für ihn empfinden und Wut, ich kann Freude teilen und Trauer, Schmerz, weil er Mitgefühl hat. Das sind elementare Dinge, die für mich auch die Liebe zu einem Menschen ausmachen, die ich mit einem Tier so nicht teilen kann.

  7. User Info Menu

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Ich denke schon, dass Tiere lieben können. Sehen wir mal von der Mensch-Tier-Beziehung ab, dann schaut Euch mal an, wie fürsorglich eine Tiermutter ihre Jungen versorgt. Ist das alles nur Arterhaltungstrieb? Oder Tierfreundschaften untereinander. Mein Hund mag bestimmte andere Hunde deutlich lieber als andere. Auf jeden Fall können Tiere Sympathie und Antipathie empfinden und ausdrücken. Deshalb halte ich sie auch für liebesfähig.

  8. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Unser über alles Hund war für einen kurzen Urlaub bei unseren allerbesten Freunden, während wir, sein Rudel, es uns mal ohne Hund im Hotel gut gehen lassen wollten. Bei dieser Gastfamilie ist er häufig, wir tauschen immer mal wieder tageweise die Hunde - alle verstehen sich prächtig. Wir wußten genau, dass unser Hund es dort objektiv betrachtet sogar noch einen Tick besser hat in dieser Woche (mein Hund ist jetzt Model *prahl*!), weil er jeden Tag Agility machen konnte und auf dem Hundeplatz war.

    Ihm ging es auch blendend. Er jaulte nicht, er passte sich an wie immer - er war ein Traumhund, wie immer möchte ich sagen.

    Doch wir? NIE WIEDER! Wir haben gelitten wie ein Hund (harhar, wer hat sich nur diesen Vergleich ausgedacht?). Wir hatten ein schlechtes Gewissen (und das, obwohl wir unsere Kinder gerne mal für ein paar Tage abschieben ), er fehlte uns entsetzlich und wir schworen: Das war unser erster und letzter Urlaub ohne Hund.

    Natürlich ist er vor Freude fast am Herzklabaster krepiert, als wir ihn abholten und natürlich war er ein paar Stunden lang etwas verstört. Aber es hat sich sonst nichts verändert: Ihm hat's nicht geschadet.

    Aber uns. Mein Fazit: Menschen lieben anders. Nämlich dämlicher .

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    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Ohne meinen anderen Katzenviechern zu nahe treten zu wollen (oder den Menschen in meinem Leben): ich bin der festen Überzeugung, daß das einzigste Lebewesen auf dieser Welt, das mich wirklich bedingungslos über alles geliebt hat, meine Siamkatze Katinka war.

    Wenn ich nicht da war, dann durften selbstverständlich andere Menschen sie versorgen: aber sie bekamen keinen Dank und schon gar keine Zuneigung zurück von dieser Katze.

    Einmal kam meine Freundin mit ihrem neuen Lebensabschnittsgefährten erstmals zu Besuch. Und als ich Katinka ansprach und sie mich ansah, da entfuhr diesem Mann "ach Du meine Güte, so viel Liebe in diesen Katzenaugen, das gibt's doch garnicht".

    Ich bin also felsenfest davon überzeugt, das Tiere -in meinem Fall Katzen- "ihrem" Menschen Liebe entgegenbringen. Ich merke auch, dass unsere jetzigen Viecher uns liebhaben (die Katze mehr mich, der Kater mehr meinen Mann). Ich merke es an ihrem Verhalten, diese Zuneigung ist nicht an die Dienstbotentätigkeit gekoppelt.

    Warum ich sie liebe? Keine Ahnung.
    life is all about
    finding people who
    are your kind of
    CRAZY

  10. Inaktiver User

    AW: Der philosophische Strang zum Thema Tierliebe

    Aber uns. Mein Fazit: Menschen lieben anders. Nämlich dämlicher .


    Wenn man so will (ich bin allerdings anderer Meinung und finde diesen Ansatz zu einfach und monokausal) sind dann aber die Gefühle ALLER Lebewesen (mit Gehirn) nichts anderes als biochemische Prozesse. Wie lautet denn Deine Theorie? Dass nur Menschen zu Liebe fähig sind??
    Nein, ich leite daraus nicht ab, dass nur Menschen zu Liebe fähig sind. Ich leite aber daraus ab, dass Menschen nie wirklich nachvollziehen können, was genau Tiere fühlen und wie sie etwas fühlen. Denn die biochemischen Prozesse im Hirn gleichen sich zwar in den Grundlagen, ihre Nuancen sind aber von Spezies zu Spezies verschieden.
    Liebe, die ein Tier (vielleicht) fühlt, ist anders als Liebe, die ein Mensch (vielleicht) fühlt. Und "anders" soll nun nicht irgendwie eine moralische Wertung oder Rangliste bedeuten. "Andes" bedeutet nicht "besser" oder "mehr" oder "weniger" oder "schlechter". Sondern nur anders.
    Weil wir Menschen sind, können wir nur die "Menschenart zu lieben" wirklich kennen. Wie "Katzenart zu lieben" geht, wissen wir nicht. Wir tendieren jedoch dazu, die "Menschenart zu lieben" auf die Katze zu übertragen.
    Und wiederum: "Menschenart zu lieben" ist kein Synonym für "besser" oder "höher". Es ist nur anders.

    Ob Tiere eine Seele haben ... ich bin nicht mal davon überzeugt, dass wir Menschen wirklich eine Seele haben. Womöglich ist das, was wir Seele und Bewusstsein nennen, auch nur eine Funktion des Gehirns, wer weiss?
    Aber das führt nun zu weit OT.
    Nun - falls wir Menschen eine Seele haben und falls Tiere ebenfalls eine haben, so ist diese vermutlich so anders zu unserer wie auch die Liebe eines Tieres anders zu unserer ist. Und das meine ich wiederum ohne jegliche Wertung.


    Dass Tiere gegenüber einem Menschen Sympathie oder Antipathie empfinden können, das erschliesst sich aus einfachen Beobachtungen (Katzen sind diesbezüglich perfekte Studienobjekte ).
    Seh ich auch bei Wildtieren. Vor einigen Menschen haben Wildtiere weniger Angst als vor anderen. Und manchmal kommt es sogar vor, dass ein Wildtier von sich aus sich einem Menschen nähert und seine Scheu abbaut und sich quasi selber "zähmt" - aber nur diesem einen Menschen gegenüber.
    Da muss auf Seiten des Tieres bestimmt etwas geschehen, damit dies möglich ist. Sympathie, Neugierde, das Gefühl von Sicherheit und "Angenehmheit" ... keine Ahnung. Irgendetwas.

    Aber eben - was es ist, weiss ich nicht. Und ich werde nie wissen, ob das, was das Wildtier mir gegenüber empfindet und es dazu bringt, mir gegenüber seine Scheu abzulegen, das Gleiche ist, was ich ihm gegenüber empfinde. Ich stelle es mir gerne vor, ich projiziere vielleicht auch meine eigene Gefühle auf das Tier - aber wissen werde ich es nie.

    Und wie schon mal gesagt: das finde ich sehr spannend.

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