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  1. Inaktiver User

    AW: Erneuter Anfall- bin ratlos - herzlos??

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Sicher sollte man mit einem Tier verantwortungsvoll und sorgend umgehen. Aber ich denke, es besteht zwischen einem behinderten Kind und einem behinderten Tier ein Unterschied.
    Oder?
    @Anemone, welchen Unterschied siehst du da?

    Ein Tier ist ein lebendes fühlendes und hilfloses Wesen, das völlig auf unsere Hilfe und die Versorgung durch uns angewiesen ist.

    Ich möchte sogar so weit gehen, dass man sich grundsätzlich für gar kein Tier entscheiden dürfte, wenn man sich nicht in der Lage sieht, ihm auch in schlechten Zeiten beizustehen.

    Hohe TA-Kosten stehen schnell unverhofft ins Haus. Der Kater unserer Tochter hatte sich das Hinterbein gebrochen. OP 575 € + Röntgen + 2 x Voruntersuchung. Ihr Mann ist arbeitslos. Jetzt stehen die gleichen Kosten wieder an für die Entfernung der Platte. Mann immer noch arbeitslos. Dazwischen ihr alter Kater mit Krebs in Behandlung und letztlich musste er doch eingeschläfert werden.

  2. Inaktiver User

    AW: Erneuter Anfall- bin ratlos - herzlos??

    Ich möchte keine ethische Diskussion über den Wertvergleich Tier-Mensch führen. Ich sehe es mal ganz pragmatisch in meiner privaten Situation. Ich hatte eine von allen innig geliebte Hauskatze. Diese hatte Krebs und ich habe sie entgegen der Ratschläge des Tierarztes noch ein paar Wochen zuhause betüttelt. Als ich aber merkte, dass sie furchtbar litt, habe ich sie einschläfern lassen. Ich habe geweint, war traurig, habe sie im Garten begraben. Nun: ich stelle mir vor, eine meiner Töchter wäre schwer behindert oder sterbenskrank. Und da sehe ich ganz privat für mich meine Gefühle, dass es sich verdammt anders anfühlt. Es wäre ein anderes Gefühl, es wäre viel schlimmer.

    Zum Thema kranke Katze noch eine eigene Erfahrung.
    Mein Kater Mäxchen wurde ins Tierheim gegeben, weil die Vorbesitzer sich nicht mehr mit dem dauernden Durchfall rumplagen wollten. Sie konnten oder wollten die TA-Kosten nicht bezahlen. Im TH wurde er umfassend behandelt und weitervermittelt. Erneut schwer erkrankt, wollte ein Tierarzt ihn einschläfern. Die Besitzer teilten dies quasi im Vorbeifahren dem TH mit, worauf diese das nicht zulassen wollten und Mäxchen erneut aufnahmen. Und Zähne zogen, Infusionen legten, Durchfall (erneut) behandelten und und und. Ein schwer vermittelbarer Fall. Offenbar auch geschätzte 10 Jahre älter als die ursprünglich angegebenen 3 Jahre. Als Folge haben wir ihn jetzt. Nun ja, zum Durchfall neigt er immer noch, ist aber fit und munter und verspielt und das schmusigste Tier, das man sich vorstellen kann. Ich denke, viele "hoffnungslose" Fälle finden doch noch jemanden, der ihn nimmt!

  3. Inaktiver User

    AW: Erneuter Anfall- bin ratlos - herzlos??

    Ich finde Skipperin weder herz- noch verantwortungslos. Schließlich hat sie sich Gedanken um das Wohlergehen ihrer ersten Katze gemacht, sollte sie mal länger als vier Stunden weg sein, und hat darum den Kater geholt. Hätte ihr ja auch wurscht sein können, wie es der Katze dann geht, war's aber nicht.

    Ich finde, sie macht sich auch sehr realistisch Gedanken über ihre eigenen Grenzen, und das ist nicht nur legitim, sondern unbedingt notwendig. Und da hier ja schon Pflege eines hilfsbedürftigen Menschen mit Sorge um ein Tier gleichgesetzt wurde, die folgende Geschichte aus dem näheren Bekanntenkreis: Ältere alleinlebende Dame wird wegen Krankheit pflegebedürftig. Die Familie sagt, sie kann es nicht verantworten, sie ins Pflegeheim zu geben, das sei herzlos und unmoralisch. Und es sei ja auch kein Problem, ein paarmal nachts aufzustehen, alle zwei Stunden von der Arbeit heimzufahren und nach ihr zu schauen, auf Urlaube etc. zu verzichten. Also ist die alte Dame eingezogen. Leider sind die Familienmitglieder nach der ersten Begeisterung darüber, wie toll und verantwortungsvoll sie sind, schnell an ihre Grenzen gestoßen. Es war halt doch hart, nachts aufzustehen und trotzdem zu arbeiten, immer wieder tagsüber nach ihr zu schauen, nicht wegfahren zu können..... Das Ende vom Lied war, dass sich alle verbissen weitergekümmert haben, sich eine Menge Groll angestaut hat gegen die alte Dame - was die durchaus auch gespürt hat und immer depressiver und "verhuschter" und ängstlicher geworden ist, es immer mehr Kräche gegeben hat in der Familie, alle irgendwann auf alle sauer waren, und zum Schluss sogar mal einem die Hand ausgerutscht ist, als die alte Dame mal wieder besonders anstrengend war. Weil man sich halt nicht über die eigenen Grenzen klar war und besonders moralisch sein wollte.

    Sicher ist das eine schlimme Geschichte und der Vergleich hinkt eigentlich auch auf sämtlichen Füßen. Ich finde aber, sie zeigt, dass etwas, was auf den ersten Blick herzlos und verantwortungslos scheint (gutes Pflegeheim für die Oma suchen, Katerle in gute erfahrene Hände abgeben), schlicht realistisch und um ein Vielfaches verantwortungsvoller ist, als sich das Ganze selbst aufzuladen und zu scheitern.

    Ja, der Kater ist ein lebendes fühlendes Wesen, das einfach nur geliebt werden möchte, das darum aber bestimmt auch spürt, wenn sich so langsam ein Groll gegen ihn aufbaut, weil Skipperin z.B. seinetwegen auf Einladungen bei Freunden etc. verzichten muss/Ärger mit dem Chef hat, weil sie keine Überstunden macht, da ja die Tablettengabe ansteht - ein ganz menschlicher Groll, über dem kaum einer drübersteht. Und sich nicht geliebt fühlen, sich als Belastung fühlen, ist auch Stress für ein Tier, wie eben für die alte Dame.

    Versteht mich nicht falsch: Ich find's absolut großartig und bewundernswert, wenn jemand die Verantwortung für ein hilfsbedürftiges Wesen - egal ob Mensch oder Tier - übernehmen kann und das, was zu leisten ist, in Liebe und ganz ohne Groll leisten kann, auch wenn es mit Unbequemlichkeit und Verzichten einhergeht. Ich glaube aber nicht, dass es allzu viele Menschen von der Sorte gibt, auch wenn das oft behauptet wird. Meiner Meinung nach ist es verantwortungsvoller, sich über seine Grenzen klar zu werden und ihnen gemäß die beste Lösung zu finden, als nachher die Scherben einzusammeln. Und das kann man nur selber, das überblickt einfach niemand von außen.

    @Skipperin: Es tut mir so leid für das Katerle und Dich, und ich beneide Dich weiß Gott nicht um die Entscheidung, ich wäre sicherlich völlig kopflos und von der Rolle und nur am Heulen. Ich bin mir aber sicher, Du findest eine gute Lösung für Euch beide, es kamen hier ja auch schon ein paar gute Ideen. Es gibt Leute, die z.B. speziell FIV-infizierte Katzen aufnehmen, weil die sonst kaum vermittelt werden können, oder eben alten Tieren das "Gnadenbrot" geben und sich speziell um sie kümmern können. Vielleicht findet sich da ja jemand, der das für Epilepsie-Katzen macht? Ich halte Euch alle alle Daumen!

    So, und jetzt noch sorry für die Länge, war mir aber jetzt wichtig.

    Liebe Grüße
    Ragna

  4. Inaktiver User

    AW: Erneuter Anfall- bin ratlos - herzlos??

    ich kann skipperin sehr gut verstehen ! nicht nur wegen meiner eigenen miesen erfahrungen mit dem hiesigen TH, sondern weil man ihr vertrauen meiner ansicht nach vergolten hat. ich finde, wenn man tiere schon in neue hände gibt wie es eben TH tun, dann darf sowas schon mit rücksicht aufs tier ÜBERHAUPT NICHT passieren. nach wie vor bin ich der ansicht: die vom TH sollten sich 1. was schämen und 2. braucht sich skipperin wirklich kein schlechtes gewissen machen zu lassen - auch NICHT wenn sie aus dieser sache nun ganz bestimmte konsequenzen zieht bzw. ziehen muß. jawohl!

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    AW: Erneuter Anfall- bin ratlos - herzlos??

    Natürlich wird man es unterschiedlich empfinden, ob man einen Menschen oder ein Tier verliert, aber das tut doch der Verantwortung, die man für beide Arten hat, keinen Abbruch. Ich vergleiche Menschen nicht mit Tieren, sage nicht, dass jedes Leben gleich viel "Wert" hat (sonst würde ich weder Fleisch essen noch völlig ohne jedes Schuldgefühl jedes Insekt meucheln, das mir zu nahe kommt), aber wenn man sich Verantwortung auflädt, sollte man sich dieser nicht eben so im Vorbeigehen entledigen, nur weil es wider Erwarten schwieriger wird. Da mache ich keine Unterschiede. Kann ich ein krankes Kind versorgen, dann kann ich auch ein krankes Tier versorgen.

    Und, Anemone, dass kranke Tiere genommen werden ist eher die Ausnahme als die Regel :o( ... ich kenne es von Kaninchen her, da ich in einem entsprechenden Verein bin: Die kranken Tiere bekommen wir kaum unter und gerade die werden besonders häufig abgegeben, so dass unsere Pflegeplätze von fast unvermittelbaren Tieren überquellen. Ich habe selber so ein Exemplar bei mir sitzen, dass vom Pflegetier zum eigenen Tier avancierte, schlicht und einfach weil sich niemand für eine extrem liebenswerte, friedliche, freundliche, jeden liebende, aber behinderte und infolgedessen auch unsaubere und schon recht alte Häsin interessierte.

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    AW: Erneuter Anfall- bin ratlos - herzlos??

    Es glaubt mir vermutlich niemand aber ich will Skipperin gar nicht Verantwortungslosigkeit unterstellen ... wäre sie komplett verantwortungslos, würde sie sich nicht erkundigen. Aber momentan scheint sie "blind vor Panik" zu sein und sieht nur, dass die nächsten Jahre halt pünktlich Medikamente verabreicht werden müssen und es nicht so läuft, wie sie es sich ausgemalt hat.

    Zu letzterem kann man nur kaltblütig sagen: Leben ist das was geschieht, während Du eifrig Pläne schmiedest.

    Zu ersterem: Pünktlich Medikamente zu verabreichen stelle ich mir wirklich nicht sooo schwer vor. Wenn der Kater auf eine Uhrzeit eingestellt werden kann, an der man für gewöhnlich daheim ist - und sei es halt um 6.00 Uhr morgens gleich nach dem Aufstehen, wenn man arbeitet -, dann wäre das doch kein großer Akt. Sicher, es wäre unbequem am Wochenende oder im Urlaub bzw. man müsste bei tagelanger Abwesenheit jmd finden, der das macht, aber das kann einfach nicht so schwierig sein. Es ist unbequem, ja, aber deswegen ein Tier weggeben?

    Und was mich halt extrem störte: Die Überlegung, den Kater ins Tierheim zurückzugeben. Tierheime sind Übergangsorte, es sind Zwischenstationen, Durchlaufposten - richtig kranke Tiere werden dort ungern aufgenommen, eben weil man sie schwer wieder vermitteln kann. Viele, sehr viele Tierheime kann man auch vergessen, da werden die Tiere gerade mal notdürftig versorgt, oft noch nicht einmal das.

    Von daher: Wenn schon Abgabe, weil - sorry - die eigene Bequemlichkeit im Vordergrund steht, dann bitte bitte bitte an jmd Organisation oder eine Privatperson, die in der Lage und willens ist, ein krankes Tier dauerhaft zu umsorgen.

  7. Moderation

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    AW: Erneuter Anfall- bin ratlos - herzlos??

    Zitat Zitat von Poison.
    Natürlich wird man es unterschiedlich empfinden, ob man einen Menschen oder ein Tier verliert, aber das tut doch der Verantwortung, die man für beide Arten hat, keinen Abbruch. Ich vergleiche Menschen nicht mit Tieren, sage nicht, dass jedes Leben gleich viel "Wert" hat (sonst würde ich weder Fleisch essen noch völlig ohne jedes Schuldgefühl jedes Insekt meucheln, das mir zu nahe kommt), aber wenn man sich Verantwortung auflädt, sollte man sich dieser nicht eben so im Vorbeigehen entledigen, nur weil es wider Erwarten schwieriger wird. Da mache ich keine Unterschiede. Kann ich ein krankes Kind versorgen, dann kann ich auch ein krankes Tier versorgen.
    Poison, im Prinzip haben wir die gleiche Einstellung Tieren gegenüber.
    Nur - grad bei Skipperin habe ich nicht das Gefühl, dass sie es sich einfach macht und sich des Tieres mal eben so entledigen will. Wobei ich hoffe, dass sie erstmal versucht einen privaten Platz zu finden, anstatt den Kater in's öffentliche Tierheim zu geben.
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

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    AW: Erneuter Anfall- bin ratlos - herzlos??

    Naja, "eben so im Vorbeigehen entledigen" war natürlich schon sehr flapsig und auch überzogen ausgedrückt.

    Und ja, ein privater Platz, kein Tierheim. Tierheime können einfach nicht die individuelle Versorgung gewährleisten, die hier nötig ist.

    Wobei ich ja immer noch hoffe, dass Skipperin es auf sich nehmen wird, ihren Kater zu behalten und zu versorgen ... es ist wirklich nicht sooooo schwer, wie man im ersten Moment denkt

  9. Moderation

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    AW: Erneuter Anfall- bin ratlos - herzlos??

    Zitat Zitat von Poison.
    Naja, "eben so im Vorbeigehen entledigen" war natürlich schon sehr flapsig und auch überzogen ausgedrückt.

    Und ja, ein privater Platz, kein Tierheim. Tierheime können einfach nicht die individuelle Versorgung gewährleisten, die hier nötig ist.

    Wobei ich ja immer noch hoffe, dass Skipperin es auf sich nehmen wird, ihren Kater zu behalten und zu versorgen ... es ist wirklich nicht sooooo schwer, wie man im ersten Moment denkt
    Ja, das stimmt. Probieren sollte man es auf jeden Fall. Ich habe auch nicht vor Begeisterung in die Hände geklatscht, dass eine unserer Katzen herzkrank ist und einmal täglich eine Tablette braucht. Katzen und Tabletten, das ist ja auch so eine Sache. Aber mittlerweile ist das Routine und die Katze mein Sonnenschein
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

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    AW: Erneuter Anfall- bin ratlos - herzlos??

    Ja, Begeisterung bringt man wenig auf, wenn die Tiere plötzlich Krankheiten anschleppen, geht mir genauso, bin auch immer noch nicht sehr davon angetan, dass ich einer Häsin ständig den vollgekoteten Hintern waschen darf und die restlichen 4 sich dort lösen, wo auch immer sie gerade stehen, gehen, sitzen. Hatte ich mir ein bisserl anders vorgestellt.

    Nuja, Shit happens. Wortwörtlich.

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