Vergütung für medizinische Leistungen: Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)
Eingereicht durch: Heidrun Schultz am Montag, 2. Juli 2007
Mit der Petition soll die Abschaffung der Vorgabe von Mindestpreisen für tierärztliche Leistung durch
die Gebührenordnung für Tierärzte erreicht werden.
Begründung:
In vielen deutschen Haushalten leben Tiere, die natürlich auch erkranken können. Der Besuch beim Tierarzt
kann sehr teuer werden und die finanziellen Möglichkeiten der Tierhalter übersteigen - auch wenn ""nur""
der von der GOT vorgeschriebene Mindestsatz berechnet wird.
Falls Tierärzte hier helfen wollen und unter dem Mindestpreis abrechnen bzw. das Tier sogar umsonst
behandeln, werden sie mit Strafandrohungen von den Tierärztekammern der Bundesländer verfolgt.
Hier werden die hilfsbereiten Tierärzte von den eigenen Kollegen angezeigt.
Seltsamerweise werden in der Regel Anzeigen erstattet bei Unterschreitung der GOT - nicht bei
Überschreitungen!
Was aber ist, wenn ein Tierhalter die Tierarztrechnung für die Heilung seines Tieres nicht bezahlen kann?
Entweder muss das Tier weiter leiden, obwohl es geheilt werden könnte, oder es wird notgedrungen vom
Tierarzt euthanasiert - wegen Geldmangel. In beiden Fällen wird aber gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.
Es kann und darf nicht sein, dass ein Tierarzt, der hier seinem Gewissen folgt und von der GOT
"nach unten"" abweicht, mit Strafandrohungen rechnen muss und Opfer eines feudalen Besitzstandsdenkens
wird.
Hier der Link
http://itc.napier.ac.uk/e-Petition/B...PetitionID=474
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 16
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22.07.2007, 11:58Inaktiver User
Petition zur Abschaffung der Mindestpreise in Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)
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22.07.2007, 21:08Inaktiver User
AW: Petition zur Abschaffung der Mindestpreise in Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)
Miketa,
auch Tierärzte müssen essen und ihre Miete bezahlen. Genau wie du. Arbeitest du umsonst in deinem Job? Lebst du von Luft und "Tierliebe"? Nein? Siehst du, ein Tierarzt auch nicht.
Ich finde es mehr als unverschämt von dir, eine Gebührenordnung für Dienstleistungen unter dem Begriff "feudales Besitzstandsdenken" zu verpacken und zu verdammen.
Ein in deinen Augen "hilfsbereiter" Tierarzt arbeitet deiner Schiene folgend also umsonst oder für ein Almosen (auch jahrelang, wenns sein muss, denn es gibt nun mal auch chronische Krankheiten), wenn der Tierhalter zahlungsunfähig ist. Das ist wirklich sehr, sehr menschenfreundlich gedacht von dir, impliziert es doch, dass sämtliche Menschen, die von Berufs wegen anderen helfen, gefälligst umsonst oder für Klingelbeutel-Beträge zu arbeiten haben. Wovon die Helfenden leben sollen (die ganz sicher mehr als genug zu tun haben, weil sich solche "Hilfsbereitschaft" herum spricht wie ein Lauffeuer, klare Sache), ist natürlich hundewurstegal.
Weißt du was? Wenn ein TA aus Nettigkeit und Hilfsbereitschaft im EINZELFALL ein Mindesthonorar unterschreitet, das bei TAs im Übrigen nun wahrlich keine Reichtümer bringt, zeigt ihn niemand an, wenn er nicht vom Tierhalter selbst angeschwärzt wird, bzw. von Leuten, denen der TH weitergetratscht hat, dass der TA so nett war, eine Ausnahme zu machen. Wo kein Kläger ist, ist kein Richter. Also verschon mich mit diesem Jurisprudenz-Stuss.
Ich bin absolut FÜR die Mindestgebührenordnung. Ich hasse solche schamlosen Mitleidsschienen, wie diese "Petition", die geradezu nach Ausbeutung schreit. Sie öffnet Tür und Tor für Leute, die sich jammernd weigern, auch nur 5 Euro für ihren Hund auszugeben, weil der TA ja als Tierfreund gefälligst kostenlos arbeiten muss, weil sich der Tierhalter wegen eines Neuwagens schrecklich verschuldet hat und sich nun keine Behandlungskosten für Waldi leisten kann.
Ich sag dir noch was, da ich gerade im Schwung bin. Wenn mein Hund eine aufwendige Behandlung bräuchte, die ich mir nicht leisten kann, dann würde ich eine Raten-Zahlung mit meinem TA vereinbaren. Oder/und putzen gehen oder sonstwie schauen, wie ich das finanziell geregelt bekomme. Aber ich würde ganz sicher NICHT vom TA erwarten oder verlangen, dass er mein Tier umsonst oder fast umsonst behandelt. Und tatsächlich würde ich eher mein Tier einschläfern lassen, als es leiden zu lassen. Das Argument "Leiden" als Druckmittel für eine bundesweite kostenlose Behandlung auf Kosten einer Berufsgruppe einzusetzen finde ich widerlich.
.Geändert von Inaktiver User (22.07.2007 um 22:48 Uhr)
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22.07.2007, 23:55
AW: Petition zur Abschaffung der Mindestpreise in Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)
Da kann ich meiner Vorrednerin nur rückhaltlos zustimmen. Und danken, daß sie sich sogar die Mühe gemacht hat, so ausführlich zu antworten, ich hätte das eher kopfschüttelnd als "Freak-Beitrag" gelesen und eigentlich gar nicht kommentiert. Wer Tiere hält, sollte finanziell in der Lage sein, auch bei Krankheiten eine Behandlung zahlen zu können, alles andere hat weder mit Tierschutz oder Tierliebe irgendwas zu tun. Oder sollte die Futterhandlung auch für nix Einstreu und Futter hergeben, weil jemand ja so ein Gutmensch ist und Tiere hält? Hä?
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23.07.2007, 00:10Inaktiver User
AW: Petition zur Abschaffung der Mindestpreise in Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)
und zack, mal wieder den Boten erlegt denn:
Ich bin nicht Heidrun Schultz (was ich jederzeit beweisen könnte ;-)) )
Ich habe diesen Aufruf so verstanden dass es NICHT darum geht Schmarotzern die Türen zu öffnen, sondern wirklich Bedürftigen auch mal helfen zu DÜRFEN, was derzeit unter Strafe steht. Wie viele z.B. alte Menschen haben nur ihr Tier, aber auch zu wenig Geld es ausreichend behandeln zu lassen wenn's mal nötig ist. Und wo nichts ist hilft auch keine Ratenzahlung.
Du scheinst Deinen Kollegen und Kolleginnen (vermute ich jetzt einfach mal...) ja nicht viel Menschenkenntnis zuzutrauen.
Und noch etwas: Ich verschone dich, denn niemand zwingt dich hier zu lesen.
In diesem Sinne -
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23.07.2007, 08:36Inaktiver User
AW: Petition zur Abschaffung der Mindestpreise in Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)
Miketa,
du stellst dich hinter den Aufruf, verlinkst ihn und gibst deinen eigenen Senf dazu, also komm mir nicht mit dem Argument, dass du nicht die Verfasserin der Petiition bist und daher keine deutlichen Worte zurückgepostet werden dürfen. Wenn du hier Wind machst für etwas und keinen Gegenwind verträgst, dann behalte zukünftig Mitleidsschmalz-Demagogie für dich. Oder verteil für Frau Schultz Handzettel in der Fußgängerzone deines Wohnortes. I
ch lese und schreibe hier übrigens exakt, was ich will.
Ich könnte in dein Horn posaunen und genausogut sagen: Lies halt meinen Kommentar zu diesem unsäglichen Aufruf nicht, wenn er dir nicht passt. Aber das tu ich nicht. Ich hoffe sogar sehr, dass du ihn liest.
Im übrigen: Wirklich Bedürftigen DARF jeder helfen, der es möchte. Auch ein TA. Er DARF aber auch nein sagen und sich auf die Mindest-Gebührenordnung berufen, was sein verdammt gutes Recht ist, denn er ist nicht auf dieser Welt, um auf seine Kosten Leuten die Tierhaltung zu ermöglichen.
Es kann nicht Aufgabe eines TAs sein, "Bedürftigkeit" abzuklären. Er ist NICHT das Sozialamt und auch keine caritative Einrichtung!! Diese Institutionen sind - falls sich das noch nicht zu dir herumgesprochen hat - Anlaufstellen für Menschen, die "nichts" haben. Ob nun jeder, der "nichts" hat, auch unbedingt ein Tier haben muss, darüber lässt sich streiten. In jedem Fall kann eine persönliche Entscheidung und Verantwortung von Tierhaltern nicht auf dem Rücken der Tierärzte ausgetragen werden. Das Beispiel meiner Vorschreiberin mit der Forderung nach kostenlosen Streu und Futter in Tierhandlungen für Bedürftige trifft es haargenau.
Die Sache mit der "Strafe" ist einfach lächerlich, wie ich bereits oben lang und breit ausführte. Sonderfälle, die individuell vereinbart werden, sind eine Sache der Diskretion. Aber wenn offiziell die Mindestgebühren wegfallen, geht es in TA-Praxen künftig zu wie auf einem Basar, bei dem jeder Tierhalter nach Belieben ein Klagegeheul anstimmen kann. Denn wer will schon freiwillig Mindestgebühren zahlen, wenn es keine mehr gibt? Eine Gebührenordnung und Strafzahlung bei ZUR ANZEIGE GEBRACHTEM Verstoß reguliert Honorar-Terror, schlicht und einfach. Denn um es nochmals zu wiederholen, da es bei dir nicht angekommen zu sein scheint: TAs üben ihren Beruf aus, um kranke Tiere zu behandeln und damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Die Argumente, die du anführst sind so hohl, dagegen ist ein Schweizer Käse eine intelligente, dichte Masse, denn du wiederholst inhaltlich stur: Tierärzte tragen die Sozialverantwortung für finanziell benachteiligte Tierhalter und haben daher kein Recht auf Mindestgebühren.
Wenn dir die Sache sooo am Herzen liegt, dann gründe doch einen Förderverein für einkommensschwache Tierhalter. Oder sammle Spenden. Oder lass dir etwas anderes Kreatives einfallen, aber schieb nicht die Verantwortung auf TAs ab.Geändert von Inaktiver User (23.07.2007 um 10:20 Uhr)
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23.07.2007, 11:12
AW: Petition zur Abschaffung der Mindestpreise in Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)
Dem ganz ich nur noch ergänzend hinzufügen das ich in nunmehr fast 20 Jahren in verschiedenen Tierarztpraxen noch nie erlebt habe das sich nicht irgendeine Lösung finden ließe wenn es sich um echte Bedürftigkeit handelte.
Was ich allerdings mit schöner Regelmäßigkeit erlebt haben sind Leute die sich, obwohl finanziell dazu nicht in der Lage, ein buntes Sammelsurium an Tieren zugelegt haben in der Erwartung das der Rest der Welt ihr Hobby bezahlt. Oft genug mußten es dazu noch unbedingt Rassetiere sein, das Geld fürs Flohmittel durte dann der Tierarzt vorstrecken.
Sorry aber dieser Aufruf geht dermaßen an der Realität vorbei das es schon absurd ist und unverschämt außerdem.
Tatra
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24.07.2007, 16:26
AW: Petition zur Abschaffung der Mindestpreise in Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)
Jeder weiss bereits vor der Anschaffung eines Tieres, dass dieses a) Zeit und b) Geld kostet. Wer Tiere haelt, obwohl er sich nicht drum kuemmern oder nicht fuer Futter- und Tierarztrechnungen aufkommen kann, ist meiner Ansicht nach _kein_ Tierfreund. Ich kann mir kaum etwas Egoistischeres vorstellen, als sich erst ein Tier anzuschaffen und es dann verwahrlosen und leiden zu lassen.
Zitat von Inaktiver User
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24.07.2007, 20:50
AW: Petition zur Abschaffung der Mindestpreise in Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)
In Geldnot zu gelangen kann schnell vorkommen - ich habe fünf Kaninchen und zwei Hamster. Verliere ich morgen meinen Job, hab ich ein Problem, sollten meine Kaninchen plötzlich beschließen alle sehr krank zu werden. Und einfach mal gute Plätze für 5 Kaninchen, die dann wohl auch gerade noch sehr krank sind, zu finden ist nicht so einfach. DAS kann jedem geschehen und hat mit Egoismus nicht viel zu tun.
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25.07.2007, 01:28
AW: Petition zur Abschaffung der Mindestpreise in Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)
Dann wirst Du aber sicher auch mit Deinem Tierarzt eine Lösung finden können.
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25.07.2007, 08:37
AW: Petition zur Abschaffung der Mindestpreise in Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)
Sicher. Aber wenn man bislang einen TA nicht sonderlich nötig hatte, ergo kein besonders gutes Verhältnis zu dem hat, dann in unerwartete Geldnöte gerät und das Tier / die Tiere sehr plötzlich sehr krank werden ... tja, kommt oft genug vor. Und mit "einfach die Tiere abgeben" ist es auch nicht getan.
Meine Tiere sind nicht sonderlich krank *toi toi toi* dennoch bin ich oft genug bei meiner Tierärztin wegen jedem Kleinscheiß - u. a. auch, um eben dieses "gute Verhältnis" aufzubauen, dass ich notfalls mal in Raten zahlen könnte, sollte doch plötzlich was Größeres anstehen und mein Geld reicht nicht.
Tierärzte sollen genauso wie alle anderen ihr Geld verdienen, sie leisten ja auch was dafür, ist doch in Ordnung. Aber wenn ich als Nichttierärztin mal beschließe, umsonst oder für 'nen geringeren Stundensatz als üblich für jmd zu arbeiten, dann verbietet mir das niemand. Wenn jmd ankommt und verlangt, ich habe für umsonst zu arbeiten, dann kann ich das doch ablehnen. Fertig. Diese Reglementierung, dass Tierärzte den Mindestsatz verlangen MÜSSEN, die stört mich.


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