Vorneweg:
Ich bin selbst Tierschützerin und -halterin (diverse). Meine Kinder haben seit 1/2 Jahr drei Kaninchen, die sich sehr gewünscht haben. Es kam wie ich befürchtet habe: sie kümmern sich nur widerwillig und meist gar nicht um die Tiere, alles bleibt an mir hängen.
Da mir die Arbeit über den Kopf wächst (neben Berufstätigkeit und den anderen Haustieren), wollte ich sie in dem Tierheim abgeben, aus dem ich schon etliche Hamster, Vögel, Katzen und einen Hund geholt hatte.
Die Tante am Telefon hielt mir eine Gardinenpredigt, dass das kein Grund für eine Abgabe sein, ICH hätte die Tiere angeschafft, und wenn die Kinder sich nicht drum kümmern, müsste ich das eben machen. Das Tierheim würde sie jedenfalls nicht aufnehmen.
Ich habe mich ziemlich geärgert. Hätte ich mal was von Allergie gesagt, oder Umzug in eine kleine Wohnung, oder eine sonstige Lüge. Schwingen sich die Tierschützer dazu auf, zu entscheiden, ob der Abgabegrund ein moralisch vertretbarer ist oder nicht? Was machen Leute, die nicht tierlieb sind, nach so einer Auskunft? Sie lassen die Kaninchen laufen oder hauen sie in die Pfanne.
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03.07.2007, 16:30Inaktiver User
Moralpredigt der Tierschützerin
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03.07.2007, 16:43Inaktiver User
AW: Moralpredigt der Tierschützerin
Ganz ehrlich? Also ich finde, die Dame hat Recht. Wenn die Kinder sich ein Tier wünschen, muss man als Eltern einfach damit rechnen, dass die Arbeit an einem selbst hängen bleibt. Wenn es dann nachher nicht so kommt, und die Kinder sich wirklich um das Tier kümmern, um so besser. Aber ganz generell finde ich, sollte man stillschweigend davon ausgehen, dass sie es nicht tun werden, und nur wenn man dann bereit wäre, die Tiere zu versorgen, sollte man welche anschaffen.
Gerade wenn man schon Haustiere hat, sollte man sich gut überlegen, ob man wirklich Zeit, Geduld und Geld für noch mehr Tiere hat.
Ich war immer der Meinung, Tierheime wären für wirkliche Notfälle da. Ich würde nie auf die Idee kommen, ein Tier dort abzugeben, weil ich "keine Zeit" mehr dafür habe.
Meiner Meinung nach sind Kaninchen übrigens nur für extrem verantwortungsbewusste Tierhalter geeignet, für Kinder eigentlich gar nicht. Aber mit der Meinung stehe ich offensichtlich allein da. :(
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03.07.2007, 16:52Inaktiver User
AW: Moralpredigt der Tierschützerin
Gib' mal bei google "Kaninchen in Not" ein - vielleicht findest Du da etwas, wo Du die Kaninchen wieder abgeben kannst.
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03.07.2007, 17:04
AW: Moralpredigt der Tierschützerin
@MoonbeamMeiner Meinung nach sind Kaninchen übrigens nur für extrem verantwortungsbewusste Tierhalter geeignet, für Kinder eigentlich gar nicht. Aber mit der Meinung stehe ich offensichtlich allein da. :(
ich kann mich Deiner Meinung anschliessen.
Leider werden es immer mehr Tiere, die aus Zeitgründen oder Überforderung abgegeben werden....und diese Argumente stossen meist auf Unverständnis im Tierheim.
@Graupapagei
Versuch es mal mit einem Kompromiss:
Ich würde vorschlagen, dass Du im TH Bescheid gibst, dass Du Kaninchen abzugeben hast, und dass dies dort notiert wird. Sprich am besten persönlich mit den Kleintierbetreuern. Du könntest deine Kaninchen solange bei Dir lassen und auch die Vorkontrolle übernehmen. Das funktioniert recht gut, und so werden auch einige Tiere vermittelt.
Grundsätzlich würde ich Kaninchen nicht an Kinder vermitteln bzw für Kinder Kaninchen anschaffen, aus Gründen die Du selbst erfahren hast.
Leider muss ich Dir auch Recht geben, dass wenn Leute abgewiesen werden, diese Tiere ausgesetzt werden, oft in unmittelbarer Nähe vom TH. Es ist ein ewiger Spagat, was tun bei überfüllten TH????
Versuch bitte nochmals mit den Leuten im TH zu reden. Nimm es nicht persönlich, dass sie so reageirt haben wie bei Dir. Oft hatte die Person die gerade das Telefon abgehoben hat, vorher ein Gespräch wegen übler Tierhaltung, Tierqäulerei etc.
Die sind oft am Telefon überfordert (viele arbeiten ehrenamtlich im TH!!) , was die an Geschichten zu hören warum Leute ihr Tier abgeben wollen oder müssen, dass ist unglaublich.LG Gilgit
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03.07.2007, 17:49Inaktiver User
AW: Moralpredigt der Tierschützerin
Was ich noch hinzufügen wollte ist, dass man sich ja schließlich selber um ein neues Heim für die Tiere bemühen kann. Das muss doch in so einem Fall nicht an den Tierheimen hängen bleiben! Und solange muss man sich eben drum kümmern so gut es geht.
Und was würden denn die Kinder daraus lernen, wenn die Tiere einfach im Tierheim abgegeben würden?? Finde ich nicht richtig...
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03.07.2007, 18:07
AW: Moralpredigt der Tierschützerin
Ich find die Reaktion der TH-Dame auch nicht verkehrt - dass gerade Kinder schnell das Interesse an Tieren verlieren ist nichts Neues. Und dass sie mit einer solchen Aktion nur lernen, dass man Unbequemlichkeiten ja einfach woanders abladen kann, ist auch nicht gerade wünschenswert.
Ein Tierheim ist nicht dafür da, den Tierhaltern das Leben so bequem wie möglich zu machen, ganz egal, wieviele Tiere man dem Tierheim schon abgenommen hat. Es ist dafür da, Notfälle aufzunehmen, nicht das Spielzeug von Kindern, mit dem diese jetzt keine Lust mehr haben zu spielen ...
Eine Dreiergruppe von Kaninchen kann sich schon recht gut selbst miteinander beschäftigen, das einzige was sie von den Menschen wirklich benötigen ist ausreichender und abwechslungsreicher Platz, eine angemessene Ernährung und die Reinigung ihres Platzes, wann es nötig ist. Nur letzteres ist wirklich zeitaufwendig, aber letztendlich auch mit 10 Minuten täglich bzw. 1 Stunde pro Woche (Großputz) erledigt - und dazu kann man die Kinder durchaus verdonnern, selbst wenn sie keine Lust haben.
Ich habe 5 Kaninchen und diese können sich bestens mit sich selber beschäftigen.
Bedenke bitte, dass es für DEINE 3 Kaninchen einen enormen Stress bedeutet, wenn sie ihr Zuhause verlieren, vermutlich ja sogar auseinander gerissen werden. Willst Du ihnen das antun?
Hm, wo hast Du die Kaninchen her? Aus dem Tierheim? Aus einer privaten Notstation? Oder aus einer Tierhandlung / Züchterin? Letzteres spräche sehr dagegen, "Tierschützerin" zu sein. Wenn doch von einer privaten Notstation, dann kontaktiere diese, Pflegestellen nehmen die Tiere lieber zurück, als dass es ihnen schlecht geht, nur weil sie plötzlich unerwünscht sind.
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So, nun genug der Moralpredigt, es spiegelt lediglich meine Einstellung wieder
... wenn Du sie unbedingt loswerden willst: Es gibt verschiedene Vermittlungsforen für Kaninchen im Internet, wo Du die Tiere mit Bildern und Texten einstellen kannst, allerdings kann es durchaus lange dauern, bis man sie los wird.
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03.07.2007, 19:38
AW: Moralpredigt der Tierschützerin
Nö, mit der Meinung stehst du NICHT alleine da! Die Regel ist eigentlich ganz einfach: Tiere werden nicht für die Kinder "angschafft", sondern in die Familie aufgenommen. Das beinhaltet, dass sich ALLE um die Tiere kümmern. Wir (meine Tochter und ich) haben auch ein Kaninchenpärchen. Hätte ich keine Lust/Zeit/kein Geld für die Tiere gehabt, dann hätte meine Tochter sich auf den Kopf stellen können - ich hätte keine Kaninchen genommen.
Zitat von Inaktiver User
Da wir uns beide verantwortlich fühlen, gibt es keinen Streit. Und wenn ich wie in den letzten drei Tagen mit Magen-Darm-Grippe komplett ausgeschaltet bin, dann brauche ich mir KEINE Gedanken darüber machen, ob die Tiere (dazu gehören ja auch noch drei Katzen) versorgt sind. Ist umgekehrt meine Tochter zeitlich nicht in der Lage mitanzupacken, dann gibt es auch keine Vorwürfe. Wir sind ein Team. Die Frau vom Tierheim kann ich in gewisser Hinsicht gut verstehen..... die sieht jeden Tag, was aus Tieren wird, die unbedacht angeschafft werden.
Und soviel Zeit kosten Kaninchen gar nicht, jedenfalls dann nicht, wenn man sie freilaufend hält - dann muss man ja nur 2x pro Tag füttern und "wässern" und 1x pro Tag das Klo sauber machen. NAja... und halt kucken, ob die Tierchen ok sind und ein bisschen fegen. Macht vielleicht 20 Minuten pro Tag.... Das könnte man innerhalb einer Familie doch irgendwie aufteilen???
Heike
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03.07.2007, 19:43Inaktiver User
AW: Moralpredigt der Tierschützerin
Selbstverständlich habe ich als "Tierschützerin" alle meine Tiere von der Hinterhofzüchterin.
Zitat von Poison.
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03.07.2007, 20:38
AW: Moralpredigt der Tierschützerin
@Moonbeam, damit meinte ich als zusätzliche Möglichkeit zur eigenen Mühe.Was ich noch hinzufügen wollte ist, dass man sich ja schließlich selber um ein neues Heim für die Tiere bemühen kann. Das muss doch in so einem Fall nicht an den Tierheimen hängen bleiben! Und solange muss man sich eben drum kümmern so gut es geht.
@graupapagei
kanincheninnot.org kann evtl auch weiterhelfen.Geändert von Gilgit (03.07.2007 um 20:42 Uhr)
LG Gilgit
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03.07.2007, 21:10Inaktiver User
AW: Moralpredigt der Tierschützerin
Ich weiß, dass es diese Möglichkeit gibt. Auch darum bat ich, ob sie mir bei der Vermittlung behilflich sein können, ich hätte es ja mit der Abgabe nicht eilig. Das lehnten sie ab, da sie eben den Grund der Abgabe mißbilligten.
Zitat von Gilgit
Danke für die Tipps mit den Kaninchenforen, da könnte ich es versuchen.


). Meine Kinder haben seit 1/2 Jahr drei Kaninchen, die sich sehr gewünscht haben. Es kam wie ich befürchtet habe: sie kümmern sich nur widerwillig und meist gar nicht um die Tiere, alles bleibt an mir hängen.
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