Hallo - seit 6 Wochen haben wir einen Zweithund (Dackel-Dobermann-Mix), 4 Jahre, aus dem Tierheim.
Dort saß er jetzt seit drei Jahren, vorher hat man ihn auf der Straße aufgesammelt. Er war völlig verängstigt, man mußte ihn einfangen und aufgrund einer Krankheit gleich ein Auge entfernen.
Bei uns fühlt er sich sichtlich wohl, genießt das Familienleben und kommt prima mit unserem anderen Hund (Westie) aus.
Super ist auch, dass er sich trotz des langen Tierheimaufenthalts völlig problemlos im Haus eingelebt hatte. Ich gehe morgens arbeiten, von Anfang an war er ruhig und schlief in dieser Zeit.
Also im großen und ganzen nicht schlecht.
Sein eigentliches Problem besteht in seiner übergroßen Angst vor Fremden. Anfassen darf ihn nur, wer ihn kennt (außer uns). Und wenn nun Besuch kommt, wird`s schwierig. Er bellt und -wenn er dürfte - würde auch zubeißen. Ich habe ihn dann entweder an der kurzen Leine oder muss ihn wegsperren, wenn Kinder zu unserem Kind kommen.
Wie könnten wir das in den Griff bekommen - hat jemand schon Erfahrung damit??
Vielen Dank - für jeden Tipp!!
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Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 26
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03.04.2007, 10:24
Hilfe - unser Hund läßt niemanden rein!
Susahne
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03.04.2007, 11:48Inaktiver User
AW: Hilfe - unser Hund läßt niemanden rein!
Natürlich gibt es sehr viele Tipps, die ich dir auch gerne aufschreibe, wenn ich etwas mehr Zeit habe. Aber zuvor: Ohne eine gute Hundeschule bzw. auch einige Stunden Einzeltraining wirst du nicht auskommen. Tu es aus Sicherheitsgründen, alles andere halte ich für unverantwortlich.
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03.04.2007, 11:49
AW: Hilfe - unser Hund läßt niemanden rein!
Oh, Dackel-Dobi ist schon ne harte Kombination.
Nicht falsch verstehen, ich hab weder gegen die einen noch gegen die anderen etwas, aber die absolute Furchtlosigkeit und der Durchsetzungswille des Dackels (man bedenke, er muss selbstständig und alleine in einen Fuchsbau gehen und es dort in der Enge mit einem viel größeren Gegener aufnehmen - welcher Hund würde das tun? Aber das ist Zuchtziel der Dackel), gepaart mit dem ausgeprägten Schutztrieb des Dobermanns (traditionell nunmal Wach- und Schutzhund) ist schon eine sehr heiße Kombination, die ich persönlich mir nicht zutrauen würde (und ich nenne 2 Staffordshire-Bullterrier mein Eigen).
Hinzu kommt dass sowohl Dackel, als auch Dobi ebenfalls auf selbstständiges Handeln gezüchtet sind (selbstständiges stellen von Beute bzw. Eindringlingen), was die Erziehung natürlich nicht einfacher macht...
Was mir dazu einfällt ist: Hundeschule! Nein, besser Hundetrainer direkt vor Ort, da muss jemand ins Haus kommen, sich die Situation direkt anschauen und Tipps geben. An so einem großen Problem alleine mit Tipps aus einem Forum von Leuten, die den Hund nie gesehen haben, rumzudoktorn halte ich für grob fahrlässig. Da muss ein Profi vor Ort ran, sonst wirds ganz brenzlich! Und bis dahin bleibt nur wegsperren - ABER damit verschlimmerst du das Problem natürlich, denn der Hund lernt "Aha, wenn fremde Kinder kommen, werde ich eingesperrt. Fremde Kinder böse!"
Klar kann ich dir jetzt ein paar Standardtipps geben, wie z.B. die Rangordnung muss klar sein, der Hund muss das letzte Glied der Kette sein, dann stellt er sich auch nicht vor euch sondern akzeptiert, dass IHR entscheidet, wer rein kommt und nicht ER! Ihr müsst souverän sein und dem Hund vermitteln, dass er euch nicht schützen BRAUCHT, weil ihr IHN schützt und auf euch selbst aufpassen könnt - aber das sind Phrasen. Wie genau du das umsetzen musst, wo genau die Fehler liegen im Umgang kann man nur durch Beobachtung vor Ort entscheiden!
Wichtig ist auf jeden Fall, dass ALLE Familienmitglieder in die Therapie miteinbezogen werden, auch das Kind. Gerade bei einem Hund mit solchen Problemen und Unsicherheiten ist Konsequenz das A&O, da reicht es, wenn EINER das Programm untergräbt und das System kippt...
Natürlich gibt es auch immer die Tipps "der Hund muss Kinder positiv verknüpfen. Lass die Kinder ihm jedesmal was Leckeres mitbringen und geben" - aber solange die Situation so aufgeheizt ist wie im Moment, ist das einfach zu gefährlich. Das kann der zweite Schritt werden, der erste MUSS sein, jemanden kompetenten ins Haus zu holen, der euch beobachtet und ein Programm extra auf euch zuschneidert und auch regelmäßig zur Kontrolle kommt.
Teuer, ja. Aber anders sehe ich leider völlig schwarz. Sowas gehört in professionelle Hände.
Wenn du mir sagst, wo in etwa du herkommst, kann ich mal schauen ob ich aus der Gegend gute Hundetrainer kenne, die ins Haus kommen. Ich hab ganz gute Kontakte und mit meiner zweiten auch nicht ganz einfachen Hündin haben sie mir auch gut geholfen (wenn auch die Probleme sehr viel kleiner als bei euch waren).
Liebe Grüße
NatalieGeändert von murmeltier (03.04.2007 um 11:53 Uhr)
Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!
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03.04.2007, 11:50Inaktiver User
AW: Hilfe - unser Hund läßt niemanden rein!
Zwei Doofe, ein Gedanke
!
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03.04.2007, 11:51
AW: Hilfe - unser Hund läßt niemanden rein!
Freudentaumel, gimme 5
Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!
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03.04.2007, 12:02
AW: Hilfe - unser Hund läßt niemanden rein!
Liebe Susahne,
ich finde es toll, dass Du einen ""Problemhund"" bei Dir aufgenommen hast und ihm die Chance auf ein glückliches Leben bietest!
Ich stimme aber den Vorschreiberinnen zu, hier ist sicher ein Einzeltraining nötig.
Lieben Gruß von Atis.
aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
(Asisah_Amar)
"Who's the freak now?"
("Ghosts")
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03.04.2007, 12:30
AW: Hilfe - unser Hund läßt niemanden rein!
Liebe Susahne,
na das nenne ich mal einen Zufall. Durch deinen anderen Beitrag hier in der BriCom, wo du einen Tennispartner suchst, habe ich gesehen, wo du wohnst (du gibst eine PLZ an dort). Nähe Biberach an der Riß, oder?
Ich wohne zwar über 600 km entfernt aber ich kenne tatsächlich eine Hundetrainerin - sehr gut sogar - die quasi bei dir um die Ecke wohnt soweit ich weiß (kenne mich da unten nicht so gut aus, müsste aber hinkommen).
Meine eben nicht so einfache Zweithündin habe ich aus dem Allgäu, aus Amtzell bei Wangen von einem "Gnadenhof" und daher habe ich bei meinem längeren Aufenthalt dort in der Nähe eben diese Hundetrainerin kennen gelernt (sie hat mit dem Gnadenhof aber nichts zu tun) und bis heute regen Kontakt zu ihr. Wenn du möchtest, könnte ich da einen Kontakt herstellen.
Das ist ja echt witzig, dass du direkt bei ihr wohnst (sie wohnt in etwa auf halber Strecke zwischen Ulm und Wangen - und in etwa dort liegt ja auch Biberach
)
Mal was andres:
Sollte dir übrigens jemand den Rat geben - ich muss das jetzt so schreiben, da die Möglichkeit wegen der räumlichen Nähe durchaus besteht - du solltest mit deinem Hund mal zu Christiane Rohn gehen, rate ich davon dringend ab! Sie ist die Leiterin eben des Gnadenhofes in Amtzell von dem mein Zweithund kommt und bietet auch Beratung für Problemhunde und Einzelstunden an, übernimmt auch schwierige Hunde ganz. Sie wird in bestimmten Kreisen als Hundeflüsterin gefeiert, hat auch ein entsprechendes Buch und eine DVD rausgebracht und ist bekannt aus den Medien.
Ich rate dringend davon ab, dort um Rat zu suchen. Ich habe meine Hündin von ihr bekommen und sie war ein gebrochenes, unsicheres und völlig sozial unerfahrenes Tier, dem wir ganz viele alltägliche Dinge neu beibringen mussten, z.B. auch den Umgang mit Artgenossen. Ich habe nach dieser Erfahrung weitere Hunde kennengelernt, die von diesem Hof weggekommen sind und sie alle waren in ähnlich beklagenswertem Zustand.
Frau Rohn musste letztes Jahr auch eine Geldstrafe in Höhe von 8000 Euro wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz zahlen.
Gerade bei euch in der Gegend und auch z.B. im TH Biberach ist Frau Rohn jedoch nach wie vor sehr angesehen. Wenn du jedoch für teures Geld eine Einzelstunde mit ihr ausmachst, wirst du eh enttäuscht sein. Frau Rohn gibt schon lange keine Einzelstunden mehr persönlich, dafür hat sie ihre Leute, die ich alle persönlich kenne und die von Hunden wenig Ahnung haben, zumindest 2 der 3 Trainer dort würde ich nie an meinen Hunden rumdoktoren lassen. Die Tipps, die sie mir gegeben haben, haben alles schlimmer gemacht...
Sorry, für den recht langen Exkurs am Schluss, aber wenn ich von jemandem aus der Gegen von einem Problemhund höre, läuten bei mir sofort sämtliche Alarmglocken...
Naja zurück zum Thema, wenn du möchtest stelle ich gerne Kontakt zu der besagten Hundetrainerin her oder schicke ihr erstmal den Link auf diesen Thread, dann kann sie mal was dazu sagen und ob sie sich das zutraut.
Geändert von murmeltier (03.04.2007 um 15:03 Uhr)
Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!
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03.04.2007, 15:50
AW: Hilfe - unser Hund läßt niemanden rein!
Hallo Susahne,
unsere Hunde sind auch sehr argwöhnisch Fremden in der Wohnung gegenüber. Es entspannt die Lage immer sehr, wenn man sich mit dem Besuch erst mal draußen trifft (außerhalb von Haus und Garten) zum Kennenlernen und dann zusammen reingeht.
Und bitte sorge dafür, dass Deine Besucher den neuen Hund in Ruhe lassen.
Anfassen darf ihn nur, wer ihn kennt (außer uns).
Ist doch völlig richtig so? Wenn der Hund Angst vor Fremden hat, sollte man die nicht auch noch ihn bedrängen lassen. Lass die Besucher nicht an den Hund ran, dann braucht er sich auch nicht zu verteidigen. (Das mit der kurzen Leine find ich in dem Zusammenhang auch nicht so glücklich, weil der Hund dann keine Möglichkeit zum Ausweichen hat. Besser wäre ein viel größerer Abstand zu den "bedrohlichen" Besuchern mit mehr Spielraum für den Hund. Bin mir aber im klaren darüber, dass das in einer kleinen Wohnung nur schwer zu machen ist.)
Wie benimmt sich der Hund denn sonst Fremden gegenüber, wenn ihr draußen seid?
Leckerchen und Besucher verknüpfen ist eigentlich eine gute Sache, aber es muss zum richtigen Zeitpunkt geschehen - nämlich wenn der Hund sich nicht aufregt. Sonst belohnt man genau das falsche Verhalten. Und ich würde auch nicht die Besucher dem Hund was geben lassen (dafür müssen sie nämlich viel zu nah an ihn ran), sondern ihm selber was geben, solang er halbwegs entspannt ist.
Kennt der Hund einen Maulkorb? Wär vielleicht auch noch eine Möglichkeit, die Lage zu entspannen. Funktioniert aber nur, wenn der Hund den Maulkorb lässig trägt, sonst machts die Sache nur noch schlimmer.
Ansonsten rate ich auch zu kompetenter Hilfe. Ich persönlich würde mir einen Animal Learn Trainer suchen, aber die sind leider dünn gesät.
Viel Glück!Viele Grüße allerseits von
Avocado
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03.04.2007, 16:04
AW: Hilfe - unser Hund läßt niemanden rein!
Naja, Avocado, theoretisch alles richtig, was du sagst, aber praktisch ziemlich schwierig...
Dafür sorgen, dass die besucher den Hund in Ruhe lassen - ja schön gesagt, aber hier geht es ja um Kinderbesuch. Ich weiß nicht, wie alt die Kinder sind, aber ob man da ein so vorbildliches Verhalten gewährleisten kann? Das alleine kann es ja nicht sein, da muss man schon am Problem arbeiten.
Auch der Rest deines Postings - ich finde das alles viel zu umständlich und ich finde da wird sich viel zu sehr nach der Macke des Hundes gerichtet. Besuch draußen kennenlernen? Jedesmal? Für den Rest des Hundelebens? Nee nicht wirklich, oder? Besuch immer vom Hund fernhalten müssen? ich weiß ja nicht...
Es ist nicht normal, dass ein Hund beißt, wenn Besuch kommt. Auch nicht, dass er beißt, wenn man freundlich auf ihn zugeht. Da muss sich das Verhalten des Hundes ändern und nicht das der Umwelt - das kann immer nur eine Übergangslösung sein.
Unsere Hündin war die Panik und Ängstlichkeit in Person als sie zu uns kam, durchaus auch mit dem Hang in Bedrängungssituationen nach vorne zu gehen, zu knurren und zu schnappen. Sie kam aus sehr schlechter Haltung (ein Drogensüchtiger, der in den Knast musste), danach fast 5 Jahre Zwinger, ohne dass an dem Problem gearbeitet worden wäre, auch völlig ohne Sozialkontakte zu anderen Hunden z.B. wo sich etwas hätte abschauen können. Ganz sicher ist sie misshandelt worden, das steht außer Frage ihrem Verhalten nach zu urteilen.
Nach nicht mal einen Jahr begrüßt sie jeden Besucher schwanzwedelnd, setzt sich auf seinen Fuß uns schubbelt sich an ihm, dreht sich sogar vor ihm auf den Rücken und lässt sich den Bauch kraulen, gibt Handküsse usw. - auch bei jedem Fremden im Park der auf sie zugeht. Und anfangs ist sie beidem der auf sie zukam zusammengezuckt, bei jedem Knacken eines Stockes auf dem Boden neben ihr hat sie sich eingenässt vor Schreck.
Das geht alles - aber nur wenn man den Hund in guten Dosen konfrontiert und nicht jede ihm unangenehme Situation vermeidet. Dann hat er ja keinen Grund, etwas zu ändern...Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!
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03.04.2007, 19:42Inaktiver User
AW: Hilfe - unser Hund läßt niemanden rein!
So isset.


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