Hallo,
ich verbringe jetzt mein halbes Leben in Spanien und kann Stierkämpfen nichts abgewinnen.
Ich akzeptiere es als eine Tradition, die in allererster Linie in Andalusien noch immer grossen Anklang findet und auch gerade dort stark für touristische Zwecke benutzt wird. Allerdings gibt es diese Stierkampftradition auch ganz stark ausgeprägt in Madrid und Zentralspanien, wo ich es nie als touristisch empfunden habe. Der typische Stierkampfbesucher ist übrigens männlich und über 55 Jahre alt.
Stierkämpfer sind nachwievor sehr gut bezahlt und gesellschaftlich sehr anerkannt. Nicht von ungefähr finden viele von ihnen als "Prominente" den Weg in die Regenbogenpresse.
Ich selbst habe einige Stierzuchtfarmen besucht und habe das Gefúhl dass, die Stiere, die zum Stierkampf ausgewählt werden, die Jahre vor ihrem Kampf verwöhnt werden, sie bekommen nur die besten Weiden, das beste Futter etc. , also ganz anders, als die Tierzuchten, die nur fúr den menschlichen Verzehr gemästet werden.
Die Spanier, die aus den Stierkampfregionen kommen, sind sehr traditionsverebunden und setzten sich mit dem Stierkampf meistens nicht kritisch auseinander. Für sie ist es ein Teil ihrer Tarditionen, die es schon vor dem Mittelalter gab. Tatsache ist allerdings, das die jungen Leute an anderen Sachen (Fussball, Ausgehen, PC) sehr viel mehr interessiert sind und dieses nachlassende Interesse eher diese Diskussion in Spanien ausgelöst hat, als eine wirklich starke Opposition. Die Meinung einer Person aus Barcelona ist da bestimmt nicht repräsentativ.
Ich finde, man kann als Ausländer zwar Meinungen und Anregungen von sich geben, sollte aber solche festgewachsenen Strukturen akzeptieren und sie als gegeben hinnehmen sollte, was ich für meinen Teil, tue.
Und: In El Mundo gibt es jeden Tag Umfragen. Ich glaube nicht, dass ein Resultat dieser Umfragen irgendeinen Einfluss auf Entscheidungen hat...
LG Paciencia
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Ergebnis 31 bis 40 von 142
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28.03.2007, 12:26
AW: Stierkampfabstimmung in Spanien! Bitte mitmachen!
Según como se mire, todo depende
Campeooooooooones!!!

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28.03.2007, 12:38
AW: Stierkampfabstimmung in Spanien! Bitte mitmachen!
Sicher nicht. Aber das Bewusstsein dieses Themas wird grösser je mehr so etwas in der Presse auftaucht und diskutiert wird.In El Mundo gibt es jeden Tag Umfragen. Ich glaube nicht, dass ein Resultat dieser Umfragen irgendeinen Einfluss auf Entscheidungen hat....
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If in hole
Stop digging
(Indian saying)
"Sie sind alt, wenn Sie sich bücken, um die Schuhe zuzubinden, und dabei überlegen, was Sie noch erledigen könnten, wo Sie schon mal da unten sind ..."
Eckart von Hirschhausen
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28.03.2007, 13:03Inaktiver User
AW: Stierkampfabstimmung in Spanien! Bitte mitmachen!
Das hat nichts mit "Hieben" zu tun, sondern ist lediglich eine Feststellung. Deine Interpretation der Intention des Stierkampfes ist eine völlig falsche - was zeigt, daß Du Dich mit dem Thema nicht wirklich auseinandergesetzt hast.
Zitat von Inaktiver User
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28.03.2007, 13:04Inaktiver User
AW: Stierkampfabstimmung in Spanien! Bitte mitmachen!
Hast Du Paciencias - sehr ausgewogenen - Beitrag eigentlich gelesen ?
Zitat von Noodie
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28.03.2007, 13:11Inaktiver User
AW: Stierkampfabstimmung in Spanien! Bitte mitmachen!
Ich sehe auf den von Dir eingestellten links nur leichte, subkutane Verletzungen, die dem Stier von den Picadores beigebracht wurden. Sehen zwar dramatisch aus, sind es aber nicht.
Zitat von Inaktiver User
Ein mit Adrenalin vollgepumpter Stier merkt davon nicht groß was.
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28.03.2007, 13:27
AW: Stierkampfabstimmung in Spanien! Bitte mitmachen!
ich habe mich mit dem Thema auch nicht bis ins Letzte auseinandergesetzt, aber für mich ist der Stierkampf nichts anderes als ein Wirtschaftsfaktor hinter dem Deckmantel der Kultur/Tradition.
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28.03.2007, 13:30
AW: Stierkampfabstimmung in Spanien! Bitte mitmachen!
Das glaub ich ja jetzt nicht...
Zitat von Inaktiver User
Also meine Infos dazu sind nun wirklich andere. Und zwar nicht von PETA, sondern von einer - wie ich damals fand - durchaus auch beide Seiten beleuchtende Reportage. Leider weiß ich nicht mehr genau, wo diese war. Ich meine bei NZZ-Format, einem sher seriösen Magazin aus der Schweiz, das auch brisante Themen zumeist sachlich behandelt. Ich kann mich aber durchaus vertun...
Meine Infos sind nämlich die, dass der Stir irgenwann wegen starker Schmerzen und großem Blutverlust zusammenbricht.
Ob er nun diese ganzen kleinen Mini-Pfeile merkt, die auf dem ersten Bild in seiner Haut stecken, weiß ich nicht. Aber die großen banderillas (Stechlanzen) sind schon alleine ziemlich lang und schwer und ihre Klingen sind lang und spitz und haben Widerhaken. Sie bleiben stecken, was allein aufgrund der weiteren Bewegungen dem Stier starke Schmerzen bereiten dürfte, da sie - aufgrund recht großer Hebelwirkung - ja permanent in den Wunden reißen...
Und Lorelei, ich muss mich doch sehr stark wundern, ob deine Infos tatsächlich so gut sind, wenn di von lediglich subkutanen Verletzungen sprichst - die Realität ist nämlich eine völlig andere. Ich zitiere mal aus einem auch weitgehend neutralem Bericht:
"Neben dem Matador sind auch zwei Lanzenreiter, die Picadores, in der Arena, die den Stier mit ihren Lanzen im Nackenbereich verwunden. [...] Die verwundete Nacken- und Schultermuskulatur zwingt den Stier zum Absenken des Kopfes, was die spätere Tötung durch den Matador mit dem Degen erst ermöglicht."
"Im zweiten Teil treten die so genannten Banderilleros auf, deren Aufgabe es ist, dem Stier drei Paare langer, mit bunten Bändern versehene Spieße (Banderillas) so in den Rücken zu stechen, dass sie hängen bleiben. [...] Ziel ist es, den Muskelstrang zwischen den Schulterblättern des Stieres zu treffen, zu schwächen und zu markieren, ohne jedoch den Zugang für den finalen tödlichen Stoß des Matadors zu versperren."
Also bitte...
Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!
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28.03.2007, 13:37
AW: Stierkampfabstimmung in Spanien! Bitte mitmachen!
Ach und auch das Töten an sich finde ich keinesfalls schneller oder harmloser als das im Schlachthof, wenn ich das so lese:
"Zuletzt sticht der Matador dem Stier mit seinem Degen (Estoque) tief in den Nacken, in den Spalt zwischen den Schulterblättern. Hierbei versucht er den Stierkopf in eine tiefe Position und die Vorderhufe in parallele Stellung in etwa 25 cm Abstand zu bringen. Erst in dieser Position kann der Matador mit seinem Degen von oben herab, zwischen die Schulterblätter hindurch, das Herz des Stieres erreichen. Der Degen wird nach erfolgtem Stoß, möglichst bis zum Heft, steckengelassen.
Da dieser Stich den Stier nicht sofort tötet, wird er von den anderen helfenden Stierkämpfern zu einigen Hin- und Her-Bewegungen des Kopfes und kurzem Lauf gereizt, bis er vollkommen erschöpft niedersinkt. Dann wird er durch einen Helfer (Puntillero) gezielt, mittels eines Dolchstoßes ins Genick, getötet."
Dagegen finde ich jetzt - dir richtige Anwendung vorrausgesetzt - das Bolzenschussgrät im Schlachthof deutlich weniger grausam. Ohne das jetzt schönreden zu wollen, denn mit ist bewusst, dass auch dabei mitunter mehrfach geschossen werden muss, weil man nicht sofort tritt o.ä. Aber es ist immerhin nicht von vorneherein so geplant, dass das ganze eine längere Prozedur ist...
Dass das Leben eines Nutzrindes, dessen Fleisch in der Wurstabteilung bei Aldi landet in seinem Leben vorher sehr gelitten hat, ist unbestritten und ein völlig anderes Thema. Dem kann man aber durchaus vorbeugen, indem man einfach nur Biofleisch bzw. fleisch von z.B. Neuland kauft - dort geht es den Rindern vorher dann auch gut...Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!
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28.03.2007, 13:39
AW: Stierkampfabstimmung in Spanien! Bitte mitmachen!
Ja, wieso?
Zitat von Inaktiver User
Was hab ich deiner Meinung nach nicht verstanden?
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Eckart von Hirschhausen
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28.03.2007, 13:42
AW: Stierkampfabstimmung in Spanien! Bitte mitmachen!
Ach nachgereicht:
Hierher sind meine Zitate kopiert. Eine in meinen Augen ebenfalls durch und durch neutrale Beschreibung, in deren Literaturangeben im übrigen auch das von dir erwähnte Buch - Lorelei - genannt wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stierkampf
Und nochmal von dort 2 Zitate, die mir weiter bestätigen, wie grausam und dumm das Ganze ist:
"...vor der Corrida, wenn Stieren die Hörner abgeschliffen werden (Afeitado) und sie durch Schläge mit Sandsäcken in die Nieren geschwächt werden"
und
"...das Leiden der eingesetzten Pferde, denen oft Augen und Ohren verbunden werden, um ihren natürlichen Fluchtinstinkt zu verhindern. Trotz Schutzpolsterung kommt es bei ihnen häufig zu schweren Verletzungen, darunter tiefe Fleischwunden und Rippenbrüche."
Wie rechtfertigt sich das bitte?Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!


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