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    Minitiger verweigert Nassfutter

    Ihr Lieben,
    hier ist eine neue kleine Samtpfote eingezogen, knapp 10 Wochen alt.
    Ein freundlich-fröhliches kleines Tier.
    Die Eingewöhnung verlief absolut problemlos, und nach dem Tod meines Samson ein hinreißender Trost.

    Aber:
    Sowohl Samson (13) als auch sein einige Jahre zuvor gestorbener Kumpel Smutje (17) mussten wegen Niereninsuffizienz eingeschläfert werden.
    Und nun hab ich ein Katerchen, das jedes Fressen außer Breckies verweigert.

    Ich habe verschiedene Kittenfutter angeboten, außerdem Huhn (Leber, Magen, Herz, Fleisch) gekocht und roh.
    Nix wird auch nur zweimal angeguckt.

    Er trinkt Katzenmilch und auch das Wasser, in dem ich das Fleisch gekocht habe, aber er frisst nur Trockenfutter.
    Hatte auch Schwierigkeiten mit hartem Stuhlgang, heute abend erstmals wirklich erfolgreich. Vielleicht hat das ausführliche Bauchstreicheln geholfen.

    Habt ihr Tipps, Erfahrungen, Ideen für mich, wie ich den Kleinen an Nassfutter heranführen, es ihm schmackhaft machen kann?

    Geändert von PhoeNixa (03.10.2021 um 01:33 Uhr)
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    AW: Minitiger verweigert Nassfutter

    Es freut mich auf jeden Fall, dass du ein neues Katerchen hast - viel, viel Freude mit ihm!

    Hast du versucht, nasses mit trockenem Futter zu vermischen, vielleicht zuerst nur wenig vom nassen?

    Es wird auch empfohlen, die Katzen an fixe Fütterungszeiten zu gewöhnen, also nicht trockenes Futter rumstehen zu lassen, so dass sie sich stets bedienen können. Wenn er dann etwas hungriger ist, ist er vielleicht auch motivierter, das nasse Futter zu fressen.

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    AW: Minitiger verweigert Nassfutter

    Um Gottes Willen.....

    Ich versuche mal, es möglichst freundlich zu formulieren:

    1.) Der Kleine ist VIEL zu jung. Du hast ihn genau um die zwei prägenden Wochen mit Mama und den Geschwistern beraubt, in denen die Kleinen quasi "den letzten Schliff" in kätzischem Benehmen, sowohl den anderen Katzen als auch sonstigen Mitbewohnern gegenüber, bekommen und ich fürchte, Du wirst davon ausgehen müssen, daß er auf Dauer noch ganz viele andere Verhaltensstörungen als "nur" Freßunlust zeigt.

    2.) Der Kleine ist, wenn ich das richtig weiß, erst seit vorgestern bei Euch.
    Unabhängig von Deinen Befürchtungen ist es völlig NORMAL, daß Katzen direkt nach einem Umzug erstmal arg sparsam futtern - auch vielen Menschen schlägt Aufregung auf den Magen.


    So generell ist die Faustregel, daß Katzen mindestens 9 Gramm Futter am Tag zu sich nehmen müssen, um keine hepatische Lipidose zu bekommen.
    Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob und wie man das auf so kleine Kitten umrechnet, meine Beiden waren 16 Wochen, als sie zu uns zogen bzw die Große zweieinhalb Jahre alt.
    Aber solange Du abschätzen kannst, ob er wenigstens nahe an diesen 9 Gramm dran ist, gibt es noch keinen ernsthaften Grund zur Sorge.

    3.) Kittenfutter braucht es nicht - die Natur schickt ja den kleinen Katzen auch keine extra Babymäuse über den Weg.
    Normalerweise sollte man so drei / vier unterschiedliche Sorten hochwertiges Nassfutter anbieten - hochwertig heißt vor allem ohne Zucker und Getreide, aber auch mit möglichst hohem Fleischanteil (eventuell bei so Kleinen sogar noch Monoprotein) und ausgewogenem Mineralstoffanteil (da vor allem auf den Rohaschegehalt und das Taurin achten) - , aber so frisch nach dem Umzug und bei einer viel zu jungen Katze wäre ich da noch extrem zurückhaltend mit unterschiedlichen Sorten. Er wird noch nicht viel zum Zusetzen haben, wenn er dann Magenprobleme bekommt, kann das bei so ganz Kleinen sehr schnell dramatisch werden.

    Grundsätzlich ist AYCE die beste Ernährungsform, denn Katzen sind Häppchenfresser und bei Vielen ist es eher ungewöhnlich, daß sie größere Portionen am Stück fressen, deshalb sollte er immer Nafu zur freien Verfügung haben.
    Trofu gehört eigentlich nur ins Fummelbrett, bzw kannst Du das in ein paar Wochen als Belohnung beim Klickertraining einsetzen.

    Und vergiss um Himmels Willen die Futterempfehlungen, die die Hersteller auf ihre Dosen drucken.
    Die haben schon etlichen Katzen fürchterlichen Hunger beschert.
    Gerade Kitten im ersten Jahr können schon mal 600 - 800gr hochwertiges Nafu am Tag verdrücken (und dann kurzfristig auch mal wie eine kleine Tonne auf 4 Pfoten aussehen), dann haben sie gerade einen Wachstumsschub und brauchen die zusätzliche Energie einfach.
    Gesunde Katzen haben ein sehr gutes Sättigungsgefühl und pendeln sich in der Regel von selber auf einem guten Niveau ein.

    Nur bittebitte sei mit Rohfleisch vor dem Zahnwechsel unbedingt extrem vorsichtig. Das muß ganz definitiv knochenfrei sei, sonst können die Katzen sich an zersplitternden Knochen ganz böse verschlucken, bis hin zu tödlichen Folgen.

    4.) Thema trinken bzw Nierenprobleme: Die umgeht man am besten dadurch, daß man Katzen Wasser an allen denkbaren Orten und in verschiedenen Darreichungsformen anbietet.
    Unsere Katzen haben auf 106 qm Wohnfläche verteilt 6 unterschiedlich geformte Trinkbrunnen stehen, sie stolpern hier quasi andauernd über eine Trinkmöglichkeit und das hat von ganz alleine dafür gesorgt, daß sie wirklich sehr gut trinken.

    Bei Katzenmilch mußt Du sehr penibel auf die Inhaltsstoffe achten, da gibt es kaum eine Sorte ohne Zucker drin und der hat in einer Katze nun wirklich nichts zu suchen.


    Vielleicht würde es Dir helfen, wenn Du Dich mal in ein Katzen-Forum einklinkst. Es gibt da noch einige Punkte, in denen Du Deinem Kater das Leben wesentlich schöner machen könntest.
    *** Als ich die Hand eines Menschen brauchte, reichte mir jemand seine Pfote ***

  4. VIP

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    AW: Minitiger verweigert Nassfutter

    Ich möchte hier mal in die Runde werfen, dass es natürlich richtig ist, Kitten zwischen 12 und 14 Wochen abzugeben und 10 Wochen eigentlich zu jung sind.
    Aber oft sind es Sachzwänge. Wir hatten in der Praxis vor allem im Frühjahr ganz häufig ganze Würfe in dem Alter oder noch jünger, deren Mütter sie nicht mehr wollten.
    Oft waren das "Erstgebärende". Außerdem werden manche Katzen sehr bald nach dem Werfen wieder rollig - manchmal schon nach 2 Monaten. Da ist es mit den Muttergefühlen auch nicht mehr soweit her.

    Eine tierärztliche Beratung, nicht nur zum Futter und Impfen, sondern auch im Hinblick auf mögliche Sozialisationsdefizite und dem Entgegenwirken, ist meiner Meinung nach sinnvoll.

    Alles Gute mit dem Katerchen.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Minitiger verweigert Nassfutter

    Was ich auch für sinnvoll und tiergerecht halten würde wäre ein Artgenosse im Haushalt.
    Und das Nassfutter würde ich mit zerkleinerten, darüber gestreuten Leckerli pimpen.

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    AW: Minitiger verweigert Nassfutter

    @Katelbach: Volle Zustimmung. Wobei es manchmal schwierig ist, einen TA zu finden, der eine gute Ernährungsberatung macht und nicht nur einfach die Firma empfiehlt, die seine Praxis sponsort.
    (Unsere eigentlich sehr gute TK bietet keinerlei getreidefreies Katzenfutter an..... das zeigt doch deutlich, wie wenig Ahnung normale TÄ von gesunder Ernährung haben.)

    Aber es geht ja nicht nur um die Mutter, der Kleine ist auch noch von seinen Geschwistern getrennt, ich fürchte, das wird die Sozialisationsdefizite nochmal ganz erheblich verschärfen....
    *** Als ich die Hand eines Menschen brauchte, reichte mir jemand seine Pfote ***

  7. VIP

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    AW: Minitiger verweigert Nassfutter

    Rate mal, warum ich für meinen Hund eine Ration von der FTA für Ernährung überprüfen und berechnen lasse. :-) Logisch, dass ein/e einzelne/r Tierärzt/in nicht von inneren Krankheiten über Parasitologie, Infektiologie, Cirurgie bis zur Verhaltens- und Ernährungsmedizin alles beherrschen kann.
    Es gibt gute Fertigfutter und gute Aleitungen zur Rationszusammenstellung (wenn man selbst kochen/mischen möchte). Funktioniert in der Routine gut, aber in Sondrfällen wird es schwieriger.
    [[Ich habe meine Hündin, die einen stark erhöhten Energiebedarf hat, auch falsch gefüttert, d. h. mit einzelnen Makro/Mikronährstoffen überfüttert, weil ich ihr einfach mehr ihrers Lieblingsfutters gegeben habe - mit Unterstützung mehrerer Kolleg:innen.]]

    Über Getreide kann man sich in meinen Augen streiten. Mehr Ideologie als Wissenschaft. Oft wird in der Diskussion ja schon nicht zwischen Pseudogetreide und Getreide differenziert.
    Grundsätzlich brauchen Katzen aber deutlich mehr Protein als Hunde.

    Nachdem, was ich aus der Katzenaufzucht weiß, ist ein Kittenfutter bis etwa 4 Monate keine dumme Idee.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Minitiger verweigert Nassfutter

    Kannst Du das näher erläutern mit dem Kittenfutter ?
    Offenkundig habe ich da dann eine Bildungslücke.

    Ist aber auch nicht schlimm, wenn Dir das heute zu stressig ist, solange meine 3 alten Damen noch leben (was hoffentlich noch gaaaaanz lange der Fall sein wird), wäre das für mich nur theoretisches Wissen, aber für danach überlegen wir, Pflegestelle zu werden und da ist dann sicher auch mal eine werdende Mami dabei.

    Unsere Große hat eine ausgeprägte Getreideallergie und bis es klar was, daß DAS der Grund ist, warum die arme Maus sich blutig kratzt, hatte sie ein paar ungute Wochen. Und weil diese Allergie bei Katzen gar nicht sooo selten ist, würde ich heute von Anfang an darauf verzichten, auszutesten, ob meine Katze allergisch ist oder nicht und von vornherein getreidefrei füttern.
    Das sind so Schmerzen, die man den Süßen echt ersparen kann.


    Fein, daß Du es bei Deiner Hündin so gut regeln konntest mit der Ernährung.
    *** Als ich die Hand eines Menschen brauchte, reichte mir jemand seine Pfote ***

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    AW: Minitiger verweigert Nassfutter

    Meine Tipps sind mit Vorsicht zu genießen, ich bin kein Fachmann....
    Ich würde dir empfehlen statt der Katzenmilch Pulver zu verwenden, für kleine Kitten, ich hatte für meine Kleinen, als die Mama operiert werden musste solche Aufzuchtmilch da, im Fachhandel gekauft, man bereitet es wie Babymilch zu (wenn Mütter nicht stillen können).
    GimCat haben die Kleinen gern getrunken. (kann man auch älteren Katzen geben, auch wenn sie mal krank waren oder schlecht fressen o.ä., es "peppelt" auf.)
    Die erwachsene Katze meines Sohnes hat mal fast nichts mehr gefressen, da hat er gelesen dass man bisschen Öl auf das Futter geben kann, ich selbst hatte mal Lachsöl gekauft, allerdings ohne Erfolg.
    Die Katze meines Sohnes hat dann gut gefressen nachdem er ihr ein klein wenig Thunfisch gegeben hat, nur ist das leider sehr ungesund, einer erwachsenen Katze tut sicher ein klein wenig für 1-2 Tage nicht sehr viel, wie das bei kleinen Kätzchen aussieht weiß ich nicht.

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    AW: Minitiger verweigert Nassfutter

    Danke für eure Antworten und Anregungen, auch für das kritische Hinterfragen

    Und ja, mir ist schon klar, dass die kleine Samtpfote zu früh hier eingezogen ist. Genau wie Katelbach es beschrieben hat, gab es jedoch äußere Bedingungen, die das begünstigten.
    Die Mama (1 1/2) hatte als Erstgebärende 5 Junge geboren und war seit über einer Woche deutlich gestresst, hat die Kleinen massiv weggebissen und bestand fast nur noch aus Fauchen und Knurren.

    Abgesehen von unserem neuen Mitbewohner habe ich seit über 20 Jahren alle meine Katzen aus einer Katzenkinderstation in Schleswig-Holstein geholt.
    Das war eine Einrichtung, die verwaiste oder verlassene Minis aufnahm, oft in der Wildnis gefunden (gleichzeitig fingen sie Große ein, die dann kastriert und wieder freigelassen wurden, und sie boten den Bauern der Umgebung eine fast kostenlose Kastration bzw. Sterilisation ihrer Hofkatzen an).
    Drei der von mir adoptierten Minis waren höchstens 7 Wochen alt, und sie sind zu wunderbar körperlich und mental gesunden und wunderbaren Großen geworden. Dass dazu ganz viel Zeit, Ruhe, Kommunikation und Geduld notwendig war, hat mir nie etwas ausgemacht, im Gegenteil, ich habe diese Monate jeweils hellen Herzens genossen.
    Von daher bin ich sicher, dass auch Kasimir ohne Beeinträchigungen zu einem stattlichen Kater wachsen wird.

    Die andere Problematik, die des Kumpels, sehe ich ebenfalls sehr wohl.
    Hier kommt es leider nicht in Frage, dass es eine Nr. 2 gibt.
    Glücklicherweise haben unsere Nachbarn ebenfalls ein Jungkaterchen, das uns sowieso seit kurzem regelmäßig besucht und übrigens morgen kastriert wird. Es ist schon längst abgemachte Sache, dass die beiden zusammen kommen sollen, um - so Ziel- und Wunschvorgabe - Freunde zu werden, die dann auch bei eventueller Abwesenheit der eigenen Dosenöffner von den nachbarlichen mit versorgt werden.

    Hases_Frau, ich hoffe, vor allem dir konnte ich erstmal die Spitze deiner Sorgen nehmen, danke noch einmal für deine ausführlichen Erklärungen zur Futterlage.

    Habt einen guten Sonntag.
    Geändert von PhoeNixa (04.10.2021 um 00:01 Uhr)
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