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    Antibiotikaeinschränkung für Tiere

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    Ich wüsste gern, welche Gründe dafür angeführt werden, dass bestimmte Anibiotika in der Tiermedizin nicht mehr angewendet werden sollen.
    Jede Erklärung ist eine Hypothese

    (STOA169)

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    AW: Antibiotikaeinschränkung für Tiere

    Wenn ich die Wirkstoffe in deinem Link richtig erkannt habe, geht es zumindest bei zweien um sog. Reserveantibiotika. Das sind Wirkstoffe, die dann eingesetzt werden können, wenn andere Wirkstoffe aufgrund von Resistenzenbildung nicht mehr wirken.

    Der Einsatz in der Tiermast hat in der Vergangenheit sehr stark dazu beigetragen, dass andere Wirkstoffe in der Human medizin aufgrund besagter Resistenzen nicht mehr wirksam sind.
    Durch das Verbot soll verhindert werden, dass diese Wirkstoffe auch noch wegfallen.

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    AW: Antibiotikaeinschränkung für Tiere

    .
    Geändert von mckenzie (18.08.2021 um 00:14 Uhr)
    Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.

    Mckenzie

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    AW: Antibiotikaeinschränkung für Tiere

    Ich denke, da sollte man schon unterscheiden ob sogenannte Nutztiere oder Haustiere.
    Großflächiger Einsatz in der Tierproduktion ist sicher was anderes als wenn ein Haustier ein Antibiotikum bekommt.

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    AW: Antibiotikaeinschränkung für Tiere

    Zitat Zitat von taggecko Beitrag anzeigen
    Ich denke, da sollte man schon unterscheiden ob sogenannte Nutztiere oder Haustiere.
    Großflächiger Einsatz in der Tierproduktion ist sicher was anderes als wenn ein Haustier ein Antibiotikum bekommt.
    Naja, wenn es, wie Sasapi meint, darum geht, dass für Menschen bestimmte Reserveantibiotika bleiben sollen, dann würde ich nachvollziehen kònnen, dass man sich dieUnterscheidung von Nutztieren und anderen Haustieren spart.

    Anders gefragt:
    Welche Probleme befürchtet man konkret für Haustiere wie Hund und Katze, wenn sie einige bestimmte Antibiotika nicht mehr bekommen könnten? Es bleiben ja noch welche für den tierärztlichen Gebrauch über.
    Jede Erklärung ist eine Hypothese

    (STOA169)

  6. VIP

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    AW: Antibiotikaeinschränkung für Tiere

    Hier die Nachricht des bpt und ein Artikel aus der Apothekerzeitung.

    Nein, das hat gar nichts mit "schadet dem Immunsystem" zu tun, @mckenzie.

    Sasapi schrieb es schon: Es geht um die zunehmenden Antibiotka-Resistenzen. Vieles davon wurde durch die industriellen Tierhaltung verbockt - wissen wir eh alle. Antibiotika als Masthilfsmittel wurden den Futtermittelmischungen schon bei der Herstellung beigemischt. Später, nachdem die ersten Verbote griffen, gab es die "Autobahntierärzte" (bitte selber gugeln).

    Die Kleintierpraktiker haben sich teils auch nicht mit Ruhm bekleckert, eine Reihe hat AB Auge mal Pi verordnet, ohne anständige Diagnostik, ohne Sensibilätsprüfung und Resistenzbestimmung, außerdem bei jedem Schniefer und jedem Durchfall. (Wobei das in der Humanmedizin sicher noch viel verbreiteter ist, ich sag nur: Blasenentzündung!)

    Der aktuelle Plan wird natürlich übers Ziel hinausschießen, das befürchte ich auch, und habe deswegen umgehend und als erste auf der Liste einer befreundeten Kollegin unterschrieben.

    Reserveantibiotika sollte aber nach meiner Meinung gar nicht auf normalem Wege verordnet werden dürfen, sondern müssten ähnlich wie BtM auf speziellen Rezepten verordnet werden und die Begründung zur Verordnung inklusive Laborergebnisse müsste nachverfolgbar sein. Egal, ob in der Tiermedizin oder der Humanmedizin.
    Geändert von katelbach (18.08.2021 um 12:57 Uhr)
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Antibiotikaeinschränkung für Tiere

    @Katelbach
    Wenn ich dich richtig verstehe siehst du den Umgang mit Antibiotika in der Tiermedizin (und natürlich nicht nur da) durchaus kritisch. Und du schlägst Verfahrensweisen vor, die deiner Meinung nach eingehalten werden müssten.
    Andererseits:
    Wenn man diese Petition unterschreibt plädiert man erst mal für den Status Quo - der keineswegs unbedenklich ist.

    Welche konkreten Gefahren siehst du, wenn der aktuelle Plan durchkommt?
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    (STOA169)

  8. VIP

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    AW: Antibiotikaeinschränkung für Tiere

    @jofi

    Wenn ganze Stoffklassen rausfallen würden, wäre das extrem blöd.

    Nicht jedes Antbiotikum bzw. jede Klasse wirkt gegen alle Bakterien - unabhängig von Resistenzen.
    Sie sind auch nicht alle gleich gewebegängig. Manche werden über die Nieren ausgeschieden und eignen sich zur Behandlung von Harnwegsinfekten, manche über die Leber und mit ihnen erreicht man die Gallenwege, manche wirken nur im Darm, einige wenige sind für Infektionen des Knochens geeignet, andere für Infektionen der Haut etc.
    Geändert von katelbach (18.08.2021 um 12:58 Uhr)
    Thank you for observing all safety precautions.

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    sonst normale Userin

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    AW: Antibiotikaeinschränkung für Tiere

    Das bedeutet, es gäbe dann Krankheiten, für die kein geeignetes Antibiotikum mehr zur Verfügung stünde?
    Jede Erklärung ist eine Hypothese

    (STOA169)

  10. VIP

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    AW: Antibiotikaeinschränkung für Tiere

    @jofi

    Ich finde, man sollte als Tierarzt und Tierhalter schon Stellung beziehen und unterschreiben.

    Ich hatte es nicht so verstanden, dass man mit dem Unterschreiben NICHT den Status quo beibehalten will und würde. Es gibt einen anderen Vorschlag, an dem auch EMA u d WHO sowie weitere beteiligt sind und der als "Nachfolgerechtsakt", was auch immer das ist vorgelegt wurde, aber abgelehnt wurde. Nach dieser Quelle und einer anderen (Bundesverband für Tiergesundheit) ist dieser Vorschlag differenziert und wissenschaftlich fundiert.

    Siehe dazu aus der oben verlinkten bpt-Quelle:
    Hintergrund

    Im Jahr 2019 wurde die (neue) EU-Tierarzneimittelverordnung 2019/6 verabschiedet. In einem Nachfolgerechtsakt müssen EU-Kommission, Mitgliedsstaaten und EU-Parlament bis zum Inkrafttreten des Gesetzes im Januar 2022 festlegen, welche Antibiotika künftig für den Menschen vorbehalten und damit für die Tiermedizin verboten werden sollen.

    Im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit des EU-Parlaments (ENVI) wurde Mitte Juli über einen von der Kommission dazu vorgelegten Entwurf für die Verordnung über „Kriterien für die Einstufung antimikrobieller Mittel, die für die Behandlung bestimmter Infektionen beim Menschen vorbehalten sind“abgestimmt. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen hat der ENVI den auf wissenschaftlicher Expertise basierenden Kommissionsvorschlag abgelehnt, obwohl er mit der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) sowie EFSA, ECDC, OIE und WHO abgestimmt war, mithin also ein echter One-Health-Vorschlag ist.

    Sollte der im ENVI beschlossene Entschließungsantrag auch im Europäischen Parlament eine Mehrheit finden, wäre ein komplettes Anwendungsverbot von Fluorchinolonen, Cephalosporinen der 3.und 4. Generation, Polymyxinen und Makroliden in der Tiermedizin kaum mehr abzuwenden. Von dem Anwendungsverbot wären entgegen den Aussagen im Entschließungsantrag nicht nur landwirtschaftliche Nutztiere, sondern alle Tierarten betroffen mit dramatischen Auswirkungen für die Therapie von Tieren. Nach Auffassung der EU-Kommission wären auch keine Ausnahmen für Einzeltiere bei schwerwiegenden Infektionen möglich, da die EU-Verordnung 2019/6 eine Reservierung von Wirkstoffen für die Humanmedizin vorsieht und dies über ein Ruhen bzw. Einziehen der Arzneimittelzulassung(en) erfolgen soll.


    Ich finde, man sollte als Tierarzt und Tierhalter schon Stellung beziehen und unterschreiben.

    Natürlich bräuchte die Medizin ein Regelwerk zum Antibiotika-Einsatz bei Mensch und Tier. Das müsste parallel verhandelt werden. Vielleicht wäre der EMA-WHO-XY-Vorschlag eine Diskussionsgrundlage. Ich kenne ihn leider nicht.

    Mir wäre es daneben schon mal sehr lieb, wenn das Dispensierrecht, die tierärztliche Hausapotheke, abgeschafft werden würde, sodass immer Rezepte ausgestellt werden müssten. Das wäre ein Schritt zur Kontrolle der Verordnungen.

    Auf der anderen Seite müsste bei Ärzten/Tierärzten und Patienten(-besitzern) ein Bewusstsein für die Folgen eines inflationären Antibiotikaeinsatzes geschaffen werden. Idealerweise zusammen mit dem Kippen eines geplanten Rundum-Verbots.
    Geändert von katelbach (18.08.2021 um 12:58 Uhr)
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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