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    Mein Hunde Opi mit Epilepsie

    Hallo,

    ich habe bereits Hunde besessen die recht alt wurden und letztendlich an Krebs gestorben sind. Bis dahin waren sie aber immer kerngesund.
    Jetzt habe ich aber erstmals einen Hund, der bereits in jungen Jahren mit enormen gesundheitlichen Baustellen konfrontiert wurde.
    Schilddrüsenunterfunktion, Proteinunverträglichkeit begleitet von Magen-Darm- Problemen und Epilepsie.
    Mein Hund ist ein Kämpfer Viel haben wir Dank guter Medikation, Darmaufbau, Homöopathie und Nahrungsumstellung erreicht. Einzig im Falle der Epilepsie zeigte sich unser Hund therapieresistent. Seit 5 Jahren krampft er mindestens 1 mal pro Monat. Trotz dieser vielen Anfälle genießt mein Hund aber sein Leben in vollsten Zügen.
    Jetzt ist er 10 geworden und ich merke, dass er seine Anfälle nicht mehr ganz so gut weg steckt.
    Bei seinem letzten Anfall vor einigen Tagen war er nicht in der Lage danach aufzustehen obwohl er immer wieder versuchte sich aufzurichten. Ich habe mich dann neben ihn gesetzt, gestreichelt und nach ca. 1 Stunde schaffte er es dann mit meiner Hilfe wieder auf die Beine zu kommen.
    Den Rest des Tages war mein Hund sehr schlapp.
    Mehr als sonst.
    Da ich keinen anderen Hundebesitzer mit Epi-Hund kenne, wollte ich mal fragen, ob hier jemand mit liest, der bereits Erfahrung mit Epilepsie beim Hund hat und mir berichten kann, wie er die letzten Jahre seines Hundes mit dieser Erkrankung erlebt hat!?

  2. VIP

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    AW: Mein Hunde Opi mit Epilepsie

    Meine Golden-Hündin, die leider mit 11,5 Jahren im Oktober gestorben ist (Tumor), war Epilptikerin.
    Ich habe sie mit fast 6 Jahren übernommen, sie hatte da schon das Standard-Antiepileptikum Phenobarbital (Luminal) in einer - äh - kreativen Dosierung.

    Mit als Erstes war ich mit ihr in der Neurologie unserer Fakultät, da wurde sie dann auf eine sinnvolle Dosierung eingestellt. Sie hatte nur anfags 2 oder 3 Anfälle, nach der Einstellung keinen mehr, auch nicht, als wir die Therapie umstellen mussten, d. h. Pheno ausschleichen und einen anderen Wirkstoff (Levetiracetam - Humanarzneimittel) einschleichen. Sie hatte überigens bei uns nie einen generalisierten Anfall, die paar beobachteten Anfälle waren fokal.

    Lass bitte den Opa neurologisch untersuchen. Krampfanfälle können sehr gefährlich werden. Man weiß nie, wie es sich entwickelt. Ich würde wirklich einen ausgewiesenen Neurologen empfehlen, die gibt es in den größeren Tierkliniken, notfalls eine große Praxis mit Erfahrung auch mit modernen Antiepileptika. Bei mindestens einem Anfall pro Monat ist eine Begandlung sinnvoll, denn bei jedem Anfall, auch bei kleinen, kann im Gehirn "was kaputt gehen".

    Viele Glück für den Opa.

    PS: Ich muss suchen, es müsste eine Möglichkeit geben, Vet-Neurologen nach PLZ zu suchen. Hab ich hier schon mal irgendwo verlinkt, glaube ich.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  3. VIP

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    AW: Mein Hunde Opi mit Epilepsie

    Das hatte ich vergessen:

    Wie lang dauern die Anfälle? Wie sehen sie aus? Gibt es eine Aura?

    Bekommt der Hund überhaupt Medikamente zur Anfallsprophylaxe? Hast du jemals ein Notfallmedikament bekommen?


    Und hier eine gute Informationsbroschüre für Tierbesitzer: https://www.neurologie.dkv.unibe.ch/...lepsie_ger.pdf
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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    sonst normale Userin

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    AW: Mein Hunde Opi mit Epilepsie

    @ Katelbach

    Vielen Dank für deine schnelle Antwort
    Ich gebe mal etwas mehr Infos, die deine Fragen beantworten müssten.

    Unser Hund hatte seinen ersten Krampfanfall mit 5 Jahren. Er startete direkt mit Grand mal Serienanfällen .
    Die Tierärztin gab uns zunächst Pexion mit, wie es hieß, sollte es eine bessere Verträglichkeit aufweisen. Dann sind wir direkt in eine Tierklinik wo unser Hund aufgrund des recht späten Zeitpunktes der Epilepsie auf alle erdenklichen Krankheiten gecheckt wurde. Aber es wurde nichts gefunden. Darauf folgte die Diagnose Ideopathische Epilepsie.

    In der Klinik äußerte man sich recht skeptisch gegenüber Pexion weil es wohl bei Serienanfällen eher als kontraindiziert galt.
    Das hat sich dann in unserem Fall leider auch bestätigt.
    Es kam die folgenden 2 Wochen immer wieder zu Serien.
    Wir haben dann einen Termin bei einer Tierneurologin in Köln gemacht. Pexion wurde zügig ausgeschlichen und Luminal eingeschlichen. Levetiracetam gab die Neurologin uns als Serienunterbrecher mit.
    Luminal bekam unser Hund bis zur Höchstdosis. Leider krampfte er weiterhin ca. alle 4-6 Wochen.
    Daraufhin empfahl uns die Neurologin Libromide als add on zum Luminal.
    Auch hier wurde so lange hoch dosiert, bis man die Höchstdosis erreicht hatte.
    Auch hier blieb leider der erhoffte Erfolg aus.
    Somit haben wir so ziemlich alles ausgeschöpft.
    Wir haben gelernt damit zu Leben.
    Durch das Levetiracetam krampfte unser Hund immerhin nur noch einmalig.
    Zwischen den Anfällen ist unser Hund absolut lebensfroh.
    Mir machen nur die Grand mal Anfälle bei seinem jetzigen Alter mittlerweile Sorgen. Ich habe das Gefühl, die powern ihn zunehmend aus.
    Seine Blutbilder werden regelmäßig geprüft, die schwanken hin und wieder. Gerade die Leberwerte sind oft erhöht.
    Laut Neurologin ist das natürlich auch eine unschöne Begleiterscheinung der ganzen Medikamente.
    Derzeit bekommt unser Hund Mariendiestel für die Leber.

  5. VIP

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    AW: Mein Hunde Opi mit Epilepsie

    Ah ja. Danke für den Vorbericht.

    Dass alles untersucht wurde, ist state of the art, weil idiopathische Epilepsie ja eine Ausschlussdiagnose ist.

    Wir haben auch versucht, meine Golden-Hündin auf Pexion umzustellen, weil sie keine (beobachteten) Serien hatte, auch vorberichtlich nicht (ich hatte den behandelnden TA der Vorbesitzer kontaktiert).
    Unter Pexion hatte sie ein paar wenige fokale Anfälle, also zurück zum Luminal im richtigen Dosisintervall. Da hat die Einstiegsdosis ausgereicht.
    Nach gut 4 Jahren hatte sie im Routinelabor dann erhöhte Leberwerte (Transaminasen), die Leber in der Sono war nicht schön. Also OP mit Biopsie: chronische Hepatitis mit beginnender Fibrose/Zirrhose. Kann bei Luminal passieren, es wird über die Leber verstoffwechselt.

    Daraufhin stellten wir überlappend über 3 Monate um auf Levetiracetam um, weil das nicht über die Leber metabolisiert wird. Hat auch gut funktioniert für die Zeit, die sie noch lebte.

    Offenbar seid ihr in guten Händen. Leider ist es so, dass man Anfallsfreiheit nicht unbedingt erzielen kann. Aber ich verstehe deine Sorgen gut, dass die häufigen Anfälle den Hund erschöpfen und ihm schaden.

    Hast du mal beobachtet, ob es Auslöser gibt? Licht, Wetter, Geräusche ... Irgendetwas?
    Es ist echt blöd, denn ihr macht ja schon alles, was geht.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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    sonst normale Userin

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    AW: Mein Hunde Opi mit Epilepsie

    Dank dir @Katelbach

    Was könnten Auslöser sein? Unser Hund krampft häufig bei Vollmond. Auch gerne bei Wetterumschwüngen.
    In den ersten Jahren mit der Erkrankung habe ich mir den Kopf darüber zermatert, was die Krämpfe auslösen könnte. Mittlerweile nehmen wir es als gegeben hin.
    Manchmal merken wir am Tag des Anfalls das unser Hund recht nervös und unruhig ist. Ich denke er spürt, dass etwas mit ihm passiert.

    Habe ich das richtig verstanden, dass dein Hund am Ende nur Levetiracetam bekommen hat? Mir war nicht bekannt, dass man es als einziges Medikament geben kann.
    Unsere Neurologin hatte uns damals vorgeschlagen, Levetiracetam als weiteres Add on langfristig zu geben, aber da hatte ich die Sorge, dass es im Falle eines Serienanfalles nicht mehr die volle Wirkung zeigt. Abgesehen davon, hätten wir die dreimalige Gabe alle acht Stunden zeitlich auch nicht verlässlich jeden Tag gewährleisten können. Bin immer froh, wenn wir die drei Tage Pulstherapie mit Leve nach dem Anfall geschafft haben!!

    Liebe Katelbach ich Dank dir für deinen Erfahrungsbericht. Bei deinem Hund war letztendlich der Krebs ursächlich für den Tod verantwortlich.
    Ich musste zwei Hunde wegen Krebs gehen lassen.
    Jedes Mal ein schwerer Gang. Aber in meinem Fall ein ruhiger, mit ganz viel Zeit zum Abschied nehmen.
    Meine Neurologin meinte vor ein paar Jahren, als ich sie fragte, wie es im Alter für meinen Hund wird: " Es wird noch schlimmer! " Nicht gerade aufbauend, auch wenn sie aus Erfahrung spricht.
    Irgendwie hängt bei mir seitdem der Status epilepticus wie eine dunkle Wolke über meinem Kopf. Davor habe ich wahnsinnige Angst. Zum Teil auch wegen dem Gefühl mich nicht richtig von ihm verabschieden zu können.
    Tja, leider weiß man vorher nicht, was kommt

  7. VIP

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    AW: Mein Hunde Opi mit Epilepsie

    Wetterumschwünge bzw. eigentlich nur nahende Gewitter wren Auslöser bei einem Patienten. Der hat ausschließlich gekrampft, wenn ca. ein Gewitter im Anzug war. Aber oft findet man nix. Fehlgesteuerte Entladungen im Gehirn.

    Levetiractam war nach der Umstellung das einzige Medikament, ja. 12-stündlich. Aber meine Bella war insgesamt kein schwerer Fall. Nicht hier bei uns.
    Bei den Vorbesitzern muss sie einen großen Anfall oder mehrere gehabt haben. Sie waren im Notdienst mit ihr. Das sagte zumindest der Kollege, der sie damals behandelt hat. Ist ja immer blöd, wenn du zu einem solchen Patienten gerufen wirst oder jemand kommt. Als Tierarzt siehst du es fast nie mit eigenen Augen - außer der Patient ist im Status.

    Habt ihr mal über Diazepam rektal oder Midazolam Nasenspray als Notfallmedikament im Status gesprochen?

    Ich konnte mich gar nicht verabschieden. Morgens war Bella vergnügt, nachmittags mussten wr sie in der Narkose gehen lassen.
    Der letzte Schall des Bauchraums (wegen der Leber) war nur 2 Monate vorher. Da war nix. Die Sch***dinger wachsen so schnell ...
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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  8. User Info Menu

    AW: Mein Hunde Opi mit Epilepsie

    @Katelbach
    Ja, wir haben ein ganzes Paket Diazepam als Notfallmedikament vor Ort. Gott sei Dank wurde es noch nicht benötigt!

    Es tut mir leid, dass es bei deiner Goldie-Hündin so dramatisch verlief.
    Letztendlich hat man nicht immer Einfluss darauf, das stimmt und ja, wer sich ein Tier in sein Leben holt, sollte dass immer ein wenig im Hinterkopf behalten. Trotzdem hofft man irgendwie, dass das Ableben des eigenen Tieres irgendwie würdevoll verläuft.
    Schmerzhaft ist es so oder so....

  9. VIP

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    AW: Mein Hunde Opi mit Epilepsie

    Danke, Kassandra.

    Ja, es tut immer weh. Auch als als ich meine Ollen, auch ein Goldens, mit fast 14 (die Olle) und fast 16 (der Olle) gehen lassen musste. War halt bei ihnen ein längerer Weg. Vella hatte ein Hämangiom oder die bösartige Variante Hämaniosarkom, das st fast immer ein plötzliches Geschehen, mitten aus dem prallen Leben raus.

    Ich wünsch dir ganz viel Glück mit deinem Opa!

    Und wenn er tatsächlich im Status ist, versucht es mal mit einem Einlauf oder mit dem Midazolam-Spray. Ihr seid ja eh in guten Händen, wie ich lesen kann.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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