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  1. VIP

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    AW: Entspannte Begegnungen (Hund/Hund oder Hund/fremder Mensch).

    Ich weiß, man muss lang suchen.
    Seufz!
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Entspannte Begegnungen (Hund/Hund oder Hund/fremder Mensch).

    Stichwort Impulskontrolle und Frustrationstoleranz.

    Ich finde es unendlich schwierig, da bei erlerntem Verhalten eine Generalisierung zu erreichen.

    Beispiel:
    Meine Hündin sitzt morgens und abends vor ihrem gefüllten Fressnapf und greift erst zu, wenn ich ausdrücklich den Befehl dazu gebe.
    Einmal wurde ich während des Vorgangs abgerufen und hab den Fütterungsvorgang einfach vergessen. Da saß sie 10 Minuten später noch da und wartete auf das Zugriffskommando.
    Das Gleiche passiert, wenn ich Leckerli auf den Boden werfe. Sie wartet, bis ich die Leckerli freigebe.
    Aber:
    Wenn sie bei der Hunderunde auf dem Boden einen Apfel (oder sonst etwas Fressbares) findet, dann stürz sie sich sofort darauf, achtet darauf, dass sie nicht in meine Nähe kommt und ich ihr die Beute abjagen kann, und ich kann pfefen und rufen, bis ich blau werde......
    Mit anderen Worten: Bei ihr läuft jetzt ein ganz anderes Schema ab, das mit der Situation „sitzen vor dem vollen Fressnapf“ nichts zu tun hat.

    Ich schlussfolgere natürlich, dass das Lernziel „Frustrationstoleranz“ für eine direkte Umsetzung ins Training viel zu abstrakt ist und der Hund nur anhand konkreter Operationalisierungen lernen kann.
    Jetzt suche ich nur noch nach einer (oder von mir aus auch zehn) Operationalisierungen für das ewige Suchen nach „Fressbeute“.

    Hat jemand eine zündende Idee?
    Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.
    (Friedrich Hölderlin)

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    AW: Entspannte Begegnungen (Hund/Hund oder Hund/fremder Mensch).

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen


    Das Training in der "Hundeschule" kann erst danach funktionieren. Wenn es anders läuft, ist es weniger Teambuilding als Dressur. Die zentrale Frage ist: Warum tut der Hund etwas? Und dann kommt: Wie mache ich ihm schmackhaft, es bleiben zu lassen bzw. überhaupt das zu tun, was ich möchte?
    Möchte mich gerne beteiligen an diesem Thread.

    Ich habe seit vier Monaten eine Hündin aus einem ausländischen Tierheim, die mir viel Freude macht. Sie war ein ehemaliger Straßenhund, war dann 3 Jahre im Tierheim (ca. 20 m2 eingezäunter Auslauf für jeweils 2 Hunde und einem Holzverschlag zum Schlafen) und ist sehr sanft und freundlich.

    Obwohl ich schon früher lange einen (relativ großen) Hund hatte, fehlt mir offensichtlich irgendwie Hundeerfahrung.

    Mein damaliger Hund machte es mir einfach: Er folgte von Anfang an, zeigte, was er möchte, die Kommunikation funktionierte in beide Richtungen einwandfrei, Hundeschule war damals gar nicht nötig. Ein Glücksfall sozusagen, wir waren einfach von Anfang an ein Team.

    Bei meiner jetzigen Hündin ist das anders. Sie ist das, was man unter einer Schlaftablette versteht. Sie ist weder am Spielen interessiert (kennt sie offensichtlich nicht) noch an Leckerlis (lehnt sie völlig ab, d.h. es gibt inzwischen ein Leckerli, das sie - ich denke, mir zuliebe - hie und da frisst, aber es ist ihr schlichtweg egal).

    Sie ging von Anfang an völlig vertraut auf meine Kinder zu, als hätte sie gewusst, dass sie zu mir gehören. Bei Fremden legt sie sich weiter entfernt hin und beobachtet nur.

    Sie kuschelt gerne und als Belohnung werden Streicheleinheiten akzeptiert, aber ihre Motivation ist generell bei Null.

    Ihr etwas beizubringen ist fast unmöglich, weil sie einfach kein Interesse zeigt. Sie möchte am liebsten ihre Ruhe haben, schlafen und kuscheln.

    Fremden Hunden gegenüber ist sie meistens freundlich und neugierig, spielen möchte sie allerdings auch nicht.

    Wenn sie sehr alt wäre, würde ich das verstehen (unser früherer Hund wurde im Alter auch müder und behäbiger, war aber gegen sie noch ein Feuerwerk an Emotionen), aber sie ist ca. 5 Jahre alt. Das Alter konnte mir der Tierarzt bestätigen, das dürfte stimmen.

    Ich hoffe, dass eine Hundeschule (sobald sie offen haben) mir da weiterhelfen kann.

    Noch zum Thema: Ich habe es beim Spazierengehen erst ein einziges Mal erlebt, dass sie einen Spaziergänger verbellt hatte (sie ist beim Spazierengehen immer an der Leine, Freilaufen traue ich mich mit ihr noch nicht), wobei ich sagen muss, dass mir der Mann auch irgendwie suspekt war. Sie hatte da wahrscheinlich meine Emotion gespürt.

    Sonst ist sie stets freundlich und geht auch auf andere Hunde zu.

    Liebe Grüße
    Zio

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    AW: Entspannte Begegnungen (Hund/Hund oder Hund/fremder Mensch).

    @zio
    Du sagst, es ist unmöglich, ihr etwas beizubringen.
    Meinst du damit, dass sie auch die Basiskommandos „Sitz, Platz, Aus, Stopp, Komm etc.) nicht kann bzw. nicht bereit ist zu lernen?
    Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.
    (Friedrich Hölderlin)

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    AW: Entspannte Begegnungen (Hund/Hund oder Hund/fremder Mensch).

    Zitat Zitat von jofi2 Beitrag anzeigen
    @zio
    Du sagst, es ist unmöglich, ihr etwas beizubringen.
    Meinst du damit, dass sie auch die Basiskommandos „Sitz, Platz, Aus, Stopp, Komm etc.) nicht kann bzw. nicht bereit ist zu lernen?
    Das, was sie bis jetzt kann, ist noch nicht viel.

    Sie kommt, wenn ich sie rufe. Zumindest wenn sie im Garten ist, außer sie jagt gerade Nachbars Katze - da muss ich dann schon scharf rufen, dass sie es akzeptiert.

    Das, was sie tut, ist eher ritualisiert, d.h. sie weiß, wenn ich mich zum Essen hinsetze, dass sie auch Futter bekommt. Deshalb kommt sie auch in die Küche, aber würde ich sie rufen z.B. mit "Chappie", dann würde sie das ignorieren, obwohl ich das versucht habe, ihr beizubringen.

    Oder sie weiß, wenn ich abends das Licht ausschalte, dass es Zeit ist, ins Schlafzimmer zu wandern. Würde ich sie rufen, wenn ich im Schlafzimmer bin, reagiert sie nicht. Sie hält sich nur an Rituale.

    Sie ist auch am Futter nicht wirklich interessiert, also kein "Staubsauger" der alles frisst, was er findet. Musste sie, vor allem anfangs, regelrecht überreden dazu und ich habe lange gesucht, bis ich ein Futter fand, das sie überhaupt frisst.

    Beim Spazierengehen geht sie (meistens) schon bei Fuß (auf Straßen z.B.), den Befehl "Steh" akzeptiert sie inzwischen auch.

    Aber das wars schon.

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    AW: Entspannte Begegnungen (Hund/Hund oder Hund/fremder Mensch).

    @zio, mein Hund kommt aus der Tierhilfe und hatte, bevor wir ihn adoptierten, 4 verschiedene Stellen durchlaufen und war bei der Übernahme 10 Monate. Spielen war für ihn gänzlich unbekannt. Es hat ein gutes halbes Jahr gedauert, bis er das Spiel für sich entdeckt hat.

  7. VIP

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    AW: Entspannte Begegnungen (Hund/Hund oder Hund/fremder Mensch).

    Südosteuropa?

    Klassiker Auslandstierschutz. Meine ist auch so. Sie interessiert sich nur für die Jagd, sonst für gar nichts. Zum
    Spazierengehen muss ich sie fast tragen.

    Lass als erstes die Schilddrsenwerte anschauen und sie auch sonst gründlich untersuchen. Die haben öfter einen SD-Unterfunktion

    Ich habe in den 10 Jahren, in denen meine Rumänin bei mir ist, soviele vermeintlich allgemeingültige Konzepte zum Hund, zum Training, zum Lernen über Bord schmeißen müssen, dass ich damit Bücher füllen könnte.

    Traumapatienten lernen schlecht, schlechte Erfahrungen machen velleicht streetwise, aber Traumata machen dumm.
    Meine war beim Training ganz gut, aber am nächsten Tag musste ich von vorn anfangen. Sie saß da und hat mich angeschaut, als hätte sie mich noch nie gesehen. Das kannte ich von meinen anderen und früheren Hunden nicht.

    Meine war Kaspar Hauser, sie kannte nichts. Obwohl sie knapp vor dem Zahnwechsel zu mir kam, war nicht viel mit Nachprägen oder Umprägen. Nach 10 Jahren hat sie manche Ängste immer noch.

    Mir hat nach verschiedenen frustranen Versuchen, dem Hund Lebensfrede zu vermitteln, einen Kollegin, de Fachterärztin für Verhaltensmedizin ist, geholfen. Sehr geholfen. Meine Hündin bekam Antidepressiva. Da ist sie langsam aufgewacht und lernte besser.

    Wo lebst Du? Hast du eine tierärztliche Fakultät in der Nähe? Da könntest du mal nach Verhaltenstherapie fragen.
    Und die Seite angsthund.de (besonders der Reiter "Deprivation") ist nicht schlecht und möglicherweise hat die Seite gtvmt.de was dazu.

    Und das Allerwchigste ist: Gib so einem Hund Sicherheit durch immer dieselbe Umgebung, keine Ausflüge, keine Abwechslung, ganz viel wiederkehrende Routinen. Alles andere erschöpft und verunsichert. Mit einem Hund vom (guten) Züchter der insgesamt mit guter Sozialisiation und einem Hund, der sich so verhält wie deine oder meine Hündin, liegen Galaxien. Leider.


    Wir können uns gern extra zum Thema Auslandshund, Lethargie, Lernschwäche austauschen, vielleicht in einem eigenen Strang oder per PN.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Entspannte Begegnungen (Hund/Hund oder Hund/fremder Mensch).

    Zitat Zitat von Deliria Beitrag anzeigen
    @zio, mein Hund kommt aus der Tierhilfe und hatte, bevor wir ihn adoptierten, 4 verschiedene Stellen durchlaufen und war bei der Übernahme 10 Monate. Spielen war für ihn gänzlich unbekannt. Es hat ein gutes halbes Jahr gedauert, bis er das Spiel für sich entdeckt hat.
    Danke, dann habe ich noch Hoffnung...

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Südosteuropa?

    Klassiker Auslandstierschutz. Meine ist auch so. Sie interessiert sich nur für die Jagd, sonst für gar nichts. Zum
    Spazierengehen muss ich sie fast tragen.
    Ja, genau. Allerdings geht sie gerne spazieren, ist aber relativ schnell müde.


    Lass als erstes die Schilddrsenwerte anschauen und sie auch sonst gründlich untersuchen. Die haben öfter einen SD-Unterfunktion
    Daran hatte ich auch schon gedacht, der nächste Tierarztcheck wird in 2 Monaten sein, da werde ich gleich ein Blutbild machen lassen. Bis jetzt hatte sie nur oberflächliche Untersuchungen und die fälligen Impfungen bekommen.


    Mir hat nach verschiedenen frustranen Versuchen, dem Hund Lebensfrede zu vermitteln, einen Kollegin, de Fachterärztin für Verhaltensmedizin ist, geholfen. Sehr geholfen. Meine Hündin bekam Antidepressiva. Da ist sie langsam aufgewacht und lernte besser.
    Ja, sie kommt mir fast ein wenig depressiv vor. Allerdings wirkt sie nicht unglücklich, sondern nur müde und nicht wirklich interessiert an ihrer Umgebung. Bin da total unsicher. Anfangs dachte ich mir, möglichst viel Ruhe wäre gut, weil sie sich mal erholen soll von den ganzen Strapazen und sich in aller Ruhe eingewöhnen kann. Aber jetzt, nach vier Monaten, sollte sie schön langsam munterer werden, denke ich.

    Wo lebst Du? Hast du eine tierärztliche Fakultät in der Nähe? Da könntest du mal nach Verhaltenstherapie fragen.
    Und die Seite angsthund.de (besonders der Reiter "Deprivation") ist nicht schlecht und möglicherweise hat die Seite gtvmt.de was dazu.
    Danke, ich schaue mir diese Seiten einmal an. Ich lebe in Österreich und hoffe jetzt mal auf die Öffnung der Hundeschulen, vielleicht finde ich einen Trainer/eine Trainerin mit Erfahrung auf diesem Gebiet.

    Und das Allerwchigste ist: Gib so einem Hund Sicherheit durch immer dieselbe Umgebung, keine Ausflüge, keine Abwechslung, ganz viel wiederkehrende Routinen. Alles andere erschöpft und verunsichert. Mit einem Hund vom (guten) Züchter der insgesamt mit guter Sozialisiation und einem Hund, der sich so verhält wie deine oder meine Hündin, liegen Galaxien. Leider.
    Dann dürfte ich instinktiv bis jetzt alles richtig gemacht haben. Liegt aber auch an der Hündin, weil sie z.B. nach wie vor Angst vor Autos (kannte sie nicht) und Autofahrten (war wahrscheinlich für sie ein Horror, der Transport) hat.

    Ich habe von Anfang an sehr auf Rituale und wiederkehrende Abläufe geachtet, um ihr Sicherheit zu vermitteln. Wir gehen auch beim Spazierengehen immer wieder dieselben Strecken. Covidbedingt gibt es ja jetzt auch keine Besuche und nicht viel Abwechslung damit.


    Wir können uns gern extra zum Thema Auslandshund, Lethargie, Lernschwäche austauschen, vielleicht in einem eigenen Strang oder per PN.
    Danke für Dein Angebot.

    Ich warte jetzt mal ab, was die nächste Untersuchung zutage fördert, vielleicht liegt es ja wirklich an der Schilddrüse.

    Oder sie ist einfach noch in der Erholungsphase nach Allem und braucht einfach noch ihre Zeit.

    Danke & liebe Grüße
    Zio

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