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    AW: Hund adoptiert - und plötzlich ist alles anders

    cocohasi,

    es ist Euer Job, Eurer Hündin Lernsituationen zu bieten, die sie auch bewältigen kann. Wenn ich also nicht in der Lage bin, einen Reiz abzustellen, der unerwünschtes Verhalten hervor bringt, und die Hündin langsam an diesen Reiz mit Verhaltensalternativen heran zu führen, muss ich mir überlegen, wie ich Lernbedingungen schaffen kann, die es dem Hund TROTZDEM ermöglichen, lernen zu können.

    Die wahre Hundeschule heisst Alltag. Eure Hündin lernt 24/7/365 von Euch - und sie hat im Trainingslager Eures Alltags den Reiz "Klopfen" / es steht jemand vor der Tür mit von Euch unerwünschtem Verhalten verknüpft. Aus ihrer Perspektive hat sie dafür gute Gründe.

    Ihr müsst das Geschehen also unterbrechen, d.h. Ihr müsst etwas verändern. Solange die Situation sich wiederholt, wird der Pfad im Gehirn, der Reiz/Verhalten verknüpft hat, immer breiter und kräftiger und es somit immer schwieriger, das Verhalten zu verändern.

    Wenn die Gegebenheiten sich nicht verändern lassen, muss es Euer Verhalten sein, das neue Rahmenbedingungen schafft, damit Eure Hündin lernen kann, ANDERS zu reagieren. Ihr müsst mit dem Reiz "klopfen an der Tür" / fremde Menschen betreten meinen Bereich" anders umgehen und Eurer Hündin Verhatlensalternativen eröffnen.

    Sie kann ja nichts für eine Glastür und eine offene Wohnsituation, die ihr anscheinend nicht ermöglicht, sich angesichts des klopfenden Besuchs entspannt zu zeigen in dem Bewusstsein: Ich muss hier gar nichts kontrollieren. Alles paletti!

    Das ist häufig oft schon eine Frage der Raum-Orga. Hat sie einen festen Platz? Ist der wirklich IHR Platz, den etwaig vorhandene Kinder respektieren, wenn sie ihn aufsucht? Ist dieser Platz geschützt oder liegt er auf Laufwegen? Liegt er so, dass sie Zu/Ausgänge kontrollieren kann?

    Manchmal kann es auch hilfreich sein, Hunden eine Höhle als Rückzugsort zu schaffen. Es gibt Softkennels, die dafür geeignet sind. Für Kudden gibt es Aufbauten mit Höhlencharakter. Oder man breitet einfach eine Decke über den Hund, das kann manchmal schon reichen.

    Glastüren könnte man ggf. mit Folie (die kann man auch wieder entfernen) oder einem Vorhang vorübergehend "entschärfen".

    Und dann heisst es, stringent an dieser Situation mit der Hündin üben. Beispielsweise in der Form, dass sie trotz Klopfen an der Tür auf ihrem Platz bleibt (hilfreich ist, wenn sie, während sie das noch nicht kann, ein Geschirr trägt, an dem man sie gut erwischt und führen kann) und dafür üppig gelobt und belohnt wird.

    (Einwurf: Halsung ist hier wenig hilfreich, weil Hunde am Hals sehr empfindlich sind und man so häufig Schmerzreize mit Situationen verknüpft. Der Klassiker wäre dabei der Hund, der sich die Lunge aus dem Hals röchelt, weil ein Artgenosse sich nähert. Wie soll er aber lernen können, dass das nichts Beunruhigendes ist, wenn er einen hektisch zupackenden Menschen an seiner Seite hat, der ihm die Luft bei dem Versuch, ihn zurück zu halten, abdrückt und dabei schrill "nein, Brutus, lass das" brüllt?).

    Ihr könntet Trainingssituationen auch schaffen, indem Ihr Menschen bittet zu klopfen, immer wieder, zu unterschiedlichsten Zeiten. Sorgt dafür, dass Eure Hündin dann auf dem Platz bleibt. Fitscht sie los, fangt sie wieder ein und führt sie sanft auf ihren Platz zurück. Solange sie bellt und hampelt, bleibt der Besucher draussen. Erst wenn sie sich beruhigt hat, betritt er Euer Haus. Eure Hündin ist NICHT frei, auf diesen Menschen zuzustürmen. Sie lernt weiterhin: Hier ist mein Platz. Darauf passiert etwas Gutes. Hier bin ich sicher und habe meine Ruhe. Das Bleiben auf ihrem Platz wird konsequent verstärkt und wirklich toll belohnt.

    Ihr könnt Besuchern zeigen, wie sie körpersprachlich signalisieren, dass sie nicht bedrängt werden wollen, falls Euch die Hündin durchfitscht. Das läuft beispielsweise über ruhiges "sich abwenden", dem Hund also buchstäblich die "kalte Schulter" zeigen und ihn wie Luft behandeln. Bringt sie dann ruhig am Geschirr zurück auf ihren Platz, lasst sie sich dort ablegen und belohnt sie, wenn sie das tut.

    Am Anfang kann es sehr hilfreich sein, wenn Euer Besuch die Hündin wirklich konsequent ignoriert. Sucht sie von sich aus Kontakt, so ist ein ruhiges, langsames Zuwenden gut, ohne laute Stimme, ohne hektische Gesten, ohne piepsige Babysprache.

    Geduld, Hartnäckigkeit, Konsequenz Ruhe und Verzicht auf überzogene Erwartungen sind wichtig - und Fantasie, um Pläne, die nicht funzen abzuändern. Die Prinzipien sind dabei immer dieselben: Erwünschtes verstärken. Unerwünschtes unterbrechen und möglichst umlenken.

    Euer Stress ist der Stress der Hündin. Zuhause, draussen und insbesondere an der Leine. Je entspannter und leiser Ihr agiert, desto besser kann sie lernen.

    Wie immer: just my point of view. Und damit ist auch die Grenze der grauen Theorie überschritten - ein erfahrener Hundemensch oder Trainer müsste die Situation beobachten und analysieren, um zielgerichtet Hilfen zu bieten. Ich kann nur sehr allgemein schreiben.

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    AW: Hund adoptiert - und plötzlich ist alles anders

    Hallo,
    hab grad diesen Thread entdeckt und freu mich über das Thema. Hab erst d n Anfang überflogen, werde aber noch weiterlesen-
    Hab auch einen Hund aus dem Tierschutz,Ungarn seit 7 Jahren. Wir hatten noch nie einen Hund, und doch ging alles gut.
    Angeblich war er ein Jahr alt, was wir inzwischen anzweifeln, weil er in den letzten Monaten sehr gealtert ist. Hat da jmd. Erfahrung?
    LG Ruth

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    AW: Hund adoptiert - und plötzlich ist alles anders

    cocohasi- stört euch denn das anschlagen wenn es klopft bzw jemand da steht?
    Ich finde das hilfreich, meine dürfen anschlagen, haben aber ruhig zu sein wenn ich den Grund zur Kenntnis genommen habe und entscheide ob ok oder auch nicht.
    Wenn hier fahrende Schrotthändler rumlungern oder zeugen Jehovas ins Dorf fallen, lasse ich sie Präsenz zeigen.
    Aber so kan ich auch den Paketboten nicht verpassen.
    Was ist das denn für eine Rasse bzw Kreuzung die Du da hast? Mit Herdenschutzhund o.ö drin? Ist ja nicht ungewöhnlich.



    Ruba- weisst was über die Rasse bzw wie groß ist Dein Hund?
    Manche altern früh
    Lieber im Regen tanzen, als auf die Sonne warten.

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    AW: Hund adoptiert - und plötzlich ist alles anders

    Ein Foxterrier Mischling, größer als die reinrassigen, jmd. hat mal vermutet, vllt Chromforländer dabei, hellbraun weiss.

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    AW: Hund adoptiert - und plötzlich ist alles anders

    Zitat Zitat von KlaraKante Beitrag anzeigen
    Dann lasst uns doch zu diesen Thema einen eigenen Strang eröffnen - dann hätte man über die Suchfunktion auch die Möglichkeit, etwas zu dem Thema zu finden. Was meint Ihr?

    Ich finde das nämlich auch extrem wichtig und in dem, was ich meinen Hunden auf den Weg geben möchte geradezu unverzichtbar. Es erleichtert einfach so vieles ganz enorm.
    Diesen Strang gibt es jetzt. Er heißt „Entspannte Begegnungen (Hund/Hund oder Hund/Mensch).
    Aber wenn Cocohasi die Themenausweitung nicht stört können wir die Stränge gern wieder zusammenlegen.
    Geändert von jofi2 (04.02.2021 um 16:06 Uhr)
    Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.
    (Friedrich Hölderlin)

  6. VIP

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    AW: Hund adoptiert - und plötzlich ist alles anders

    Ich schlage vor, die Trennung der Stränge behízubehalten. Das wird sonst sehr unübersichtlich.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Hund adoptiert - und plötzlich ist alles anders

    Auch neu für mich (trotz RB Pferd und Joggerin). Bei Wind und Wetter raus. Mal kurz Gassi, mal 2 Stunden.

    Uns gefällt es, mich entschleunigt das total. Und wenn es RiCHTIG fies ist, will der Hund eh nicht raus.

    Unterschätzt habe ich, dass RICHTIG viel Arbeit, trotz Home Office, schlecht kompatibel mit Hund ist. Für März habe ich die huta Tage aufgestockt und dann ist hoffentlich im Job das schlimmste vorbei....

    Eigentlich arbeite ich ja Teilzeit😅 (fand mich bislang nicht so naiv bzgl Zeitaufwand für einen Hund)
    Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende

    Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
    Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt - die Ärzte

    Das leben ist zu kurz für schlechtes Essen (gesehen vor einem Berliner Restaurant)

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    AW: Hund adoptiert - und plötzlich ist alles anders

    @Charly: kurz anschlagen wäre perfekt. Momentan ist es aber eher nicht kurz. Sie ist ein portugiesischer mini podenco mix. Der "Mix" sorgt wohl für das bellen

    Tierarzt und Hundeschule tippen auf Terrier für den Mix-Teil. Ich auf Dackel wegen leicht krummer beine..... das Fell ist ein Tick länger als normal. Der Hund selbst auch. Zu 90 Prozent entspricht sie optisch der Rasse. Vom Verhalten her Max 50 Prozent
    Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende

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    AW: Hund adoptiert - und plötzlich ist alles anders

    @klarakante: nochmals vielen dank. Wir bilden uns schon ein, dass die Tipps helfen aber gerade am Anfang geht die Entwicklung so rasend schnell. In jede Richtung
    Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende

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