Kennst Du das "Testament für eine Katze" von Margaret Trowton...?
"Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament, um ihr Heim und alles, was sie haben, denen zu hinterlassen, die sie lieben.
Ich würde auch solch ein Testament machen - jedenfalls, wenn ich denn schreiben könnte.
Das Testament einer Katze
Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf,
mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen,
mein Spielzeug und den so geliebten Schoß,
die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte, die Liebe, die mir zu guter Letzt zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
gehalten im liebendem Arm.
Wenn ich einmal sterbe, dann sag bitte nicht:
"Nie wieder werde ich ein Tier haben, der Verlust tut viel zu weh!"
Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus und gib' ihr meinen Platz.
Das ist mein Erbe.
Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles, was ich geben kann.
(by Margaret Trowton)
... wenn es die richtige Zeit ist, merkst Du es....
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 30
Thema: Wann wieder ein neues Tier ?
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24.05.2020, 12:19Inaktiver User
AW: Wann wieder ein neues Tier ?
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24.05.2020, 12:50
AW: Wann wieder ein neues Tier ?
Ich hatte die letzten 30 Jahre ja nie Einzelkatzen und es waren immer Katzen die sehr aufeinander bezogen waren, gekuschelt hatten. So war das Problem nach dem Tod einer Katze auch immer, wie eine weitere Katze zu der verbleibenden passt. Für mich war wichtig, dass die neue Katze anders aussieht. Wobei das glaube ich auch nicht wirklich so relevant ist. Sie sind doch alle ganz unterschiedlich liebenswert.
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24.05.2020, 12:56
AW: Wann wieder ein neues Tier ?
Mein Beileid, ThMann.
Mir ist es sehr ähnlich gegangen, unsere Katze musste sehr plötzlich (und noch recht jung) eingeschläfert werden. Das war ein Riesenschock, das Loch fühlbar und schmerzhaft.
Es sind ja so Kleinigkeiten, wie die fehlenden Geräusche vom Herumtappsen und -Laufen, Essen - dass beim Heimkommen niemand mehr opportunistisch durch den Türspalt schlüpfen will - nicht mehr hingehen können und die erlaubten zwei Einheiten Kopfstreicheln ...
Und so weiter
Ich wollte rasch wieder eine Katze - nun, eigentlich nur unsere Katze wiederhaben. Was natürlich nicht ging - und Ersatzkaffee wär nicht gewesen. Weil: ja, wie alle anderen Katzen war sie die tollste auf der Welt!!
und was kann da schon nachkommen etc ...
Ich wollte also und wollte nicht und vermutete, der Zeitpunkt würde schon kommen. Ihr Platz war auch gewissermaßen noch besetzt, so fühlte es sich damals an.
Einige Monate danach ging ich vom Park nach Hause und eine Katze sprang auf einen Gartenzaun und lief ein Stück mit mir entlang. Auf den ersten Blick eine Doppelgängerin - mich hat es gerissen. Auf den zweiten Blick - okay, sie ist ein bisschen runder, und auch freundlicher als unsere Spröd-Unnahbare es je war
Hat sich streicheln lassen, ist immer noch ein paar Meter weiter mitgelaufen - ich fragte sie schon: Na, kommst du jetzt ganz mit zu mir? Bis sie irgendwann doch sitzengeblieben ist (und vermutlich wieder zu sich selbst nach Hause).
Das hat fünf Minuten gedauert, aber ich bin selig grinsend, fast in einem leichten Schwebezustand, heimgegangen mit einem Gefühl, grad eine Botschaft bekommen zu haben ... eine Art 'Ist okay. Mach nur.'
Ich fühlte mich ab da schon mehr oder weniger bereit und dachte, okay, ab jetzt kann wieder ein Katzing kommen. Wir werden's dann wissen.
Hat aber noch etwas gedauert, denn ich habe Herrn Snicket kennengelernt, der seine Katze nicht lange nach mir ebenfalls verloren hatte, aber noch nicht wieder ganz soweit war.
Und letztes Jahr hat die Katze von einem Kollegen geworfen - ich hab ihn so halb-ernst angepingt, ob er eines übrig hat - er so: denk schon, kommt mal vorbei.
Abgesehen davon, dass ja wohl niemand Babykatzen widerstehen kann ... Diejenige, auf die - noch winzig und mit geschlossenen Augen - meine Tochter es abgesehen hatte, kam beim nächsten Besuch gleich proaktiv zu uns (die Geschwister waren in ihrem Kletterland beschäftigt) - hat sich mit Genuss in meinen stinkigen Schuh gebohrt und ließ uns kaum mehr in Ruhe.
Damit war die Sache schlicht besiegelt.
Und anders wär es gar nicht mehr vorstellbar. Kennt glaub ich auch jeder, das Gefühl.
Mein Rat - wie ziemlich unisono im Thread (ein gutes Zeichen
): hör auf die innere Stimme - wenn sie sagt: geh ins Tierheim, tu es. Wenn sie sagt: nein, noch nicht - dann warte.
Und so im Tierheim: schau, was passiert.
Ich glaub ja, siehe oben, es wird sich alles fügen
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24.05.2020, 12:58
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24.05.2020, 14:21
AW: Wann wieder ein neues Tier ?
Ich denke eher nicht, daß es Aktionismus ist.
Was hast du denn gedacht, als deine Katze noch gelebt hast? Wenn du nicht gerade gedacht hast, "danach nie wieder ein Tier" bist du mit Tier vermutlich glücklicher als ohne.
Was ich dir allerdings mitgeben möchte: Du kannst die Katze nicht ersetzen. Suche eine Katze, die zu dir paßt, nicht eine, die der, die du hattest, so ähnlich wie möglich ist. Und wenn du jetzt keine findest, wo du auch rational sagen kannst, "Ja, das ist meine neue Katze", oder keine, für die du nicht unrealistisch optimistische Annahmen treffen müßtest, "Hm, Freigängerin, ist doch bestimmt auch mit Balkon zufrieden..." dann warte ab. Ebenso, wenn du jede nehmen würdest, die da ist, egal welche, Hauptsache Katze -- dann kannst du die Individuen noch nicht sehen.
Nimm dir, wenn es geht (sch*** Corona!) ins Tierheim jemanden mit, der die Rolle der Stimme der Vernunft spielen kann. Wenn das nicht geht, schreib dir auf, in welchen Sachen du keine Kompromisse machen wird, weil das weder dir noch der Katze gut tun wird.
Ich habe mir ein halbes Jahr Zeit gelassen zwischen den Katzen, um zu gucken, ob das Leben, was ich zu der Zeit hatte (was ganz anders war als das, als ich mir die ersten beiden Katzen zugelegt habe) noch zu Katzen paßt. Es paßte.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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24.05.2020, 17:14
AW: Wann wieder ein neues Tier ?
Auch Katzen , die genau so aussehen, wie eine Verstorbene, sind anders. Jede hat ihren ganz eigenen Charakter.
Wochen, nachdem unsere Katze überfahren worden war, wurde hier im Dorf eine Streuner-Katze aufgegriffen, die genau so aussah, wie die überfahrene. Man kam zuerst zu uns, weil man dachte, es sei unsere....Die Ähnlichkeit war schon verblüffend, aber ich wusste ja, unsere liegt unter der roten Hortensie.
Wir haben sie als Pflegekatze aufgenommen, da sich niemand auf die Anzeigen und Plakate gemeldet hatte.
Sie sieht nur so aus wie die Vorgängerin, sie ist vom Wesen ganz anders.
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24.05.2020, 17:31
AW: Wann wieder ein neues Tier ?
Mein Beileid erstmal wegen Deiner Katze!

Es war immer fürchterlich für mich - egal, wie alt ich jeweils war wenn sie gestorben sind. Aber länger wie gut ein Jahr ohne einen Hund haben wir es in der Familie nicht ausgehalten. Die Trauer um das vorige Tier war immer da, aber trotzdem war da etwas, dass es weitergehen muss und soll.
Aktuell haben wir seit über 11 Jahren eine Katze - anstatt eines Hundes. Die kam einfach in unser Leben. Missen will ich sie nie mehr. Ich werde genauso um sie trauern, wie um all die anderen Tiere, wenn sie mal nicht mehr da ist, einfach weil ich sie so sehr liebe.
Unterm Strich glaube ich, dass es immer aufwärts ging mit der Trauer, als ein neues Tier da war. Auch wenn die anderen niemals nie vergessen sind! Daher würde ich auch, an Deiner Stelle, wie auch schon gesagt wurde, einfach mal "reinfühlen". Wenn Du es kannst, dann einfach mal ins Tierheim gehen etc. Schauen. Ohne innerlichen Zwang.
Aber insgesamt kann ich nur eines sagen: Ohne ein Herzens-Tier oder mehrere an meiner Seite ist das Leben für mich nicht wirklich annähernd so schön. Es fehlt immer ganz gewaltig etwas.
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24.05.2020, 18:41
AW: Wann wieder ein neues Tier ?
Mensch, ihr seid toll. So viele Antworten und so ausführlich.
Danke, dass ihr euch so viel Zeit genommen habt 😊
Jede einzelne Antwort hat mir wirklich geholfen.
Ich werde den Termin wahrnehmen und dann in mich hinein hören.
Für immer ohne Tier sein, möchte ich nicht, das ist mir ganz klar.
Das Leben mit ihnen ist zu schön und meine dicke und ich haben uns so geliebt, dass es sich für mich jetzt tatsächlich wie ein ganz schlimmer liebeskummer anfühlt. Aufeinmal bricht man in Tränen aus und ich hab das Gefühl bis ans Ende der Welt fahren zu müssen, nur, um sie zurück holen zu können.
Es könnte ja sein, dass sich im TH sich ein Tier spürbar für mich entscheidet, dann wäre das für mich ein Zeichen.
Alles andere warte ich sonst ab und gehe nach dem Besuch in mich.
Ich werde euch berichten.
Ganz lieben Dank euch!!!!
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24.05.2020, 18:54Inaktiver User
AW: Wann wieder ein neues Tier ?
Mir hat eine Freundin das folgende Testatment geschenkt, als meine heißgeliebten Kater im Abstand von 3 Wochen gestorben sind.
Es hat mich zu Tränen gerührt, zum Nachdenken gebracht und wenig später hatte ich wieder 2 neue tollste Katzen der Welt.
Vielleicht geht es dir ähnlich.
Testament einer Katze
Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles, was sie haben
denen zu hinterlassen, die sie lieben.
Ich würde auch solch´ ein Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.
Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen, mein Spielzeug
und den so geliebten Schoß,
die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter Letzt
zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
gehalten im liebendem Arm.
Wenn ich einmal sterbe, dann sag' bitte nicht:
"Nie wieder werde ich ein Tier haben,
der Verlust tut viel zu weh!"
Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus
und gib' ihr meinen Platz.
Das ist mein Erbe.
Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles,
was ich geben kann.
(Margaret Trowton)
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24.05.2020, 19:04
AW: Wann wieder ein neues Tier ?
Du beschreibst das so, dass es mir die Tränen in die Augen drückt - ja genau, so ist das. Diese Lebewesen geben einem so viel, das ist unbeschreiblich. Seit Neuestem träume ich wieder vermehrt plötzlich von meinem Hund, ich weiß nicht warum. Aber in meinen Träumen ist er ganz real. Aber dann, bin ich auch ganz schnell wieder im Hier und Jetzt und schau nach meiner aktuell Liebsten. Und dann ist diese Trauer sofort wieder weg und in Dankbarkeit verschwunden, weil da ja mein Lieblings-Tier da ist.

Aber ein Leben ohne Tiere auf Dauer - das ist für mich nicht vorstellbar. Niemals.


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