Ich weiß jetzt nicht, wie du zu diesem Hund kamst - aber merkt man ihm so eine massive Problematik denn nicht an? Ich kenn tatsächlich keinen Hund mit so einer Beeinträchtigung, und wir haben hier wirklich viel Tierschutzhunde, egal ob von Orgas oder selbst auf der Straße aufgesammelt im Urlaub und was nicht alles. Es gibt ängstliche Hunde, die auch nach Jahren einen Bogen um andere Hunde und Leute machen, aber das allein kann man ja handeln.
Ich hätt jetzt gedacht, wenn ich einen Hund auf Pflegestelle besuche, und der ist einigermaßen entspannt, dann bleibt das auch so.
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Thema: Wir möchten einen Hund ❤
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06.08.2019, 18:37Inaktiver User
AW: Wir möchten einen Hund ❤
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06.08.2019, 18:37
AW: Wir möchten einen Hund ❤
Für jemanden, der noch nie Hunde hatte, stell ich mir ein Tier aus dem Tierschutz schwierig vor. Es kommt leider so oft vor, dass willige Menschen die Vierbeiner zurückbringen, weil "die Beschreibung" nicht passte oder sich der Hund zuhause ganz anders verhielt als im Tierheim. Diese Tiere bringen schon enorm "Verhalten" mit und gehören eigentlich in erfahrene Hände.
Letterschming, deine ursprüngliche Idee, euch einen Welpen einer mittelgroßen ruhigen Rasse auszusuchen, ist doch bestens. Schaut euch in Ruhe um, sucht einen guten (!) Züchter und seht euch seine Hunde an.*
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06.08.2019, 18:48Inaktiver User
AW: Wir möchten einen Hund ❤
Ganda, das ist wirklich unfair. Es gibt derart viel völlig unproblematische Tierschutzhunde, man muss so ein Vorurteil echt nicht weiterverbreiten.
Im Gegenteil wundere ich mich oft, wie vertrauensvoll und gutartig Hunde selbst nach schlechten Erfahrungen oft sind.
Es kommt leider auch oft vor, dass der Hund überhaupt nichts dafür kann, und die Leute einfach blöd sind.Es kommt leider so oft vor, dass willige Menschen die Vierbeiner zurückbringen, weil "die Beschreibung" nicht passte oder sich der Hund zuhause ganz anders verhielt als im Tierheim. Diese Tiere bringen schon enorm "Verhalten" mit und gehören eigentlich in erfahrene Hände.
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06.08.2019, 19:12
AW: Wir möchten einen Hund ❤
wir hatten auch schon einen hund aus dem tierschutz und sie war die unproblematischste hündin die wir kennenlernen durften - ein traum von hund in jeder hinsicht
sie wurde auf der strasse aufgelesen, dort wohl auch schon einige zeit verbracht bevor sie ins tierheim kam und dort wohl auch 1 oder 2 jahre saß
ich würde jederzeit wieder eine aus dem tierschutz nehmen - insoweit ich den hund vorher kennenlernen darf
von einem welpen würde ich als hundeanfänger auch ehern abraten - lieber sich im örtliche hundeverein/tierschutzverein umhören, ob irgendwo jemand aus gesundheitlichen oder persönlichen gründen einen erwachsenen hund abgeben muss
auch erwachsene hunde stellen sich ziemlich schnell auf die neuen besitzer ein (meine hunde haben bisher jeweils nur ca. 2-4 wochen gebraucht um sich einzuleben) und dinge lernen können auch erwachsene hunde, daher besteht überhaupt kein grund unbedingt einen welpen zu nehmen
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06.08.2019, 19:19
AW: Wir möchten einen Hund ❤
manche hund sind da sehr anpassungsfähig und zeigen ihr wahres ich erst nach einer gewissen zeit der eingewöhnung
manchmal sind auch bestimmte kombinationen die merkwürdige verhaltensweisen erst hervorbringen, die vorher gar nicht aufgefallen sind
(beispielsweise in der pflegestelle sind oft andere hunde die dem hund vll. sicherheit geben, im neuen zu hause ist er einzelhund und somit auf sich allein gestellt oder ohne orientierung gebendem anderen hund und reagiert dann völlig anders usw.)
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06.08.2019, 22:03
AW: Wir möchten einen Hund ❤
Also voraus: Deprivation ist nochmal eine ganz andere Nummer. Ich weiß nicht, inwieweit du das weißt. Kaspar-Hauser-Syndrom. Und Südosteuroa auch.
Ich hab sie nicht ausgesucht. Ich wollte keinen dritten Hund - eigentlich.
Meine Süße wurde mir versehentlich eines abends gebracht. Es war spät, Sch***wetter ... und ich habe gesagt, sie könne über Nacht bbleiben, Du weißt ja, wie das dann läuft. Meine alte Hündn hat umgehend Muttergefühle entwickelt, mein Oller hat die Kleine (sie war knapp vor dem Zahnwechsel) toleriert und ich hatte ein Bündel Angst.
In meiner Hybris (50 Jahre mit Hunden gelebt, qua Beruf immer mit Tieren zu tun ...) dachte ich: Ich zeig ihr die Welt, hab sie lieb, die Alten geben ihr Sicherheit ... Pfeifendeckel.
Zusammen mit einer Top-Fachfrau der Fachgesellschaft für Tierverhaltensmedizin habe ich jahrelang mit der Hündin gearbeitet, 1,5 Jahre Antidepressiva (aus tierschützerischen Gründen, weil es ihr schlecht ging), was sie langsam lernfähig und innerhalb ihrer Möglichkeiten trainierbar machte. Die Fachfrau konnte anhand der Defizite einigermaßen eingrenzen, ab wann keine erwachsenen Hunde als "role models" da waren.
Ich habe große Erfolge mit ihr, aber sie hat ein eingeschränktes Verhaltensrepertoire, eine nicht eindeutige Körpersprache und sie ist heute noch (nach 8 Jahren) draußen immer fluchtbereit. Außer es geht ums Jagen. Angstpatienten jagen häufig, da hier Belohnungssysteme im Gehirn angesprochen werden. Und sie hat viel Windhund.
Sie stellt in minimalen Stresssituationen das Fressen ein, frisst auswärts das ganze Wochenende nicht, trinkt auch nicht. Sie zeigt in (für sie) belastenden Situationen dissoziatives Verhalten. Sie kauert sich stundenlang unter den Stuhl, auf dem ich sitze - immer in Habachtstellung. Sie scannt immer 360 Grad (deshalb sieht sie auch jeden Hasen). Wenn ich sie mit in die Arbeit nehme (wir haben dort viele Hunde, die viel Spaß haben, liegt sie in einundderselben Stellung von Morgens bis ich nach Hause gehe. Sie rührt sich nicht und interagiert nicht mit den anderen Hunden.
Sie geht ungern raus. Zuhause ist sie ein zufriedener Couchpotato, spielt mit der Zweithündin (allerdings ist immer eine Art Mobbing dabei) und toleriert gelegentliche Pflegehunde oder spielt mit ihnen (in der Wohnung ohne Mobbing). Insgesamt ist sie ein bisschen "normal" geworden - im Vergleich zum Anfang.
Sie ist nicht von der Straße. Wir nehmen an, sie ist ziemlich sicher in einem rumänischen "Tierheim" geboren. ((Ich möchte mich jetzt nicht über südosteuropäische Tierheime verbreiten.)) Sie kannte nicht mal Licht und hat in den ersten Tagen nur im Dunklen gefressen. Zudem war sie, als ise zu mir kam, bereits kastriert, die Naht war verheilt. Vor dem Zahnwechsel. Ein Unding!
Von der Sorte kenne ich mehrere. Ein Wurfgeschwister ist angstaggressiv, wurde zurückgegeben und ist nach 8 Jahren immer Dauergast auf Pflegestelle.
Ich kannte vor meiner (ersten Tierschutz-)Hündin nur griechische und spanische Straßenhunde. Deswegen habe ich mir das auch zugetraut. Eine ganz andere Nummer. Gugel mal "Angsthund" oder "Hund Deprivation".
Naja, dafür hab ich viel gelernt. Jetzt liegt die Hübsche auf meinen Füßen unter dem Tisch. Es geht kein Wind, es zieht kein Sturm oder Gewitter auf, sie hört keine fremden Stimmen oder gar Kinderstimmen. Es ist kein Besuch da. Die Sitation ist entspannt.
Ohne die Fachkollegin und ihr Wissen, sähe es hier nicht so relativ rosig aus.
Nach den ganzen Hunden, mit denen ich bisher gelebt habe, ist sie echt eine Prüfung. Aber ...
(guckstu mein Album).
PS: Es gibt hier einen Strang zu Angsthunden, kann sogar sein, dass ich ihn eröffnet habe. Da schreibt eine Userin über ihren Hund (aus Polen, glaube ich) ähnliches. Erst ein bisschen besser, als er nicht wirklich mehr raus in die Welt musste und ein Rentnerleben führen durfte,Geändert von katelbach (06.08.2019 um 22:19 Uhr)
Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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06.08.2019, 22:15Inaktiver User
AW: Wir möchten einen Hund ❤
Katelbach, das glaub ich dir alles (und auch dass du die beste aller Halterinnen für diesen Hund bist, der damit den Jackpot geknackt hat...) - worauf ich hinauswollte ist: das ist für mich kein grundsätzliches Argument gegen einen Tierschutzhund.
Wenn ich auf eine Pflegestelle komme und der Hund läuft auf mich zu und zeigt sich entspannt, auch dann beim Gassigehen, und läuft da im Alltag relativ unauffällig mit, dann ist die Gefahr dass er derart vorgeschädigt ist für mich schon sehr gering.
Ich kenne auch Bilder von Hunden, die sich nur noch in eine Ecke drücken, und so leid sie einem tun - so einen Hund würde ich mir auch nicht zutrauen. Trotzdem bleibt das für mich wirklich eine kleine Minderheit, und mir tut das echt weh, wenn daraus "alle Hunde aus dem Tierschutz müssen ja ne Macke haben und sind Problemfälle" konstruiert wird.Geändert von Inaktiver User (06.08.2019 um 22:20 Uhr)
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06.08.2019, 22:16Inaktiver User
AW: Wir möchten einen Hund ❤
ich habe nicht alles gelesen ...ich möchte auch mal einen Hund wenn wir mehr Zeit haben und nicht mehr arbeiten ...ich hätte gern einen Rauhhaardackel ...unsere Freunde haben einen mit Namen Oskar - dieser Hund ist einmalig ...und macht seinem Namen alle Ehre ..braucht viel Konseqenz und hat ein liebevolles Wesen..nach dem Motto "kommst Du oder kommst Du nicht, dann kommt er oder er kommt nicht
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06.08.2019, 22:21Inaktiver User
AW: Wir möchten einen Hund ❤
katelbach, was ist eigentlich das negativ-besondere an hunden aus südosteuropa?
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06.08.2019, 22:30
AW: Wir möchten einen Hund ❤
Ach was, Pflegestelle.
Oft fallen Leute auf Orgas rein, wo man sich per Internet für einen Hund imShelter entscheidet und der dann eingeflogen wird.
Ich argumentiere nicht gegen Tierschutzhunde, sondern gegen das verbreitete Marketing..
Zwar finde ich, dass nicht jedes 16-jährige Dreibein nach hier exportiert werden sollte, aber das ist eine andere Geschichte.
Ich halte Tierschutzhunde nur bedingt für anfängergeeignet. Das sehe ich leider immer wieder. Das liegt aber nicht am Hund oder den Anfängern, sondern an den unzähligen unseriösen Orgas, die nur mit der Tränendrüse arbeiten (sucht Liebe, so dankbar [etwas, das es beim Tier nicht gibt]) und potenzielle Adoptierende unter falschen Voraussetzungen anlocken.
Ich würde inzwischen wahrscheinlich wieder einenTierschutzhund aufnehmen, aber ich habe jetzt wirkliche Erfahrung. In meinen Fach würde man von Real-life-Studie oder Real-world-Bedingungen sprechen.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin



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