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  1. Registriert seit
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    Junghund und andere Hunde

    Hallo,

    Nachdem ihr mir damals mit meinem alten Hund so geholfen habt, dachte ich, ich frag euch was wegen meiner kleinen.

    Seit ca. 6 Wochen habe ich eine Labradordame. Sie ist nun 20 Wochen alt. Und vor allem neugierig, frech und unvorsichtig. Also einer von diesen Welpen die Regale ausräumen und ständig irgendwo abstürzen, weil sie vor lauter Neugier nicht auf sich aufpassen. Und das an manchen Stellen durchaus mehrfach, weil die Neugierde/Frechheit überwiegt. Wenn ich ihr Grenzen setze, ist sie noch oft gefrustet. Sie bellt und knurrt dann und fängt auch an, an irgendwas herumzukauen. Oder sie schaut wie sie mich übergehen kann. Zum Beispiel indem sie versucht so in die Leine zu steigen dass ich stolpere um doch noch ans Ziel zu kommen. (Das ist ihr mal durch Zufall geglückt, seitdem versucht sie es zu Perfektionieren. Und so alle paar Tage hat sie damit Erfolg.)

    Also alles im allen einer von den aufgeweckten Welpen/Junghunden, aber so langsam wird es immer besser und ich weiß was ich tun muss.

    Was ich nicht weiß, ist mit anderen Hunden. Und ich glaube ich mach etwas falsch.

    Sie will immer zu allen Hunden, soweit normal für ihr Alter. Und ich habe immer gefragt und wenn sie darf, darf sie hin. Ein paar mal sind auch freilaufende Hunde in uns reingelaufen. Ich habe versucht dass zu verhindern, indem ich den fremdem Hund angesprochen und gestreichelt habe. Damit kommt sie aber nicht klar und hat sich dazwischen gedrängt.

    Sie hat an der Leine Kontakt und zieht da dann ziemlich. Das weiß ich ist falsch, aber wir werden viele Hunde von "Oh süß Welpe" und "Tut nix" einfach nicht los. Ich weiß nicht was ich dagegen tun soll. Mit Nein und Halter anschreien, habe ich es genauso wie mit Freundlichkeit versucht.

    Das heißt sie trifft zwischen 1-6 Hunde am Tag. Bekannte und unbekannte. Sehen tut sie noch mehr. Kommt halt auch aufs Wetter und was wir tun an.

    Sie geht nur selten langsam auf andere Hunde zu. Meistens rennt sie hin, ab und zu nachdem sie erst kurz einfriert und den anderen Hund kurz anstarrt. Und dann schleckt sie wie wild an den Schnauze des anderen. Völlig egal was der andere tut. Rennt er weg (ist tatsächlich eine häufigere Reaktion auf ihre Wildheit) rennt sie ihm hinterher und lässt ihn nicht mehr in Ruhe. Ignoriert er sie, macht sie einfach weiter. Knurrt er tut sie so als hätte sie ihn nicht gehört, oder wird bei kleineren sogar noch wilder. Von zwei verschiedenen ist sie inzwischen abgeschnappt worden. Den einen wollte sie Futter aus dem Maul klauen. Den fand sie genau 3 Minuten uninteressant, dann wollte sie wieder klauen gehen. Da habe ich sie angepampt und weggenommen. Bei der anderen hat sie kurz aufgequickt und ist trotzdem weiter auf sie zugerannt. Die hat nochmal nachgeschnappt und meine ist zu mir gerannt und hat sich Schutz gesucht. Und von dort hat sie dann den anderen Hund angebellt. (Nur um dann deren Besitzer anzurempeln und in den nächsten Hund reinrennen zu wollen.)

    Vor Leinenpöbler hat sie nur bei einem Angst gehabt. Aber seit wir Besitzer beide im Sitz hatten (mit größerem Abstand), will sie nun auch zu diesem immer hin. Zu allen anderen wollte sie schon davor hin und hat weil sie nicht durfte gebellt und geknurrt. Macht sie immer bei Frust, also immer wenn etwas schwer für sie zum aushalten ist. Also nicht wegen Aggression.

    Seit 1 1/2 Wochen ist sie so wild bei der Kontaktaufnahme, dass selbst manche Freunde nicht mehr so richtig mit ihr spielen wollen. Und seitdem bespringt sie wie eine verrückte, die anderen Besitzer. Ich habe es mit Sitz versucht. Da legt sie sich hin, stellt ihren Kamm vor Aufregung auf und springt den anderen Hund an, sobald er in Reichweite ist. Nur um an den Lefzen zu schlecken, oder nachzurennen, wenn er wegläuft.

    Beschnüffeln will sie sich nicht lassen. Ein Problem mit zwei ihrer männlichen Freunde haben wir. Sie wollen sie meist nach einem Spiel besteigen. Sie hat eine leichte Vaginitis und riecht gut. Aber sie liebt die beiden Trotzdem und spielt gerne und viel mit ihnen.

    Im Spiel ist sie rotzfrech. Sie klaut alles, packt die Schleppleine, der anderen Junghunde und zerrt sie damit quer über die Wiese (natürlich helfe ich den anderen Hunden aus der Situation), rempelt und rüpelt, wenn der andere keine Lust mehr hat. Kaut auf Ohren des anderen herum, um ihn zum spielen zu animieren. Vorhin hat sie im Frust einem Freund an den Lefzen gekaut (also wirklich ohne dass es weh getan hat). Der hat daraufhin nicht mehr mit ihr spielen wollen und ist lieber gegangen.

    Jetzt die Frage was habe ich falsch gemacht und muss ich ändern? Wie kann ich ihr beibringen, dass sie ihr bekannte Hunde nicht anzurempeln/anzuspringen hat? Wie mache ich ihr klar dass knurren bedeutet, höre auf damit? Und wie bekomme ich die Aufregung aus dem Hund hinaus?

    Und übersehe ich vielleicht etwas und dieses wilde ist eigentlich Ausdruck von "lass mich in Ruhe"? Falls ja, sollte ich die nächste Woche, sie einfach nicht zu anderen Hunden hinlassen und sie bei den Tut nixen auf den Arm nehmen (was sie sicher nicht will und mir wahrscheinlich übel nehmen wird)? Oder mache ich damit alles noch schlimmer?

    LG

    Glanz
    Geändert von Glanz (07.05.2019 um 01:53 Uhr) Grund: Missverständliche Formulierung geändert

  2. Avatar von chincat
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    AW: Junghund und andere Hunde

    Hallo Glanz, obwohl ich selbst einen Hund habe, der mittlerweile ganz gut drauf ist, bin ich wahrlich nicht die Hundeflüsterin vor dem Herrn. Und richtig gute Tipps habe ich leider nicht. Ich weiß nur eins: nicht auf den Arm nehmen.
    Aber hier melden sich bestimmt noch andere.


  3. Registriert seit
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    AW: Junghund und andere Hunde

    Hallo chincat,

    Danke für deine Antwort,

    Zitat Zitat von chincat Beitrag anzeigen
    Ich weiß nur eins: nicht auf den Arm nehmen.
    Das Problem ist nur, anders würde ich andere Hunde mit bescheuerten Haltern nicht fern halten können.

    Ich kriege meine noch nicht so hinter mich, dass ich den anderen Hund blocken kann. Sie würde es schlicht nicht schaffen sitzen zu bleiben, vor lauter Aufregung. Und ich glaube dass wird auch noch etwas dauern, bis wir so weit sind.

    LG

    Glanz

  4. Avatar von Mambi
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    AW: Junghund und andere Hunde

    Was machst du denn mit Deinem Hund so ausbildungsmäßig, oder nenn es meinetwegen Erziehung?
    Kennt sie ein "Nein" oder "Aus" und befolgt es?
    Arbeitest Du an der Leinenführigkeit?
    Wenn ja, wie?

    Falls noch nicht getan:
    Such Dir jemand kompetenten vor Ort... das kann ein Hundetrainer sein oder auch ein Verein.
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"

  5. Inaktiver User

    AW: Junghund und andere Hunde

    Hundeschule würde ich sagen und wenn sie älter ist agility.

    Auf den Arm nehmen ist nicht richtig. Damit machst du doch alles nur noch schlimmer.

  6. Avatar von Kleinfeld
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    AW: Junghund und andere Hunde

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auf den Arm nehmen ist nicht richtig. Damit machst du doch alles nur noch schlimmer.
    So was hatten wir letzte Woche. Unser ist auch ziemlich aufgeschlossen, freundlich und neugierig.
    Da wir keinen Kontakt an der Leine wollen, nehme ich ihn dann immer kurz und wir laufen kommentarlos am anderen Hund vorbei.
    Aber nein, die Kleinhundbesitzerin nimmt den natürlich auf den Arm
    Und dann wundern, wenn es von oben kläfft und den anderen ruckig macht.
    Klar wäre ich gerne die, die vor dem Frühstück Yoga macht oder joggt.
    Ich bin aber die, die halb bewußtlos Kaffee macht und atmet.

  7. Avatar von missani
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    AW: Junghund und andere Hunde

    Hallo Glanz - das Wichtigste ist, dass DU eine Beziehung zu Deinem Hund aufbaust. Dass Dein Hund DICH toll findet. Ich würde die vielen Begegnungen mal vermeiden und in ruhigeres Fahrwasser mit dem Mädel.
    Spiele Du mit ihr auf der Wiese und mach ihr das so richtig schmackhaft. Verstecke Sachen für sie, lobe, juble, benimm Dich selber wie ein Hund. DU musst das interessanteste Objekt werden - und das braucht Zeit. Ich schätze mindestens noch 6-8 Monate. Also Geduld.
    Dann wird sie nach Dir schauen, was will Fraule von mir, darf ich jetzt - darf ich nicht. Lenk sie ab mit einem Spieli, wenn sie andere Hunde wahrnimmt und lauf mit ihr spielend in eine andere Richtung. Du musst ihr sagen können, wo es entlang geht. Wenn Du für sie interessant wirst, kannst Du sie auch bald abrufen aus zu wildem Spiel, indem Du mit dem Spieli wedelst und wegrennst.

    Ich habe das alles gerade 2x hinter mir - 2x, weil eine junge Hündin verstorben ist mit 1,5. Und ich habe Nerven gelassen, weil ich von meinem alten Hund (13) verwöhnt war und dachte, toll - das bekomm ich sofort hin. Denkste. Hat gedauert - mindestens ein 3/4 Jahr...


  8. Registriert seit
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    AW: Junghund und andere Hunde

    Hundeschule haben wir keine und ich wollte auch keine machen. Die meisten hier sind entweder Einzeltrainer für Problemhunde, oder kommen mit Alphawurf, in die Seite puffen und niederdrücken und festhalten bis er aufgibt. Und das will ich nicht. Die die passt ist dermaßen teuer, dass ich da nicht hin wollte. Aber ich kann mich ja noch mal umschauen. Später wenn sie älter ist bekommt sie eine Arbeit. Also ausgelastet wird sie später.

    Sie kennt Nein, "Schluss jetzt" und ein Kommando zum ausspucken von Dingen. Und überwiegend befolgt sie es, auch wenn es ihr manchmal wirklich sehr schwer fällt.

    Ansonsten mache ich außen mit ihr Spiele, lobe ganz viel und ich übe den Rückruf und andere Kommandos mit ihr. Sie ist auch nach dem ersten Überschwang gut abrufbar und hört dann durchaus ab und zu auf ein Nein von mir. Manchmal muss ich es natürlich noch durchsetzen.

    Aber das ist ja Altersbedingt alles noch normal.

    Leinenführigkeit übe ich über stehen bleiben. Also sobald sie zieht halte ich an und warte bis sie die Spannung von der Leine nimmt.

    Zitat Zitat von missani Beitrag anzeigen
    Ich habe das alles gerade 2x hinter mir - 2x, weil eine junge Hündin verstorben ist mit 1,5. Und ich habe Nerven gelassen, weil ich von meinem alten Hund (13) verwöhnt war und dachte, toll - das bekomm ich sofort hin. Denkste. Hat gedauert - mindestens ein 3/4 Jahr...
    Oh dass tut mir leid dass sie sobald verstorben ist.

    Nerven lassen ist dass richtige Wort dafür. Und manchmal stehe ich mit offenem Mund daneben und denke dass kann es doch gerade nicht sein. Sie lernt auch so total anders, als ich es kenne. Also die meisten Hunde, die einmal irgendwo abgestürzt sind, sind danach vorsichtiger. Meine ist verdutzt, rennt einmal kurz den Stress ab und probiert es erneut.

    Ich versuche es mal mit ruhigeren Fahrwasser und Stärke noch mal mehr unsere Bindung zueinander. Was wirklich schwer wird. Hier rennt man, bei schönem Wetter, bereits vor der Haustür in einen Hund rein.

  9. Avatar von missani
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    AW: Junghund und andere Hunde

    Eine hundeerfahrene Freundin von mir sagte mir: Die macht das, was Du zulässt. Damit meinte sie, wenn ich 3x 2 Stunden mit ihr laufe, dann will sie irgendwann auch 3x2 Stunden laufen, usw. usw....

    Eine andere hat mir gerade 2 Bücher genannt, die jeder gelesen haben sollte, der einen Hund hat. "Hunde ernst genommen" von Trumler und "1x1 der Hundeerziehung" von Gail. Mehr müsse man nicht wissen von Hund. Punkt.

    Ich hab die Bücher bisher nicht angeschafft - habe seit 25 Jahren immer grosse Hunde und schätze, dass ich ganz viel verstehe davon, was meine Tiere so umtreibt.

    Die Rüpeleien - meine gehört auch zum "Stamm der robusten Bolzer" - bei Begegnungen, hab ich inzwischen im Griff - sie hört, wenns zu heftig wird und rettet sich selbst und damit auch den Gegenspieler - indem sie zu mir kommt.
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie ihre eigene Stärke noch nicht kennt - sich selber noch in der Schutzbedürftigkeit eines Welpen sieht - obwohl sie ca. 30 kg hat und jeder einen Bogen um sie macht, der uns nicht kennt.

    Hundeschule habe ich diverse besucht - damit mein Hund auch andere "Gesichter" (Rassen) kennenlernt. Und das war unterm Strich eine gute Entscheidung. Vor allem auch für mich - denn immer Angst haben, wie geht sie mit anderen um - und den Hund "verstecken" oder "vorbei führen" das will ich auf Dauer nicht. Ich habe gesehen, dass sie sozial ist und Rücksicht nimmt - dass sie auch mal austeilt, aber nicht böse wird dabei.
    Dafür ist eine Hundeschule mMn vor allem geeignet. Für den eigenen Blickwinkel.

    P.S. Selbstmordgefährdet ist meine übrigens auch - sie steht an jedem Abhang, kriecht in jedes dunkle Loch...irgendwann werden sie erwachsen, gib ihr Zeit - wir erwarten zu viel von einem Welpen/Junghund...
    Geändert von missani (07.05.2019 um 12:41 Uhr)

  10. Avatar von linsemo
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    AW: Junghund und andere Hunde

    Ich habe zwar keinen Hund, aber mich interessiert das Thema trotzdem, ich mag Hunde sehr und hatte mal einen. Aus dem Grund gucke ich auch immer den Martin Rütter samstags bei VOX. Ich finde es sehr interessant was er macht und er erklärt auch warum und wieso es so ist wie es ist. Er hat jetzt Sonntags auf RTL um 19.05 Uhr eine Sendung mit Welpen.

    Tue dir selber den Gefallen und stell den Hund nicht so hin. als ob er dir schaden will oder irgendetwas mit Absicht macht oder weil er unvorsichtig ist. Ein junger Hund ist nicht unvorsichtig, er will die Welt entdecken und fällt dabei schon mal Dingen auf die Nase. Wie bei kleinen Kindern.

    Martin Rütter hat auch ein Buch über Welpen herausgegeben. Da würde ich an deiner Stelle mal gucken.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

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