+ Antworten
Seite 4 von 8 ErsteErste ... 23456 ... LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 80

  1. Registriert seit
    14.03.2016
    Beiträge
    399

    AW: Junghund und andere Hunde

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Klar, dem stimme ich ja auch vollzu.
    Nur dem Teilsatz davor nicht:.
    Gut, dann drücke ich es nochmal umfangreicher aus, was ich gemeint habe.
    Freispiel ist Freispiel, da sollen die Hunde toben können und selbst ihre Sozialkompetenz ausbauen, also lernen wie sie die anderen Hunde lesen müssen und wie sie reagieren müssen. Wenn es zu viel wird: aus der Situation holen. Wenn aber 5 Trainer mit einer Wasserpistole daneben stehen und sich anmaßen zu erkennen, in welcher Situation man jetzt zur Bestrafung des Fehlverhaltens "spritzt", halte ich das für hausgemachten Schwachsinn. Die Hunde müssen selber lernen, wir sie zu reagieren haben, wenn zB ein stürmischer /penetranter/ängstlicher oder sonst was Hund auf sie zukommt.

    Wenn zB Hund A auf Hund B zustürmt und Hund B sich auf den Rücken wirft oder weg dreht oder sonstwas macht, wird er merken was und ob ihm das was bringt, dann ist es idR "geklärt". Springt Hund A weiter stürmisch rum und zwickt Hund B, kann man einschreiten. Wenn aber Trainer X mit der Wasserpistole auf Hund A spritzt um Hund B zu schützen, weil A stürmisch auf ihn zurennt, lernt keiner was Vernünftiges aus der Situation. Also ich wollte sagen, Freispiel bleibt Freispiel und sollte kein durch Menschen beeinflusstes Erziehungsspiel sein.

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Ich würde aufgrund des "hundekindlichen Gehirns" in dem Alter kein weiteres Training einbauen.
    Warum nicht? Wenn ein hundekindliches Gehirn Platz und Bleib lernen kann, kann es auch Bring lernen. Man muss ja auch klein anfangen und kann sich erstmal freuen, wenn das Apportel gebracht wird. Man muss ja nicht gleich einweisen etc. Wenn er es (von mir aus auch erstmal den Ball) bringt und dann noch Sitz macht oder warten kann bis er losgeschickt wird... das kann man alles in das normale Training einbauen. Für den Hund ist es dann aber eine Aufgabe/Arbeit und nicht nur Fütterungszeit. Warum sollte ihn das überfordern? Er ist ja nun kein Welpe mehr! Unsere Hündin wollte schon von klein auf arbeiten. Das bringt die Rasse mit sich. Sie ist vor Stolz nur so gestrotz, wenn ich sie für ihre Arbeit belohnt habe. Ich habe nun wirklich nicht den Eindruck, dass sie das überfordert hat.

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Zu den Gassi-Zeiten. Empfohlen werden pro Lebensmonat im ersten Jahr (bei größeren Hunden) max. 5 Minuten am Stück.

    Und das ist meiner Ansicht nach zuviel. Eine Stunde z. B. Apportieren plus Gassi/Sozialkontakte plus Grunsdkommandos.
    Wenn du einen lebhaften Labrador hast oder sonstige Aktivhunde, kannst du das nur einhalten, wenn du willst, dass er die von allein die Bude auseinander nimmt. Es redet ja keiner von stundenlangen Wanderungen.

    Zudem habe ich geschrieben, dass ich nicht weiß, wie oft und wie lange Glanz raus geht und/oder trainiert. Und dass man das auch mal statt eines öden Spaziergangs machen kann (muss ja auch nichtjeden Tag sein). Klar soll sie nicht täglich stundenlang trainieren und apportieren und Gassi gehen und und und
    Man bekommt aber normalerweise ein gutes Gespür, wieviel Auslastung der Hund braucht, damit er daheim entspannt ist und keinen "Unsinn" macht (Zitat Glanz).
    Und lieber gehe ich mit dem Junghund eine Stunde in den Garten und beschäftigte mich zielgerichtet mit ihm, mache Pausen, wenn er sich hinlegt oder unkonzentriert wird etc. als mich 20 Minuten von ihm durch die Gegend ziehen zu lassen. Hundeschulentraining macht man idR ja auch nur einmal die Woche und nicht täglich eine Stunde.

  2. Avatar von Hampelmuse
    Registriert seit
    24.09.2013
    Beiträge
    736

    AW: Junghund und andere Hunde

    In unserer Hundeschule lief das anders, ich würde mich weiter umgucken.

    Wir haben unsere mit anderthalb bekommen, ein ehemaliger Straßenhund und ich hab einen 8-stündigen Grundkurs mit ihr gemacht. Getroffen haben wir uns jeweils an öffentlichen Orten, es waren 5 oder 6 Hunde.
    Ich hatte als Jugendliche einen Hund, der top war, solange die Leine dran war, damals gab es solche Angebote nicht.
    In der ersten Stunde sind wir nur mit den Hunden an der Leine rum marschiert, jedes Mal wenn der Hund einen von sich aus angeguckt hat, gabs ein “Belohnungswort” und ein Leckerli. Das haben wir auch zuhause immer weiter geübt, alle in der Familie. Am besten funktioniert das, wenn man sich vorstellt, man macht ein Foto- in dem Moment, in dem man den Auslöser drücken würde, kommt das Wort und das Leckerli.
    Der Hund guckt bald ziemlich oft und achtet, was man so tut.

    Leinenführigkeit, da sind wir an einem Zaun entlang, der Hund innen und immer wenn er überholt hat, stellt man sich in den Weg. Ich hab das nur sehr “sanft” gemacht, ohne nach vorne neigen und oder ein Wort, nur in den Weg gestellt, das hat bei Madame total gereicht. Dann haben wir Hund-geht-Richtungswechsel-mit geübt und dann verschiedene Ablenkungen- Fußgängerzone, andere Tiere, sowas.

    Wasserspritze gabs nur beim Pöbeln, hat meine nie gemacht.

    Sitz/ Platz unterscheide ich nicht, weil Madame Probleme beim Sitzen hat. Sie soll verlässlich da bleiben, wo ich ihr sage, ob sie liegt oder sitzt ist mir egal.

    Für den Freilauf hatte ich mal eine Stunde eine Trainerin da. Das hat recht lange gedauert, anfangs musste sie ganz nah bleiben ( auf kurze Entfernung hat sie zuverlässig gehört).
    Madame ist inzwischen ein Bilderbuchhund.

    Beschäftigung, sie hat von Anfang an Sachen rumgeschleppt (gleich am ersten Tag wars der Staubwedel), das hab ich nur gefördert und so hat sie apportieren gelernt. Suchspiele, auch beim Gassigehen, gehen auch gut.
    Durch Fehler wird man klug, drum ist einer nicht genug.


  3. Registriert seit
    10.06.2017
    Beiträge
    99

    AW: Junghund und andere Hunde

    Es waren glaube ich knapp 10 Hunde und 7 Trainer. Es gab Übungen und eben zweimal Freispiel. Also Leine ab und toben. Bis zum abrufen. Dass Freispiel wurde von den Trainern begleitet und die haben zu aufdringliches Verhalten gemassregelt. Also wenn der andere gezeigt hat, dass er nicht mehr will und es trotzdem keinen Rückzug gab. Oder wenn es sonst irgendwie zu Konflikten hätte kommen können. Und sie haben aufgepasst dass die kleinen und jungen nicht überannt werden.

    Ich fand das dort auch unübersichtlich und war sehr gestresst. Meine Hündin nicht. Die hat beim Freispiel sich sehr selbstbewusst ins Getümmel gestürzt. Und ich hatte echt Schwierigkeiten darauf zu achten, was sie macht und auch darauf, dass niemand sie so von mir abschirmt, dass sie nicht zu mir kommen kann falls irgendwas ist. Aber es war nichts, alles okay. Und sie hat auch ansonsten sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wie gesagt sie hat ihres abgerufen, was sie kann und den Rest der Übungszeit damit zu gebracht, doch noch irgendwo zu einem der anderen Hunde hin zu kommen.

    Sie ist 4,9 Monate (21 Wochen) alt. Beim Thema Grundgehorsam sind wir also klar noch beim aufbauen von Sitz, Platz und Bleib und ich hab auch Such dazu. Also Sitz und Bleib und ich verstecke was und sie darf suchen. Natürlich noch so dass sie es super schnell findet. Das liebt sie total. Also alles. Wenn wir üben hat sie ab und zu für nichts und niemanden anderes ein Auge. Da können hundert Hunde vorbei gehen, sie würde es nicht mal bemerken. Und auch wenn wir danach noch kuscheln und schmusen auf der Wiese. Sie ist da total aufmerksam fast schon ein wenig versunken, also sie bemerkt wirklich nur mich, sich und ihr Spiel. Und den Rückruf, machen wir auch. Aber ich habe sie von Anfang an mit Offenen Armen zu mir gerufen und dann wenn sie kam mich total über sie gefreut.

    Dummys haben wir zwar, aber sie zahnt daher darf sie nicht. Und das wäre auch etwas viel auf einmal.

    Zum Thema Auslastung. Andersherum wird ein Schuh daraus. Ich habe am Anfang ein bisschen zu viel gemacht. Dann zu wenig und jetzt passt es seit etwa 3-4 Wochen. Also sie hat Zuhause keine Überreizung mehr. Und keine Langeweileattacken. Ihr jetziger Blödsinn ist also entweder weil sie Abends statt zu schlafen noch ein bisschen spielen will. Oder aus Neugierde, oder wenn sie hoch dreht.
    Daher auch die Leine. Meine Kleine braucht Auszeiten zum runter kommen.

    Sie begleitet mich natürlich im Alltag, was auch schon mal anstrengend genug ist. Dann gehen wir auch mal nur lösen. Dann tatsächlich spazieren und dann wieder zum spielen und zum üben auf die Wiese. Die 25 Minuten pro Gassigang reichen ihr nicht. Sie würde mir die Bude zerlegen. Reines Gassi gehen, also ohne dass irgendwas gemacht wird haben wir immer nur Abends und das auch nicht jeden Abend.
    Geändert von Glanz (12.05.2019 um 19:13 Uhr)


  4. Registriert seit
    14.03.2016
    Beiträge
    399

    AW: Junghund und andere Hunde

    Zitat Zitat von Glanz Beitrag anzeigen
    Beim Thema Grundgehorsam sind wir also klar noch beim aufbauen von Sitz, Platz und Bleib und ich hab auch Such dazu. Also Sitz und Bleib und ich verstecke was und sie darf suchen. Natürlich noch so dass sie es super schnell findet. Das liebt sie total. Also alles. Wenn wir üben hat sie ab und zu für nichts und niemanden anderes ein Auge. Da können hundert Hunde vorbei gehen, sie würde es nicht mal bemerken. Und auch wenn wir danach noch kuscheln und schmusen auf der Wiese. Sie ist da total aufmerksam fast schon ein wenig versunken, also sie bemerkt wirklich nur mich, sich und ihr Spiel.
    Super , da würde ich dran bleiben. Wenn du das noch schaffst, in Hundebegegnungen einzubauen, dann ist das doch ein toller Anfang. Dann wird sie auch gerne apportieren. Verstecke doch statt eines Leckerlis ab und zu ein kleines weiches Kissen/Stoffbeutel, geknotetes Handtuch oder irgendwas (als Dummy) was ihr Lieblingsteil werden könnte (falls du es nicht eh schon machst). Also immer dasselbe Teil am Anfang. Fürs Finden und Bringen gibt es Belohnung. Und dann nimmst du es mit zum Spaziergang. Bei einer aufgeregten Situation versuchst du ihre Aufmerksamkeit auf das Lieblings-Suchspielteil zu lenken. Wenn sie ruhig bleibt, neben dir sitzt oder sonstwas, gibt es eine kleine Sucheinheit mit dem Lieblingsteil. Vielleicht will sie es auch rumtragen oder holen, wenn du es wirfst. Das wirst du rausfinden.

  5. VIP Avatar von katelbach
    Registriert seit
    02.03.2011
    Beiträge
    15.953

    AW: Junghund und andere Hunde

    Zitat Zitat von Alpenmohn Beitrag anzeigen
    Freispiel ist Freispiel, da sollen die Hunde toben können und selbst ihre Sozialkompetenz ausbauen, also lernen wie sie die anderen Hunde lesen müssen und wie sie reagieren müssen. Wenn es zu viel wird: aus der Situation holen.
    Klar. Ich glaube, ich wehre mich einfach nur gegen die Aussage "die regeln das unter sich", weil ich da schon sovieles erlebt habe. Ähnlich wie mit dem postulierten Welpenschutz ...

    Wenn aber 5 Trainer mit einer Wasserpistole daneben stehen und sich anmaßen zu erkennen, in welcher Situation man jetzt zur Bestrafung des Fehlverhaltens "spritzt", halte ich das für hausgemachten Schwachsinn. Die Hunde müssen selber lernen, wir sie zu reagieren haben, wenn zB ein stürmischer /penetranter/ängstlicher oder sonst was Hund auf sie zukommt.
    Auch da bin ich 100%ig deiner Meinung. Ich kannte das mit der Wasserspritze überhaupt nicht. Keine der Hundeschulen bzw. keiner der Trainer, mit denen ich mit meinen Hunden war, hat das praktiziert oder empfohlen. Wir sollten splitten bzw. uns vor den eigenen Hund stellen, falls er gemobbt oder angegriffen wird, oder den eigenen Hund ohne Geschrei aus der Situation nehmen, wenn er mobbt oder beim Spielen austickt. Mein Oller war damals kurzfristig ein kleiner Aggressor - da rechte dann quasi "Hand auflegen", um ihn weder herzuholen.

    Also ich wollte sagen, Freispiel bleibt Freispiel und sollte kein durch Menschen beeinflusstes Erziehungsspiel sein.
    So rum formuliert: Bingo.
    Wobei das heutzutage mit den Hunden, die aus dem Auslandstierschutz kommen, auch deutlich komplizierter wird, da sie oft kein normales oder kein ausreichendes Verhaltensrepertoire mitbekommen haben. Ich meine ausdrücklich nicht die Straßenhunde, die zumeist in dieser Hinsicht super sozialisiert sind und "wissen, was sie tun". Sondern die, die isoliert unter Deprivationsbedingngen ihre wichtigsten Wochen verbringen. Eine Kollegin, FTA für Verhalten, sieht das als ein sehr großes Problem bei der Hund-Hund-Interaktion, weil die nicht unbedingt eindeutig kommunizieren können. Ich hab selbst so eine, die in der Hinsicht ein wenig behindert ist.

    Warum nicht? Wenn ein hundekindliches Gehirn Platz und Bleib lernen kann, kann es auch Bring lernen. Man muss ja auch klein anfangen und kann sich erstmal freuen, wenn das Apportel gebracht wird. Man muss ja nicht gleich einweisen etc. Wenn er es (von mir aus auch erstmal den Ball) bringt und dann noch Sitz macht oder warten kann bis er losgeschickt wird... das kann man alles in das normale Training einbauen. Für den Hund ist es dann aber eine Aufgabe/Arbeit und nicht nur Fütterungszeit. Warum sollte ihn das überfordern?
    Natürlich kann er "bring" lernen, ich denke aber, wenn da mehr dazukommt, dass ein Zuviel an Aufgaben in der Zeit vor der Pubertät tatsächlich zuviel ist (wie die Ballett-Französische-Sport-Reiten-Malen-...-Kinder). Neben ein paar Aufgaben gilt es ja, quasi mit jedem Schritt die Welt zu entdecken, und das fordert das Gehirn extrem. Wir haben übrigens mit allen Hunden täglich 2-mal ein paar Minuten die Hundeschul-Übungen gemacht. Das war schon ermüdend für die Junghunde.

    Unsere Hündin wollte schon von klein auf arbeiten. Das bringt die Rasse mit sich. Sie ist vor Stolz nur so gestrotz, wenn ich sie für ihre Arbeit belohnt habe. Ich habe nun wirklich nicht den Eindruck, dass sie das überfordert hat.
    Glückwunsch!
    Meine temperamentvollen Golden-Rüden, Arbeitsslinien, keine weißen "Valium-Goldens", wie eine Züchterin die Showlinien nennt, waren beide extreme Spätentwickler. Grundkommandos, Leinenführigkeit etc. waren kein Thema, aber in ihnen Interesse für Apportieren oder Parcours zu wecken, klappte bei einen nie, beim anderen sehr spät.
    Meine Angsthündin mag gar nichts, nur die Jagd. Ok, sie ist halber Windhund. Sie macht vieles mit und balanciert auch auf Baumstämmen. Aber nie freiwillig.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  6. Avatar von Hampelmuse
    Registriert seit
    24.09.2013
    Beiträge
    736

    AW: Junghund und andere Hunde

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    "Valium-Goldens"
    Ich hör das ja öfter, irgendwie ärgert mich das zunehmend.

    Ich wollte damals aus dem Tierschutz einen Hund, der natürlich zu meinen Lebensbedingungen passt und der sonst eher schlechtere Karten bei der Vermittlung hat. Ja, die ganze Retriever-Sparte sei mittlerweile schwer zu vermitteln, sie seien so unkompliziert (Tierschutzhunde).
    Und in meinem Umfeld bestätigt sich das, ein Golden sei keine Herausforderung.
    Stattdessen wird sich als kompletter Hunde-Anfänger ein Loch in den Bauch gefreut, einen Weimeraner-Welpen abgestaubt zu haben, obwohl die sonst nur an Jäger gehen, und fortan macht man sich das Leben schwer. Ein Cane Corso muss es sein, leider frisst er gerne Paketboten. Oder der Jack-Russell vom Nachbarn (den muss man nicht erziehen, den kann man hoch nehmen, spazieren gehen kann er leider nicht). Die Pöbel-Hunde, die mir alltäglich begegnen.

    Ich meine damit nicht dich und deine Hunde katelbach, und ich versteh auch, dass man optische/ Rassevorlieben hat, mich ärgert nur das Breittreten des Vorurteils (erst recht vom Züchter), weil in der Realität doch eher andersrum ein Problem ist. Ein Hund ist doch kein Blumenstrauß und auch goldens sind nicht alle gleich und müssen erzogen werden.
    Durch Fehler wird man klug, drum ist einer nicht genug.


  7. Registriert seit
    14.03.2016
    Beiträge
    399

    AW: Junghund und andere Hunde

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Klar. Ich glaube, ich wehre mich einfach nur gegen die Aussage "die regeln das unter sich", weil ich da schon sovieles erlebt habe.
    auch wenn ich jetzt OT-mäßig drauf rumreite, aber wenn du nur das raus liest, was du raus lesen willst und nur einen Satz liest und nachfolgende (erklärende) Sätze ignorierst, ist das echt anstrengend.
    Klar ist ein "die regeln das" blöd formuliert, aber wir reden hier von spielenden Junghunden in einer Hundeschulstunde und nicht von einem Aufeinandertreffen völlig unterschiedlicher Hunde im Park. Da hat "die regeln das" natürlich eine andere Bedeutung, aber soviel Verständnis erwarte ich irgendwie.

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Meine temperamentvollen Golden-Rüden, Arbeitsslinien, keine weißen "Valium-Goldens", wie eine Züchterin die Showlinien nennt, waren beide extreme Spätentwickler. Grundkommandos, Leinenführigkeit etc. waren kein Thema, aber in ihnen Interesse für Apportieren oder Parcours zu wecken, klappte bei einen nie, beim anderen sehr spät.
    Meine Angsthündin mag gar nichts, nur die Jagd. Ok, sie ist halber Windhund. Sie macht vieles mit und balanciert auch auf Baumstämmen. Aber nie freiwillig.
    Auch hier. Es mag ja alles sein, dass deine Hunde da anders sind. Aber wir reden hier nicht von einem Spätenwickler oder unsozialisiertem Auslandshund sondern von einem jungen Labrador (vermutlich aus einer Zucht und nicht aus dem Ausland), der vollkommen angstfrei und voller Lebensenergie durch die Welt springt und offensichtlich lernen will.
    Warum kann man dann seine Ratschläge nicht auf diesen Hund zugeschnitten geben und Vorschläge machen. Nur weil deine Hunde das nicht wollen, heißt das doch nicht, dass das immer so ist. Glanz kann doch daraus mitnehmen, was für ihren Hund richtig ist.

    Hättest du schon mal so einen Hund zuhause gehabt, würdest du sicher anderer Meinung sein. Und der Vergleich mit Ballett-Klavier etc.-Überforderung ist echt lächerlich. Wir reden hier von einem Hund. Wenn der keinen Bock hat, zeigt er das schon. Keiner verlangt, dass Glanz wie ein Drillmaster daneben steht.
    Aber wenn der Hund Spaß dran hat, will er lernen, der Jagdhund (Labrador) insbesonders. Man kann es zumindest anbieten, wenn er nicht will, lässt man es halt.

  8. VIP Avatar von katelbach
    Registriert seit
    02.03.2011
    Beiträge
    15.953

    AW: Junghund und andere Hunde

    Ich weiß das und ärgere mich, seit ich 1986 meinen ersten Golden ausgesucht habe - aus einer Zucht im Ausland, Züchterin Engländerin, die sich ihr ganzes Leben lang und noch jetzt extrem für die Rasse engagiert hat und das noch tut.

    Noch in den 80ern gab es eine Reihe doofer Filme und auch TV-Werbungen, das ganze analog zur Rama-Familie, bloß mit Hund. Da kam dann das Klischee-Bild vom Golden als bewegliches Stofftier auf. Leichtführig, will to please (was ja stimmt, aber anders gemeint ist, ...). Jeder legte sich einen Golden zu, möglichst groß, weiß und niedich - ausgeprägter Stopp, Kindchenschema. Und Erziehung braucht´s ja nicht.

    Mit Valium-Goldens bezeichnete die Züchterin meines ersten, dunkel-karamellfarbenen Temperamentsbündels die Goldens, die damals schon in Europa, speziell in Detschland, zunehmend gewünscht wurden: groß, wenig Bewegungsfreude, Couchpotatoes.
    Und leider, leider sind viele auf die Disney-Filme und die Hundefutter-, Versucherungs- und sonstige Werbespots mit Goldens reingefallen und haben nicht realisiert, dass auch ein fauler Hund Erziehung braucht. Auch wenn er aussieht, wie ein überdimensioniertes Steifftier.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  9. VIP Avatar von katelbach
    Registriert seit
    02.03.2011
    Beiträge
    15.953

    AW: Junghund und andere Hunde

    @Alpenmohn

    Sorry, wenn du doch falsch verstanden fühlst. Bei dir lese ich raus, dass du weißt, was du tust.

    Ich habe bisher ca. 56 Jahre mit Hunden gelebt und habe die verschiedenen Lehrmeinungen auch noch in Klinik und Praxis erlebt. Zum Füttern, zur Bewegung, zu Ausbildung ...

    Die Wahnsinnigen, die auf die Uhr schauen, um ihren Hund "auszupowern" "(ich muss noch eine Stunde gehen, dann zum Trailen ..."), die, die mit einem 7 Monate alten Hund mit Obedience anfangen, ohne dass der Grundgehorsam vorhanden ist, die die Balljunkies produzieren, weil se schon einem 12 Wochen alten Hund bis fast zur Besinnungslosigkeit Bälle werfen ... Und jeden zweiten Tag haben sie, nein: der Hund, einen anderen Kurs ...

    Der Vergleich mit Ballett-Eltern und ein dicker Hals seien mir erlaubt.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  10. Avatar von Hampelmuse
    Registriert seit
    24.09.2013
    Beiträge
    736

    AW: Junghund und andere Hunde

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen


    Mit Valium-Goldens bezeichnete die Züchterin meines ersten, dunkel-karamellfarbenen Temperamentsbündels die Goldens, die damals schon in Europa, speziell in Detschland, zunehmend gewünscht wurden: groß, wenig Bewegungsfreude, Couchpotatoes.
    Silbernes Besteck, Goldener Retriever, inzwischen gelten sie halt offenbar als langweilig.

    In dem Zusammenhang klingt der Valium-Hund wieder anders. Ist halt ein Trigger bei mir, aber natürlich nicht das einzige fragwürdige Vorurteil einer Rasse gegenüber.

+ Antworten
Seite 4 von 8 ErsteErste ... 23456 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •