Vor gut drei Wochen habe ich - wohl etwas übermütig - die jetzt 6,5 Monate alte Katze (die Wilde) meines Sohnes „geerbt“. Er lebt in einer 1 -Zimmer Wohnung und dachte wohl, dass Katzengesellschaft etwas Nettes für ihn ist...
Da wir (mein lieber Mann und ich) eine viel größere Wohnung mit großem Balkon (Katzennetz) haben und dazu schon eine Katze (die Ruhige, 9 Jahre alt), habe ich meinem Sohn angeboten, seine Wilde bei uns aufzunehmen. Auch, weil unsere andere Katze im Dezember mit 17 Jahren gestorben ist. Die Wilde und die Ruhige akzeptieren sich, aber das war es auch schon. Zusammen spielen… eher Fehlanzeige.
Die junge Wilde springt über Tische und Bänke. Ein lautes NEIN!!! bringt nur kurz Entspannung. Morgens muss ich immer irgendwas aufsammeln oder zusammen kehren. Zudem ist sie extrem anhänglich und menschenbezogen, schreit oft. Spielzeug, Kratzbaum etc. ist alles vorhanden.
Mein sonst sehr geduldiger Mann hat nun schon zweimal lauthals gefordert, dass die Katze weg muss. Ich kann ihn da mittlerweile sogar verstehen - eine Tasse Kaffee in schönster Ruhe ist nicht mehr möglich.
Leider wohnen wir im 1. Stock in einem Mehrfamilienhaus. Die Gegend wäre okay für Freigang, aber ich habe keine Ahnung, wie ich das über das Treppenhaus regeln kann. Ich bin täglich zwischen 7 und 16.30 Uhr unterwegs. Ich weiß nicht, ob ich die Wilde daran gewöhnen kann, in dieser Zeit draußen zu bleiben. Eine andere Möglichkeit wäre eine Katzentreppe, aber die würde dann auf das Grundstück unserer Nachbarn (die haben auch eine Katze) unter uns führen – das müsste dann für viele Jahre so sein und ich weiß nicht, ob ich das den Leuten zumuten kann.
Ich habe mein ganzes Leben lang Katzen gehabt und muss gestehen, dass die Wilde wirklich nervtSind wir mit unseren fast 60 Jahren zu alt für eine junge Katze? Was können wir tun bzw. wie kann es beiden Parteien (Katze und Mensch) besser gehen? Die Wilde kann nämlich auch extrem süß sein und hat einen lieben Charakter.
Hat jemand einen Tipp für uns?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 16
Thema: Die Wilde macht uns wild...
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28.03.2019, 09:38
Die Wilde macht uns wild...
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28.03.2019, 09:42
AW: Die Wilde macht uns wild...
Ja - sprecht mit euren Nachbarn wegen einer Katzentreppe.
Die junge Katze braucht anscheinend unbedingt Freigang. Ist sie von einem Bauernhof o.ä.?
Eine Bekannte von mir hatte auch eine junge Katze von einem Hof übernommen, und die ist bei ihr zuhause durchgedreht. Flog ein Schmetterling vorbei, hat sie sich gegen die Scheibe geschmissen... Gemaunzt, hin- und hergerannt, gesprungen, getobt...
Sie hat sie dann zu ihrer Mutter mit Garten gebracht - kein Vergleich, die Katze war sofort völlig entspannt."Wenn du erstmal Feminismus hast, das wirst du so schnell nicht wieder los."
(Gerburg Jahnke)
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28.03.2019, 13:16
AW: Die Wilde macht uns wild...
Wenn es nicht reicht, daß ihr sie selber durch die Bude hetzt (mehrmals am Tag, und falls sie eine Bengalin sein sollte, reicht das nicht): Könnt ihr ihr beibringen, im Geschirr zu gehen und sie "Gassi" zu führen? Die muß ihre Energie irgendwie abbauen.
Wenn die Nachbarn eine Katzentreppe akzeptieren, noch besser. Die Gefahr ist allerdings, daß sie abhaut... Vielleicht sie erst mal an den Balkon gewöhnen, daß das "Kernrevier" ist ("wo mein Futternapf steht, da bin ich daheim").
Wie kommt sie in die Wohnung? Oder macht ihr ein Schlupfloch auf den Balkon und richtet dort ein Katzenquartier ein, wo sie bleiben kann, wenn sie heimkommt und niemand sie reinlassen kann?
Meine Katzen könnten aus dem ersten Stock so rauf und runter (Boden, Gartenmäuerchen, Pergola, Müllschuppen, Balkon, ich laß sie aber nicht, weil sie verpeilt sind) vielleicht läßt sich eine Treppe entsprechend reduzieren, wenn die Gegebenheiten da sind.
Älter wird sie ganz von selber...** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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28.03.2019, 13:30
AW: Die Wilde macht uns wild...
“Die Wilde”...wie süß, ok, ich weiß, sie nervt.
Ich würde auch zuerst mal mit den Nachbarn reden wegen Treppe, ihrer eigenen Katze und der Sache mit dem Geschäft verrichten.
Alles andere würde ich nach diesem Gespräch dann entscheiden.
Auf Dauer hört sich das nach keiner Wohnungskatze an und dann würde ich sie lieber zur Adoption freigeben, wohin mit viel Auslauf und Freiheiten.
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28.03.2019, 20:21
AW: Die Wilde macht uns wild...
Wir hatten im Mehrfamilienhaus über Jahren einen Freigänger
Er hatte unter dem Vordach Regenschutz und ansonsten stand er vor der Tür und wie liessen ihn rein
Da saß er dann bis die Halterin kam auf der Fußmatte oder um 18h!!! bei anderen Nachbarn um mit dem Kind TV zu schauen
Dennoch wusste er wo er hingehörte
Hängt natürlich von den Mietmitern ab
Es wird Zeit für eine neue Signatur
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04.04.2019, 09:45
AW: Die Wilde macht uns wild...
Danke für eure lieben Antworten. Die Wilde ist wirklich wild und ein ruhiges Arbeiten am Computer (ich habe ab und an Homeoffice) ist nicht möglich. Sie springt auf jedes Regal, Drucker, Erhöhung und sei sie noch so schmal. Das nervt natürlich auf Dauer. Eigentlich ist sie ein verkappter AffeAuf Dauer hört sich das nach keiner Wohnungskatze an und dann würde ich sie lieber zur Adoption freigeben, wohin mit viel Auslauf und Freiheiten.
Gerade habe ich sie aus meinem Zimmer geworfen und höre nun, wie sie draußen rumfegt.
Mein Mann ist da leider sehr angestrengt. Ich hingegen kenne mittlerweile auch die Vorzüge der Wilden und die sind einfach zuckersüß.
Mit dem Freigang ist das so eine Sache. Die Tierärztin meint, wahrscheinlich müssen wir sie rauslassen um unsere Nerven zu schonen, aber sie ist extrem unbedarft und unängstlich. Es gibt schon eine Straße in der Nähe, die zwar 30er Zone ist... aber es hält sich niemand dran.
Der Vorschlag oben ist wahrscheinlich gar nicht so schlecht, aber es würde mir das Herz brechen. Den Balkon habe ich schon mit einem Netz verkleidet... bei der anderen Katze war das irgendwie nie ein Problem.
Und die ist mittlerweile auch extrem genervt.
Alles nicht so schön
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04.04.2019, 10:05
AW: Die Wilde macht uns wild...
Mainnixe, könnt ihr die Wohnung "aktivekatzengerechter" gestalten?
Also keine Stehrümchen, katzentragende Bretter *über* allem, was keine Katze tragen soll, Sisalteppiche an den Wänden, Kletterstangen, Rundläufe in allen Höhen? Da sollte man groß denken und sich sagen, "Einrichtungsmotiv dieser Wohnung: Wilde Katze!", dann sieht das auch gut aus. Halbe Sachen bringen's oft nicht.
Ansonsten, natürlich viel mit ihr spielen, und wenn möglich, mir ihr im Geschirr spazierengehen, oder sie quasi an der Longue auf einen Grasplatz zu führen, wo sie nach einem Federspiel oder Tigerschwanz haschen kann. Vorsicht mit allem, wo man reinklettern oder sich verstecken kann, vor allem, wenn sie unsicher ist.
Meine Jungs würde ich auch nicht frei laufen lassen, die sind so lieb und verpeilt.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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04.04.2019, 10:42
AW: Die Wilde macht uns wild...
Hallo Mainnixe,
ist die Kleine schon kastriert ? Danach und mit der Zeit sollte sie etwas ruhiger werden, aber sicher nicht in den nächsten Wochen.
Als unsere Coonies 6 Monate alt waren, mussten wir uns im Bett komplett bedecken und durften keinen Zeh bewegen, ohne "bespielt" bzw. gekratzt oder gefangen zu werden. Es war ziemlich anstrengend und wir sagten uns immer, das geht vorbei. Ist es auch, hat aber gedauert.
Ich würde auch versuchen, ihr Freigang zu ermöglichen über eine Katzentreppe oder einfach zur Tür rauslassen und wieder rein, wenn ihr daheim seid. Sie wird es lernen. Fangt an einem verlängerten Wochenende damit an, vielleicht erst mal 3-4 Stunden und dann steigern. Natürlich besteht die Gefahr, dass sie überfahren wird, aber wenn ihr zu gestresst seid und mit ihr in der Wohnung nicht zurecht kommt, ist auch keinem geholfen.
Woher kommt denn die Katze ? Ich würde eher tippen, nicht vom Bauernhof, sonst wäre dein Sohn wohl die 6.5 Monate in der kleinen Wohnung doch gar nicht klar gekommen, oder ?
LG
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04.04.2019, 11:23
AW: Die Wilde macht uns wild...
Alle sind genervt - die Menschen, die alte Katze und die neue auch.
Wo liegt also der Vorteil vom Freigang "verwehren"?
Ich habe zwei kastrierte Kater, seit 8 Jahren. Ruhiges Gelände am Stadtrand: kleine Siedlung, Feld, Wiese - aber nach einer Seite mit reichlich Abstand auch eine Bundesstraße.
Die Kater haben seit 8 Jahren Freigang - alles gut. Der ältere - war 4 Jahre als er einzog, war ein ruhiger Wohnungskater. Da im Sommer unsere Haustür oft offen steht, ergab sich das mit dem Freigang.
Der jüngere, kam in gleichen Jahr als 6 Monte altes ziemlich verhungertes Kitten von einem Bauernhof, alles andere als ruhig.
Beide leben seit 8 Jahre mit Freigang in der Nähe der Bundesstraße - alles ok.
Letztes Jahr kam ein dritter (nicht ganz 1 Jahr alt) dazu: unsozialisiert, nicht kastriert, in meinen Augen verhaltensgestört weil - zu früh von der Mutter genommen und als Einzeltier in der Wohnung gehalten. Hab ihn als erstes kastrieren lassen, danach mit viel Aufwand einen Waffenstillstand im Haus hergestellt. Kater 1 hat den neuen ignoriert und toleriert, so lange der ihn nicht "angegangen" hat. Kater 2 hat den neuen schneller toleriert und begann mit ihm zu spielen. Ich weiß, der Altersunterschied ist nicht optimal, aber der neue war eben "da" und einfach so wegstellen geht nicht.
Der neue hat sich trotz meine Bedenken (unvorsichtig, neugierig, impulsiv...) den Freigang erkämpft. Er hat ihn genossen, sich den Namen Killmausky erarbeitet und wurde ein zufriedener ausgelasteter Kater.
Umgänglich, freundlich - alles was am Anfang gefehlt hat.
Am Ende ist er dann doch überfahren worden.
Ich habe sehr um ihn getrauert - aber ich habe ihm seine Freiheit gegönnt und würde es wieder so machen.Stärke ist auch zu wissen, dass man nicht immer stark sein kann
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04.04.2019, 11:43
AW: Die Wilde macht uns wild...
Wer spielt den mit der Wilden?
Für Freigang müßte die kleine Wilde kastriert sein. Ist das schon erfolgt?
Der Altersunterschied von den beiden Katzen ist sehr groß, da ist friedliche Koexistenz schon gut. Die haben auch ein unterschiedliches Spiel- und Ruhebedürfnis.
Ich habe gerade zwei junge Jungs, ungefähr ein dreivierteil Jahr alt. Der eine ist eine Aktivkatze und der andere ist ruhiger. Die toben und spielen sehr schön miteinander. Ich spiele den Aktivkater mindestens zwei Mal täglich müde und zwar so müde, dass er umfällt; Morgens eine Runde und abends eine Runde. Dann hat der kleine Aktivkater immer noch genug Energie mit dem anderen Kater zu toben und zu spielen und seine kleine neugierige Nase überall hinein zu stecken und die gefühlt 100.000 Bälle durch die Wohnung zu kicken. Damit wirkt er insgesamt sehr zufrieden und ausgeglichen. Der andere Kater, hier auch als die Schrankkatze bekannt, braucht deutlich weniger Bewegung. Der spielt immer gern mit der Aktivkatze. Wenn er lustig ist, schließt er sich auch den gemeinsamen Spielen an und das reicht im völlig.


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