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  1. Inaktiver User

    verwirrt Problemhund - Wer weiss Rat?

    Zur Vorgeschichte: Ich habe zwei Chow-Mischlinge. Coffee ist jetzt sieben Jahre alt, Bessie sechs. Coffee ist ein Chow-Schaeferhund-Mischling und vom Wesen her sehr Schaeferhund – sehr anhaenglich, freundlich, aber auch ein guter Wachhund (von sich aus). Was bei Bessie noch drin ist ausser Chow, weiss ich nicht so genau. Bessie ist sehr eigen – sie hat es nicht so mit anderen Menschen, ihre Bezugswesen sind Coffee und ich. Von der Groesse her sind beide schon eine Handvoll – Coffee wiegt ca. 31 Kilo, Bessie ca. 25.
    Als mein Mann und ich vor ueber vier Jahren geheiratet haben, hat mein Mann eine Beagle-Dalmatiner-Mischlingsdame „mit in die Ehe gebracht“. Ihr Name war Nipper und sie war nicht besonders gross – halt normale Groesse fuer einen Beagle. Bessie konnte Nipper nicht besonders ausstehen – ich habe es damals damit erklaert, dass Bessie Nipper als Eindringling in ihr Territorium angesehen hatte, und sie mit weiblichen Hunden eh nicht so gut klar kommt. Nipper war ein sehr lieber und anhaenglicher Hund, und hat Bessie nie provoziert. Trotzdem kam es immer wieder zu Beissereien zwischen den beiden, dergestalt, dass Bessie sich ohne Vorwarnung und ohne ersichtlichen Grund auf Nipper stuerzte und sie wuetend attackierte – aber nicht „normale“ Rangordnungskaempfe, sondern richtig wuetend bis aufs Blut. Oft genug ist Coffee noch dazwischen gegangen, um Nipper zur Seite zu stehen. Wir haben die beiden dann gar nicht mehr zusammen alleine gelassen, was auch ohne Probleme ging, weil Nipper es gewoehnt war, laenger alleine zu sein. Nipper ist dann vor zwei Jahren gestorben.

    Vor sechs Wochen haben wir einen reinrassigen Beagle aus dem Tierheim adoptiert, hauptsaechlich, damit mein Mann auch wieder „seinen“ Hund hat. Freddy ist knapp ein Jahr alt, sehr anhaenglich und kuschelbeduerftig. Er war im November in einen Autounfall verwickelt, hat in einer langen Operation die Schulter gerichtet bekommen und hat dort auch eine Metallplatte drin. Er hat sich sehr schnell hier eingelebt, kommt mit Coffee und den Katzen prima aus, und bis gestern dachte ich, auch mit Bessie. Ich habe die beiden schon spielen gesehen, dass Bessie nur auf der Seite lag, und Freddy auf ihr drauf hing und sie in die Ohren, die Nase, die Pfoten und den Schwanz biss – und Bessie liess sich alles ohne Mucks gefallen. Ab und zu und auch ganz normal, haben die beiden aelteren schon mal ein Verwarnungsknurren von sich gegeben, wenn Freddy zu wild wurde, aber wie gesagt, alles im normalen Rahmen.

    Bis sich gestern abend dann Bessie voellig unvermittelt (und ohne Warngeknurre oder sonstwas) auf Freddy draufstuerzte und ihn wuetend attackierte – so lange, bis Coffee, mein Mann und ich die beiden auseinander bekamen. Bessie hatte sich regelrecht in Freddy verbissen, und Freddy hatte ueberhaupt keine Chance sich zu wehren. Freddy ist ziemlich laediert und muss morgen frueh als erstes zum Tierarzt – die Bisswunde auf seiner Stirn ist geschwollen, und er hat sichtliche Schmerzen in der vom Unfall laedierten Schulter.

    Frage ist: Was mache ich jetzt mit Bessie? Weggeben kann und will ich sie nicht – sie haengt eindeutig sehr an Coffee und mir – das wuerde ihr das Herz brechen (ich sollte vielleicht noch hinzufuegen, dass sie nicht an meinem Mann haengt – mittlerweile duldet sie ihn, mehr aber auch nicht.) Und merkwuerdigerweise hat sie das auch noch nie bei unseren Katzen gemacht - von denen laesst sie sich auch in die Ohren beissen und alles moegliche.



    Ich moechte Freddy auch nicht dauerhaft von den beiden trennen. Beagle sind nun mal Rudelhunde, und die vom Tierheim waren hoch erfreut, dass Freddy nicht nur in eine Menschenfamilie kommt, sondern auch eine Hundefamilie. Bessie traegt derzeit einen Maulkorb – mit dem kann sie saufen, aber so ganz das Wahre ist das nicht, wenn’s wieder warm wird mit hecheln und so – dafuer ist der Maulkorb zu eng. Und eigentlich will ich sie auch nicht bis an ihr Lebensende mit Maulkorb herumlaufen lassen.

    Wir gehen derzeit mit Freddy zur Hundeschule, und morgen werde ich die Trainerin auf unser Problem ansprechen, und ich werde auch mit den Beratern vom Tierheim telefonieren.

    Ich dachte aber, ich stelle das Problem hier rein – vielleicht weiss ja jemand Rat. Ich sollte noch hinzufuegen, dass ich meine Hunde gewaltfrei erzogen habe – selbst den Klapps mit der zusammengerollten Zeitung gab’s bei mir so gut wie nie.

    Vielen Dank fuer's Lesen und sorry, dass es so lang geworden ist - aber ich bin echt mit meinem Hundelatein am Ende (und das sind noch nicht mal meine ersten Hunde).

    LG, Bluebonnet

  2. User Info Menu

    AW: Problemhund - Wer weiss Rat?

    Hallo Bluebonnet,
    wie hast Du die beiden getrennt? Im Nacken gepackt und ausseinander geholt? Was hast Du anschliessend mit Bessie gemacht? Ausgeschimpft, weggeschickt auf ihrne Platz?
    Was passiert, wenn beide sich gegenüberstehen und deine Bessie fängt an zu knurren und Du sagst ihr, das sie das lassen soll.
    Hört sie dann auf oder reagiert sie dann nicht auf Dich?
    Wäre interessant zu wissen, denn wenn sie auf Dich hört und sofort aufhört, dann kannst Du einiges einüben.
    Liebe Grüße
    Andrea

  3. Inaktiver User

    AW: Problemhund - Wer weiss Rat?

    Liebe Andrea,

    danke fuer Deine Antwort. Ich versuche noch ein paar Infos hinzuzufuegen bzw. Deine Fragen zu beantworten.

    Ich habe sie gar nicht getrennt - letztlich hat Coffee (mein anderer Hund) sie ein paar mal am Schlaffitchen gehabt und abgezogen.

    Grundsaetzlich kann ich zwischen Bessie und Freddy auch kein feindseliges Gehabe ausmachen. Bessie knurrt nicht, wenn sie ihn sieht, und normalerweise - oder zumindest bis Samstag - haben die beiden sehr eintraechtig miteinander gespielt. Ich war auch anwesend, als Bessie auf Freddy losging. Es war kein Futter im Spiel, kein Spielzeug, nichts. Freddy sass da und wartete (wie die anderen auch) auf sein Futter, und unvermittelt fiel Bessie ueber ihn her.

    Ich habe mir den Hals heiser geschrien, aber Bessie hat ueberhaupt nicht reagiert - hat sie auch frueher nicht, wenn sie auf den ersten Hund meines Mannes losging. Normalerweise folgt sie schon, aber ich habe den Eindruck - jetzt sehr laienhaft gesprochen - dass bei ihr in dem Moment eine Sicherung durchbrennt und sie nicht mehr weiss, wer sie ist und was sie da tut. Das ist nur noch totale und brutale Aggression.

  4. User Info Menu

    AW: Problemhund - Wer weiss Rat?

    Hallo Bluebonnet! Ich hab leider keinen Rat. Wollte nur fragen wie's Freddy heute geht? Ward ihr beim TA? Ich hoffe es geht ihm gut!

    LG Noodie
    .
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    If in hole
    Stop digging
    (Indian saying)


    "Sie sind alt, wenn Sie sich bücken, um die Schuhe zuzubinden, und dabei überlegen, was Sie noch erledigen könnten, wo Sie schon mal da unten sind ..."
    Eckart von Hirschhausen

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  5. Inaktiver User

    AW: Problemhund - Wer weiss Rat?

    hallo bluebonnet,

    holt euch doch mal rat von einer hundeschule. am besten ein trainer kommt mal zu euch nach hause und schaut sich das an. manchmal sind es kleinigkeiten, die nicht stimmen oder ihr verhaltet euch falsch. experten sind in so einem fall immer am besten.

    VG und alles gute für dein rudel

  6. Inaktiver User

    AW: Problemhund - Wer weiss Rat?

    Hallo Bluebonnet,
    ich würde dir empfehlen, Bessie dringend tierärztlich untersuchen zu lassen. Schilddrüse, Veränderungen im Gehirn...irgendwelche unerkannte Schmerzen oder Erkrankungen.

    Diese Art der Aggression, ohne Drohgebärden, oder sonstiges vorheriges, auf eine "Attacke" schließendes Verhalten, kann sehr gut krankheitsbedingt sein. Ich will dir keine Angst machen, aber mir scheint das krankhaft.

    lG und alles Gute.
    Bim
    Geändert von Inaktiver User (05.03.2007 um 22:30 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Problemhund - Wer weiss Rat?

    Danke fuer eure Antworten.

    Freddy geht's den Umstaenden entsprechend. Er ist vom Tierarzt zurueck, hat Medikamente bekommen (Antibiotika, anti-inflammatory [weiss nicht mehr, wie das auf Deutsch heisst] und Schmerzmittel). Lt. Tierarzt hat er einen Abzess auf der Stirn, dort wo Bessie ihn erwischt hatte, und wohl auch die Schulter laediert - ausgerechnet noch die, die ohnehin schon laediert ist durch den Unfall. TA meinte, Fraktur o.aehnl. koenne er derzeit nicht feststellen, und erst mal abwarten, ob es mit dem Schmerzmittel wieder besser wird. Wenn nicht, muss geroentgt werden (haette ich normalerweise heute machen lassen, aber wir sind derzeit knapp bei Kasse).

    Ich habe auch mit dem TA ueber Bessie gesprochen, aber das war auch nicht besonders aufschlussreich. Er meinte, dass man zwar Medikamente verabreichen koennte, aber mein Hund permanent unter Drogen - nee, das kann's ja wohl nicht sein. Und ob das krankheitsbedingt ist, ich weiss nicht, das scheint mir nicht so schluessig. Immerhin hat sie das Verhalten schon ziemlich frueh an den Tag gelegt. Was ich wohl weiss, ist, das solche Untersuchungen sehr teuer sind - denn das geht ja dann schon Richtung MRI und EEG - und dafuer haben wir im Moment wirklich nicht die finanziellen Resourcen. Bessie ist uebrigens sechs Jahre alt.

    Mit der Hundetrainerin werde ich heute abend reden - mal sehen. Und vom Tierheim, von dem ich Freddy und Bessie adoptiert habe, habe ich zwei Namen von Behavioralists genannt bekommen (ich weiss nicht, ob meine Hundetrainerin das auch macht).

    Jedenfalls danke fuer eure Anteilnahme!

    LG, Bluebonnet

  8. Inaktiver User

    AW: Problemhund - Wer weiss Rat?

    Und ob das krankheitsbedingt ist, ich weiss nicht, das scheint mir nicht so schluessig. Immerhin hat sie das Verhalten schon ziemlich frueh an den Tag gelegt.
    kam mir dann auch beim Nochmaligen Lesen....

    Ich denke dann eher in die Richtung, dass sie um ihre Stellung fürchtet. Coffee scheint eh unter ihr zu stehen, aber beim neuen hat sie wohl bedenken. Da ihr jetzt "rund um die Uhr" mit dem neuen Hund (krankheitsbedingt) beschäftigt seid, deutet sie das wohl schon als Bevorzugung und sieht ihre Stellung gefährdet. Es wird daher sinnvoll sein, sie in ihrer Stellung zu bestärken, und den "Neuankömmling" weniger. Ich denke das wird auch bei Nipper der Fall gewesen sein, die vielleicht die Stellung Bessies in Frage stellte. Das müsst ihr nicht mal gemerkt haben.


    lG
    Bim
    Geändert von Inaktiver User (05.03.2007 um 22:49 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Problemhund - Wer weiss Rat?

    PS:

    Freddy ist mit seinem Alter von einem Jar in der Pubertät, eine Entwicklungsphase, in der Hunde testen, wie weit sie sich vorwagen können. Das entgeht auch Bessie nicht. Und er wird auch versuchen, sie zu dominieren. Das, was wie "Spiel" und "gefallen lassen" ausgesehen haben mag, war ein "spielerisches" Kräftemessen. Bessie wird sich das auf Dauer nicht gefallen lassen! Die Zeit des "Welpenschutzes" ist vorbei. Jetzt wird sie ihm zeigen, wo der Bartel den Most holt und das solltet ihr auch.

    Grüße
    Bim

  10. User Info Menu

    AW: Problemhund - Wer weiss Rat?

    Ich würde es nicht einfach von der Hand weisen dass es bei Bessie körperlich bedingt sein könnte. Einen Schilddrüsentest könnt ihr ja mal machen lassen, der sollte nicht zuuuu teuer sein. Da könnte auch schon seit jungen Jahren was out of balance sein.
    .
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    Eckart von Hirschhausen

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